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Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:

Dieser Roman ist den meisten Jules-VerneFreunden unbekannt, weil er in allen alten Gesamtausgaben fehlt. Der Artistenfamilie Cascabel wird nach einer Tournee durch die Vereinigten Satten das gesamte Vermögen gestohlen. Trotzdem wollen sie nach Frankreich zurückkehren und beschließen, den Weg über Alaska und das Packeis der Beringstraße zu nehmen. Unendlich viele Abenteuer müssen mit Indianern und Verbrechern bestanden werden, ehe es ein glückliches Ende gibt.
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»Was Kreise betrifft,« sagte er, »so kenne ich nur die Reisen, durch welche Kunstreiter und Reiterinnen zu springen pflegen. Aber schließlich ist dies kein Grund, jenen Kreis nicht anzufeuchten!«

Und der Polarkreis wurde mit einer Flasche guten Branntweins angefeuchtet, wie die Matrosen an Bord der

Fahrzeuge, welche von einer Hemisphäre in die andere fahren, den Äquator anzufeuchten pflegen.

Der Übergang über den Tas wurde nicht ohne einige Schwierigkeiten zuwege gebracht. Der Verkehr zwischen den beiden Ufern dieses Flüßchens wurde durch keine Fähre erleichtert und so mußte man eine passierbare Furt suchen, was mehrere Stunden in Anspruch nahm. Die beiden Russen legten großen Eifer an den Tag; zu wiederholten Malen mußten sie bis an den Gürtel ins Wasser steigen, um die Räder des Fuhrwerks frei zu machen.

Mit weit weniger Mühe setzte man am sechzehnten Mai über den Pur, einen schmalen Fluß, der weder reißend noch tief ist.

Zu Anfang Juni war die Hitze überaus groß geworden - was immer anormal erscheint, wenn es sich um Gegenden unter so hohen Breitegraden handelt. Während der zweiten Hälfte des Monats Mai zeigte das Thermometer fünfundzwanzig bis dreißig Grad. Da es in der Steppe absolut keinen Schatten gab, so litten Herr Sergius und seine Gefährten sehr unter dieser Temperatur. Selbst die Nacht mildert die Tagesglut nicht sonderlich, da die Sonne in dieser Jahreszeit kaum unter den Horizont jener langen Ebenen hinabsinkt. Nachdem sie denselben fast im Norden gestreift hat, steigt ihre weißglühende Scheibe sogleich wieder empor, um ihren täglichen Lauf von neuem zu beginnen.

»He!. Diese verwünschte Sonne!« sagte Cornelia immer wieder, indem sie ihr Gesicht mit einem nassen Schwamme betupfte. »Welch ein Ofenloch!. Und wenn es noch im Winter wäre.«

»Wenn es im Winter wäre,« antwortete Herr Sergius, »so würde der Winter eben zum Sommer.«

»Richtig!« versetzte Herr Cascabel. »Aber was mir schlecht kombiniert erscheint, das ist, daß wir kein einziges Stückchen

Eis zu unserer Erfrischung haben, nachdem wir Monate lang solchen Überfluß daran gehabt!«

»Sehen Sie, Freund Cascabel, wenn wir Eis hätten, so hätten wir's infolge von Kälte, und wenn es kalt wäre.«

»So wäre es nicht warm!. Alles sehr richtig.«

»Wenn die Luft nicht etwa die Mitte hielte,« glaubte Clou-de-Girofle hinzufügen zu sollen.

»Immer richtiger!« antwortete Herr Cascabel; »aber darum ist es doch verteufelt heiß!«

Indessen hatten die Jäger ihren Sport nicht aufgegeben. Nur zogen sie sehr früh zu Felde und hatten es nicht zu bedauern. Eines Tages wurde sogar ein schöner Schuß abgegeben, welcher Jean zur Ehre gereichte. In der That wurde das von ihm erlegte Wild nicht ohne Mühe heimgebracht. Es war ein Tier mit kurzem, vorn rötlichem Haar, das aber während der Winterperiode grau gewesen sein mußte. Über seinen Rücken lief ein gelblicher Streif, wie man deren bei Maultieren sieht. Seine langen Hörner bogen sich zierlich über seinem Haupte, was darauf hinwies, daß es ein männliches Exemplar dieser Art von Wiederkäuern sei.

»Ist das ein schönes Renntier!« rief Xander.

»O!« sagte Napoleone vorwurfsvoll zu ihrem älteren Bruder, »warum hast du ein Renntier getötet?.«

»Um es zu essen, Schwesterchen!«

»Ich liebe sie doch so sehr!«

»Nun, wenn du sie so sehr liebst,« versetzte Xander, »so kannst du dir daran gütlich thun, denn es wird für uns alle reichen.«

»Tröste dich, mein Herzchen!« sagte Herr Sergius. »Dieses Tier ist kein Renntier.«

»Was ist es denn?« fragte Napoleone.

»Es ist ein Argalischaf.«

Herr Sergius täuschte sich nicht; diese Tiere, welche im Winter in den Bergen und im Sommer auf der Ebene hausen, sind in Wahrheit nur ungeheure Schafe.

»Nun denn, Cornelia,« bemerkte Herr Cascabel; »da es ein Schaf ist, so wirst du uns seine Koteletten auf dem Roste braten!«

So geschah es, und da das Fleisch des Argali äußerst schmackhaft ist, so steht zu vermuten, daß Cäsar Cascabel an jenem Tage selber etwas mehr Fleisch ansetzte, als es sich mit den Erfordernissen seines Berufes vertrug.

Von hier aus hatte die Belle-Roulotte eine lange Strecke durch ein fast unfruchtbares Land zurückzulegen, um den Lauf des Ob zu erreichen. Die Ostjakendörfer wurden immer seltener; kaum daß man noch einigen wandernden Trupps begegnete, die nach den östlichen Provinzen zogen. Überdies hatte Herr Sergius seine Gründe, die mindest bevölkerten Teile des Bezirkes zu durchreisen. Es war geraten, die bedeutende Stadt Berezow zu umgehen, welche in geringer Entfernung jenseits des Ob liegt.

Von einem herrlichen Cedernwalde umrahmt, staffelweise auf einem steilen Hügel erbaut, von den Glockentürmen ihrer beiden Kirchen beherrscht, von der Sosva bespült, durch welche Kähne und Handelsschiffe unaufhörlich Furchen ziehen, ist diese Stadt mit ihren zweihundert Häusern der Mittelpunkt eines sehr lebhaften Handels, ein Sammelplatz für die Produkte Nordsibiriens.

Offenbar hätte die Ankunft der Belle-Roulotte in Berezow die öffentliche Neugier rege gemacht und die Polizei würde sich die Familie Cascabel sehr genau angesehen haben. Es war also besser, Berezow und sogar den gleichnamigen Bezirk zu umgehen. Gendarmen sind immer Gendarmen; und namentlich wenn sie Kosaken sind, ist es gescheiter, nichts mit ihnen zu schaffen zu haben.

Bei dieser Gelegenheit merkten Ortik und Kirschef sehr wohl, daß es Herrn Sergius nicht paßte, Berezow zu berühren. Das bestärkte sie in ihrer Vermutung, daß dieser Russe insgeheim nach Rußland zurückzukehren wünsche.

Es war in der zweiten Juniwoche, daß die Marschroute eine kleine Abänderung erfuhr, um sich nördlich vom Bezirk Berezow hinzuziehen. Es war das ein Umweg von höchstens zehn Meilen, und am sechzehnten Juni lagerte die kleine Truppe am rechten Ufer eines mächtigen Stromes, neben dem sie eine Zeit lang thalwärts gefahren war.

Dieser Strom war der Ob.

Vom Purthale bis hierher hatte die Belle-Roulotte ungefähr hundertachtzig Meilen zurückgelegt. Sie befand sich jetzt nur mehr hundert Meilen weit von der europäischen Grenze. Die Uralkette, welche zwischen diesen beiden Weltteilen emporragt, würde bald den Horizont begrenzen.

X. Vom Obstrom bis zum Uralgebirge

Der Ob, ein mächtiger Strom, der im Westen von den Gewässern des Ural und im Osten von reichlichen Nebenflüssen gespeist wird, durchmißt eine Strecke von viertausendfünfhundert Kilometern, während sein Gebiet nicht weniger als dreihundertdreißig Millionen Hektare umfaßt.

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