Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
In jener Nacht, als wir zu silflay gerufen wurden, war es stockdunkel und regnete; man macht sich in Efrafa über so eine geringfügige Sache keine Sorgen - man ist nur froh, hinauszugelangen und etwas zum Fressen zu bekommen. Alle Kaninchen versammelten sich, und wir warteten bis zuletzt. Hauptmann Bugloss war mit zwei seiner Wachtposten draußen auf der Böschung, und die anderen gingen vor mir hinaus, und dann kam ich keuchend heran, als ob ich gerannt wäre. >Hauptmann Bugloss?<
>Ja<, sagte er. >Was ist?<
>Du sollst sofort zum Rat kommen.<
>Wieso, was soll das heißen?< fragte er. >Weshalb?<
>Sicher werden sie dir das sagen, wenn sie dich sehen<, antwortete ich. >Ich würde sie nicht warten lassen, wenn ich du wäre.<
>Wer bist du?< fragte er. >Du bist keiner von den RatsLäufern. Ich kenne sie alle. Was für ein Erkennungszeichen bist du?<
>Ich bin nicht hier, um Fragen zu beantworten^ sagte ich. >Soll ich zurückgehen und ihnen sagen, daß du nicht kommen wirst?<
Er sah unschlüssig aus, und ich tat so, als ob ich ginge. Dann aber sagte er ganz plötzlich: >Na schön< - er sah schrecklich ängstlich aus, der arme Kerl -, >aber wer übernimmt hier die Führung während meiner Abwesenheit?<
>Ich<, sagte ich. >Auf Befehl von General Woundwort! Aber komm bald wieder zurück. Ich möchte nicht die halbe Nacht hier herumlungern und deine Arbeit machen.< Er flitzte davon. Ich wandte mich an die anderen zwei. >Bleibt hier und aufgepaßt! Ich gehe die Wachtposten kontrollierend
Nun, dann rannten wir vier in die Dunkelheit davon und wahrhaftig, wir waren ein kleines Stück gelaufen, da tauchten plötzlich zwei Posten auf und versuchten uns anzuhalten. Wir prallten direkt mit ihnen zusammen. Ich glaubte, sie würden ausreißen, aber nein. Sie kämpften wie besessen, und einer von ihnen zerkratzte Buckthorn die ganze Nase. Aber schließlich waren wir zu viert; und am Ende konnten wir durchbrechen und rasten einfach über das Feld. Wir hatten keine Ahnung, wohin wir in dem Regen und der Dunkelheit liefen, wir rannten nur. Ich glaube, die Verfolgung kam etwas langsam und nicht energisch genug in Gang, weil der arme alte Bugloss nicht da war, um Befehle zu geben. Auf jeden Fall hatten wir einen guten Vorsprung. Doch bald darauf konnten wir hören, daß man uns folgte, und - was noch schlimmer war - wir wurden eingeholt.
Die Efrafa-Owsla sind kein Spaß, glaubt mir. Sie werden alle nach Größe und Stärke ausgesucht, und sie wissen genau, wie man sich bei Nässe und Dunkelheit bewegt. Sie haben alle eine solche Angst vor dem Rat, daß sie sonst nichts auf der Welt fürchten. Es dauerte nicht lange, bis ich wußte, daß wir in Schwierigkeiten waren. Die Patrouille, die hinter uns her war, konnte uns in der Dunkelheit und im Regen schneller folgen, als wir weglaufen konnten, und nach kurzer Zeit waren sie dicht hinter uns. Ich wollte gerade den anderen sagen, daß uns nichts anderes übrigbliebe, als kehrtzumachen und zu kämpfen, als wir an eine große steile Böschung kamen, die beinahe senkrecht anstieg. Sie war steiler als dieser Hügel unter uns hier, und der Hang schien regelmäßig, als ob er von Menschen gemacht wäre.
Nun, es blieb keine Zeit, darüber nachzudenken, wir kletterten also hinauf. Die Böschung war mit hartem Gras und Büschen bedeckt. Ich weiß nicht genau, wie weit es bis ganz nach oben war, aber ich schätze, daß sie so hoch wie eine ausgewachsene Eberesche war - vielleicht noch ein bißchen höher. Als wir nach oben kamen, befanden wir uns auf kleinen hellen Steinen, die rutschten, als wir darüberliefen. Das verriet uns vollends. Dann stießen wir auf breite, flache Holzstücke und zwei große festgemachte Stangen aus Metall, die ein Geräusch von sich gaben - eine Art tiefen, summenden Ton in der Finsternis. Ich sagte gerade zu mir: >Das ist natürlich von Menschen gemacht<, als ich auf der anderen Seite hinunterfiel. Ich hatte nicht gemerkt, daß der ganze Gipfel der Böschung nur sehr schmal und die andere Seite genauso steil war. Ich sauste kopfüber in der Dunkelheit die Böschung hinunter und kam an einem Holunderbusch zum Halten - und da lag ich.«
Holly hielt inne und schwieg, als ob er darüber nachsänne, woran er sich erinnerte. Schließlich sagte er:
»Es wird sehr schwer sein, euch zu schildern, was sich als nächstes zutrug. Obgleich wir alle vier dabei waren, begreifen wir es nicht. Aber was ich jetzt erzählen werde, ist die reine Wahrheit. Der Allmächtige Frith schickte einen seiner großen Boten, um uns vor der Efrafa-Owsla zu retten. Jeder von uns war da oder dort über den Rand der Böschung gefallen. Buckthorn, der halb blind von seinem eigenen Blut war, fiel beinahe bis zum Fuß des Abhangs hinunter. Ich rappelte mich auf und blickte zum Gipfel zurück. Es war gerade genügend Licht am Himmel, um die Efrafas sehen zu können, wenn sie herüberkamen. Und dann - dann kam ein riesiges Ding - ich kann euch keine Vorstellung davon geben: so groß wie tausend hrududil - größer - aus der Nacht herangerast. Es war voll Feuer und Rauch und Licht, und es brüllte und schlug auf die Metallstangen, bis der Boden darunter bebte. Es fuhr zwischen uns und die Efrafas wie tausend Gewitter mit Blitzen. Ich sage euch, ich war außer mir vor Furcht. Ich konnte mich nicht bewegen. Das Blitzen und der Lärm zerfetzten die Nacht. Ich weiß nicht, was mit den Efrafas passierte: Entweder rannten sie davon, oder es schlug sie nieder. Und dann plötzlich war es fort, und wir hörten es verschwinden, Rattern und Krach, Rattern und Krach, weit weg in der Ferne. Wir waren ganz allein.
Lange konnte ich mich nicht bewegen. Schließlich stand ich auf und fand nacheinander die anderen in der Dunkelheit. Keiner sagte ein Wort. Am Fuß des Hangs entdeckten wir eine Art Tunnel, der von einer Seite der Böschung zur anderen führte. Wir krochen hinein und kamen auf der anderen Seite wieder heraus, wo wir hinaufgeklettert waren. Dann liefen wir lange durch die Felder, bis ich schätzte, daß wir Efrafa weit hinter uns gelassen hatten. Wir krochen in einen Graben und schliefen dort bis zum Morgen. Es gab keinen Grund, warum nicht irgend etwas hätte kommen und uns töten können, und trotzdem wußten wir, daß wir sicher waren. Ihr mögt glauben, daß es eine wunderbare Sache ist, von dem Allmächtigen Frith gerettet zu werden - ich frage mich, wie vielen Kaninchen das widerfahren ist -, aber ich sage euch, es war viel furchterregender, als von den Efrafas gehetzt zu werden. Keiner von uns wird je vergessen, wie er im Regen auf dieser Böschung lag, während das Feuergeschöpf über unseren Köpfen vorbeifuhr. Warum kam es unsertwegen? Das ist mehr, als wir je wissen werden.
Am nächsten Morgen blickte ich mich ein bißchen um und wußte bald, welche Richtung wir einschlagen mußten. Ihr wißt ja, wie man sie immer findet. Es hatte aufgehört zu regnen, und wir machten uns auf den Weg. Wir waren lange vor dem Ende erschöpft - alle außer Silver; ich weiß nicht, was wir ohne ihn getan hätten. Wir alle wollten so bald wie möglich hierher zurückkehren. Als ich das Gehölz heute morgen erreichte, hinkte ich bloß noch wie in einem schlechten Traum dahin. Ich fürchte, mir geht es kaum viel besser als dem armen alten Strawberry. Er beklagte sich nie, aber er wird lange Ruhe brauchen, und ich glaube, ich auch. Und Buckthorn hat jetzt seine zweite böse Wunde. Aber das ist nicht das Schlimmste, nicht wahr? Wir haben Hazel verloren - das Schlimmste, was passieren konnte. Einige von euch haben mich heute Abend gefragt, ob ich Oberkaninchen sein möchte. Es freut mich, daß ihr mir vertraut, aber ich bin total erledigt und kann es unmöglich gleich übernehmen. Ich fühle mich so trocken und leer wie ein Bofist im Herbst - als ob der Wind mein Fell fortblasen könnte.«