Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Am Tag vorher hatten sie sich kaum bei dem Schweizer Germain, wohin sie d'Artagnan hatte rufen lassen, gesprochen, Die junge Frau eilte so sehr, der Königin die vortreffliche Nachricht von der Rückkehr ihres Boten zu überbringen, und somit konnten die beiden Liebenden nur sehr wenige Worte mit einander wechseln. Von einer doppelten Empfindung, von Liebe und Neugierde getrieben, folgte d'Artagnan Frau Bonacieux. Auf dem ganzen Weg und als es in den Hausfluren öde wurde, wollte d'Artagnan die junge Frau anhalten, ergreifen, betrachten, wenn auch nur für einen Augenblick; aber lebhaft wie ein Vogel entschlüpfte sie stets seinen Händen, und wenn er sprechen wollte, wurde er durch ihren, mit einer kleinen gebieterischen Miene voll Liebreiz auf den Mund gelegten Finger daran erinnert, daß er unter der Herrschaft einer Macht stand, der er blindlings gehorchen mußte und die ihm auch die leiseste Klage untersagte. Nachdem Beide ein paar Minuten lang die Kreuz und Quer gegangen waren, öffnete Frau Bonacieux eine Thüre und führte den jungen Mann in ein völlig dunkles Kabinet. Hier gab sie ihm ein neues Zeichen, stumm zu bleiben, schloß eine zweite, unter einer Tapete verborgene, Thüre auf, deren Oeffnung plötzlich ein lebhaftes Licht verbreitete, und verschwand.
D'Artagnan blieb einen Augenblick unbeweglich und fragte sich, wo er wäre; aber ein Lichtstrahl, der aus diesem Zimmer drang, die warme und von Wohlgerüchen geschwängerte Lust, die an ihn heranströmte, die Unterhaltung mehrerer Frauen in zugleich ehrfurchtsvoller und zierlicher Sprache, das mehrmals wiederholte Wort Majestät zeigten ihm plötzlich ganz klar, daß er sich in einem an das Zimmer der Königin stoßenden Kabinet befand.
Der junge Mann blieb im Schatten stehen und wartete der Dinge, die da kommen sollten.
Die Königin schien heiter und glücklich, worüber die Personen ihrer Umgebung ohne Zweifel gewaltig staunten, da sie im Gegenteil gewöhnlich beinahe kummervoll aussah. Die Königin schrieb dieses heitere Gefühl der Schönheit des Festes, dem Vergnügen, das ihr das Ballet verursacht habe, zu, und da es nicht erlaubt ist, einer Königin zu widersprechen, so überboten sich alle in Lobeserhebungen über die Galanterie der Herren Schöppen der Stadt Paris.
Obgleich d'Artagnan die Königin nicht kannte, so unterschied er doch bald ihre Stimme von den übrigen, einmal an dem etwas fremdartigen Accent und dann an jenem Gefühl der Oberherrschaft, das allen fürstlichen Reden ein eigenthümliches Gepräge verleiht. Er hörte, wie sie sich der offenen Thüre näherte und sich von derselben entfernte. Er sah sogar zwei- oder dreimal, wie der Schatten eines Körpers das Licht unterbrach. Endlich kamen plötzlich eine Hand und ein Arm von bewunderungswürdiger Form und Weiße durch die Tapete hervor. D'Artagnan begriff, daß dieß seine Belohnung war. Er warf sich auf ein Knie, ergriff diese Hand und drückte ehrfurchtsvoll seine Lippen darauf. Dann zog sich diese Hand zurück und ließ in der seinigen einen Gegenstand, in welchem er einen Ring erkannte. Alsbald schloß sich die Thüre wieder und d'Artagnan befand sich in völliger Finsterniß.
D'Artagnan steckte den Ring an seinen Finger und wartete abermals. Offenbar war noch nicht Alles zu Ende. Auf die Belohnung seiner Ergebenheit mußte der Lohn seiner Liebe folgen. Das Ballet war allerdings getanzt, aber das Fest hatte kaum seinen Anfang genommen. Man speiste um drei Uhr zu Nacht und die Glocke von St. Jean hatte bereits vor einiger Zeit drei Viertel nach zwei geschlagen.
Der Lärm der Stimmen nahm in der That in dem anstoßenden Zimmer allmählig ab. Dann hörte man, wie er sich entfernte; die Thüre des Kabinets, in welchem sich d'Artagnan befand, öffnete sich wieder und Frau Bonacieux trat heraus.
«Endlich kommt Ihr!«rief d'Artagnan.
«Stille!«sprach die junge Frau und legte ihre Hand auf seine Lippen;»stille! und geht auf demselben Weg zurück, aus dem Ihr gekommen seid.«
«Aber wo und wann werde ich Euch wiedersehen?«rief d'Artagnan.
«Ein Billet, das Ihr bei Eurer Rückkehr zu Hause findet, wird Euch das sagen. Geht, geht!«
Bei diesen Worten öffnete sie die Flurthüre und drängte d'Artagnan aus dem Kabinet.
D'Artagnan gehorchte wie ein Kind ohne Widerstand, ohne Einwendung, woraus hervorgeht, daß er wirklich sehr verliebt war.
XXIII. Das Rendezvous
D'Artagnan lief in aller Eile nach Haus, und obgleich es Morgens drei Uhr war und er die abscheulichsten Quartiere von Paris zu durchwandern hatte, begegnete ihm doch nichts Schlimmes. Bekanntlich wacht ein Gott über den Trunkenen und Verliebten.
Er fand die Thüre zu seinem Gange halb offen, stieg die Treppe hinauf und klopfte auf eine zwischen ihm und seinem Lakaien abgemachte Weise sachte an. Planchet, den er zwei Stunden vorher mit dem Befehl, auf ihn zu warten, aus dem Stadthaus zurückgeschickt hatte, öffnete ihm.
«Hat Jemand einen Brief für mich gebracht?«fragte d'Artagnan lebhaft.
«Niemand hat einen Brief gebracht, gnädiger Herr, «antwortete Planchet;»aber es ist einer ganz allein gekommen.«
«Was willst Du damit sagen, Dummkopf?«
«Ich will damit sagen, daß ich bei meiner Rückkehr, obgleich ich den Schlüssel Eurer Wohnung in der Tasche hatte, und dieser nicht aus derselben gekommen war, auf dem grünen Teppich des Tisches in Eurem Schlafzimmer einen Brief gefunden habe.«
«Und wo ist dieser Brief?«
«Ich ließ ihn, wo er war, gnädiger Herr. Es geht nicht mit natürlichen Dingen zu, daß Briefe auf diese Art zu den Leuten kommen. Wäre wenigstens das Fenster offen oder nur auch halb geöffnet gewesen, so würde ich nichts sagen. Aber nein, Alles war hermetisch verschlossen. Seid auf Eurer Hut, Herr, denn sicherlich ist hiebei ein Zauberwerk im Spiele. «Während dieser Zeit stürzte der junge Mann in das Zimmer und öffnete den Brief. Er war von Frau Bonacieux und in folgenden Worten abgefaßt:
«Man hat Euch lebhaften Dank abzustatten und zu überbringen. Findet Euch diesen Abend gegen zehn Uhr in St. Cloud vor dem Pavillon ein, der sich an der Ecke des Hauses von Herrn d'Estrées erhebt.
C. B.«
Als d'Artagnan diesen Brief las, fühlte er, wie sich sein Herz unter jenem süßen Kampfe, der Liebende quält und liebkost, erweiterte und zusammenschnürte.
Es war der erste Liebesbrief, den er erhielt, das erste Rendezvous, das ihm bewilligt wurde. Von der Trunkenheit der Freude übervoll, war sein Herz nahe daran, auf der Schwelle des irdischen Paradieses, das man Liebe nennt, zu brechen.
«Nun, gnädiger Herr, «sagte Planchet, der seinen Gebieter bald blaß, bald roth werden sah:»Nicht wahr, ich habe richtig errathen, es ist eine abscheuliche Geschichte?«
«Du täuschest Dich, Planchet, «antwortete d'Artagnan,»und zum Beweis hast Du hier einen Thaler, um meine Gesundheit dafür zu trinken.«
«Ich danke dem gnädigen Herrn für den Thaler, den er mir gibt, und verspreche ihm seine Anweisung pünktlich zu befolgen; darum ist es aber nicht minder wahr, daß Briefe, welche auf diese Art in die geschlossenen Häuser kommen…«
«Vom Himmel fallen, mein Freund, vom Himmel fallen.«
«Der gnädige Herr ist also zufrieden?«fragte Planchet.
«Mein lieber Planchet, ich bin der glücklichste der Sterblichen.«
«Und ich darf das Glück des gnädigen Herrn benützen, um mich schlafen zu legen?«
«Ja, geh.«
«Alle Segnungen des Himmels mögen auf den gnädigen Herrn herabströmen, darum ist es aber nicht minder wahr, daß dieser Brief…«
Und Planchet entfernte sich, den Kopf schüttelnd und mit einer Miene des Zweifels, den d'Artagnans Großmuth nicht gänzlich zu beseitigen vermocht hatte.