Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Sofort stieg d'Artagnan die Treppe hinauf, der Wirth aber war in Beziehung auf die zwei Dinge, auf welche er sehr viel zu halten schien, nämlich seine Schuldforderung und sein Leben bedeutend ruhiger.
Oben an der Treppe war an die augenfälligste Thüre der Hausflur mit schwarzer Farbe ein riesiges Nro. 1 geschrieben; d'Artagnan klopfte an, und trat auf die Einladung, welche hierauf erfolgte, in das Zimmer.
Porthos lag im Bette und spielte zum Zeitvertreib eine Parthie Lanzknecht mit Mousqueton, während sich ein mit Rebhühnern beladener Spieß vor dem Feuer drehte und in jeder Ecke eines großen Kamins auf zwei Gluthpfannen zwei Kasserole kochten, aus denen der doppelte Wohlgeruch von Gibelotte und Matelote lieblich hervorströmte. Die Oberfläche eines Schrankes und die Marmortafel einer Kommode waren überdies mit leeren Flaschen bedeckt.
Beim Anblick seines Freundes erhob Porthos ein Freudengeschrei; Mousqueton stand ehrfurchtsvoll auf, trat ihm seinen Platz ab und ging zu den Gluthpfannen, um einen Blick in die Kasserole zuwerfen, deren Oberaufsicht ihm anvertraut zu sein schien.
«Ah, bei Gott, Ihr seid es, «sprach Porthos zu d'Artagnan.»Seid mir willkommen und entschuldigt, daß ich Euch nicht entgegengehe. Aber, «fügte er bei, und schaute d'Artagnan zugleich mit einer gewissen Unruhe an,»Ihr wißt, was mir begegnet ist?«—»Nein.«—»Der Wirth hat Euch nichts gesagt?«—»Ich habe nach Euch gefragt und bin sogleich heraufgegangen.«
Porthos schien freier zu athmen.
«Und was ist Euch denn begegnet, mein lieber Porthos?«fuhr d'Artagnan fort. — »Als ich gegen meinen Widersacher ausfiel, dem ich bereits drei Degenstiche beigebracht hatte und mit dem vierten den Garaus machen wollte, stieß ich mit dem Fuß an einen Stein und verstauchte mir das Knie.«—»Wirklich?«—»Auf Ehre! zum Glück für den Schurken, denn ich hätte ihn todt auf dem Platze gelassen, dafür stehe ich Euch.«—»Und was ist aus ihm geworden?«—»Oh! ich weiß es nicht. Er hatte genug und zog ab, ohne den Rest von mir zu fordern; aber Ihr, mein lieber d'Artagnan, was ist Euch begegnet?«—»Also, «fuhr d'Artagnan fort,»also fesselt Euch diese Verstauchung an das Bett?«—»Ach! mein Gott, ja, nichts Anderes; übrigens werde ich in einigen Tagen wieder auf den Beinen sein.«
«Aber warum habt Ihr Euch nicht nach Paris transportiren lassen, Ihr müßt Euch hier schrecklich langweilen?«—»Es war meine Absicht, doch ich muß Euch etwas gestehen.«—»Was?«—»Gerade weil ich mich schrecklich langweilte, wie Ihr sagtet, und die fünf und siebzig Pistolen in meiner Tasche hatte, die Ihr mir zutheiltet, ließ ich, um mich zu zerstreuen, einen vorüberziehenden Edelmann zu mir heraufkommen und bot ihm eine Würfelpartie an. Er willigte ein, und, meiner Treu, meine fünf und siebzig Pistolen gingen aus meiner Tasche in die seinige über, mein Pferd gar nicht zu rechnen, das er noch in den Kauf bekam. Aber Ihr, mein lieber d'Artagnan?«—»Was wollt Ihr, mein lieber Porthos, man kann nicht auf jede Weise bevorzugt sein, «sagte d'Artagnan. Ihr kennt das Sprüchwort:»Unglück im Spiel, Glück in der Liebe!«Ihr seid zu glücklich in der Liebe, als daß sich nicht das Spiel rächen sollte. Aber was kümmert Ihr Euch um den Umschlag des Glückes? Habt Ihr, glücklicher Bursche, der Ihr seid, nicht Euere Herzogin, die Euch nothwendig zu Hülfe kommen muß?«—»Seht, mein lieber d'Artagnan, wie Alles gegenwärtig bei mir schief geht, «antwortete Porthos mit der freimüthigsten Miene von der Welt;»ich schrieb ihr um etliche fünfzig Louisd'or, deren ich in Betracht meiner dermaligen Lage durchaus bedürfe.«—»Nun?«—»Nun! sie muß auf ihren Gütern sein, denn sie hat mir gar nicht geantwortet!«—»Wahrhaftig!«—»Nein; auch schickte ich ihr gestern eine neue Epistel noch viel dringenderen Inhaltes als die erste zu; aber da Ihr jetzt hier seid, so sprechen wir von Euch, mein Liebster! Ich gestehe, daß ich über Euch unruhig zu werden anfing.«—»Doch Euer Wirth benimmt sich gut gegen Euch, mein lieber Porthos, «sprach d'Artagnan und deutete auf die vollen Kasserole und die leeren Flaschen. — »So so!«erwiederte Porthos.»Der unverschämte Kerl brachte mir schon vor drei oder vier Tagen seine Rechnung, aber ich warf beide, seine Rechnung und ihn, zur Thüre hinaus, so daß ich hier wie eine Art von Sieger, wie ein Eroberer lebe. Auch bin ich, wie Ihr seht, bis an die Zähne bewaffnet, da ich immer einen Angriff aus meine Stellung fürchten muß.«—»Ihr scheint mir indessen von Zeit zu Zeit Ausfälle zu machen «sprach d'Artagnan lachend und deutete abermals auf die Flaschen und Kasserole. — »Nein, leider nicht ich, «sagte Porthos.»Diese elende Verstauchung hält mich im Bett, aber Mousqueton zieht zu Felde und bringt Proviant mit. Mousqueton, mein Freund, «fuhr Porthos fort,»Ihr seht, daß wir Verstärkung bekommen, wir bedürfen einen Zusatz an Victualien.«—»Mousqueton, «sprach d'Artagnan,»Du mußt mir einen Gefallen thun.«—»Welchen, gnädiger Herr?«—»Du mußt mir Dein Recept für Planchet geben; ich könnte ebenfalls belagert werden, und es würde mir leid thun, wenn ich nicht dieselben Vortheile genöße, mit denen Du Deinen Herrn erfreust.«—»Ei, mein Gott, gnädiger Herr, «sprach Mousqueton mit bescheidener Miene,»nichts leichter auf der Welt. Man muß nur geschickt sein, das ist das Ganze. Ich bin im Felde aufgezogen worden, und mein Vater war in seinen müßigen Augenblicken ein wenig Wildschütze.«—»Und was machte er die übrige Zeit?«—»Gnädiger Herr, er trieb ein Gewerbe, das mir immer sehr glücklich vorkam.«—»Welches?«