Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
… Timeo Danaos et dona ferentes.
Das bedeutet:»Mißtrauet dem Feinde, wenn er Euch Geschenke gibt.«—»Dieser Diamant kommt nicht von einem Feinde, gnädiger Herr, «entgegnete d'Artagnan,»er kommt von der Königin.«—»Von der Königin! oh! oh!«sprach Herr von Treville;»das ist ein wahrhaft königlicher Juwel, der tausend Pistolen, wie einen Heller werth ist. Durch wen hat Euch die Königin dieses Geschenk zustellen lassen?«—»Sie hat es mir selbst übergeben.«—»Wo?«—»In dem Kabinet, welches an das Zimmer stößt, wo sie ihre Toilette wechselte.«—»Wie?«—»Indem sie mir die Hand zum Kusse reichte.«—»Ihr habt die Hand der Königin geküßt?«rief Herr von Treville d'Artagnan anschauend. — »Ihre Majestät hat mir die Ehre erzeigt, mir diese Gnade zu bewilligen.«—»Und dies in Gegenwart von Zeugen? Unvorsichtige, dreimal unvorsichtige Frau!«—»Nein, gnädiger Herr, seid unbesorgt. Niemand hat es gesehen, «erwiederte d'Artagnan und erzählte Herrn von Treville den Hergang der Sache. — »O die Weiber! die Weiber!«rief der alte Soldat,»ich erkenne sie an ihrer romanhaften Einbildungskraft. Alles entzückt sie, was geheimnißvoll klingt. Also habt Ihr nur den Arm gesehen, und nicht weiter? Ihr würdet der Königin begegnen und sie nicht wieder erkennen? Sie würde Euch begegnen und nicht wissen, wer Ihr seid?«—»Nein, aber durch diesen Diamant…«versetzte der junge Mann. — »Hört, «sprach Herr von Treville,»soll ich Euch einen Rath geben, einen guten Rath, einen Freundesrath?«—»Ihr werdet mir eine Ehre erweisen, gnädiger Herr, «sprach d'Artagnan. — »Wohl! so geht zu dem ersten besten Goldschmied und verkauft diesen Diamant um das, was er Euch dafür gibt! so jüdisch er auch sein mag, so werdet Ihr doch immerhin achthundert Pistolen dafür bekommen. Pistolen haben keinen Namen, junger Mann, aber dieser Ring hat einen furchtbaren Glanz, der seinen Träger verrathen kann.«—»Diesen Ring verkaufen! einen Ring, den ich von meiner Fürstin erhalten habe! nie!«sagte d'Artagnan. — »Dann dreht den Stein nach innen, armer Narr; denn man weiß, daß ein Junker aus der Gascogne keine solche Juwele in dem Schmuckkästchen seiner Mutter findet.«—»Ihr glaubt also, daß ich etwas zu befürchten habe?«fragte d'Artagnan. — »Das heißt, junger Mann, daß Derjenige, welcher auf einer Mine einschläft, deren Lunte angezündet ist, sich im Vergleich mit Euch für sicher halten darf.«—»Teufel!«sprach d'Artagnan, den der bestimmte Ton des Herrn von Treville zu beunruhigen anfing,»Teufel! und was soll ich thun?«—»Stets uns vor Allem auf Eurer Hut sein. Der Kardinal hat ein beharrliches Gedächtniß und eine lange Hand; glaubet mir, er wird Euch einen schlimmen Streich spielen.«—»Aber welchen?«—»Weiß ich es? Hat er nicht alle Ränke des Teufels in seinem Dienste? Das Geringste, was Euch widerfahren kann, ist, daß man Euch verhaftet.«—»Wie, man sollte es wagen, einen Mann im Dienste Seiner Majestät zu verhaften?«—»Bei Gott, hat man sich bei Athos viel darum bekümmert; glaubt jeden Falls, junger Thor, einem Manne, der seit dreißig Jahren bei Hofe lebt, entschlummert nicht in Eurer Sicherheit, oder Ihr seid verloren. Seht vielmehr im Gegentheil überall Feinde, das sage ich Euch. Sucht man einen Streit mit Euch, weicht aus, und wäre es ein Kind von zehn Jahren, das mit Euch anbinden wollte; greift man Euch bei Tag oder bei Nacht an, nehmt fechtend Euern Rückzug und schämt Euch dessen nicht; geht Ihr über eine Brücke, so betastet die Bretter, aus Furcht, es könnte etwas unter Euren Füßen weichen; kommt Ihr an einem Ort vorüber, wo man ein Haus baut, schaut in die Höhe, es könnte Euch ein Stein auf den Kopf fallen; kehrt Ihr spät in der Nacht heim, so laßt Euch von Eurem Bedienten begleiten, und dieser sei bewaffnet, wenn Ihr Euch überhaupt auf Euren Bedienten verlassen könnt. Mißtraut aller Welt, Euren Freunden, Eurem Bruder, Eurer Geliebten besonders.«
D'Artagnan erröthete.
«Meiner Geliebten, «wiederholte er mechanisch,»und warum ihr mehr, als einer andern?«
«Die Geliebte ist das Lieblingsmittel des Kardinals, es gibt kein wirksameres; eine Frau verkauft Euch um zehn Goldstücke, dies beweist Delila. Ihr kennt die heilige Schrift, he?«
D'Artagnan dachte an das Rendezvous, das ihm Madame Bonacieux für diesen Abend gegeben hatte, aber unserem Helden zum Lob sei es gesagt, die schlechte Meinung, welche Herr von Treville im Allgemeinen von den Frauen hatte, flößte ihm nicht den geringsten Verdacht gegen seine junge Wirthin ein.
«Aber apropos, «versetzte Herr von Treville,»was ist denn aus Euern drei Gefährten geworden?«—»Ich war im Begriff, Euch zu fragen, ob Ihr keine Kunde von Ihnen erhalten hättet.«
«Keine, mein Herr.«—»Nun, ich habe sie auf meiner Reise zurückgelassen. Porthos in Chantilly mit einem Duell auf den Armen, Aramis in Crevecoeur mit einer Kugel in der Schulter, Athos in Amiens mit einer Falschmünzeranklage auf dem Leibe.«
«Seht Ihr!«rief Herr von Treville,»und wie seid Ihr entkommen?«—»Ich muß gestehen, durch ein Wunder, gnädiger Herr, mit einem Degenstich in der Brust, und indem ich den Grafen von Wardes auf der Straße von Calais in die Gosse spießte, wie einen Schmetterling in die Tapete.«—»Da seht Ihr abermals! Von Wardes, emen Mann des Kardinals, einen Vetter von Rochefort; hört, mein Freund, es kommt mir ein Gedanke.«—»Sprecht, gnädiger Herr.«—»An Eurer Stelle würde ich etwas thun.«—»Was?«—»Während ich Seine Eminenz suchen ließe, würde ich ganz in aller Stille den Weg nach der Picardie einschlagen und mich nach meinen drei Gefährten erkundigen. Den Teufel! sie verdienen wohl diese kleine Aufmerksamkeit von Euch.«—»Der Rath ist gut und ich werde morgen reisen.«—»Morgen! und warum nicht diesen Abend?«—»Diesen Abend hält mich eine unerläßliche Angelegenheit in Paris zurück.«—»Ah! junger Mann! junger Mann! irgend ein Liebschäftchen. Nehmt Euch in Acht, ich muß Euch wiederholen, das Weib hat uns insgesammt ins Verderben gestürzt, und wird uns verderben, so lange wir bestehen. Folget mir, reist noch diesen Abend.«—»Unmöglich, gnädiger Herr.«—»Ihr habt Euer Wort gegeben?«—»Ja, gnädiger Herr.«—»Das ist ein ander Ding, aber versprecht mir, morgen zu reisen, wenn Ihr in dieser Nacht nicht getödtet werdet.«—»Ich verspreche es Euch.«—»Braucht Ihr Geld?«—»Ich habe noch fünfzig Pistolen. Mehr brauche ich, glaube ich, nicht.«—»Aber Euere Gefährten.«—»Ich denke nicht, daß es ihnen daran fehlt. Wir sind jeder mit fünfundsiebenzig Pistolen in der Tasche von Paris abgereist.«—»Werde ich Euch noch vor Euerem Abgang sehen?«—»Es ist nicht wahrscheinlich, gnädiger Herr, wenn nichts Neues vorfällt.«—»Dann glückliche Reise!«—»Ich danke, gnädiger Herr.«