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Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:

Dieser Roman ist den meisten Jules-VerneFreunden unbekannt, weil er in allen alten Gesamtausgaben fehlt. Der Artistenfamilie Cascabel wird nach einer Tournee durch die Vereinigten Satten das gesamte Vermögen gestohlen. Trotzdem wollen sie nach Frankreich zurückkehren und beschließen, den Weg über Alaska und das Packeis der Beringstraße zu nehmen. Unendlich viele Abenteuer müssen mit Indianern und Verbrechern bestanden werden, ehe es ein glückliches Ende gibt.
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Man konnte wahrhaftig wähnen, daß die Prüfungszeit zu Ende sei und daß die berühmte Reise einen der Familie Cascabel zur Ehre und zum Vorteil gereichenden Abschluß finden werde!

Auch der folgende Tag war ein Ruhetag, den das Gespann benützte, um sich gewissenhaft auf der Weide gütlich zu thun.

Am einundzwanzigsten April brach die Belle-Roulotte wieder um sechs Uhr morgens auf und erreichte vier Tage später die westliche Grenze des Jakutenlandes.

IX. Bis an den Ob

Es ist von Wichtigkeit, auf die Stimmung der beiden Russen zurückzukommen, welche ein böser Zufall in den Kreis der Familie Cascabel geführt hatte.

Man sollte denken, daß Ortik und Kirschef, dankbar für die ihnen zu teil gewordene Aufnahme, auf bessere Gedanken gekommen wären. Nichts dergleichen. Diese Elenden, deren Vergangenheit schon so viele, mit der Karnossschen Bande begangene Verbrechen zählte, dachten nur daran, wie sie neue Missethaten begehen könnten. Sie sannen auf nichts geringeres, als sich der Belle-Roulotte und des von Tschu-Tschuk zurückerstatteten Geldes zu bemächtigen, und dann, in Gauklerverkleidung nach Rußland zurückgekehrt, dort ihr Verbrecherleben von neuem zu beginnen. Um diese Pläne in Ausführung zu bringen, mußten sie sich aber vor allem ihrer Reisegefährten entledigen, jener wackeren Leute, denen sie ihre Freiheit verdankten, - und auch davor schraken sie nicht zurück.

Diesen Plan konnten sie indessen nicht allein ausführen. Das war der Grund, weshalb sie die Richtung nach einem der Uralpässe genommen hatten, wo sich zahlreiche Missethäter, frühere Spießgesellen von ihnen, herumtrieben; dort dachten sie die nötige Anzahl Banditen zu dingen, um das Personal der Belle-Roulotte anzugreifen.

Und wer würde sie dieses abscheulichen Komplotts verdächtigt haben? Sie stellten sich, als wollten sie sich nützlich machen, und gaben niemand Anlaß zu Tadel. Wenn sie keine Sympathie einflößten, so flößten sie auch kein Mißtrauen ein, - außer Kayetten, welche noch immer an ihnen zweifelte. Einen Augenblick war ihr der Gedanke gekommen, daß sie Kirschefs Stimme in jener Nacht gehört habe, wo Herr Sergius an der alaskischen Grenze überfallen worden war. Aber wie konnte man annehmen, daß die Urheber jenes Verbrechens gerade die beiden Matrosen seien, die man zwölfhundert Meilen vom Schauplatze desselben entfernt, auf einer der Liakhoff-Inseln aufgefunden hatte? Während sie dieselben im stillen beobachtete, hütete Kayette sich denn auch, irgend etwas von ihren allzu unwahrscheinlichen Zweifeln verlauten zu lassen.

Und nun muß man noch folgendes beachten: wenn Ortik und Kirschef der jungen Indianerin verdächtig vorkamen, so fanden sie dagegen die Stellung des Herrn Sergius sonderbar. Nach seiner gefährlichen Verwundung an der Grenze von Alaska hatte die Familie Cascabel ihn nach Sitka gebracht und dort gepflegt. Nichts natürlicher als das. Aber warum war er nach seiner Herstellung nicht in Sitka geblieben? Warum war er diesen Gauklern nach Port-Clarence gefolgt? Warum begleitete er sie durch Sibirien? Die Anwesenheit eines Russen inmitten einer ausländischen Jahrmarktstruppe war zum mindesten sonderbar.

So hatte Ortik denn eines Tages zu Kirschef gesagt:

»Sucht dieser Herr Sergius etwa insgeheim nach Rußland zurückzukehren und ergreift er diese Vorsichtsmaßregeln, um nicht erkannt zu werden?. Ei! vielleicht könnte man aus diesem Umstande Nutzen und Vorteil ziehen?. Halten wir die Augen offen!

Und ohne daß er es ahnte, wurde Graf Narkine von Ortik bewacht, der sein Geheimnis zu ergründen suchte.

Am dreiundzwanzigsten April verließen die Reisenden das Jakutenland und betraten den Grund und Boden der Ostjaken. Diese Sibirier sind ein ziemlich elendes und ungebildetes Volk, wenngleich ihr Gebiet einige reiche Bezirke - unter anderen den von Berezow - umfaßt.

Auf der Fahrt durch die Dörfer dieses Gebietes konnte man sehen, wie auffällig sie sich von den pittoresken und anziehenden Jakutenflecken unterschieden! Ungesunde Hütten, kaum zur Unterbringung von Tieren geeignet, mit einer inneren Atmosphäre, in der man nur schwer zu atmen vermag!

Und wo kann man abstoßendere Wesen finden, als diese Eingeborenen, in Bezug auf welche Jean eine Stelle aus der allgemeinen Geographie citierte:

»Die Ostjaken in Hochsibirien tragen eine doppelte Gewandung, um sich vor der Kälte zu schützen: eine Schmutzschicht und darüber ein Renntierfell.«

Was ihre Nahrung betrifft, so besteht dieselbe fast ausschließlich aus halbrohem Fisch und gänzlich ungekochtem Fleische.

Indessen sind die Nomaden, deren Herden in der Steppe verstreut weiden, wesentlich verschieden von den Bewohnern der Hauptmarktflecken. So fanden die Reisenden zum Beispiel in der Ortschaft Starokhantaskii eine etwas ansehnlichere Bevölkerung, wenn dieselbe auch weder gastfreundlich noch zuvorkommend gegen Fremde war.

Die Frauen, mit bläulichen Mustern tättowiert, trugen den »Vakocham«, einen roten, mit blauen Streifen verzierten Schleier, den grellfarbigen Rock und lichteren Leib, dessen Schnitt ihre Taille entstellt, und den mit kleinen Schellen verzierten Gürtel, der bei jeder Bewegung wie das Sattelzeug eines spanischen Maultieres klingelt.

Was die Männer betrifft, so sehen sie während des Winters -und teilweise auch im Sommer - wie Tiere aus, da sie in Felle mit nach außen gekehrtem Haar gekleidet sind. Ihr Kopf verschwindet unter der »Maltza« oder Kapuze und der »Parka«, in welcher Ritze für die Augen, den Mund und die Ohren angebracht sind. Unmöglich, ihre Züge zu sehen, was vermutlich nicht zu beklagen ist.

Unterwegs begegnete die Belle-Roulotte manchmal einigen jener Schlitten, die als »Narken« bekannt sind. Mit drei Renntieren bespannt, welche mittelst eines einfachen, unter ihrem Bauche hergezogenen Riemens daran befestigt sind und durch ein an ihr Geweih gebundenes Leitseil gelenkt werden, können diese Nacken sieben bis acht Meilen zurücklegen, ohne daß das Gespann Halt machen müßte, um Atem zu schöpfen.

Man durfte nicht daran denken, den vor den Wagen gespannten Renntieren eine solche Leistung zuzumuten. Aber man hatte darum keinen Grund zu Klagen; sie leisteten treffliche Dienste.

Als Herr Sergius daher eines Tages bemerkte, daß es vielleicht weise sein werde, sie durch Pferde zu ersetzen, sobald man sich welche verschaffen könne, antwortete Herr Cascabeclass="underline"

»Sie ersetzen?... Weshalb denn, ich bitte Sie? Glauben Sie, daß sie nicht die Kraft haben werden, uns bis nach Rußland zu ziehen?«

»Wenn wir auf dem Wege nach dem nördlichen Rußland wären, so würde ich nichts dagegen sagen,« antwortete Herr Sergius; »aber in Südrußland ist die Sache anders. Die Renntiere vertragen keine Hitze; dieselbe erschöpft sie und macht sie arbeitsunfähig. Daher sieht man auch gegen Ende April zahlreiche Rudel von Renntieren nach den nördlichen Gebieten, insbesondere nach den mit ewigem Schnee bedeckten Hochebenen der Uralkette ziehen.«

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