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READ-E-BOOK » Космическая фантастика » Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]
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Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]

Электронная книга - «Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft hat sich die Menschheit weit über das Sonnensystem hinaus ausgebreitet. Doch noch immer ist es nicht möglich, die Lichtgeschwindigkeit zu überschreiten und so die gewaltigen Entfernungen zwischen den Planeten zusammenschrumpfen zu lassen. Da macht eine Gruppe von Wissenschaftlern eine atemberaubende Entdeckung: Offensichtlich ist die Galaxis in Zonen unterteilt, in denen ganz unterschiedliche physikalische Bedingungen herrschen — vom Galaxiskern, den »Gedankenleeren Tiefen«, in denen nur primitives biologisches Leben existiert, über die »Langsame Zone«, in der sich die Menschen befinden und die Lichtgeschwindigkeit eine unüberwindliche Grenze ist, bis zum »Jenseits«, wo sich Wesen entwickelt haben, deren Macht unser Vorstellungsvermögen weit übersteigt. Was geschieht, wenn wir versuchen, mit diesen Wesen Kontakt aufzunehmen? Als ein Raumschiff aufgebracht wird, das Tausende von Jahren durch die Leere des Weltalls gestürzt ist, beginnt das größte Abenteuer unserer Zivilisation…
›Ein Feuer auf der Tiefe‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
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DREIUNDZWANZIG

Stahl hatte Militärarchitektur immer bewundert. Nun war er dabei, dem Buch ein neues Kapitel hinzuzufügen, indem er eine Burg baute, die vor dem Himmel ebenso wie vor dem Umland schützte. Mittlerweile war das kastenförmige ›Schiff‹ auf Stelzen überall auf dem Kontinent bekannt. Ehe ein weiterer Sommer verging, würden feindliche Armeen hier sein und versuchen, den Gewinn, der ihm zugefallen war, einzunehmen oder wenigstens zu zerstören. Und eine viel tödlichere Gefahr: Die Sternenleute würden hier sein. Er musste sich bereit halten.

Stahl inspizierte die Arbeiten jetzt fast täglich. Überall an der Südseite war der steinerne Ersatz für die Palisade an Ort und Stelle. Auf der Seite des Abhangs, mit dem Blick über die Verborgene Insel, war sein neuer Bau fast fertig… schon seit einiger Zeit fertig, murrte ein Teil von ihm. Er sollte wirklich hierher umziehen, die Sicherheit der Verborgenen Insel wurde immer schneller zur Illusion. Der Schiffsberg war bereits das Zentrum der Bewegung — und das nicht nur in der Propaganda. Was die Flenser-Botschaften im Ausland ›das Orakel vom Schiffsberg‹ nannten, war mehr, als ein gewandter Lügner sich ausdenken konnte. Wer immer diesem Orakel am nächsten stand, würde am Ende herrschen, egal, wie schlau Stahl ansonsten sein mochte. Er hatte bereits etliche Bedienstete versetzt oder hinrichten lassen, Rudel, die ein bisschen zu freundlich zu Amdijefri waren.

Der Schiffsberg: Als die Fremden landeten, waren hier Heidekraut und Felsen gewesen. Den Winter über hatte es eine Palisade und eine hölzerne Schutzhütte gegeben. Inzwischen waren die Bauarbeiten an der Burg in Gang gekommen, an der Krone, deren Juwel das Sternenschiff war. Bald würde dieser Berg die Hauptstadt des Kontinents und der Welt sein. Und danach… Stahl blickte in die blaue Tiefe des Himmels. Um wie viel weiter sich seine Herrschaft erstreckte, würde davon abhängen, dass er genau das Richtige sagte, dass er diese Burg auf ganz besondere Weise baute. Genug geträumt. Fürst Stahl riss sich zusammen und stieg auf frisch behauenen Steinstufen von der neuen Mauer herab. Der Innenhof war fünf Hektar groß, größtenteils Schlamm. Der Schmutz fühlte sich kalt an den Pfoten an, aber Schnee und Matsch waren auf dahinschwindende Fleckchen abseits der Arbeitswege beschränkt. Der Frühling war schon fortgeschritten, und die Sonne stand warm in der kühlen Luft. Er konnte meilenweit sehen, über die Verborgene Insel hin bis zum Ozean und die Küste hinab bis zum Fjordgebiet. Stahl ging die letzten hundert Ellen den Berg zum Sternenschiff hinan. Seine Wachen begleiteten ihn zu beiden Seiten, mit Sreck als Nachhut. Es war genug Platz, dass die Arbeiter nicht zurückweichen mussten — und er hatte befohlen, dass niemand wegen seiner Anwesenheit die Arbeit unterbrechen sollte. Das geschah teils, um den Schwindel mit Amdijefri aufrechtzuerhalten, und teils, weil die Bewegung die Festung schon bald benötigte. Wie bald, war eine schwelende Frage.

Stahl blickte noch in alle Richtungen, aber seine Aufmerksamkeit war da, wo sie jetzt hingehörte, bei den Bauarbeiten. Der Hof war mit aufgeschichteten Steinen und Bauholz vollgestellt. Nun, da der Boden auftaute, wurden die Fundamente für die Innenmauer gegraben. Wo das noch schwer fiel, injizierten Stahls Ingenieure kochendes Wasser. Dampf stieg aus den Löchern auf und verhüllte die Winden und Schachtarbeiter weiter unten. Der Ort war lauter als ein Schlachtfeld: Winden knirschten, Schaufelblätter wurden in den Grund gestoßen, Vorarbeiter riefen ihren Arbeitsteams etwas zu. Er war auch so überfüllt wie beim Nahkampf, wenngleich nicht annähernd so chaotisch.

Stahl beobachtete ein Schachtarbeiter-Rudel am Grunde eines der Gräben. Es waren dreißig Glieder, so dicht beieinander, dass sie sich manchmal mit den Schultern berührten. Es war eine enorme Meute, die aber nichts von einer Orgie an sich hatte. Schon vor Holzschnitzers Zeit hatten Bau- und Manufakturzünfte dergleichen getan: Das dreißiggliedrige Rudel da unten war vermutlich nicht einmal so klug wie ein Dreisam. Die vordere Zehnerreihe schwang im Gleichtakt Kreuzhacken und grub sich so gleichmäßig in die Böschung. Wenn ihre Köpfe und Hacken hoch erhoben waren, schnellten die zehn Glieder dahinter nach vorn, um das Erdreich und die Steine, die eben freigelegt worden waren, nach hinten zu schaufeln. Hinter ihnen warf eine dritte Reihe von Gliedern die Erde aus der Grube. Damit es funktionierte, war eine komplizierte Zeitabstimmung nötig — der Fels und das Erdreich waren nicht homogen —, doch das lag durchaus innerhalb der geistigen Fähigkeiten des Rudels. Sie konnten stundenlang so weitermachen, wobei die erste und die zweite Reihe alle paar Minuten abgelöst wurden. In früheren Jahren hatten die Zünfte das Geheimnis jeder speziellen Verschmelzung eifersüchtig gehütet. Nach der harten Tagesarbeit teilte sich solch ein Team für gewöhnlich in Rudel von normaler Intelligenz auf, die alle mit einem sehr ordentlichen Lohn nach Hause gingen. Stahl lächelte in sich hinein. Holzschnitzer hatte die alten Zunfttricks verbessert, aber Flenser hatte eine wesentliche Neuerung eingeführt (die eigentlich aus den Tropen entlehnt war). Warum das Team am Ende einer Arbeitsschicht zerfallen lassen? Flensers Arbeitsteams blieben auf unbestimmte Zeit zusammen, untergebracht in derart kleinen Kasernen, dass sie ihre einzelnen Rudelpersönlichkeiten nie wiedergewinnen konnten. Es funktionierte gut. Nach ein, zwei Jahren und bei richtiger Auswahl waren die ursprünglichen Rudel in solchen Teams stumpfsinnige Wesen, die sich kaum noch von den anderen lösen wollten.

Einen Augenblick lang beobachtete Stahl, wie der behauene Stein in das neue Loch herabgesenkt und eingemauert wurde. Dann nickte er dem diensthabenden Weißjack zu und ging weiter. Die Löcher für das Fundament liefen hinauf bis an die Mauern rings um das Sternenschiff. Das war die schlaueste Konstruktion von allen, der Teil, der aus der Burg eine wunderschöne Falle machen würde. Noch ein paar Informationen auf dem Weg über Amdijefri, und er würde genau wissen, was er bauen musste.

Die Tür zur Umbauung des Sternenschiffs stand gerade offen, und ein Weißjack saß Rücken an Rücken in der Öffnung. Der Wachposten hörte den Lärm einen Moment früher als Stahclass="underline" Zwei von seinen Gliedern traten hervor, um über die Mauerkante zu schauen. Fast unhörbar drangen hohe Schreie heran, dann gellende Angriffsrufe. Das Weißjack sprang von der Treppe herab und rannte um das Gebäude. Stahl und seine Wachen waren dicht hinter ihm.

Schlitternd blieb er vor der Fundamentgrube an der Rückseite des Schiffes stehen. Die unmittelbare Quelle des Lärms war offensichtlich. Drei Rudel Weißjacks zogen den Sprecher eines Teams zur Verantwortung. Sie hatten das sprachbegabte Glied herausgelöst und schlugen es mit Peitschen. Aus solcher Nähe waren die Gedankenschreie fast so laut wie die Rufe. Der Rest des Teams kam aus der Grube, teilte sich in funktionsfähige Rudel und griff die Weißjacks mit den Hacken an. Wie konnte es zu so einem verdammten Zwischenfall kommen? Er konnte es sich denken. Diese inneren Fundamente sollten die geheimsten Tunnels der ganzen Burg enthalten, und noch geheimere Vorrichtungen, die er gegen die Zweibeiner zu verwenden gedachte. Natürlich würden alle, die an derart heiklen Stellen arbeiteten, später beseitigt werden. So dumm sie auch waren, hatten sie vielleicht doch ihr Schicksal erraten.

Unter anderen Umständen hätte sich Stahl zurückziehen und einfach zusehen können. Derlei Fehler konnten lehrreich sein; sie erlaubten ihm, die Schwächen seiner Untergebenen festzustellen — wer zu schlecht (und zu gut) für seine Aufgabe war. Diesmal war es anders. Amdi und Jefri waren an Bord des Sternenschiffs. Durch die Holzwände konnten sie nichts sehen, und sicherlich hielt ein andres Weißjack drinnen Wache, aber… schon als er nach vorn sprang und seinen Dienern Befehle zurief, erblickte Stahls zurückschauendes Glied Jefri, wie er aus dem Hof kam. Zwei von den Welpen trug er auf den Schultern, der Rest von Amdi strömte an ihm vorbei.

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