Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]
Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]

Электронная книга - «Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]». Краткое содержание книги:

Lange bevor Cyberspace und virtuelle Welten zu einem festen Bestandteil der allgemeinen Diskussion wurden, hat sich Herbert W. Franke (geb. 1927), theoretischer Physiker, Kybernetikfachmann, Pionier der Computerkunst und Science-fiction-Autor, in seinen wissenschaftlichen und belletristischen Arbeiten mit diesen Themen auseinandergesetzt. Mit Einsteins Erben liegen drei der erfolgreichsten Bücher von H. W. Franke wieder vor: In seinem Roman Zone Null entwirft er in Form eines spannenden Expeditionsberichts das Bild einer computerisierten Zivilisation, deren Angehörige, aller materiellen Sorgen enthoben, sich ganz dem widmen können, was sie interessiert: der Forschung, der Kunst, dem Spiel. Aber ist solch ein technisches Paradies ein erstrebenswertes menschliches Ziel? In Ypsilon minus zeigt Franke eine totalitäre Technokratie, in der elektronische Überwachungsanlagen die absolute Kontrolle aller Menschen ermöglichen. Beides, totale Freiheit und totale Kontrolle, sind Extremfälle der technischen Entwicklung. Sind warnende Beispiele für falsche zivilisatorische Entwicklungen. Probleme und ihre Lösung bilden auch den Kern des Erzählbandes Einsteins Erben: Informationsexplosion, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, die Anwendung von Kybernetik und Biotechnik sind die Themen dieser Erzählungen, die »an wissenschaftlicher Phantastik und spannendem Aufbau nicht zu wünschen übriglassen« (Neue Zürcher Zeitung).
1 ... 4 5 6 7 8 9 10 11 12 ... 129
Перейти на страницу:

Ben stand auf und tat mit wackligen Beinen ein paar Schritte. Der Moderator kam mit ihm und stützte ihn. Bisher hatte er sich beherrscht, aber nun ließ er sich seine Wut unverhüllt anmerken. »Eine solche Schweinerei in meinem Block!« Er schloß die Hand um Bens Arm und rüttelte ihn. »Und diese Kerle lassen dich ohne Strafe davonkommen! Natürlich – ihnen kann es ja gleichgültig sein; und wie ich zurechtkomme, interessiert niemanden. In dieser Nacht wirst du noch an mich denken!«

In dieser Nacht gab es zehnmal Fehlalarm, und die Insassen des Schlafsaals mußten, notdürftig angekleidet, die Feuerleiter hinunterklettern und sich im Hof versammeln – ehe sie in die Betten zurückgescheucht wurden. Die meisten wußten, wem sie das zu verdanken hatten, und die Blicke, die Ben heimlich streiften, waren alles andere als wohlwollend.

Wie jeder Wochentag, so begann auch der kommende Montag mit der Individualarbeit. Ihr Sinn war es, die Mitglieder der Gemeinschaft körperlich und geistig fit zu erhalten, ihre Fähigkeiten zu bewahren, ihr Wissen zu erneuern, sie über die politischen Programme auf dem laufenden zu halten. Besonders wichtig war die psychogene Reinigung, das Training in Selbstbeherrschung und Flexibilität, die Übungen, die es ihnen ermöglichten, jede psychologische Fehlentwicklung im Keim zu ersticken, Fehler zu beseitigen, ehe sie entstanden waren. Das Verhalten in der Gemeinschaft war ein wesentlicher Punkt und ebenso die Motivation, die zu einem positiven Sozialverhalten führte. Fehlorientierungen wie Individualismus oder egozentrische Einstellungen wurden schonungslos aufgedeckt; dazu diente das Psychotraining, die Gemeinschaftsarbeit in der Gruppe, die Fragen- und Antwort- Spiele, bei denen es sich sofort erwies, wenn irgend jemand zum Egoismus neigte, individuellen Gedankengängen nachging, emotionale Erlebnisse für sich behalten wollte und so fort. Der Leiter von Bens Psychogruppe war Bengt Haman.

Jede Stunde dauerte vierzig Minuten; das restliche Drittel war nötig, um sich die Fragebogen, Magnetschriftgriffel, Abdeckschablonen für die Unterrichtsprogramme und so weiter abzuholen.

An diesem Vormittag drängte sich Ben rücksichtslos vor, und es gelang ihm, die unvermeidlichen Formalitäten in wenigen Minuten zu erledigen. Er hatte sein Ziel, die eigene Vergangenheit zu entschleiern, keineswegs aufgegeben und versuchte es nun auf andere Art; es gab auch einen offiziellen Weg.

Obwohl es ihm unangenehm war, sich bei Bengt anzubiedern, war es ihm bisher nicht erspart geblieben, und auch in Zukunft würde es nicht anders sein.

»Ich hatte einen Ypsilon-minus-Fall«, berichtete er. »Ich habe dafür eine Prämie von vierundsechzig Punkten bekommen, und der Chef der Abteilung hat mir Glück gewünscht. Ich freue mich sehr darüber. Ich bin mir aber nicht darüber im klaren, ob das nicht ein Zeichen von Einbildung oder Stolz ist. Was soll ich dagegen tun?«

Bengt sah ihn mit der Miene ungetrübter Zuneigung an, die er stets im Gespräch mit den ihm anvertrauten Mitgliedern zeigte. »Nun«, sagte er, »da hast du ja einen schönen Erfolg aufzuweisen. Und dieser Erfolg ist deiner fleißigen Arbeit im Dienste der Gemeinschaft zuzuschreiben. Du bist im Recht, wenn du dich darüber freust. Oder hast du den Eindruck, jetzt etwas Besseres als deine Kollegen zu sein?«

Ben schüttelte den Kopf … »Natürlich nicht. Ich weiß genau, daß die meisten anderen ihre Aufgaben ebensogut erledigt hätten wie ich – sie hatten nur keine Chance dazu. Und trotzdem: Sie alle freuen sich mit mir, so wie ich mich mit ihnen gefreut hätte, wenn sie dasselbe Glück gehabt hätten. Aber eines schließt eben das andere aus – letztlich habe doch nur ich allein eine Prämie bekommen, und so angenehm mir das ist, so fühle ich mich dadurch doch ein wenig von den anderen getrennt.«

Der Psychiater runzelte nur kurz die Stirn, dann strahlte er wieder Zuversicht und Sicherheit aus. »Es ist ein gutes Zeichen, daß du dir Gedanken darüber machst, und gerade das beweist mir, daß keine Gefahr besteht. Trotzdem will ich dir einige psychogen wirksame Sätze aufschreiben, die du in deiner Freizeit aufsagen oder denken kannst – sie werden dir helfen, dein Problem zu überwinden. Die Belobigung soll dir ein Anlaß dafür sein, dich bei deiner Arbeit künftighin eher noch eifriger einzusetzen.«

»Gewiß«, antwortete Ben. »Das ist auch einer der Gründe dafür, daß ich Sie sprechen wollte. Man hat mir angekündigt, daß ich einen Lehrgang für Psychoprogrammierung mitmachen soll. Ich habe nun versucht, mir alles, was ich seinerzeit darüber gelernt habe, in Erinnerung zu rufen, aber ich habe festgestellt, daß einiges davon verblaßt ist. Aus diesem Grund möchte ich einen Antrag auf Reaktivierung von Gedächtnisstoff stellen. Ich wollte Sie bitten, diesen Antrag zu unterstützen.«

Wieder runzelte Bengt die Stirn, diesmal nachhaltiger als zuvor. »Reaktivierung von Gedächtnisstoff? Wieso ist dir diese Möglichkeit bekannt?« Er blickte Ben forschend an, dann legte er ihm die Hand wie entschuldigend auf die Schulter. »Ach ja, du bist ja Rechercheur; hast vielleicht selbst schon von diesem Mittel Gebrauch machen lassen. Nun gut, wenn es einem guten Zweck dient … ich werde deinen Antrag unterstützen.«

Er nickte Ben zu und trat zum Schaltpult des Unterrichtscomputers, von dem aus er seinen Kurs steuerte. Das Glockenzeichen zum Beginn war bereits erklungen, und bald war der Raum von den Stimmen der Gruppenmitglieder gefüllt, die in üblicher Weise mit geistigen Lockerungsübungen begannen:

»Wir sind eine fröhliche und zuversichtliche Gemeinschaft.«

»Jeder von uns ist für den anderen da.«

»Wir haben keine Geheimnisse voreinander.«

»Unser Denken ist frei und ungezwungen.«

»Wir haben nichts voreinander zu verbergen.«

»Wir sind Mitglieder der Freien Gesellschaft.«

Liederbuch des Psychotrainings – Auszug aus dem Register »Liebe zum Staat«

Wir sind glückliche Menschen!

Wir sind zufriedene Bürger!

Wir leben in der besten aller Welten!

Wir leben im perfekten Staat!

Unser Staat – das sind wir selbst.

Unser Staat – er sorgt für uns

– er schützt uns

– er bewahrt uns vor Krankheit

– er bewahrt uns vor Not

– er macht uns zu glücklichen Menschen.

Wir gehören zueinander.

Wir gehören unserem Staat.

Einer ist für alle da.

Jeder hilft jedem.

Wir fühlen uns geborgen!

Niemand hat Zweifel!

Niemand hat Sorgen!

Niemand hat Angst!

Unser Leben verläuft auf ruhigen Bahnen.

Unser Schicksal ist geplant.

Unser Leben ist gesichert.

Wir leben das beste aller Leben.

Wir sind glückliche Menschen

– frei von Sorgen

– frei von Zweifeln

– frei von Not.

Und die Freiheit ist unser Leben

– und unser Leben ist unser Glück

– und unser Glück ist unser Staat.

5.

Als Ben am Nachmittag sein Programm aufrief, wurde eine Ergänzung eingespielt: 33-78568700-16 R hat einen Antrag auf Reaktivierung von Gedächtnisstoff gestellt, der abgelehnt wurde.

Ben hatte selbst noch nichts von der Ablehnung erfahren, und es traf ihn ein wenig unerwartet, daß er nun auf diesem Weg Antwort erhielt. Es zeigte ihm aber, daß es noch einige Maschen im Netz der Kontrolle gab, die ihm unbekannt waren, und daß er vorsichtig sein mußte.

Eigentlich sollte er diese Meldung codifizieren und validieren und in die Statistik einbringen. Das wäre der erste Schönheitsfehler in der Qualifikationstabelle gewesen. Irgend etwas ließ ihn zögern, und kurzentschlossen spielte er dieses Item in den Zwischenspeicher ein.

1 ... 4 5 6 7 8 9 10 11 12 ... 129
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)