Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #5
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Ach ja?«, sagte ich leicht verwundert. »Wie meinst du das, ›eine Art‹?«
»Na ja.« Er schwieg ein paar Sekunden, während er sich offensichtlich seine Worte zurechtlegte. »Es bedeutet eher ein Ehrenwort als nur einen Eid«, sagte er vorsichtig. »Earbsachd –«, er sprach es YERB-sochk aus, »– galt früher einmal als das wichtigste Charakteristikum der MacCrimmons auf Skye, und es bedeutete mehr oder minder, dass sie ihr einmal gegebenes Wort um jeden Preis einhalten mussten. Wenn ein MacCrimmon sagte, dass er etwas tun würde –«, er hielt inne und holte Luft, »dann hat er es auch getan, und wenn es ihn Kopf und Kragen kostete.«
Er stützte meinen Ellbogen mit seiner Hand, die überraschend kräftig war.
»Komm«, sagte er leise. »Ich helfe dir, hier ist der Boden rutschig.«
Kapitel 16
In der Nacht, in der wir Hochzeit halten
Singst du etwas für mich, Roger?«
Sie stand in der Öffnung des geborgten Zeltes und blickte ins Freie. Von innen konnte er nicht mehr von ihr sehen als ihre Silhouette vor dem Grau des bewölkten Himmels und ihr langes Haar, das sich im Regenwind bewegte. Sie hatte es bei der Hochzeit offen getragen – Maidenhaar, obwohl sie ein Kind hatte.
Es war kalt heute Nacht, so ganz anders als in ihrer ersten gemeinsamen Nacht, jener heißen, wunderbaren Nacht, die mit Wut und Verrat geendet hatte. Monate voll anderer Nächte lagen zwischen dieser Nacht und heute – Monate der Einsamkeit, Monate des Glücks. Und doch schlug sein Herz jetzt genauso schnell wie in ihrer ersten Hochzeitsnacht.
»Ich werde immer für dich singen, mein Herz.« Er trat hinter sie und zog sie an sich, so dass ihr Kopf auf seiner Schulter ruhte, ihr Haar kühl und lebendig in seinem Gesicht. Er schlang den Arm um ihre Taille und hielt sie fest. Er neigte den Kopf, und seine Lippen suchten nach ihrem Ohr.
»Ganz egal, wie«, flüsterte er. »Ganz egal, wo. Ganz egal, ob du da bist und es hören kannst oder nicht – ich werde immer für dich singen.«
Da wandte sie sich zu ihm um und schmiegte sich mit einem leisen, zufriedenen Kehllaut in seine Umarmung, und ihr Mund, der nach Grillfleisch und Gewürzwein schmeckte, fand den seinen.
Der Regen prasselte über ihnen auf das Zeltleinen, und die Kälte des Spätherbstes kroch zu ihren Füßen vom Boden hoch. Beim ersten Mal hatte die Luft nach Hopfen und Uferschlamm gerochen; ihr Schlafgemach hatte das erdige Aroma von Heu und Eseln gehabt. Jetzt erfüllten Kiefer und Wacholder die Luft, gewürzt mit dem Rauch der glimmenden Feuer – und dem schwachen, süßen Unterton von Babywindeln.
Und doch lag sie wieder in seinen Armen, dunkel und leicht, ihr Gesicht verborgen, ihr Körper schimmernd. Damals war sie feucht gewesen und in der Sommerhitze fast geschmolzen. Jetzt war ihre Haut so kühl wie Marmor, außer an den Stellen, wo er sie berührte – und doch dauerte der Sommer dort, wo er sie berührte, in seiner Handfläche fort, süß und glatt und reif und angefüllt mit den Geheimnissen einer heißen, dunklen Nacht. Es war gut, dachte er, dass sie ihr Gelübde genauso abgelegt hatten wie beim erstem Mal, im Freien, ein Teil von Wind und Erde, Feuer und Wasser.
»Ich liebe dich«, murmelte sie an seinem Mund, und er ergriff ihre Lippe mit den Zähnen, zu gerührt, um ihr mit denselben Worten zu antworten.
Auch damals waren Worte zwischen ihnen gewechselt worden, genau wie heute Nacht. Die Worte waren dieselben gewesen, und er hatte sie damals nicht weniger ernst gemeint als heute. Und doch war es anders.
Beim ersten Mal hatte er sie nur zu ihr gesagt, und es war zwar im Angesicht Gottes geschehen, doch dieser hatte sich diskret im Hintergrund gehalten und den Blick von ihren nackten Körpern abgewandt.
Heute hatte er sie im hellen Feuerschein gesprochen, im Angesicht Gottes und der Welt, ihrer und seiner Familie. Schon damals hatte ihr sein Herz gehört und alles, was er sonst noch hatte – doch jetzt gab es keine Grenze mehr zwischen ihm und ihr, seinem und ihrem Eigentum. Der Schwur war abgelegt, der Bund geknüpft und bezeugt. Sie waren ein Körper.
Eine Hand ihres vereinten Organismus drückte zu fest auf eine Brust, und ein kurzer Laut des Unbehagens drang aus einer Kehle. Sie wich ein Stück von ihm zurück, und er spürte ihre Grimasse mehr, als dass er sie sah. Kalte Luft fuhr zwischen sie, und seine Haut fühlte sich plötzlich roh an, bloßgelegt, so als hätte man ihn mit einem Messer von ihr getrennt.
»Ich muss –«, sagte sie und berührte ihre Brust, ohne den Satz zu beenden. »Eine Sekunde, okay?«
Claire hatte das Kind gefüttert, während Brianna bei Reverend Caldwell gewesen war, um sich vorzustellen. Vollgestopft mit Porridge und Pfirsichkompott, war Jemmy nur mit Mühe und Not zu bewegen gewesen, kurz bei ihr zu trinken, bevor ihn die Müdigkeit erneut überkam und Lizzie ihn mit seinem runden Trommelbauch davontrug. Das mochte ja schön sein für ihre Intimsphäre – dermaßen betäubt und satt gefressen, würde der Junge kaum vor Tagesanbruch aufwachen. Doch der Preis dafür war die unbenutzte Milch.
Es war unmöglich, dass jemand, der mit einer stillenden Mutter im selben Haus lebte, sich ihrer Brüste nicht bewusst war, schon gar nicht ihr Ehemann. Sie führten ein Eigenleben, diese Brüste. Sie veränderten zum Beispiel von einer Stunde zur nächsten die Größe und schwollen von einem normalen, sanften Rund zu großen, harten Ballons an, die ihm das gespenstische Gefühl gaben, dass sie bei der kleinsten Berührung platzen würden.
Und dann und wann platzte tatsächlich eine, oder zumindest erweckte sie den Eindruck. Die Kuppe aus weicher Haut ging auf wie ein gekneteter Brotteig und schob sich langsam, aber sicher über den Rand von Briannas Mieder. Dann erschien plötzlich ein großer, feuchter Kreis auf dem Stoff, als hätte eine unsichtbare Person mit einem Schneeball nach ihr geworfen. Oder mit zwei Schneebällen – denn wenn es bei einer Brust geschah, beeilte sich ihre Nachbarin, es ihr augenblicklich gleichzutun.
Manchmal wurden die himmlischen Zwillinge allerdings auch genarrt; Jemmy trank eine Seite leer, schlief aber dummerweise ein, bevor er der anderen denselben Gefallen tun konnte. Dann stand seine Mutter zähneknirschend da und ergriff die geschwollene Brust mit einer Hand, um den Rand eines Zinnbechers genau unter die Brustwarze zu pressen und die sprühende, tropfende Milch aufzufangen und den schmerzenden Druck so weit zu lindern, dass sie selbst schlafen konnte.
Das tat sie auch jetzt, sittsam von ihm abgewandt, ein Schultertuch gegen die Kühle umgelegt. Er konnte das Zischen der Milch hören, die mit leisem Klingeln auf das Metall traf.
Er übertönte das Geräusch nur ungern, weil er es erotisch fand, ergriff aber dennoch die Gitarre und legte den Daumen auf die Saiten, die Hand an die Griffleiste. Er schlug keine Akkorde, sondern zupfte nur einzelne Töne, leise Echos seiner eigenen Stimme, und der Klang der einzelnen Saite hallte unter der Liedzeile wider.
Ein Liebeslied, natürlich. Eines der ganz alten, auf Gälisch. Auch wenn sie nicht jedes Wort verstand, glaubte er doch, dass sie den Sinn erfassen würde.
»In der Nacht, in der wir Hochzeit halten,
komme ich mit Geschenken zu dir geeilt,
In der Nacht, in der wir Hochzeit halten…«
Er schloss die Augen und sah in der Erinnerung, was die Nacht jetzt verbarg. Ihre Brustwarzen hatten die Farbe reifer Pflaumen und die Größe reifer Kirschen, und Roger konnte sich deutlich vorstellen, wie sich eine davon in seinem Mund anfühlen würde. Er hatte einmal daran gesaugt, vor langer Zeit – vor Jemmys Ankunft –, aber dann nicht mehr.
»Du wirst hundert Silberlachse bekommen…
Hundert Felle des Dachses…«
Sie bat ihn nie, es nicht zu tun, wandte sich niemals ab – doch an der Art, wie sie sacht die Luft anhielt, konnte er erkennen, dass sie sich oft bemühte, nicht zusammenzuzucken, wenn er ihre Brüste berührte.