Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
Allein in seinem Zimmer, las d'Artagnan das Billet wieder und wieder. Dann küßte er wohl zwanzigmal diese von seiner schönen Geliebten geschriebenen Zeilen. Endlich legte er sich nieder, entschlummerte und träumte goldene Träume.
Um sieben Uhr Morgens stand er auf und rief Planchet, der, mit noch einigen Spuren von der gestrigen Ausschweifung im Gesicht, auf den zweiten Ruf die Thüre öffnete.
«Planchet, «sagte d'Artagnan zu ihm,»ich entferne mich vielleicht für den ganzen Tag. Du bist also bis sieben Uhr Abends frei; aber um sieben Uhr halte Dich mit zwei Pferden bereit.«—»Ah, gnädiger Herr, «sprach Planchet,»es scheint, wir wollen uns die Haut noch an verschiedenen Stellen durchstechen lassen.«—»Du nimmst Deine Muskete und Deine Pistolen.«—»Schön, sagte ich's doch!«rief Planchet.»Dahinter steckt ganz bestimmt der verdammte Brief.«—»Sei ruhig, alberner Tropf, es handelt sich ganz einfach um eine Vergnügungspartie.«—»Ja, wie bei den Lustreisen von neulich, wo es Kugeln regnete und die Wolfsfallen blühten.«—»Wenn Du übrigens Furcht hast, Planchet, «sprach d'Artagnan,»so werde ich allein gehen. Ich will lieber allein reisen, als einen zitternden Gefährten bei mir haben.«—»Der gnädige Herr thut mir Unrecht, «sagte Planchet;»es scheint mir doch, er hat mich bei der Arbeit gesehen.«—»Ja, aber ich glaubte. Du hättest all Deinen Muth auf einmal verbraucht.«—»Der gnädige Herr wird sehen, daß ich vorkommenden Falls noch übrig habe, nur bitte ich, nicht zu verschwenderisch damit umzugehen, wenn mir noch lange etwas davon bleiben soll.«—»Meinst Du, Du könnest heute Abend noch eine gewisse Summe ausgeben?«—»Ich hoffe es.«—»Gut, ich zähle auf Dich.«—»Zur genannten Stunde werde ich bereit sein. Ich glaubte nur, der gnädige Herr hätte nur ein Pferd im Stalle der Garden.«—»Vielleicht findet sich in diesem Augenblick nur eines daselbst, aber diesen Abend werden vier dort sein.«—»Unsere Reise war, scheint es, eine Remonte-Reise?«—»Ganz richtig, «sagte d'Artagnan, schärfte Planchet seinen Austrag durch eine Geberde noch einmal ein und entfernte sich.
Herr Bonacieux stand an seiner Thür. D'Artagnan wollte vorbeigehen, ohne mit dem würdigen Krämer zu sprechen; aber dieser grüßte ihn so zuckersüß und freundlich, daß sich der Miethsmann nicht nur genöthigt sah, den Gruß zurückzugeben, sondern auch ein Gespräch mit ihm anzuknüpfen.
Wie sollte man nicht ein wenig Herablassung gegen einen Mann zeigen, dessen Frau einem für denselben Abend ein Rendezvous vor dem kleinen Pavillon des Herrn d'Estrées in St. Cloud gegeben hat? D'Artagnan näherte sich ihm mit der liebenswürdigsten Miene, die er anzunehmen im Stande war.
Man kam natürlich auf die Einkerkerung des armen Mannes zu sprechen. Herr Bonacieux, der nicht wußte, daß d'Artagnan seine Unterredung mit dem Manne von Meung gehört hatte, erzählte seinem jungen Miethsmanne die Verfolgungen dieses Ungeheuers von Laßmann, den er unabläßig während seiner Mittheilungen als den Henker des Kardinals bezeichnete, und verbreitete sich mit vielen Worten über die Bastille, die Riegel, die Pforten, die Luftlöcher, die Gitter und die Folterwerkzeuge.
D'Artagnan hörte ihm mit musterhafter Gefälligkeit zu und sagte, als er geendigt hatte:
«Und wie steht's mit Frau Bonacieux? Wißt Ihr, wer sie entführt hat? denn ich vergesse nicht, daß ich diesem unangenehmen Umstand die Ehre Eurer Bekanntschaft zu danken habe.«
«Ah!«rief Herr Bonacieux,»sie haben sich wohl gehütet, mir dies zu sagen, und meine Frau hat mir bei allen Göttern geschworen, daß sie nichts wisse. Aber Ihr selbst, «fuhr Bonacieux mit äußerst gutmüthigem Tone fort,»was ist mit Euch in allen diesen Tagen vorgegangen? Ich habe weder Euch, noch Eure Freunde gesehen, und Ihr habt wohl nicht auf dem Pflaster von Paris all den Staub gesammelt, den Planchet gestern aus Euren Stiefeln klopfte?«
«Ihr habt Recht, mein lieber Herr Bonacieux. Meine Freunde und ich machten eine kleine Reise.«
«Weit von hier?«
«O mein Gott, nein, höchstens vierzig Meilen; wir begleiteten Herrn Athos nach den Bädern von Forges, wo meine Freunde zurückgeblieben sind.«
«Und Ihr seid zurückgekehrt, nicht wahr?«versetzte Herr Bonacieux, indem er seinem Gesichte ein höchst witziges Aussehen zu geben trachtete.»Ein hübscher Junge, wie Ihr, erhält keine langen Urlaube von seiner Geliebten. Und wir wurden ungeduldig zurückerwartet, nicht wahr?«
«Meiner Treu, «erwiederte der junge Mann lachend,»ich gestehe Euch dies um so eher, mein lieber Herr Bonacieux, als ich sehe, daß man Euch nichts verbergen kann. Ja, ich wurde erwartet, und zwar sehr ungeduldig, das mögt Ihr glauben.«
Eine leichte Wolke zog über Bonacieux's Stirne, aber so leicht, daß es d'Artagnan nicht gewahr wurde.
«Und wir werden für unsern Eifer belohnt?«fuhr der Krämer mit einem beinahe unmerklichen Zittern seiner Stimme fort, einem Zittern, das d'Artagnan eben so wenig bemerkte, als die augenblickliche Wolke, welche einen Augenblick vorher das Antlitz des würdigen Mannes verdüstert hatte.
«Ah! schweigt doch, «sagte d'Artagnan lachend.
«Nein, «versetzte Bonacieux,»ich sage Euch dies nur, um zu erfahren, ob wir spät nach Hause kommen.«
«Warum diese Frage, mein lieber Wirth?«entgegnete d'Artagnan;»habt Ihr vielleicht im Sinn, auf mich zu warten?«
«Nein, aber seit meiner Verhaftung und dem Diebstahl, der bei mir begangen wurde, erschrecke ich, so oft ich eine Thüre öffnen höre, und zwar besonders bei Nacht. Verdammt! was wollt Ihr? Ich bin kein Kriegsmann.«
«Schon gut, erschreckt meinetwegen nicht, wenn ich erst um zwei oder drei Uhr zurückkehre; erschreckt nicht, wenn ich auch gar nicht nach Hause komme.«
Diesmal wurde Bonacieux so bleich, daß es d'Artagnan nicht entgehen konnte, weshalb er ihn auch fragte, was ihm sei.
«Nichts, «antwortete Bonacieux,»nichts; seit meinen Unglücksfällen bin ich Schwächen unterworfen, die mich plötzlich befallen, und es hat mich soeben ein Schauder überlaufen. Achtet nicht darauf, denn Ihr habt Euch doch nur damit zu beschäftigen, glücklich zu sein.«
«Dann habe ich Beschäftigung, denn ich bin es.«
«Noch nicht, wartet noch. Ihr sagtet diesen Abend.«
«Wohl, dieser Abend wird kommen, Gott sei Dank! Und Ihr erwartet ihn wohl mit eben so großer Ungeduld, als ich? Vielleicht wird Madame Bonacieux das eheliche Gemach besuchen.«
«Madame Bonacieux ist diesen Abend nicht frei, «erwiederte der Gatte sehr ernst;»sie wird durch ihren Dienst im Louvre zurückgehalten.«
«Desto schlimmer für Euch, mein lieber Wirth, desto schlimmer; wenn ich glücklich bin, wünsche ich, die ganze Welt wäre es; aber es scheint, das ist nicht möglich.«
Und der junge Mann entfernte sich, laut lachend über den Scherz, den er allein verstehen zu können glaubte.
«Unterhaltet Euch gut, «erwiederte Bonacieux mit einer Leichenstimme.
Aber d'Artagnan war bereits zu weit entfernt, um ihn zu hören, und hätte er ihn gehört, so würde er es in seiner Gemüthsstimmung gewiß nicht verstanden haben.
Er wandte sich nach dem Hotel des Herrn von Treville: sein Besuch war am Tag vorher, wie man sich erinnern wird, sehr kurz gewesen und hatte wenig Erläuterungen herbeigeführt.
Er fand Herrn von Treville in der vollen Freude seines Herzens. Der König und die Königin hatten sich auf dem Ball höchst freundlich gegen ihn benommen. Der Kardinal war allerdings unter dem Vorwand einer Unpäßlichkeit höchst verdrießlich gewesen. Er entfernte sich schon um ein Uhr Morgens. Ihre Majestäten kehrten erst um sechs Uhr in den Louvre zurück.
«Nun, «sprach Herr von Treville, die Stimme dämpfend und mit dem Blick alle Winkel des Zimmers durchforschend, um zu sehen, ob sie allein waren:»nun, sprechen wir von Euch, mein junger Freund, denn Eure glückliche Rückkehr spielt offenbar eine Rolle bei der Freude des Königs, bei dem Triumph der Königin und bei der Demüthigung Sr. Eminenz. Ihr müßt auf Eurer Hut sein.«—»Was habe ich zu fürchten?«antwortete d'Artagnan,»so lange ich mich des Glückes erfreue, bei Ihren Majestäten in Gunst zu stehen?«—»Glaubt mir. Alles. Der Kardinal ist nicht der Mann, eine Mystifikation zu vergessen, so lang er noch nicht mit dem Mystificirenden abgerechnet hat. Und dieser scheint mir ganz einem gewissen jungen Manne von meiner Bekanntschaft zu gleichen.«—»Glaubt Ihr, der Kardinal sei so gut unterrichtet, als Ihr, und wisse, daß ich in London gewesen bin?«—»Teufel! Ihr seid in London gewesen und von London habt Ihr diesen schönen Diamant mitgebracht, der an Eurem Finger glänzt? Nehmt Euch in Acht, mein lieber d'Artagnan. Es ist nichts Gutes um ein Geschenk von einem Feinde. Gibt es nicht hierüber einen lateinischen Vers?«… —»Ja, allerdings, «antwortete d'Artagnan, der nie die erste Regel der Elemente hatte in den Kopf bringen können und oft durch seine Unwissenheit seinen Lehrer in Verzweiflung brachte,»ja, allerdings, es gibt einen hierüber.«—»Ganz gewiß, «sprach Herr von Treville, dem es nicht an einem wissenschaftlichen Anstrich fehlte.»Und Herr von Benserade citirte mir ihn eines Tages… Geduld… ah! ich hab' es: