Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Wer die Wahrheit sucht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wer die Wahrheit sucht

Электронная книга - «Wer die Wahrheit sucht». Краткое содержание книги:

An einem frühen Dezembermorgen wird Guy Brouard — Millionär, Mäzen und Frauenheld — ermordet an einem Strand der englischen Kanalinsel Guernsey aufgefunden. Verdächtige und Motive gibt es mehr als genug. Nur die junge Amerikanerin China River hat keines. Doch alle Indizien weisen ausgerechnet auf sie. China hatte ihren Bruder aus Kalifornien nach Guernsey begleitet, um Guy Brouard die Architekturpläne für ein von ihm gestiftetes Museum zum Gedenken an die deutsche Besatzung der Insel im Zweiten Weltkrieg zu übergeben. Eine andere Verbindung existiert augenscheinlich nicht.
Simon St. James, engster Vertrauter von Chief Inspector Thomas Lynley, reist mit seiner Frau Deborah auf die winterliche Kanalinsel, um die Unschuld von China, einer alten Freundin Deborahs, nachzuweisen. Doch je tiefer sie in die verschworene Inselgemeinschaft eintauchen, desto mehr Personen entdecken sie, die dem wohltätigen Mitbürger Guy Brouard alles andere als freundschaftliche Gefühle entgegenbringen — und die auf irgendeine Weise in den Mord verstrickt sind: seine Exfrau, sein Sohn, seine Geliebte, seine Schwester, seine jugendlichen Schützlinge, der tragisch ausgebootete einheimische Architekt. Liegen die Motive in Brouards undurchsichtiger Vergangenheit? Oder reichen sie zurück bis in Guernseys wechselvolle Geschichte?
1 ... 60 61 62 63 64 65 66 67 68 ... 182
Перейти на страницу:

«Das weiß ich nicht.«

«U-und d-d-«Wieder brach er ab und kniff fest die Augen zusammen. Sein ganzes Gesicht verzog sich. Dreimal hintereinander sagte er das Wort» dann«, als wäre es eine Zauberformel, die ihn von seinem Gebrechen befreien würde, und als er danach wieder sprach, stotterte er nicht mehr.»Was sollte dann die große Bekanntmachung, Frank? Und diese Zeichnung? Er hat sie eigens rausgeholt. Sie waren doch dabei. Er hat sie jedem gezeigt. Er — mein Gott. Warum das alles?«

«Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht sagen. Ich verstehe es ja auch nicht.«

Debiere musterte ihn prüfend. Er trat einen Schritt zurück, wie um ihn besser sehen zu können. Seine Augenbrauen zogen sich zusam- men, sein Gesicht verkrampfte sich mehr denn je.»Da habt ihr mich schön angeschmiert«, sagte er.»Genau wie früher. «

«Angeschmiert? Wieso?«

«Na, Sie und Brouard, ihr habt mich doch schon immer für dumm verkauft und euch dann über mich kaputtgelacht. Wie damals in der Schule, da haben Sie auch mit den Jungs gemauschelt. Aber tun Sie Nobby nicht in unsere Gruppe, Mr. Ouseley. Wir schauen ja alle total doof aus, wenn der vorn an die Tafel muss.«

«Was reden Sie da? Haben Sie mir überhaupt zugehört?«

«Klar. Ich weiß genau, wie es gelaufen ist. Erst baut man ihn auf und dann lässt man ihn zusammenfallen. Man lässt ihn glauben, er hätte den Auftrag, und dann zieht man ihm den Boden weg. Die Regeln sind die Gleichen. Nur das Spiel ist ein bisschen anders.«

«Nobby!«, sagte Frank.»Hören Sie sich doch mal selber zu! Glauben Sie im Ernst, Guy hätte das inszeniert — hätte das alles nur um des bescheidenen Vergnügens willen inszeniert, Sie zu demütigen?«

«Ja, das glaube ich.«

«So ein Quatsch. Warum hätte er das tun sollen?«

«Weil es ihm Spaß gemacht hat. Weil er sich so den Kick geholt hat, der ihm fehlte, seit er seine Firma verkauft hatte. Weil er sich dann mächtig gefühlt hat.«

«Das ist doch Unsinn.«

«Finden Sie? Dann schauen Sie sich doch mal seinen Sohn an. Schauen Sie sich Anai's an, die arme Kuh. Und schauen Sie sich selbst an, Frank.«

Wir müssen etwas unternehmen, Frank. Das ist Ihnen doch auch klar?

Frank wandte seinen Blick ab. Er spürte die Beklemmung, die immer stärker wurde. Obwohl auch hier die Luft nichts enthielt, was seine Atmung hätte beeinträchtigen können.

«Er sagte: >Ich habe Ihnen geholfen, soweit es mir möglich war<«. Debiere erwiderte leise.»Er sagte: >Ich habe Ihnen unter die Arme gegriffen, mein Junge. Mehr können Sie nicht erwarten. Und ganz sicher nicht auf Dauer, guter Mann.< Aber er hatte es versprochen. Er hat mich glauben lassen. «Debiere zwinkerte heftig und wandte sich ab. Niedergeschlagen schob er die Hände in die Hosentaschen, und sagte noch einmaclass="underline" »Er hat mich glauben lassen.«

«Ja«, murmelte Frank,»darauf hat er sich verstanden.«

Nicht weit vom Haus des Verwalters trennten sich St. James und seine Frau. Gegen Ende ihres Gesprächs mit den Duffys war ein Anruf von Ruth Brouard gekommen, daraufhin hatte St. James, der noch einmal ins Herrenhaus zurückwollte, um mit Ruth Brouard zu sprechen, Deborah den Ring anvertraut, den sie in der Bucht gefunden hatten. Sie sollte ihn zur möglichen Identifizierung zu Chief Inspector Le Gallez bringen. Es war angesichts seiner Verzierungen unwahrscheinlich, dass man einen brauchbaren Fingerabdruck auf ihm finden würde, aber man musste es versuchen. Da St. James kein Werkzeug zur Hand hatte, um ihn zu untersuchen — dazu auch gar nicht berechtigt war — , würde Le Gallez alles weitere veranlassen müssen.

«Ich komme schon irgendwie zurück. Wir treffen uns dann im Hotel«, sagte St. James. Er sah Deborah ernst an und fügte hinzu:»Kannst du einigermaßen mit der Sache leben, Schatz?«

Er meinte nicht den Auftrag, den er ihr gegeben hatte, sondern das, was sie von den Duffys gehört hatten, insbesondere von Valerie, die nicht zu erschüttern war in ihrer Überzeugung, dass die Frau, die Guy Brouard zur Bucht gefolgt war, China River gewesen war.

Deborah sagte:»Vielleicht hat sie einen Grund, uns glauben zu machen, zwischen China und Guy Brouard wäre etwas gewesen. Wenn er bei Frauen so gut ankam, warum dann nicht auch bei Valerie?«

«Sie ist älter als die anderen.«

«Älter als China. Aber bestimmt nicht viel älter als Anai's Abbott. Höchstens ein paar Jahre, wenn du mich fragst. Damit ist sie immer noch — hm — zwanzig Jahre jünger als Brouard war.«

Ihre Argumentation war nicht von der Hand zu weisen, auch wenn er den Eindruck hatte, dass sie vor allem sich selbst zu überzeugen suchte. Dennoch sagte er:»Le Gallez hat uns nicht alles verraten, was er weiß. Warum sollte er auch? Ich bin ein Fremder für ihn, und selbst wenn ich das nicht wäre, wäre es nicht so einfach. Kein ermittelnder Beamter würde ohne weiteres jemandem Einblick in seine Akten gewähren, der bei Mordfällen normalerweise in einem ganz anderen Ressort arbeitet. Aber für ihn bin ich nicht einmal der Fachmann aus der anderen Abteilung. Für ihn bin ich nichts weiter als ein Fremder, der ohne Referenzen aufgekreuzt ist und hier genau genommen nichts zu suchen hat.«

«Du glaubst also, dass da noch mehr ist. Ein Motiv. Eine Verbindung. Irgendwo. Zwischen Guy Brouard und China. Simon, ich kann mir das nicht vorstellen.«

St. James betrachtete sie liebevoll. Er liebte sie und wollte nichts anderes, als sie beschützen. Aber er wusste auch, dass er ihr die Wahrheit schuldete. Darum sagte er:»Ja, Liebes, ich halte es für möglich, dass da mehr ist.«

Deborah zog die Brauen zusammen. Sie blickte über seine Schulter hinweg zu der Stelle, wo der Fußweg zur Bucht in einer Gruppe Rhododendron-Büsche verschwand.»Ich kann es nicht glauben«, sagte sie.»Selbst wenn sie wirklich so labil war. Wegen Matt, meine ich. Wenn so was passiert — so ein Bruch zwischen Männern und Frauen — dann braucht das trotzdem seine Zeit, Simon. Eine Frau muss das Gefühl haben, dass zwischen ihr und dem nächsten Mann mehr ist. Sie will nicht glauben, dass es nichts weiter ist als — na ja, Sex eben. «Eine tiefe Röte breitete sich auf ihrem Hals aus und schoss in ihre Wangen hinauf.

St. James wollte sagen: So war es für dich, Deborah. Sie hatte ganz ohne Absicht ihrer beider Liebe das schönste Kompliment gemacht, das es gab: Indem sie ihm gesagt hatte, dass sie sich nach ihm nicht leichten Herzens Thomas Lynley zugewandt hatte. Aber es waren nicht alle Frauen wie Deborah. Andere hätten nach dem Ende einer langen Liebesbeziehung die schnelle Selbstbestätigung in Form einer Affäre gesucht. Zu wissen, dass sie noch begehrenswert waren, wäre ihnen wichtiger gewesen, als zu wissen, dass sie geliebt wurden. Aber das alles konnte er an dieser Stelle nicht sagen. Es spielte zu tief in Deborahs Beziehung zu Lynley hinein; zu tief in seine eigene Freundschaft mit dem Mann.

Er sagte darum nur:»Lass uns versuchen, für alles offen zu bleiben. Bis wir mehr wissen.«

«In Ordnung«, sagte sie.

«Wir sehen uns später.«

«Im Hotel.«

Er küsste sie flüchtig und küsste sie dann noch mal. Ihr Mund war weich, und ihre Hand berührte seine Wange. Er wollte bei ihr bleiben.»Verlang Le Gallez persönlich«, sagte er.»Gib den Ring keinem anderen.«

«Nein. Natürlich nicht.«

Er ging zum Haus zurück.

Deborah sah ihm nach, wie er davonging, in seiner natürlichen Anmut behindert durch die Schiene am Bein. Sie wollte ihn zurückrufen und ihm erklären, dass sie China River kannte; auf eine Weise kannte, deren Ursprung eine Notlage war, von der er nichts verstand; auf eine Weise, die zwischen zwei Frauen eine Freundschaft mit vollkommenem Verstehen heranwachsen lässt. Es gibt Bereiche einer gemeinsamen Geschichte zweier Frauen, wollte sie ihrem Mann sagen, die begründen eine Form der Wahrheit, die niemals zerstört und niemals geleugnet werden kann und die keine langen Erklärungen braucht. Die Wahrheit ist einfach, und wie eine Frau sich im Rahmen dieser Wahrheit verhält, ist klar, wenn die Freundschaft echt ist. Aber wie das einem Mann erklären? Und nicht irgendeinem Mann, sondern ihrem Ehemann, der seit mehr als einem Jahrzehnt in dem Bemühen lebte, seine körperliche Versehrtheit zu negieren — wenn nicht gar völlig zu leugnen — , indem er sie wie eine Kleinigkeit behandelte, obwohl sie doch, wie Deborah wusste, einen großen Teil seiner Jugend zerstört hatte.

1 ... 60 61 62 63 64 65 66 67 68 ... 182
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)