Das Dorf der verschwundenen Kinder
- Автор: Хилл Реджинальд
- Год: 2002
- Язык: немецкий
- Жанр: Полицейские детективы
Электронная книга - «Das Dorf der verschwundenen Kinder». Краткое содержание книги:
Als in der Grafschaft Yorkshire ein siebenjähriges Mädchen entführt wird, reißt bei den Bewohnern des kleinen Ortes Danby eine tiefe Wunde wieder auf: Schon einmal, vor fünfzehn Jahren, verschwanden im Nachbarort Dendale drei kleine Mädchen spurlos. Aber auch der Hauptverdächtige, der damals 19jährige Benny Lightfoot, verschwand von einem Tag auf den anderen. Das war in dem Jahr, als die Bewohner ihre Häuser aufgaben, weil das Dorf einem Stausee weichen musste. Nun prangt ein Graffiti an einer Eisenbahnbrücke: »Benny ist wieder da!«
Über Reginald Hill
Reginald Hill, geboren 1936, lebt seit vielen Jahren in der englischen Grafschaft Yorkshire, wo die allermeisten seiner Romane auch spielen. Er hat sich den Ruf erworben, »einer der herausragenden lebenden Krimiautoren« zu sein (Sunday Telegraph) und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Diamond Dagger der britischen Crime Writers’ Association, den er für sein Lebenswerk erhielt.
there to see her enter
Not on her sweet face
first off falls my gaze
But a little past her seeking
something after
There where your own dear
features would appear
Lit with love and laughter
bringing up the rear
As once my daughter dear.
When your mother dear
to my door draws near,
Then I get the feeling
you are softly stealing
With the candle’s clear
gentle flame in here,
Dancing on my ceiling!
O light of love and laughter!
Too soon put out to leave
me dark and drear.
IV
Oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen!
Bald werden sie wieder nach Hause gelangen!
Der Tag ist schön! O sei nicht bang!
Sie machen nur einen weiten Gang.
Jawohl, sie sind nur ausgegangen
Und werden jetzt nach Hause gelangen.
O sei nicht bang, der Tag ist schön!
Sie machen nur den Gang zu jenen Höh’n!
Sie sind nur vorausgegangen
Und werden nicht wieder nach Hause verlangen!
Wir holen sie ein auf jenen Höh’n im Sonnenschein!
Der Tag ist schön auf jenen Höh’n!
I often think they’ve only gone out walking
And soon they’ll come homewards all laughing and talking.
The weather’s bright! Don’t look so pale.
They’ve only gone for a hike updale.
Oh, yes, they’ve only gone out walking,
Returning now, all laughing and talking.
Don’t look so pale! The weather’s bright.
They’ve only gone to climb up Beulah Height.
Ahead of us they’ve gone out walking
But shan’t be returning all laughing and talking.
We’ll catch up with them on Beulah Height
In bright sunlight. The weather’s bright on Beulah Height.
V
In diesem Wetter, in diesem Braus,
Nie hätt’ ich gesendet die Kinder hinaus;
Man hat sie getragen hinaus,
Ich durfte nichts dazu sagen.
In diesem Wetter, in diesem Saus,
Nie hätt’ ich gelassen die Kinder hinaus;
Ich fürchtete, sie erkranken,
das sind nun eitle Gedanken.
In diesem Wetter, in diesem Graus,
Nie hätt’ ich gelassen die Kinder hinaus;
Ich sorgte, sie stürben morgen,
Das ist nun nicht zu besorgen.
In diesem Wetter, in diesem Braus,
Nie hätt’ ich gesendet die Kinder hinaus;
Man hat sie getragen hinaus,
Ich durfte nichts dazu sagen.
In diesem Wetter, in diesem Saus, in diesem Braus,
Sie ruh’n als wie in der Mutter Haus,
Von keinem Sturme erschrecket,
Von Gottes Hand bedecket.
In such foul weather, in such a gale,
I’d never have sent them to play up the dale!
They were dragged by force or fear.
Nought I said could keep them here.
In such foul weather, in sleet and hail,
I’d never have let them play out in the dale.
I was feart they’d take badly.
Now such fears I’d suffer gladly.
In such foul weather, in such a bale,
I’d never have let them play out in the dale
For fear they might die tomorrow.
That’s no more source of my sorrow.
In such foul weather, in such a bale,
I’d never have sent them to play up the dale.
They were dragged by force or fear.
Nought I said could keep them here.
In such foul weather, in such a gale, in sleet and hail,
They rest as if in their mother’s house,
By no foul storm confounded,
By God’s own hands surrounded,
They rest as their mother’s house.
Zwei
Am Morgen des vierten Tages der Suche nach Lorraine Dacre erwachte Geordie Turnbull äußerst früh.
Er hatte einen Kater, doch keinen der Sorte, bei dem man sich noch mal umdreht und seinen Kopf unter der Decke vergräbt in der Hoffnung, daß die Dunkelheit noch etwas kostbaren Schlaf bringt, sondern bei dem man in sein Badezimmer rennt, um Magen und Darm in die eine oder in die andere Richtung zu entleeren, und sich wünscht, man könnte mit seinem Kopf dasselbe tun.
Zehn Minuten unter der kalten, prasselnden Dusche brachten ihn zu der Erkenntnis, daß das Leben nach einem Kaffee möglicherweise weitergehen könnte.
Es war lange her, seit er sich zuletzt so gefühlt hatte.
Seine Entlassung aus der Untersuchungshaft und die Rückkehr nach Bixford brachten ihm nicht die erhoffte Erleichterung. Zunächst einmal hatten ihn die Journalisten sowohl persönlich als auch telefonisch den ganzen Tag über genervt.
Und dann die Haltung seiner Dorfnachbarn. Vor fünfzehn Jahren in Dendale war er entsetzt gewesen, wie schnell er vom guten alten Geordie zum Unhold der Berge geworden war. Doch damals war er ein Auswärtiger gewesen, ein Außenstehender, den man wegen seines freundlichen Wesens tolerierte – und weil er bald wieder verschwunden wäre. Hier in Bixford dachte er, Wurzeln geschlagen zu haben, doch die Tatsache, daß er in Verbindung mit einer Kindesentführung verhört wurde, zeigte ihm, wie oberflächlich diese Wurzeln waren. Nicht, daß etwas offen gesagt wurde, aber ein zufällig erhaschtes Flüstern, ein abgewandter Blick, selbst der übermäßig mitleidige Tonfall, mit dem man sich im Pub nach der Tortur beim Verhör erkundigte, hatten gereicht, so daß er sich früh nach Hause zu seinen eigenen Gedanken und seinem eigenen Whisky begab.