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Электронная книга - «Der stolze Orinoco». Краткое содержание книги:

Durch ein Unglück wurde eine Familie zerrissen, und nun sucht die Tochter als Erwachsene ihren vermißten Vater, der sie wiederum für tot hält -mitten im Quellgebiet des unerforschten Orinoco findet man die ersten Spuren. Ein mächtiger Indianderstamm lebt unter der Herrschaft eines weißen Häuptlings, und eine Bande Verbrecher bedroht diesen Stamm, als die Expedition gerade eintriftt. Es kommt zum Kampf, und die Verbrecher werden glücklich besiegt.
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Wer hätte sagen können, ob Jacques Helloch und seine Gefährten nicht schon, bevor sie diese erreichten, von Gefahren bedroht würden? Nachdem Jorres das Lager am rechten Ufer des Rio Torrida ausgespäht hatte, konnte er da nicht mit der Alfaniz'schen Bande am linken Ufer des Flusses hinausgezogen sein? Da die Quivas einen Vorsprung von mehreren Stunden hatten, war es ja möglich, daß sie die Furt von Frascaes bereits überschritten hatten. Jetzt zogen sie vielleicht am rechten Ufer des Flusses hinunter, um die kleine Truppe zu überfallen. Eine solche Annahme war ja nicht auszuschließen. Als sich jedoch Valdez um neun Uhr einige Schritte weiter vorgewagt hatte, konnte er bei seiner Rückkehr zu den Uebrigen versichern, daß der Weg frei zu sein scheine. Auch am jenseitigen Ufer verrieth nichts die Anwesenheit der Quivas.

Jacques Helloch wollte nun an der jetzt erreichten Stelle Halt machen, nachdem er Gomo gefragt hatte:

»Wie weit sind wir wohl noch von der Furt entfernt?

- Etwa zwei Wegstunden, antwortete der junge Indianer, der Entfernungen nicht anders als nach der Zeit, in der sie zurückgelegt werden konnten, zu schätzen gewohnt war.

- So wollen wir ein wenig ruhen, rief Jacques Helloch, und schnell etwas von unserm Mundvorrath frühstücken. Ein Feuer anzuzünden ist ja nicht nöthig.«

In der That wäre man damit Gefahr gelaufen, seine Gegenwart zu verrathen. eine Rücksicht, deren Grund Jacques Helloch für sich behielt.

»Nur schnell, liebe Freunde, schnell, wiederholte er, nur eine Viertelstunde Rast!«

Das junge Mädchen durchschaute ihn recht gut. Jacques Helloch war von einer Unruhe gepeinigt, deren Ursache sie allerdings nicht kannte. Wohl hatte sie davon reden hören, daß in der Gegend jetzt Quivas hausen sollten, auch wußte sie ja, daß Jorres verschwunden war; sie konnte aber nicht ahnen, daß der Spanier, wenn er an Bord der »Gallinetta« den Orinoco mit ihnen hinauffuhr, dies nur gethan hatte, um zu Alfaniz zu stoßen, ebensowenig daß zwischen dem aus Cayenne entwichenen Sträfling und ihm von langer Zeit her nähere Beziehungen bestanden. Mehr als einmal war sie nahe daran, zu sagen:

»Was bedrückt Sie denn eigentlich, Herr Helloch?«

Sie unterließ jedoch eine solche Frage, da sie sich auf die Intelligenz Jacques Helloch's, auf seinen Muth und seine Ergebenheit ebenso verließ, wie es auch gewiß sein Wunsch war, recht bald ans Ziel zu gelangen. Die kalte Mahlzeit wurde schnell beendet. Germain Paterne, der sie gern verlängert gesehen hätte, machte gute Miene zum bösen Spiel - es blieb ihm ja kein andrer Ausweg übrig. Ein Viertel auf zehn Uhr wurden die Säcke wieder geschlossen und aufgenommen, und nochmals ging es in der frühern Ordnung weiter.

Wenn der Wald sich am rechten Ufer des Rio Torrida ohne Unterbrechung fortsetzte, so bot das linke Ufer jetzt einen davon sehr abweichenden Anblick. Die Bäume standen dort nur noch in einzelnen über die Ilanos verstreuten Gruppen zusammen, und zwischen ihnen sproßte üppiges Gras, womit die Abhänge der Sierra überhaupt bis zum Gipfel bedeckt waren.

Das jenseitige Ufer hatte sich dagegen so gesenkt, daß es fast im gleichen Niveau mit dem Rio verlief. Hier war es also möglich, eine große Strecke der von keinem Baumvorhang verhüllten Savanne zu überblicken. Während man die Sierra anfänglich im Nordosten gehabt hatte, lag diese seit dem gestrigen Abend fast im Süden.

Jacques Helloch und Valdez behielten das andre Ufer unausgesetzt scharf im Auge, ohne deshalb das zu vernachlässigen, auf dem sie selbst hinzogen.

Noch immer war nichts Verdächtiges zu sehen.

Vielleicht hatten sich die Quivas an der Furt von Frascaes in den Hinterhalt gelegt?.

Gegen ein Uhr mittags wies Gomo nach einer wenige hundert Schritt entfernten Biegung des Rio hin, der sich da mehr nach Osten wandte und unter nackten Felsmassen verschwand.

»Dort ist es, sagte er.

- Dort?« wiederholte Jacques Helloch, der den Uebrigen ein Zeichen gab, stehen zu bleiben.

Er selbst ging etwas weiter vorwärts, um den Lauf des Rio Torrida übersehen zu können, und überzeugte sich, daß sein Bett an dieser Stelle von Steinen und Sandflächen halb angefüllt war, zwischen denen sich nur dünne, leicht zu überschreitende Wasserfäden hinzogen.

»Wollen Sie, daß ich vorausgehe und die Furt an beiden Ufern besichtige? fragte Valdez.

- Ja, thun Sie das, Valdez, doch wagen Sie sich aus Vorsicht nicht bis zum andern Ufer hinüber und kommen sogleich zurück, wenn Sie den Weg frei gefunden haben.«

Valdez ging sofort und war schon nach wenigen Minuten bei der Biegung des Torrida verschwunden.

Jacques Helloch, Jean, der Sergeant Martial, Gomo und die Träger blieben in dicht geschlossener Gruppe nahe dem Ufer stehen. Germain Paterne hatte sich niedergesetzt.

So sehr er sich sonst zu beherrschen verstand, konnte Jacques Helloch seine trüben Ahnungen jetzt doch nicht verbergen.

Da fragte Gomo: »Warum gehen wir nicht weiter?

- Ja, warum? setzte Jean hinzu. Und warum ist Valdez jetzt vorausgegangen?«

Jacques Helloch gab keine Antwort. Er entfernte sich selbst von der Gruppe und ging einige Schritte nach dem Rio zu, um das andre Ufer genauer sehen zu können.

Fünf Minuten verstrichen. solche Minuten, die einem wie ebensoviele Stunden erscheinen.

Jeanne war zu Jacques Helloch gegangen.

»Warum kommt denn Valdez nicht zurück? fragte sie, indem sie in seinen Augen zu lesen versuchte.

- Er kann ja nicht mehr lange ausbleiben,« begnügte sich Jacques Helloch zu antworten.

Fünf Minuten, noch weitere fünf Minuten vergingen. niemand sprach ein Wort.

Valdez hätte nun zum Hin- und Rückwege gewiß Zeit genug gehabt, und doch erschien er nicht wieder.

Man hatte keinen Hilferuf vernommen, überhaupt nichts, was einen hätte erschrecken können.

Jacques Helloch gelang es, die Andern sich noch einmal fünf Minuten gedulden zu lassen. Gewiß bot es ja nicht mehr Gefahr, bis zur Furt von Frascaes zu gehen, als hier auf der Stelle zu verweilen oder ganz wieder umzukehren. Sollte die kleine Gesellschaft angegriffen werden, so war das stromaufwärts ebenso wie stromabwärts zu befürchten.

»Weiter, weiter!« sagte endlich Jacques Helloch.

Er setzte sich an die Spitze und seine Gefährten folgten ihm, ohne noch eine Frage an ihn zu richten. So gingen sie gegen dreihundert Schritt weit am steilen Ufer hin und gelangten damit an die Biegung des Rio Torrida wo sie nach der Furt von Frascaes hinuntersteigen sollten.

Fünf Schritte vor den Uebrigen ließ sich der junge Indianer hinabgleiten und betrat schon die ersten, vom Wasser benetzten Steine.

Da erhob sich plötzlich ein entsetzliches Geschrei auf dem linken Ufer, nach dem Jacques Helloch und seine Gefährten eben hinübergehen wollten.

Etwa hundert Quivas liefen von allen Seiten herbei und stürzten sich, die Waffen schwingend und drohende Rufe ausstoßend, auf die Furt zu.

Jacques Helloch fand gar nicht die Zeit, sich durch Gewehrschüsse zu vertheidigen, und was hätte auch seine Flinte, sowie die Germain Paterne's und des Sergeanten Martial, was hätten die Revolver der Bootsleute gegen hundert bewaffnete Feinde, die die Furt besetzt hielten und sie sperrten, auch auszurichten vermocht?

Urplötzlich von dem Raubgesindel umringt, gab es für Jacques Helloch und seine Gefährten gar keine Möglichkeit, diesen Angriff abzuwehren.

Im nämlichen Augenblick wurde Valdez unter einer Gruppe laut kreischender Quivas sichtbar.

»Valdez! rief ihm Jacques Helloch zu.

- Die Schurken haben mich in einer Vertiefung des Bodens gefangen, antwortete der Führer der »Gallinetta«.

- Mit wem haben wir's eigentlich zu thun? fragte Germain Paterne.

- Mit der Rotte der Quivas, erwiderte Valdez.

- Und mit ihrem Anführer!« setzte eine drohende Stimme hinzu.

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