Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Wer die Wahrheit sucht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wer die Wahrheit sucht

Электронная книга - «Wer die Wahrheit sucht». Краткое содержание книги:

An einem frühen Dezembermorgen wird Guy Brouard — Millionär, Mäzen und Frauenheld — ermordet an einem Strand der englischen Kanalinsel Guernsey aufgefunden. Verdächtige und Motive gibt es mehr als genug. Nur die junge Amerikanerin China River hat keines. Doch alle Indizien weisen ausgerechnet auf sie. China hatte ihren Bruder aus Kalifornien nach Guernsey begleitet, um Guy Brouard die Architekturpläne für ein von ihm gestiftetes Museum zum Gedenken an die deutsche Besatzung der Insel im Zweiten Weltkrieg zu übergeben. Eine andere Verbindung existiert augenscheinlich nicht.
Simon St. James, engster Vertrauter von Chief Inspector Thomas Lynley, reist mit seiner Frau Deborah auf die winterliche Kanalinsel, um die Unschuld von China, einer alten Freundin Deborahs, nachzuweisen. Doch je tiefer sie in die verschworene Inselgemeinschaft eintauchen, desto mehr Personen entdecken sie, die dem wohltätigen Mitbürger Guy Brouard alles andere als freundschaftliche Gefühle entgegenbringen — und die auf irgendeine Weise in den Mord verstrickt sind: seine Exfrau, sein Sohn, seine Geliebte, seine Schwester, seine jugendlichen Schützlinge, der tragisch ausgebootete einheimische Architekt. Liegen die Motive in Brouards undurchsichtiger Vergangenheit? Oder reichen sie zurück bis in Guernseys wechselvolle Geschichte?
1 ... 62 63 64 65 66 67 68 69 70 ... 182
Перейти на страницу:

An dem Bauwerk vorbei gingen sie bis zum Ende des Piers, wo China schließlich zur Sache kam.»Es ist schlimm, hm?«, sagte sie zu Deborah.»Ich seh's dir am Gesicht an. Also, raus damit. «Trotz ihrer energischen Worte richtete sie den Blick aufs Wasser, das in einer gewaltigen wogenden Masse unter ihnen lag. Nicht sehr weit entfernt erhob sich noch eine Insel — war es Sark? Alderney? Deborah wusste es nicht — wie ein schlafendes Seeungeheuer aus dem Dunst.

«Was gibt's, Debs?«Cherokee stellte die Einkaufstüten ab und wollte sich bei seiner Schwester einhängen.

China trat von ihm weg. Sie machte ein Gesicht, als sei sie auf das Schlimmste gefasst. Deborah war stark versucht, die Dinge in ein positives Licht zu rücken, aber es gab nichts Positives, und selbst wenn sie etwas gefunden hätte — sie schuldete den Freunden die Fakten.

Sie berichtete den Geschwistern deshalb ohne Beschönigung, was sie und Simon bei ihren Gesprächen in Le Reposoir erfahren hatten.

China erkannte sofort, welche Richtung die Gedanken jedes logisch überlegenden Menschen nehmen mussten, so bald er hörte, dass sie nicht nur viel Zeit mit Guy Brouard allein verbracht hatte, sondern auch noch beobachtet worden war — allem Anschein nach von mehr als einer Person — , wie sie ihm am Morgen vor seiner Ermordung gefolgt war.

Sie sagte:»Du glaubst, ich hätte was mit ihm gehabt, stimmt's, Deborah? Na prima. «Ihr Ton war eine Mischung aus Feindseligkeit und Verzweiflung.

«Also, ich — «

«Klar, wieso auch nicht? Das würde jeder glauben. Ein paar Stunden mit ihm allein, ein paar Tage. Und er war stinkreich. Na klar, wir haben's getrieben wie die Karnickel.«

Deborah war verblüfft über die derbe Ausdrucksweise. So kannte sie China nicht, sie war immer die Romantischere von ihnen beiden gewesen, jahrelang einem Mann treu, mit Träumen von einer Zukunft in Pastell.

«Dass er mein Großvater hätte sein können, hat mich überhaupt nicht gestört«, fuhr China fort.»Mann, es ging schließlich um einen Haufen Kohle. Ist doch egal, mit wem man bumst, wenn Geld dabei rausspringt, oder?«

«Chine!«, protestierte Cherokee.»Hör auf!«

Noch während ihr Bruder sprach, schien China bewusst zu werden, was sie gesagt hatte. Mehr noch, sie schien blitzartig zu begreifen, wie ihre Worte sich auf Deborahs Leben beziehen ließen, denn sie sagte hastig:»O Gott, Deborah, tut mir Leid.«

«Ist schon in Ordnung«, sagte Deborah.

«Ich wollte nicht. ich dachte nicht an dich und. du weißt schon.«

An mich und Tommy, dachte Deborah. China wollte sagen, dass sie nicht an Tommy und Tommys Geld gedacht hatte. Es hatte nie eine Rolle gespielt, aber es war immer da gewesen, nicht mehr als eines von tausend Dingen, die von außen so verlockend aussahen, wenn man nicht wusste, wie es drinnen aussah. Sie sagte:»Es ist schon gut. Ich weiß.«

China sagte:»Es ist nur. Glaubst du wirklich, dass ich. Mit ihm? Glaubst du das?«

«Sie hat doch nur erzählt, was sie gehört hat, Chine«, warf Cherokee ein.»Wir müssen schließlich wissen, was die Leute denken.«

China ging zornig auf ihn los.»Hör zu, Cherokee. Halt du gefälligst die Klappe. Du weißt doch gar nicht, wovon du. Ach, vergiss es. Halt einfach die Klappe, okay?«

«Ich hab doch nur versucht — «

«Dann hör auf damit. Und hör auf, ständig um mich herumzu- schwirren wie eine Glucke. Ich krieg ja kaum noch Luft. Auf Schritt und Tritt rennst du mir hinterher.«

«Hey, keiner hat dir das an den Hals gewünscht«, entgegnete Cherokee.

Sie antwortete mit einem Auflachen, das brach, und unterdrückte das aufsteigende Schluchzen, indem sie die Faust auf den Mund drückte.»Bist du eigentlich total bescheuert?«, rief sie.»Alle haben sie's mir an den Hals gewünscht. Ein Sündenbock wird gebraucht. Und die Beschreibung passt genau auf mich.«

«Und deswegen sind jetzt deine Freunde hier. «Cherokee sah Deborah lächelnd an und wies mit einer Kopfbewegung auf die Lilien, die sie in der Hand trug.»Freunde mit Blumen. Wo hast du die gekauft, Debs?«

«In der Markthalle. «Impulsiv hielt sie China die Blumen hin.»Ich finde, des Apartment kann was Freundliches gebrauchen.«

China betrachtete erst die Blumen, dann Deborah.»Du bist die beste Freundin, die ich je gehabt habe.«

«Das freut mich.«

China nahm die Blumen. Ihr Gesicht wurde weicher.»Cherokee«, sagte sie zu ihrem Bruder,»lass uns mal eine Weile allein, hm?«

Sein Blick flog von seiner Schwester zu Deborah.»In Ordnung. Ich stell die inzwischen ins Wasser. «Er nahm die beiden Einkaufstüten hoch und klemmte sich die Blumen unter den Arm.»Bis später dann«, sagte er zu Deborah und sah sie mit einem Blick an, der nur» viel Glück «heißen konnte.

China sah ihm nach, als er den Pier entlangging.»Ich weiß ja, dass er es gut meint. Ich weiß, dass er sich Sorgen macht, aber ihn ständig um mich zu haben, macht alles noch schlimmer. Als hätte ich nicht nur mit der Situation zu kämpfen, sondern auch noch mit ihm. «Sie umschlang mit beiden Armen ihren Oberkörper, und da erst fiel Deborah auf, dass sie trotz der Kälte nur einen Pullover trug. Ihr Umhang, dieser für sie so verhängnisvolle Umhang, lag natürlich noch bei der Polizei.

Deborah sagte:»Wo hattest du eigentlich an dem Abend deinen Umhang gelassen?«

China blickte einen Moment ins Wasser hinunter, bevor sie sagte:»Am Abend der Party? Er muss in meinem Zimmer gewesen sein. Ich habe nicht darauf geachtet. Ich war den ganzen Tag immer mal drinnen und wieder draußen, aber ich muss ihn irgendwann mit hinaufgenommen haben, denn als wir uns am nächsten Morgen zur Reise fertig machten, war er. ich bin ziemlich sicher, er lag über einem Stuhl. Beim Fenster.«

«Du kannst dich nicht erinnern, ihn dort hingelegt zu haben?«China schüttelte den Kopf.»So was läuft doch ganz automatisch. Man hat das Ding an, zieht's aus, wirft es irgendwohin. Mit der Ordnung hab ich's noch nie so gehabt. Das weißt du doch.«

«Es könnte also jemand den Umhang genommen, ihn am Morgen, als Guy Brouard zur Bucht hinunterging, übergeworfen und später zurückgebracht haben?«

«Theoretisch, ja. Aber ich wüsste nicht, wie. Oder wann.«

«War der Umhang da, als du zu Bett gegangen bist?«

«Möglich. «Sie runzelte die Stirn.»Ich weiß es nicht.«

«Valerie Duffy schwört, dass sie dich gesehen hat, China«, sagte Deborah, so behutsam es ging.»Ruth Brouard behauptet, sie hätte dich im ganzen Haus gesucht, nachdem sie von ihrem Fenster aus eine Person beobachtet hatte, die sie für dich hielt.«

«Glaubst du ihnen?«

«Darum geht es nicht«, erwiderte Deborah.»Die Frage ist, ob irgendetwas geschehen ist, was die Aussage der beiden für die Polizei glaubhaft macht.«»Ob etwas geschehen ist?«

«Zwischen dir und Guy Brouard.«

«Ach so, sind wir wieder da gelandet.«

«Es ist ja nicht meine Meinung. Es ist die Meinung der Polizei — «

«Vergiss es«, unterbrach China.»Komm mit.«

Sie eilte Deborah voraus und überquerte am Ende des Piers die Esplanade, ohne auf den Verkehr zu achten. An einer Haltestelle schob sie sich zwischen mehreren dort stehenden Bussen hindurch und schlug einen Weg ein, der im Zickzack zu den Constitution Steps führte, die ein auf dem Kopf stehendes Fragezeichen in die Flanke eines der Hügel schlugen. Diese Treppe — ähnlich der, über die Deborah zuvor zu den Markthallen hinuntergelaufen war — führte sie zur Clifton Street und zu den Queen-Margaret-Apartments hinauf.

China sprach erst wieder, als sie in der Wohnung war.

«Hier, lies das«, sagte sie, an den kleinen Küchentisch tretend.»Du kannst jedes Details überprüfen, wenn du willst.«

«China, ich glaube dir«, versicherte Deborah.»Du brauchst mir nicht — «

1 ... 62 63 64 65 66 67 68 69 70 ... 182
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)