Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.
Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska. - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.

Электронная книга - «Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.». Краткое содержание книги:

Sommer 2008. Hundert Jahre sind vergangen, seit in Sibirien eine verheerende Explosion stattgefunden hat. Viktoria Vandenberg versucht mit zwei anderen deutschen Forschern dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hat es sich um den Einschlag eines Meteoriten gehandelt? Leo, ein junger Hirte, erzählt Viktoria von seiner neunzigjährigen Großmutter, deren Vater zu den ersten Wissenschaftlern vor Ort gehörte. Die Alte beschwört Viktoria, ihre Nachforschungen einzustellen: Geister, böse Schamanen seien am Werk. Als sämtliche Stromgeneratoren ausfallen, scheinen die Prophezeiungen in Erfüllung zu gehen, erst recht als eine Serie von geheimnisvollen Todesfällen über die Forschergruppe hereinbricht. Doch Viktoria gibt nicht auf. Sie begreift, dass Leo den Schlüssel zu einer Wahrheit besitzt, die weitaus unglaublicher erscheint als ein Meteoriteneinschlag.
1 ... 71 72 73 74 75 76 77 78 79 ... 152
Перейти на страницу:

Immer noch zaudernd folgte ihm Viktoria um die nächste Ecke herum in eine quadratisch angelegte kleine Halle.

»O mein Gott!« Fassungslos starrte sie auf ein Gebilde, das wie eine Schrankwand aussah und sich etwa zwei mal drei Meter groß an der seitlichen Felswand erhob.

Leonid hatte den Strahler darauf gerichtet und beleuchtete zahlreiche Knöpfe und Hebel, dazu halbkreisförmige Messregler mit geschwungenen messingfarbenen Zeigern und viktorianisch verschnörkelten Zahlen. Sämtliches Glas, das die handtellergroßen Messuhren schützte, war zerbrochen und trübe. Das dunkle Metall wies Spuren von grünlicher Oxidation auf. Kabel und Drähte ragten wie die Arme eines Kraken daraus hervor.

»Also, wenn ich es nicht besser wüsste«, bemerkte Viktoria staunend, »würde ich denken, wir sind bei Käpten Nemo auf der >Nauti-lus< gelandet.« Mit einem Finger rieb sie vorsichtig den Frost von der gläsernen Umhüllung eines Voltmessers. »AEG Königsberg, 1889.«

»Das war lange vor der Katastrophe von 1908«, stellte Leonid nüchtern fest.

Viktoria untersuchte die übrigen Anzeiger und Regler. Dabei stieß sie auf ein weiteres Metallschild, das an der merkwürdigen Apparatur angebracht war und Rückschlüsse auf den Hersteller zuließ. Sie ging in die Hocke, hauchte auf das Messingschild und polierte es mit ihrem Ärmel.

»Marconi, London, 1906.« Sie stand auf, während Leonid sich zu dem seltsamen Kasten hinunterbeugte und ihn näher beleuchtete.

»Das ist ein vorsintflutliches Funkgerät«, befand er fachmännisch.

»Die Firma Marconi war Anfang des Jahrhunderts ein Monopolist in der noch jungen Branche der Funksystemhersteller.« Leonid unterzog das Gerät einer genaueren Betrachtung.

»Du kennst dich damit aus?« Viktorias Gesicht verriet die Verblüffung, die sie empfand.

»Auch wenn ich dir wie ein Waldschrat vorkommen muss«, erwiderte er mit einem säuerlichen Lächeln, »in meinem letzten Leben gehörte der Umgang mit Funkgeräten zu meinem Geschäft.«

Bevor Viktoria eine Bemerkung loswerden konnte, glaubte sie ein Poltern gehört zu haben und ein entferntes Fluchen, als ob jemand gestolpert wäre. Für einen Moment stand sie wie erstarrt da. Leonid senkte instinktiv das Licht und zog sie hinter die Maschine in eine Nische, die genug Raum für sie beide bot.

»Was war das?« Ihr Flüstern klang erstickt. Leonid legte einen Zeigefinger auf die Lippen und sah sie mit einem schweigenden Kopfschütteln an. Schritte! Es waren Schritte, kein Zweifel. Leonid hob seinen Zeigefinger ein zweites Mal, was wohl bedeuten sollte, dass es sich um eine einzige Person handelte. Dann löschte er das Licht und zog Viktoria in einen natürlichen Erker, direkt neben der Maschine. Sie kniete an seiner Seite. Er hatte einen Arm um sie gelegt, ihr Herz pochte unter seiner schützenden Hand, während die Schritte stetig näher kamen. Von ferne war ein schwacher Lichtschein zu erkennen, der aus einem der weitverzweigten Gänge heraus leuchtete. Jemand hustete. Es folgte ein gepresstes Räuspern.

Plötzlich brach der Lichtschein aus dem Dunkeln hervor und beleuchtete die Maschine. Leonid hielt Viktoria eng umfasst; es war seltsam, für einen Moment fühlte sie sich, als ob ein Stromstoß durch sie hindurchfahren würde, und dann spürte sie plötzlich Leonids Hand nicht mehr - und auch ihr Körper erschien ihr wie unsichtbar. Es war ihr, als ob sie sich mit ihm zusammen in Luft aufgelöst hätte. Der Lichtschein traf sie im gleichen Moment mitten ins Gesicht, und eigentlich hätte ihr Gegenüber sofort ihre Anwesenheit bemerken müssen. Doch wer immer es auch war - er rührte sich nicht. Allem An-schein nach konnte er sie nicht sehen. Erst als der Lichtschein eine andere Richtung nahm, sah sie, dass es Kolja war, der hier alleine durch die Hallen schlich. Der Russe verschwand hinter der Maschine, und Viktoria gab Leonid ein Zeichen, dass er sie loslassen sollte.

»Ich kenne ihn«, flüsterte sie. Keinesfalls wollte sie riskieren, dass Kolja auf Leonid aufmerksam wurde. Sein Verhältnis zu Bashtiri war ihr von Beginn an nicht klar gewesen. Und wer wusste es schon - vielleicht lungerten Lebenovs Wachhunde in den übrigen Gängen oder dort draußen vor der Tür? Ihr lief es heiß den Nacken hinab, was wäre, wenn sie Ajaci entdeckten? Sie musste etwas unternehmen und die Aufmerksamkeit von Leonid ablenken. Mit einem Ruck entzog sie sich Leonids Griff - so schnell, dass er sie nicht halten konnte.

Kolja schnellte herum. Ein erstickter Schrei entfuhr seiner Kehle. Leonid, der bereits sein Messer gezogen hatte, beobachtete die Szene mit einer lähmenden Unentschlossenheit. Falls es ein Scherge aus Lebe-novs Truppe war, würde es eine Menge Probleme geben, wenn er den Mann angreifen und es zu einem Kampf kommen würde.

Plötzlich konnte Viktoria sehen, dass Kolja nicht nur eine Taschenlampe in Händen hielt. Mit der anderen Hand umklammerte er eine Pistole, die er bedrohlich auf sie gerichtet hielt.

»Kolja, mein Gott! Nicht schießen, ich bin es, Viktoria!«

Leonid blieb das Herz stehen; beinahe hätte er sich zu erkennen gegeben.

»Blja, was tust du hier?« Ein Schwall russischer Schimpfworte prasselte auf sie herab.

»Dasselbe könnte ich dich fragen!« Während sie Kolja fordernd anschaute, entspannte sie sich ein wenig. Leonid war ihr nicht gefolgt, und sie konnte nur hoffen, dass er ihre Absicht erahnte. Kolja von ihm abzulenken war das Wichtigste, an das sie im Moment denken konnte. Sie musste es schaffen, den Russen davon abzuhalten, sich allzu gründlich umzuschauen, und sie wollte ihn unbedingt möglichst schnell nach draußen locken. Obwohl er die Waffe nur zögernd sinken ließ, tat sie einen Schritt nach vorn und fasste Kolja am Arm.

»Bist du allein hier unten?« Das war die entscheidende Frage. Was würde es nützen, ihn nach draußen zu lotsen, wenn es ansonsten hier unten von Soldaten nur so wimmelte?

»Ja«, bestätigte er heiser. »Ich bin allein.« Dabei schaute er sich noch einmal gründlich um, als ob er sich selbst vergewissern musste, dass außer ihm und Viktoria niemand hier unten war.

Viktoria spähte in die Dunkelheit. Leonid war nicht zu sehen. Ihr war aber, als ob sie tief in ihrem Bewusstsein seine Stimme vernahm. Geh mit ihm hinaus, sagte er, und mach dir keine Sorgen, ich werde dir folgen.

»Lass uns ans Tageslicht gehen, Kolja. Ich habe mich hier unten verlaufen und möchte nur noch nach oben. Wir können hierher zurückkehren, zusammen mit meinen Kollegen und Olguths Team, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Für einen alleine ist das hier unten zu unübersichtlich.«

Ihr Blick wirkte allem Anschein nach so flehend, dass Kolja einwilligte, obwohl seine Aufmerksamkeit immer noch von der seltsamen Maschine gefangen wurde. Dabei schien ihm nicht aufzufallen, dass Viktoria gar keine Taschenlampe bei sich trug.

1 ... 71 72 73 74 75 76 77 78 79 ... 152
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)