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Электронная книга - «Die Klinik». Краткое содержание книги:

Boston, Suffolk General Hospital: Hier praktizieren Adam Silverstone, der vielversprechende Operateur und Wissenschaftler, Rafael Meomartino, ein kubanischer Aristokrat und ehemaliger Playboy, und der Farbige Spurgeon Robinson. Sie alle unterliegen der unerbittlichen Aufsicht von Dr. Longwood. Eines Tages pflanzt Meomartino einem jungen Mädchen eine Niere ein und gibt sie in die Obhut von Silverstone. Alles verläuft gut, aber dann stirbt das Mädchen über Nacht. Dr. Longwood wittert einen Kunstfehler und sucht einen Schuldigen ...
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»Ich hätte keine Zeit gehabt, mit dir auch nur zu reden. Nach einer Weile mußte ich sowohl den Reinigungsdienst als auch die Tour mit den belegten Broten aufgeben, die Schule stellte zu hohe Anforderungen. Zwei Semester arbeitete ich in einem billigen Restaurant für meine Mahlzeiten, und für mein Zimmer lieh ich mir Geld von der Universität. Im ersten Sommer arbeitete ich als Kellner in einem Hotel in den Poconos. Ich hatte eine Affäre mit einem der weiblichen Gäste, einer reichen Griechin, deren Mann sich nicht scheiden ließ; er war Präsident eines Warenhauskonzerns. Sie lebte in Drexel Hill, nicht weit von meiner Universität. Ich sah sie ständig, fast ein Jahr lang.«

Gaby saß da und hörte zu.

»Es war nicht bloß eine Affäre. Manchmal gab sie mir Geld. Ich mußte nicht arbeiten. Wenn sie mich anrief, ging ich zu ihr, und nachher steckte sie mir oft eine Banknote in die Tasche. Eine große Banknote.«

Sie hatte den Kopf von ihm abgewandt. »Hör auf«, sagte sie.

»Schließlich stellte ich meine Besuche ein. Ich konnte mich selbst nicht mehr ausstehen. Ich bekam einen Job als Kohlenschaufler, wo ich für mein Geld wirklich schwitzen mußte, wie zur Sühne.«

Von weit her begann eine zweite Wachtel der ersten zu antworten.

Jetzt sah sie ihn an. »Warum erzählst du mir das?«

Weil ich ein Narr bin, dachte er staunend. »Ich weiß nicht. Ich habe es noch nie jemandem erzählt.«

Wieder streckte sie die Hand aus und berührte sein Gesicht. »Darüber bin ich froh.« Nach einem Augenblick sagte sie: »Darf ich dich etwas fragen?«

»Natürlich.«

»Wenn du mit jener Frau beisammen warst . nun, das war eine flüchtige Affäre. Aber mit jemandem, den du liebst - ist es dann anders?«

»Ich weiß es nicht«, sagte er. »Ich habe noch nie jemanden geliebt.«

»Das ist wie ... wie bei Tieren.«

»Wir sind Tiere. Es ist nichts dabei, Tier zu sein.«

»Aber wir sollten mehr sein.«

»Das ist nicht immer möglich.«

Der Nebel zerriß. Adam sah einen ungeheuren Sonnenreflektor durch den Dunst schimmern, viel mehr Ozean, als er je gesehen hatte. Der Strand war breit, weiß, nur an den höher gelegenen Rändern von Strandgut und Treibholz gesäumt, an der tiefergelegenen Küste glänzend und hart und von Brechern glattgehämmert, so daß er in der Sonne funkelte.

»Ich wollte, daß du das siehst«, sagte sie. »Hier saß ich immer und sagte mir, wenn man dort unten alle die scheußlichen Schmerzen und das Leid aufhäufte, würde sie die Flut wegschwemmen.«

Er dachte darüber nach, als sie zu seinem Entsetzen einen freudigen Schrei ausstieß und vor seinen Augen über den Rand des Abgrunds verschwand, der weit unten in einem schwindelerregenden Winkel von mindestens hundert Grad endete. Ihre Sitzbacken hinterließen in dem weichen roten Sand eine gerade Furche. Im nächsten Augenblick lachte sie von unten zu ihm herauf. Es blieb ihm nur eines übrig. Er setzte sich auf den Rand, schloß die Augen und glitt hinunter. Die Allmacht schleuderte ihn lodernd in furchtbarem Verderben und Brand aus den ewigen Himmeln hinab in bodenlose Verdammnis. John Milton. Er hatte Sand in den Schuhen, und zweifellos war seine Scholle nicht groß genug gewesen: sein Gesäß war aufgeschunden. Das Mädchen bog sich vor Lachen. Als er die Augen öffnete, sah er, daß sie, wenn sie glücklich war, äußerst hübsch war; nein, mehr als das, sie war das schönste Mädchen, das er je gesehen hatte.

Sie kämmten den Strand ab, fanden eine Anzahl stinkender Schwämme, aber keinen Schatz; beobachteten einen Hundshai, der mit wellenförmiger Bewegung durch eine klare kleine Bucht zog; hoben acht unzerbrochene Seeigel auf; gruben roten Ton aus der Klippe und formten einen Topf, der zerbrach, als ihn die kalte Brise getrocknet hatte.

Als sie zu frieren begannen, versuchten sie erfolglos, den Sand aus ihren Schuhen zu klopfen, kletterten die steile Klippe über die altersschwache Holztreppe empor und gingen in die warme Hütte zurück. Die Sonne strömte durch das Fenster und übergoß das verbeulte Sofa. Während er im Kamin Feuer machte, legte sie sich nieder, und als es prasselte, machte sie Platz für ihn; er legte sich neben sie, und sie schlossen die Augen und ließen den Sonnengott ihre Welt in einen großen roten Kürbis verwandeln.

Nach langer Zeit öffnete er die Augen, rollte sich herum, küßte sie sehr zart und berührte sie noch zärtlicher mit den Fingerspitzen. Ihre Lippen waren warm und trocken und salzig. Es war still, mit Ausnahme der Brandung und dem Gekreisch einer Möwe draußen, dem Knistern des Feuers und ihres Atmens drinnen. Er berührte ihre kleine, feste Brust durch das blaue Wollhemd, und sie dachten beide an ihren Vater, als er die gleiche Geste in ein verächtliches Brandmal verwandelte, mit dem er seine Frau gezeichnet hatte.

Das hier ist etwas anderes, sagte er ihr stumm. Verstehe es. Bitte verstehe es. Er konnte in ihr ein schwaches Zittern wie einen unterdrückten Schauer spüren, mehr Angst als Verlangen, die sich irgendwie, trotz all der Mädchen und Frauen, die er besessen hatte, auf ihn übertrug, so daß auch er zu zittern begann; dennoch ließ er seine Hand weiter den Raum zwischen ihnen überbrücken, bis er spürte, daß das Zittern nachließ, seines und ihres.

Diesmal küßte sie ihn, zuerst zögernd, und dann in einem Gefühlsausbruch, als wollte sie ihn verschlingen, und es erschütterte ihn; schließlich trennten sie sich in stummer Übereinkunft und halfen einander hastig mit Dingen wie Knöpfen, Reißverschlüssen und Schnallen. Es war, wie er es erwartet hatte: keine weißen Stellen, keine Trägerzeichen, sah er mit flüchtigen Blicken, die seine Beine unter ihm wegzogen.

»Du hast einen kleinen Dickbauch«, bemerkte sie.

»Ich bin regelmäßig gelaufen«, sagte er, sich verteidigend.

»Du bist sehr fest«, sagte er.

»Nicht immer.«

Dann lagen sie wieder dicht beieinander. Gott, wie süß in der warmen Sonne! Sie küßte sein beschädigtes Ohr und weinte, und er erkannte mit einem plötzlichen neuen Gefühl, daß er nichts nehmen wollte, er sehnte sich nur danach, zu geben, ihr zärtlich alles, was er in der Welt besaß, zu geben, alles, das Adam Silverstone war.

Schließlich verspürten sie Hunger.

»Morgen«, sagte sie, »stehen wir rechtzeitig für die frühe Flut am Head-of-the-Meadow auf. Ich fange dir einige kleine, aber dicke Flundern, und du kannst sie als guter Chirurg für mich putzen, und ich röste sie dir auf Holzkohle, eingerieben mit frischem Zitronensaft und einer Menge Butter.«

»Mmm .« Dann: »Aber was ist mit heute?«

»Heute ... wir haben noch einige Eier übrig.«

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