Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Nun dachte man nur an die Abreise, der Friedensschluß mit dem Wirthe kostete außer dem alten Pferd von Athos sechs Pistolen. D'Artagnan und Athos nahmen die Pferde von Planchet und Grimaud. Die zwei Bedienten begaben sich, die Sättel auf ihren Köpfen tragend, zu Fuß auf den Weg.
So schlecht beritten die Freunde auch waren, so gewannen sie doch bald einen Vorsprung vor ihren Lakaien und langten in Crevecoeur an. Sie erblickten von ferne Aramis, der sich schwermüthig auf ein Fenstergesimse stützte und nachschaute, wie der Horizont in eine Staubwolke gehüllt wurde.
«He, holla, Aramis! was macht Ihr denn da?«riefen die zwei Freunde.
«Ah, Ihr seid es, d'Artagnan, Ihr seid es, Athos?«sprach der junge Mann.»Ich dachte darüber nach, mit welcher Schnelligkeit die Güter dieser Welt verschwinden. Mein englisches Roß, das sich von hier entfernte, und eben in einem Staubwirbel verschwunden ist, war mir ein lebendiges Bild von der Hinfälligkeit aller irdischen Dinge. Das Leben läßt sich in die drei Worte auflösen: fuit. est. erit.«—»Das will sagen?«fragte d'Artagnan, der die Wahrheit zu ahnen anfing. — »Das will sagen, daß ich so eben einen albernen Handel abgeschlossen habe. Sechszig Louisd'or um ein Pferd, das nach seinem Gange zu schließen wenigstens fünf Meilen in einer Stunde zurücklegen kann.«
D'Artagnan und Athos brachen in ein Gelächter aus.
«Mein lieber d'Artagnan, «sagte Aramis,»seid mir nicht zu sehr gram, ich bitte Euch. Noth kennt kein Gebot. Ueberdies bin ich am meisten gestraft, da mich dieser heillose Roßhändler wenigstens um fünfzig Louisd'or betrogen hat. Ah! Ihr seid gute Haushalter, Ihr Beiden. Ihr reitet auf den Pferden Eurer Lakaien, und laßt Euch Eure Luxuspferde sachte und in kleinen Tagemärschen an der Hand nachführen.«
In demselben Augenblick hielt ein Frachtwagen, den man seit einigen Minuten auf der Straße von Amiens erblickte, vor dem Gasthofe an, und man sah Grimaud und Planchet, ihre Sättel auf dem Kopfe, aussteigen. Der Frachtwagen kehrte leer nach Paris zurück, und die zwei Lakaien hatten sich anheischig gemacht, den Fuhrmann auf dem ganzen Wege zechfrei zu halten, wenn er sie mitnehmen würde.
«Was ist das? was soll das bedeuten?«sagte Aramis, als er sah, was vorging.»Nur die Sättel?«—»Begreift Ihr nun?«sprach Athos. — »Meine Freunde, das ist gerade, wie bei mir. Ich habe Sattel und Zeug instinktmäßig behalten. Holla, Bazin, trage mein neues Reitzeug zu denen der beiden Herren.«—»Und was habt ihr mit euren Doktoren gemacht?«fragte d'Artagnan.
«Mein Lieber, ich habe sie am andern Tag zum Mittagessen eingeladen, «sprach Aramis.»Es gibt hier, beiläufig gesagt, vortrefflichen Wein. Ich machte sie, so gut es mir möglich war, betrunken, dann verbot mir der Pfarrer, die Uniform abzulegen, und der Jesuit bat mich, ihn unter die Musketiere aufnehmen zu lassen!«—»Ohne These, «rief d'Artagnan,»ohne These! Ich verlange die Unterdrückung der These.«
«Von da an lebte ich angenehm, «fuhr Aramis fort.»Ich fing ein Gedicht in einsilbigen Versen an, das ist schwierig, aber das Verdienst liegt bei jeder Sache in der Schwierigkeit. Der Stoff ist galanter Natur; ich werde Euch den ersten Gesang vorlesen. Er hat vierhundert Verse und dauert eine Minute.«
«Meiner Treue, mein lieber Aramis, «sprach d'Artagnan, der die Verse beinahe eben so sehr haßte, als das Latein,»fügt dem Verdienste der Schwierigkeit noch das der Kürze bei, und Ihr könnt wenigstens überzeugt sein, daß es zwei Verdienste haben wird.«
«Ein drittes besteht darin, «fuhr Aramis fort,»daß es redliche Leidenschaften athmet. Wir kehren nach Paris zurück? Bravo! Ich bin bereit! Wir werden also den guten Porthos wieder sehen? Desto besser! Ihr glaubt nicht, wie sehr er mir fehlte, dieser große Pinsel. Ich sehe ihn so gerne in seiner Selbstzufriedenheit, das söhnt mich mit mir aus. Er wird sein Pferd nicht verkauft haben, und wäre es auch gegen ein Königreich! Es ist mir, als ob ich ihn vor mir hätte, auf seinem schönen Thier und seinem glänzenden Sattel. Er sieht gewiß aus, wie ein Großmogul.«
Man hielt eine Stunde an, um die Pferde ausschnaufen zu lassen. Aramis bezahlte seine Rechnung, brachte Bazin bei seinen Kameraden im Frachtwagen unter, und man setzte sich in Marsch, um zu Porthos zu gelangen.
Die Freunde fanden ihn beinahe genesen und folglich minder bleich, als er bei d'Artagnans erstem Besuch gewesen war. Er saß vor einem Tische, auf dem, obgleich er allein war, ein Mittagsbrod für vier Personen figurirte; dieses Mittagsbrod bestand aus zierlich zugerichteten Fleischspeisen, ausgesuchten Weinen und vortrefflichem Obst.
«Ah, bei Gott!«sprach er ausstehend,»Ihr kommt wie gerufen, meine Herren. Ich war gerade bei der Suppe und Ihr könnt mit mir zu Mittag speisen.«
«Oh, oh!«rief d'Artagnan,»hat Mousqueton solche Flaschen mit dem Lasso gefangen, dann finde ich hier ein gespicktes Fricandeau und einen Lendenbraten…«
«Ich stärke mich, «sagte Porthos,»ich stärke mich. Nichts schwächt so sehr, als diese verdammten Quetschungen. Habt Ihr schon Quetschungen gehabt, Athos?«
«Niemals, nur erinnere ich mich, daß ich bei unserem Streit in der Rue Ferou einen Degenstich bekam, der nach Verlauf von vierzehn oder acht Tagen genau dieselbe Wirkung hervorbrachte.«
«Aber dieses Mittagsbrod war nicht für Euch allein, mein lieber Porthos, «sagte Aramis.
«Nein, «erwiederte Porthos,»ich erwartete einige Edelleute aus der Nachbarschaft, die mir so eben sagen ließen, sie würden nicht kommen; ihr nehmt ihre Stellen ein, ich verliere nichts bei dem Tausch. Holla, Mousqueton, Stühle! und man verdopple die Flaschen!«
«Wißt Ihr, was wir hier essen?«sagte Athos nach zehn Minuten.
«Bei Gott!«antwortete d'Artagnan,»ich esse gespicktes Kalbfleisch mit Artischocken.«—»Und ich Hammelskeule, «sprach Porthos. — »Und ich Hühnerfricassee, «sagte Aramis. — »Ihr täuscht Euch, meine Herren, «erwiederte Athos ernst.»Ihr verspeist Pferdefleisch.«—»Geht doch, «rief d'Artagnan. — »Pferdefleisch!«brummte Aramis mit einer Grimasse des Ekels.
Porthos allein antwortete nicht.
«Ja, Pferdefleisch, nicht wahr. Porthos, wir speisen Pferdefleisch, und vielleicht Sattel und Zeug dazu?«
«Nein, meine Herren, ich habe das Reitzeug behalten, «sagte Porthos.
«Meiner Treue, von uns ist einer so gut wie der andere, «rief Aramis;»es ist, als ob wir uns das Wort gegeben hätten.«
«Was wollt Ihr, dieses Pferd beschämte meine Gäste und ich wollte sie nicht demüthigen.«
«Und dann ist Euere Herzogin immer noch in den Bädern, nicht wahr?«fragte d'Artagnan.
«Immer noch, «erwiederte Porthos.»Auch schien der Gouverneur der Provinz, einer von den Edelleuten, die ich heute zum Mittagsbrod erwartete, ein so großes Verlangen darnach zu haben, daß ich es ihm schenkte.«—»Geschenkt, «rief d'Artagnan.
«Oh! mein Gott, ja, geschenkt, das ist das rechte Wort, «sprach Porthos,»es war wenigstens hundert und fünfzig Louisd'or werth und der Knicker wollte mir nicht mehr dafür geben, als achtzig.«—»Ohne den Sattel?«sagte Aramis. — »Ja, ohne den Sattel.«
«Ihr bemerkt, meine Herren, «sprach Athos,»daß Porthos abermals den besten Handel von uns allen gemacht hat.«
Dann entstand ein schallendes Gelächter, wodurch der arme Porthos ganz verdutzt wurde, aber man erzählte ihm bald die Ursache dieser Heiterkeit, an der er, seiner Gewohnheit gemäß, geräuschvollen Antheil nahm.
«Auf diese Art sind wir also alle bei Kasse, «sagte d'Artagnan. — »Was mich betrifft, «entgegnete Athos,»ich fand den spanischen Wein von Aramis so gut, daß ich sechzig Flaschen in den Frachtwagen der Bedienten packen ließ, was meinen Baarbestand gewaltig geschmälert hat.«—»Und ich, «sprach Aramis,»stellt Euch vor, daß ich meinen letzten Sou der Kirche von Montdidier und den Jesuiten von Amiens geschenkt, daß ich überdies Verbindlichkeiten eingegangen hatte, welche erfüllt werden mußten: ich habe für mich und Euch, meine Herren, Messen bestellt, die man lesen wird, und bei denen wir uns, wie ich gar nicht zweifle, vortrefflich befinden werden.«—»Und ich, «sagte Porthos,»glaubt Ihr, meine Quetschung habe nichts gekostet? Die Wunde Mousquetons nicht zu rechnen, für den ich jeden Tag zweimal den Chirurgen kommen lassen mußte.«—»Wohl, wohl, «versetzte Athos, mit d'Artagnan und Aramis ein Lächeln austauschend,»ich sehe, daß Ihr Euch sehr großmüthig gegen den armen Burschen benommen habt. So benimmt sich nur ein guter Herr.«—»Kurz, wenn ich meine Rechnung bezahlt habe, werden mir höchstens dreißig Thaler übrig bleiben.«—»Und mir ungefähr zehn Pistolen, «sprach Aramis. — »Es scheint, wir sind die Krösusse der Gesellschaft, «sagte Athos,»wie viel habt ihr noch von Eueren hundert Pistolen übrig?«—»Von meinen hundert Pistolen? Erstlich habe ich Euch fünfzig davon gegeben.«—»Ihr glaubt?«—»Bei Gott!«—»Ah! es ist wahr, ich erinnere mich.«—»Dann habe ich dem Wirthe sechs bezahlt.«—»Welches Vieh, dieser Wirth? Warum habt Ihr ihm sechs Pistolen gegeben?«—»Weil Ihr es mich hießet.«—»Allerdings ich bin zu gut. Kurz, es bleiben übrig?«—»Fünf und zwanzig Pistolen, «antwortete d'Artagnan.«—»Und ich, «sprach Athos, etwas kleine Münze aus der Tasche ziehend,»seht hier.«—»Ihr, nichts.«—»Meiner Treue, oder so wenig, daß es nicht der Mühe werth ist, es zur Masse zu schlagen.«—»Nun wollen wir berechnen, wie viel wir besitzen: Porthos?«—»Dreißig Thaler.«—»Aramis?«—»Zehn Pistolen.«—»Und Ihr, d'Artagnan?«—»Fünf und zwanzig.«—»Das macht im Ganzen?«fragte Athos. — »Vier hundert und fünf und siebenzig Livres, «antwortete d'Artagnan, ein Archimed im Rechnen. — »Bei unserer Ankunft in Paris werden uns immerhin noch vierhundert übrig bleiben, «rief Porthos.»Vortrefflich! doch wir wollen jetzt speisen, der zweite Gang wird kalt.«