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Электронная книга - «Die Dämonen». Краткое содержание книги:

Die Dämonen
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Er verbeugte sich würdevoll vor Warwara Petrowna, ohne ein Wort zu sprechen; und in der Tat blieb ihm auch nichts anderes übrig. Er wollte auch schon in dieser Weise ganz weggehen; aber er konnte es doch nicht über sich gewinnen und trat zu Darja Pawlowna heran. Diese schien das geahnt zu haben; denn sie begann sofort ganz erschrocken selbst zu sprechen, als wenn sie sich beeilte, ihm zuvorzukommen.

»Bitte, Stepan Trofimowitsch, um Gottes willen, sagen Sie nichts!« sagte sie in fieberhafter Hast mit schmerzerfüllter Miene und streckte ihm eilig die Hand hin. »Seien Sie überzeugt, daß ich Sie immer in gleicher Weise hochachten werde ... und verehren werde, und ... denken Sie von mir ebenfalls gut, Stepan Trofimowitsch; das wird mir sehr, sehr viel wert sein ...«

Stepan Trofimowitsch machte ihr eine tiefe, tiefe Verbeugung.

»Tu, was du willst, Darja Pawlowna; du weißt, daß du in dieser ganzen Sache völlige Freiheit hast! So ist es gewesen, so ist es jetzt, und so wird es auch in Zukunft sein,« sagte Warwara Petrowna mit großem Nachdruck.

»Ach! Nun begreife ich alles!« rief Peter Stepanowitsch und schlug sich vor die Stirn. »Aber ... aber in was für eine Situation bin ich nun dadurch geraten? Darja Pawlowna, bitte, verzeihen Sie mir! ... Was hast du mir da angerichtet?« wandte er sich an seinen Vater.

»Pierre, du könntest dich mir gegenüber anders ausdrücken; nicht wahr, mein Lieber?« sagte Stepan Trofimowitsch ganz ruhig.

»Schrei nicht so, ich bitte dich!« versetzte Peter und bewegte abwehrend beide Hände. »Glaube mir, das kommt alles von deinen alten, kranken Nerven, und Schreien taugt dabei gar nichts. Sage mir lieber (denn du mußtest dir doch vorhersagen, daß ich gleich von vornherein davon zu reden anfangen würde): warum hast du mich nicht vorher orientiert?«

Stepan Trofimowitsch sah ihn durchdringend an.

»Pierre, du, der so viel von den hiesigen Vorgängen weiß, du solltest wirklich von dieser Sache nichts gewußt, nichts gehört haben?«

»Wa-a-as? Na, du bist mir schön! Also nicht genug, daß ich ein altes Kind sein soll, ich soll auch noch ein böses Kind sein! Warwara Petrowna, haben Sie gehört, was er gesagt hat?«

Es erhob sich ein großer Lärm; aber da brach plötzlich in Ereignis herein, das niemand hatte erwarten können

VIII.

Vor allen Dingen muß ich erwähnen, daß in den letzten zwei, drei Minuten sich Lisaweta Nikolajewnas eine neue Unruhe bemächtigt hatte; sie flüsterte schnell mit ihrer Mama und mit Mawriki Nikolajewitsch, der sich zu ihr herabbeugte. Ihr Gesicht war erregt, drückte aber gleichzeitig eine große Entschlossenheit aus. Endlich stand sie von ihrem Platze auf; sie hatte es offenbar eilig, fortzufahren, und trieb auch ihre Mama zur Eile an, welcher Mawriki Nikolajewitsch beim Aufstehen aus dem Lehnstuhl behilflich war. Aber es war ihnen nicht beschieden, wegzufahren, ehe sie nicht alles bis zu Ende gesehen hatten.

Schatow, der, von allen vollständig vergessen, in seiner Ecke nicht weit von Lisaweta Nikolajewna saß und anscheinend selbst nicht wußte, warum er dasaß und nicht lieber fortging, stand plötzlich vom Stuhle auf, ging, ohne Eile, aber mit festem Schritte, durch das ganze Zimmer, zu Nikolai Wsewolodowitsch hin und sah ihm gerade ins Gesicht. Dieser hatte schon von weitem seine Annäherung wahrgenommen und ganz leise gelächelt; aber als Schatow dicht vor ihn hintrat, hörte er mit dem Lächeln auf.

Als Schatow schweigend vor ihm stehen blieb, ohne ein Auge von ihm abzuwenden, bemerkten dies plötzlich alle Anwesenden und verstummten, zuletzt von allen Peter Stepanowitsch; Lisa und ihre Mama blieben mitten im Zimmer stehen. So vergingen etwa fünf Sekunden; der Ausdruck dreister Verwunderung auf Nikolai Wsewolodowitschs Gesichte ging in den Ausdruck des Zornes über; er zog die Augenbrauen finster zusammen, und plötzlich ...

Und plötzlich holte Schatow mit seinem langen, schweren Arme aus und schlug ihn aus aller Kraft auf die Backe. Nikolai Wsewolodowitsch taumelte stark auf der Stelle, wo er stand.

Schatow hatte aber auch auf eine besondere Weise geschlagen, ganz und gar nicht so, wie man nach herkömmlichem Brauche Ohrfeigen zu geben pflegt, wenn man sich so ausdrücken kann, nicht mit der flachen Hand, sondern mit der ganzen Faust, und seine Faust war groß, schwer, knochig, mit rötlichem Flaum bewachsen und mit Sommersprossen bedeckt. Wäre der Schlag auf die Nase gegangen, so hätte er die Nase zerschmettert. Aber er ging auf die Backe und traf den linken Mundwinkel und die Oberzähne, von wo denn auch sofort Blut floß.

Ich glaube, es erscholl ein momentaner Aufschrei; vielleicht hatte ihn Warwara Petrowna ausgestoßen; ich erinnere mich nicht daran, weil alle sogleich wieder starr standen. Übrigens dauerte die ganze Szene nicht länger als ungefähr zehn Sekunden.

Nichtsdestoweniger ereignete sich in diesen zehn Sekunden außerordentlich viel.

Ich erinnere den Leser wieder daran, daß Nikolai Wsewolodowitsch zu denjenigen Naturen gehörte, die keine Furcht kennen. Beim Duell konnte er vor der Pistole des Gegners kaltblütig dastehen, selbst zielen und mit einer tierisch zu nennenden Ruhe töten. Hätte ihn jemand auf die Backe geschlagen, so würde er, wie ich glaube, den Beleidiger nicht zum Duell gefordert, sondern gleich auf dem Fleck getötet haben; gerade das lag in seinem Wesen, und er würde ihn mit vollem Bewußtsein und keineswegs in sinnloser Erregung getötet haben. Es scheint mir sogar, daß er auch jene Zornesausbrüche nicht kannte, die den Menschen blind machen und der Überlegung berauben. Bei dem grenzenlosen Ingrimm, der sich seiner manchmal bemächtigte, vermochte er doch immer vollständige Selbstbeherrschung zu bewahren und somit auch es sich gegenwärtig zu erhalten, daß er für einen nicht im Duell begangenen Totschlag unfehlbar zur Zwangsarbeit nach Sibirien verschickt werden würde; aber trotzdem hätte er den Beleidiger totgeschlagen, und zwar ohne im geringsten zu zaudern.

Ich habe Nikolai Wsewolodowitsch in der ganzen letzten Zeit genau studiert und weiß infolge besonderer Umstände jetzt, wo ich dies schreibe, sehr viele Tatsachen über ihn. Ich möchte ihn mit einigen Herren aus dem vergangenen Zeitalter vergleichen, an welche sich bei uns noch jetzt gewisse legendenhafte Erinnerungen erhalten haben. Man erzählte zum Beispiel von dem Dekabristen1 L***n, er habe sein ganzes Leben lang die Gefahr absichtlich aufgesucht, sich an dem Gefühl der Gefahr berauscht und dieses Gefühl zu einem Bedürfnis seiner Natur gemacht; in seiner Jugend habe er sich oft ohne jeden Grund duelliert; in Sibirien sei er, nur mit einem Messer bewaffnet, auf den Bären losgegangen; er sei in den sibirischen Wäldern gern mit entlaufenen Sträflingen zusammengetroffen, die, nebenbei bemerkt, noch furchtbarer sind als der Bär. Unzweifelhaft waren diese legendenhaften Herren fähig, das Gefühl der Furcht zu empfinden, vielleicht sogar in hohem Grade; sonst wären sie weit ruhiger gewesen und hätten nicht das Gefühl der Gefahr zu einem Bedürfnisse ihrer Natur gemacht. Aber die in ihnen steckende Feigheit zu überwinden, das war es, was sie reizte. Die ununterbrochene Siegestrunkenheit und das Bewußtsein, keinen Stärkeren über sich zu haben, das hatte für sie eine große Anziehungkraft. Dieser L***n hatte schon vor seiner Verschickung eine Zeitlang mit dem Hunger gekämpft und sich sein Brot durch schwere Arbeit erworben, einzig und allein weil er sich den Forderungen seines reichen Vaters nicht fügen wollte, die er für ungerecht hielt. Also verstand er sich auf vielen Gebieten darauf, zu kämpfen und zu ringen; nicht nur dem Bären gegenüber und nicht nur in Duellen legte er Wert darauf, Festigkeit und Charakterstärke zu beweisen.

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