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Электронная книга - «Die Dämonen». Краткое содержание книги:

Die Dämonen
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»Bitte, entschuldigen Sie!« sagte sie hastig. »Sie ... Sie haben gewiß auch Mawriki Nikolajewitsch gesehen ... Mein Gott, wie unerlaubt groß Sie doch sind, Mawriki Nikolajewitsch!«

Sie lachte von neuem. Mawriki Nikolajewitsch war allerdings nicht klein, aber ganz und gar nicht »unerlaubt groß.«

»Sind Sie ... sind Sie schon lange hier?« murmelte sie; sie beherrschte sich wieder und war sogar verlegen geworden, aber ihre Augen funkelten.

»Etwas über zwei Stunden,« antwortete Nikolai, indem er sie aufmerksam betrachtete. Ich bemerke, daß er sich ungewöhnlich gemessen und höflich benahm, aber, von der Höflichkeit abgesehen, einen ganz gleichmütigen, sogar matten Gesichtsausdruck zeigte.

»Wo werden Sie denn wohnen?«

»Hier.«

Warwara Petrowna richtete ihre Aufmerksamkeit ebenfalls auf Lisa; aber plötzlich machte ein Gedanke, der ihr kam, sie stutzig.

»Wo bist du denn bis jetzt diese ganzen zwei Stunden und mehr gewesen, Nikolai?« fragte sie herantretend. »Der Zug kommt doch um zehn Uhr an.«

»Ich habe zuerst Peter Stepanowitsch zu Kirillow gebracht. Peter Stepanowitsch hatte ich in Matwejewo« (drei Stationen von unserer Stadt entfernt) »getroffen, und wir waren dann in demselben Abteil hierher gefahren.«

»Ich hatte vom Morgengrauen an in Matwejewo warten müssen,« fiel Peter Stepanowitsch ein. »Bei unserm Zuge waren in der Nacht die hintersten Waggons aus den Schienen gesprungen; wir hätten uns dabei die Beine brechen können.«

»Die Beine brechen!« rief Lisa. »Mama, Mama, und wir beide, Sie und ich, wollten in der vorigen Woche nach Matwejewo fahren; da hätten wir uns auch die Beine brechen können!«

»Um Gotteswillen!« rief Praskowja Iwanowna und bekreuzte sich.

»Mama, Mama, liebe Mama, erschrecken Sie nicht, wenn ich wirklich einmal beide Beine breche; das kann mir sehr leicht passieren; Sie sagen ja selbst, daß ich alle Tage einen halsbrecherischen Galopp reite. Mawriki Nikolajewitsch, werden Sie mich führen, wenn ich lahm bin?« Sie lachte wieder. »Wenn das passiert, werde ich mich von niemand als von Ihnen führen lassen; darauf können Sie sich sicher verlassen. Ich nehme an, daß ich nur ein Bein breche ... Nun, seien Sie doch liebenswürdig und sagen Sie, daß Sie das für ein Glück halten werden!«

»Was soll das für ein Glück sein, wenn man nur ein Bein hat?« erwiderte Mawriki Nikolajewitsch ernst mit finsterem Gesichte.

»Dafür werden Sie auch mein Führer sein, Sie allein, sonst niemand!«

»Sie werden auch dann meine Führerin sein, Lisaweta Nikolajewna,« brummte Mawriki Nikolajewitsch noch ernster.

»O Gott, jetzt hat er einen Witz machen wollen!« rief Lisa ordentlich erschrocken. »Mawriki Nikolajewitsch, wagen Sie sich nie auf dieses Gebiet! Aber was sind Sie für ein schrecklicher Egoist! Ich bin zu Ihrer Ehre davon überzeugt, daß Sie sich jetzt selbst verleumden; Sie werden mir dann vielmehr vom Morgen bis zum Abend versichern, daß ich ohne das Bein noch interessanter sei! Nur eines ist ein Übelstand, der sich nicht wird beseitigen lassen: Sie sind so schrecklich groß, und ich werde ohne das Bein sehr klein sein; wie werden Sie mich dann am Arm führen? Wir werden nicht richtig zusammenpassen!«

Sie lachte krampfhaft auf. Ihre Scherze und Anspielungen waren geringwertig gewesen; aber es lag ihr augenscheinlich nicht daran, Ehre damit einzulegen.

»Hysterie!« flüsterte Peter Stepanowitsch mir zu. »Man müßte ihr schnell ein Glas Wasser geben.«

Er hatte recht; einen Augenblick darauf waren alle in eifriger Bewegung und brachten Wasser. Lisa umarmte ihre Mama, küßte sie herzlich und weinte an ihrer Schulter; dann wich sie wieder ein wenig zurück, blickte ihr ins Gesicht und fing an zu lachen. Schließlich schluchzte auch die Mama los. Warwara Petrowna führte beide zu sich in die Wohnstube, und zwar durch dieselbe Tür, durch welche Darja Pawlowna zu uns hereingekommen war. Aber sie blieben dort nicht lange, nur etwa vier Minuten, nicht mehr.

Ich gebe mir Mühe, mich jetzt an jede Einzelheit der letzten Augenblicke dieses denkwürdigen Vormittags zu erinnern. Ich erinnere mich, daß, als wir damals allein geblieben waren, ohne die Damen (nur Darja Pawlowna war noch anwesend, die sich nicht vom Fleck rührte), Nikolai Wsewolodowitsch bei uns allen herumging und jeden begrüßte, mit Ausnahme Schatows, der in seiner Ecke zu sitzen fortfuhr und den Kopf noch tiefer gesenkt hielt als vorher. Stepan Trofimowitsch wollte mit Nikolai Wsewolodowitsch über irgendeinen Gegenstand ein sehr geistreiches Gespräch anfangen; dieser entfernte sich jedoch eilig von ihm, um zu Darja Pawlowna zu gehen. Aber unterwegs faßte ihn Peter Stepanowitsch beinah mit Gewalt und zog ihn ans Fenster, wo er ihm schnell etwas zuzuflüstern anfing; nach seinem Gesichtsausdrucke und den Gestikulationen zu urteilen, mit denen er sein Geflüster begleitete, mußte es sich wohl um etwas sehr Wichtiges handeln. Nikolai Wsewolodowitsch aber hörte nur sehr lässig und zerstreut mit seinem förmlichen Lächeln zu, und gegen das Ende bekundete er sogar Ungeduld, wie wenn er sich losmachen und fortgehen wollte. Er ging vom Fenster gerade in dem Augenblicke weg, als unsere Damen zurückkehrten. Warwara Petrowna drang in Lisa, sich wieder auf ihren früheren Platz zu setzen; sie versicherte, sie müßten unbedingt wenigstens noch zehn Minuten warten und sich erholen; wenn Lisa sofort an die frische Luft käme, so würde das ihren kranken Nerven schwerlich gut tun. Sie war außerordentlich besorgt um Lisa und setzte sich selbst neben sie. Peter Stepanowitsch kam, sobald er frei geworden war, unverzüglich zu ihnen gesprungen und begann schnell und heiter zu plaudern. Und nun ging Nikolai Wsewolodowitsch endlich in seinem ruhigen Gange zu Darja Pawlowna hin; diese geriet bei seiner Annäherung auf ihrem Platze in lebhafte Bewegung und sprang dann in sichtlicher Erregung und das ganze Gesicht von roter Glut übergossen schnell auf.

»Man kann Ihnen wohl Glück wünschen ... oder noch nicht?« fragte er; in seinem Gesichte bildete sich dabei eine besondere Falte.

Dascha antwortete ihm etwas; aber es war schwer zu verstehen.

»Verzeihen Sie meine Indiskretion,« sagte er mit erhobener Stimme. »Aber Sie wissen ja wohl, daß ich ausdrücklich davon benachrichtigt worden bin. Ist Ihnen das bekannt?«

»Ja, ich weiß, daß Sie ausdrücklich benachrichtigt worden sind.«

»Ich hoffe doch, daß mein Glückwunsch keinen Schaden angerichtet hat,« meinte er lachend; »und wenn Stepan Trofimowitsch ...«

»Wozu wird Ihnen Glück gewünscht, wozu?« fragte Peter Stepanowitsch, der plötzlich hinzusprang. »Wozu wird Ihnen Glück gewünscht? Ei, gewiß zu dem wichtigsten Ereignis, das es gibt? Ihre Röte bezeugt, daß ich richtig geraten habe. In der Tat, wozu gratuliert man unseren schönen jungen Damen am meisten, und über welche Gratulationen pflegen sie am meisten zu erröten? Nun, nehmen Sie auch von mir, wenn ich richtig geraten habe, den besten Glückwunsch entgegen, und bezahlen Sie Ihre Wette: Sie erinnern sich, Sie haben in der Schweiz gewettet, Sie würden sich nie verheiraten ... Ach ja, apropos Schweiz ... was mache ich nur! Denken Sie sich: ich bin halb und halb gerade deswegen hergefahren, und nun hätte ich es beinah vergessen: sage mir doch,« wandte er sich schnell zu Stepan Trofimowitsch um, »wann fährst du denn nach der Schweiz?«

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