Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
Wer die Wahrheit sucht - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Wer die Wahrheit sucht

Электронная книга - «Wer die Wahrheit sucht». Краткое содержание книги:

An einem frühen Dezembermorgen wird Guy Brouard — Millionär, Mäzen und Frauenheld — ermordet an einem Strand der englischen Kanalinsel Guernsey aufgefunden. Verdächtige und Motive gibt es mehr als genug. Nur die junge Amerikanerin China River hat keines. Doch alle Indizien weisen ausgerechnet auf sie. China hatte ihren Bruder aus Kalifornien nach Guernsey begleitet, um Guy Brouard die Architekturpläne für ein von ihm gestiftetes Museum zum Gedenken an die deutsche Besatzung der Insel im Zweiten Weltkrieg zu übergeben. Eine andere Verbindung existiert augenscheinlich nicht.
Simon St. James, engster Vertrauter von Chief Inspector Thomas Lynley, reist mit seiner Frau Deborah auf die winterliche Kanalinsel, um die Unschuld von China, einer alten Freundin Deborahs, nachzuweisen. Doch je tiefer sie in die verschworene Inselgemeinschaft eintauchen, desto mehr Personen entdecken sie, die dem wohltätigen Mitbürger Guy Brouard alles andere als freundschaftliche Gefühle entgegenbringen — und die auf irgendeine Weise in den Mord verstrickt sind: seine Exfrau, sein Sohn, seine Geliebte, seine Schwester, seine jugendlichen Schützlinge, der tragisch ausgebootete einheimische Architekt. Liegen die Motive in Brouards undurchsichtiger Vergangenheit? Oder reichen sie zurück bis in Guernseys wechselvolle Geschichte?
1 ... 56 57 58 59 60 61 62 63 64 ... 182
Перейти на страницу:

Er war in Begleitung einer rothaarigen Frau. Als die beiden die Duffys bemerkten, tauschten sie ein paar Worte aus und kamen unverzüglich zum Haus. Der Mann stellte sich als Simon St. James vor und die Rothaarige als seine Frau Deborah. Sie seien aus London zur Beerdigung gekommen, erklärte er und fragte die Duffys, ob er sie kurz sprechen könne.

Das letzte Medikament in der Reihe der Analgetika — das ihr Onkologe als das» allerletzte Mittel «bezeichnet hatte, das sie versuchen würden — konnte die mörderischen Schmerzen in Ruths Knochen nicht mehr eindämmen. Nun war es offensichtlich Zeit, das Morphium einzusetzen. Die Zeit für ihren Körper war gekommen, aber noch nicht die Zeit für ihren Geist, die der Moment bestimmen würde, da sie sich in ihrem Bemühen, selbst zu entscheiden, wie ihr Leben enden würde, geschlagen gab. Und bis diese Zeit kam, wollte Ruth ihr Leben weiterleben, als gäbe es den Feind in ihrem Körper nicht.

Sie war am Morgen mit starken Schmerzen erwacht, die sich im Lauf des Tages nicht gelegt hatten. In den ersten Stunden hatte sie sich so ausschließlich darauf konzentriert, ihren Pflichten gegenüber ihrem Bruder, seiner Familie, seinen Freunden und der Gemeinde nachzukommen, dass es ihr gelungen war, das Feuer, das ihren Körper im Griff hielt, zu ignorieren. Aber als die Gäste sich verabschiedeten, wurde es zunehmend schwieriger, den machtvollen Forderungen der Krankheit zu widerstehen. Die Testamentsverlesung hatte immerhin für Ablenkung gesorgt; ebenso das, was ihr folgte.

Das Gespräch mit Margaret war zum Glück überraschend kurz ausgefallen.»So werde ich das nicht stehen lassen«, hatte ihre ehemalige Schwägerin wutentbrannt und mit einem Gesicht erklärt, als hätte man ihr ranzige Butter vorgesetzt.»Aber im Moment möchte ich nur wissen, wer, zum Teufel, diese Leute sind.«

Ruth wusste, dass sie von den zwei Personen sprach, die Guy neben seinen Kindern in seinem Testament bedacht hatte. Sie gab Margaret die gewünschte Auskunft und sah ihr nach, als sie, schon zu einem Kampf gewappnet, dessen Ausgang — wie Ruth wusste — höchst zweifelhaft war, aus dem Zimmer rauschte.

Blieb der Rest. Frank Ouseley hatte es ihr überraschend leicht gemacht. Als sie mit verlegenen Entschuldigungen zu ihm getreten war und ihm versicherte, dass man ganz gewiss etwas tun könne, um die Situation zu ändern, da Guy ja bezüglich des Kriegsmuseums keinen Zweifel an seinen Wünschen gelassen habe, hatte Frank erwidert:»Machen Sie sich nur deswegen keine Sorgen, Ruth«, und sich ohne das geringste Anzeichen von Groll von ihr verabschiedet. Aber wenn man bedachte, was er und Guy an Zeit und Mühe in ihr Projekt investiert hatten, musste er natürlich trotzdem enttäuscht sein, und deshalb hatte Ruth ihn nicht gleich gehen lassen, sondern noch gesagt, er dürfe nicht glauben, die Lage sei aussichtslos, sie sei überzeugt, dass man etwas tun könne, um seinen Traum zu verwirklichen. Guy habe gewusst, wie viel das Projekt Frank bedeute, und es sei gewiss seine Absicht gewesen. Aber mehr konnte sie nicht sagen. Sie verstand auch noch nicht, was ihr Bruder getan und warum er es getan hatte, und wollte nicht riskieren, ihn und seine Wünsche zu verraten.

Frank hatte ihre Hand mit seinen beiden Händen umfasst und gesagt:»Das hat alles Zeit, Ruth. Sorgen Sie sich jetzt nicht darum.«

Damit war er gegangen und hatte sie der Auseinandersetzung mit Anais überlassen.

Wie im Schock, schoss es Ruth durch den Kopf, als sie sich der Geliebten ihres Bruders zuwandte. Anais saß stumm und starr auf dem zweisitzigen Sofa, auf dem sie zur Testamentsverlesung Platz ge- nommen hatte, und sie war allein. Jemima war geflohen, sobald Ruth zu ihr gesagt hatte:»Vielleicht schaust du mal, wo Stephen geblieben ist, Kind. «In ihrer Hast war sie mit einem ihrer großen Füße über ein Sitzkissen gestolpert und hätte beinahe einen Beistelltisch umgerissen. Ihre Eile war verständlich. Jemima kannte ihre Mutter und ahnte wahrscheinlich, was in den nächsten Wochen an töchterlicher Liebe von ihr verlangt werden würde. Anais würde sowohl eine Vertraute als auch einen Sündenbock brauchen. Die Zeit würde zeigen, welche Rolle sie ihrer linkischen Tochter zuzuteilen gedachte.

Nun waren Ruth und Anais allein. Ruth wusste nicht, was sie der anderen Frau sagen sollte. Ihr Bruder, der trotz seiner Schwächen ein guter und großzügiger Mensch gewesen war, hatte in seinem früheren Testament in einer Weise für Anais — und ihre Kinder — vorgesorgt, die diese all ihrer Sorgen enthoben hätte. So hatte Guy sich all seinen Frauen gegenüber verhalten. Wann immer er mit einer Frau länger als drei Monate zusammen gewesen war, hatte er sein Testament entsprechend der Innigkeit ihrer Beziehung geändert. Ruth wusste das, weil Guy jede Änderung seiner Verfügungen mit ihr besprochen hatte. Mit Ausnahme dieses letzten und endgültigen Testaments hatte Ruth jedes Einzelne im Beisein Guys und seines Anwalts gelesen, weil Guy immer sicher sein wollte, dass sie wusste, wie er seinen Nachlass aufgeteilt sehen wollte.

Das letzte Testament, das Ruth zu Gesicht bekommen hatte, war etwa sechs Monate nach Beginn der Beziehung zwischen ihrem Bruder und Anais Abbott aufgesetzt worden. Die beiden waren gerade aus Sardinien zurückgekehrt, wo sie allem Anschein nach nicht viel mehr getan hatten als den Liebesakt in all seinen Variationen zu genießen. Guy hatte mit glasigem Blick erklärt:»Das ist die Frau meines Lebens, Ruth«, und das geänderte Testament hatte diese optimistische Einschätzung widergespiegelt. Ruth hatte die Geliebte ihres Bruders zur Testamentsverlesung gebeten, da sie glaubte, dieses Dokument sei noch gültig; doch Anais war ihrem Gesichtsausdruck nach offenbar überzeugt, sie hätte es aus Bosheit getan.

Ruth wusste nicht, was in diesem Moment das größere Übel wäre: Anais glauben zu lassen, sie habe, nur um sie zu verletzen, dafür ge- sorgt, dass sie ihre Hoffnungen coram publico zunichte gemacht sah, oder ihr zu sagen, dass ein früheres Testament existiert hatte, das sie um vierhunderttausend Pfund reicher gemacht und die Rettung aus ihrem derzeitigen Dilemma bedeutet hätte. Ruth entschied sich für das Erstere. Sie zog sich zwar nicht gern den Unwillen anderer zu, aber wenn sie Anais von dem früheren Testament berichtete, würde das beinahe zwangsläufig zu einem Gespräch darüber führen, warum es geändert worden war.

Sie setzte sich.»Anais«, sagte sie,»es tut mir entsetzlich Leid. Ich weiß nicht, was ich sonst sagen soll.«

Anais schaute Ruth an, als käme sie langsam wieder zu Bewusstsein, und sagte:»Wenn er sein Geld Teenagern hinterlassen wollte, warum dann nicht meinen Kindern? Jemima und Stephen. Hat er nur so getan. «Sie drückte sich ein Sofakissen auf den Bauch.»Warum hat er mir das angetan, Ruth?«

Ruth wusste nicht, wie sie es ihr erklären sollte. Es ging Anais schon schlecht genug. Ihr noch mehr zuzumuten, schien unmenschlich. Sie sagte:»Ich vermute, es hatte damit zu tun, dass Guy seine eigenen Kinder infolge der Scheidungen verloren hatte, Anais. An ihre Mütter. Ich denke, er sah in der Beziehung zu diesen anderen jungen Leuten die Möglichkeit, der Vater zu sein, der er seinen eigenen Kindern nicht mehr sein konnte.«

«Und meine Kinder genügten ihm nicht?«, fragte Anais scharf.»Jemima? Und Stephen? Waren sie denn unwichtig? So unbedeutend für ihn, dass zwei fremde — «

«Sie waren Guy nicht fremd«, korrigierte Ruth.»Er hatte Paul Fielder und Cynthia Moullin seit Jahren gekannt. «Länger als dich und deine Kinder, hätte sie gern hinzugefügt, tat es aber nicht, weil sie dieses Gespräch beendet sehen wollte, bevor es zu Dingen führte, über die zu sprechen sie nicht ertragen konnte.»Du weißt von dem Förderprogramm für benachteiligte Jugendliche, Anais. Du weißt, wie engagiert Guy war.«

«Und so haben sie sich in sein Leben eingeschlichen. In der Hoffnung. Sie lernten Guy kennen, sie kamen hierher, sie sahen sich um und wussten, wenn sie es geschickt anstellten, bestand eine gute

1 ... 56 57 58 59 60 61 62 63 64 ... 182
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)