Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
»Pandit Jawah.«
»Stellen Sie ihn für achtundvierzig Stunden unter Quarantäne. Dann ist er entweder kuriert oder tot.«
Honey befand sich in einem Zustand heilloser Aufregung. Sie suchte Paige auf. »Ich brauche deine Hilfe.« »Wo brennt's denn?«
Honey erzählte. »Bitte - könntest du nicht mit ihm sprechen? Er kann kein Englisch, und du kannst doch Indisch.« »Hindi.«
»Ist doch egal. Wirst du mit ihm sprechen?« »Selbstverständlich.«
Es dauerte keine zehn Minuten, und Paige unterhielt sich mit Pandit Jawah.
»Aap ki tabyat kaisi hai?« »Karabhai.«
»Aap jald acha ko hum kardenge.«
»Bhagwan aap ki soney ga.«
»Aap ka ilaj hum jalb shurro kardenge.«
»Shukria.«
»Dost kiss liay hain?«
Paige nahm Honey auf dem Flur beiseite. »Was hat er gesagt?«
»Er hat gesagt, daß er sich furchtbar elend fühlt. Ich hab' ihm erklärt, daß es ihm bald bessergehen wird. Er sagte, das sollte ich mal Gott erzählen. Ich habe ihm gesagt, daß wir sofort mit der Behandlung beginnen werden. Er sagte, er sei mir dankbar.« »Bin ich dir auch.« »Wozu hat man Freunde?«
Cholera ist eine Krankheit, die innerhalb von vierundzwanzig Stunden durch Austrocknung des Körpers den Tod herbeiführen kann oder auch binnen weniger Stunden geheilt werden kann.
Pandit Jawah war fünf Stunden nach Beginn der Behandlung schon fast wieder gesund.
Paige schaute bei Jimmy Ford vorbei.
Bei ihrem Anblick leuchtete sein Gesicht auf. »Hallo.« Die Stimme war noch schwach; insgesamt hatte er sich jedoch wie durch ein Wunder rasch erholt.
»Wie fühlen Sie sich?« fragte Paige.
»Großartig. Haben Sie den schon gehört, über den Arzt, der seinem Patienten erklärt: >Es wäre für Sie das beste, das Rauchen und Trinken ganz aufzugeben und Sex einzuschränken?< Darauf sagt der Patient: >Das Beste ist für mich viel zu gut. So viel Gutes habe ich nicht verdient. Was ist das Zweitbeste?««
Da wußte Paige, daß Jimmy auf dem Weg der Besserung war.
Ken Mallory hatte Dienstschluß, und er war mit Kat verabredet. Da hörte er über Lautsprecher seinen Namen. Er zögerte. Sollte er sich nun melden, oder sollte er rasch und unauffällig verduften? Sein Name wurde ein zweites Mal ausgerufen. Widerwillig nahm er den Hörer ab. »Hier Dr. Mallory.«
»Doktor, könnten Sie bitte zum Notfallraum 2 kommen? Wir haben hier einen Patienten, der.«
»Bedaure«, erwiderte Mallory. »Ich habe mich gerade abgemeldet. Suchen Sie sich jemand anderen.«
»Es ist sonst niemand verfügbar, der mit dieser Sache zurechtkäme. Es handelt sich um ein blutendes Magengeschwür, der Zustand des Patienten ist kritisch. Ich fürchte, daß wir ihn verlieren könnten, wenn .«
Verdammt! »In Ordnung. Bin gleich da.« Ich muß Kat anrufen und ihr mitteilen, daß ich mich verspäten werde.
Der Patient im Notfallraum war ein Mann in den Sechzigern, nur halb bei Bewußtsein und leichenblaß. Er schwitzte. Der Atem ging schwer. Er litt offensichtlich unter entsetzlichen Schmerzen. Mal-lory warf nur einen Blick auf den Mann und sagte: »Bringen Sie ihn in einen OP-Saal. Stat.«
Eine Viertelstunde später hatte Mallory den Patienten auf einem Operationstisch vor sich; der Anästhesist überwachte den Blutdruck. »Er sinkt rasch.«
»Pumpen Sie mehr Blut in ihn hinein!«
Ken Mallory begann mit der Operation. Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Blitzschnell schnitt er durch die Haut, die Fettschicht, die Muskelhaut, den Muskel selbst und schließlich durch das glatte, durchsichtige Bauchfell. Das Blut ergoß sich in den Magen.
»Den Kauterisator!« rief Mallory. »Besorgen Sie mir von der Blutbank vier Einheiten Blut.« Er begann mit dem Ausbrennen der blutenden Gefäße.
Die Operation dauerte ganze vier Stunden. Mallory war total erschöpft. Er blickte auf den Patienten herab und stellte fest: »Er wird es überleben.«
Eine der Schwestern schenkte Mallory ein überaus warmes Lächeln. »Gott sei Dank, daß Sie da waren, Dr. Mallory.«
Er schaute sie an. Sie war ein hübsches, junges Ding und einer Einladung offensichtlich nicht abgeneigt. Dich hol' ich mir später, Baby, dachte er und wandte sich an den jüngeren Assistenten. »Machen Sie ihn wieder zu und bringen Sie ihn in den Aufwachraum. Ich werde ihn mir morgen früh anschauen.«
Mallory überlegte, ob er Kat anrufen sollte. Es war Mitternacht geworden. Er beschloß, ihr zwei Dutzend Rosen zu schicken.
Als Mallory am folgenden Tag um sechs seinen Dienst aufnahm, schaute er im Aufwachraum nach seinem neuen Patienten.
»Er ist bei Bewußtsein«, sagte die Schwester.
Mallory trat ans Bett. »Ich bin Dr. Mallory. Wie fühlen Sie sich?«
»Wenn ich die Alternative bedenke, geht's mir gut«, erwiderte der Patient mit schwacher Stimme. »Wie ich höre, haben Sie mir das Leben gerettet. Das war eine verrückte Geschichte. Ich war im Wagen unterwegs zu einer Abendgesellschaft, da krieg' ich plötzlich diese Schmerzen. Ich muß wohl das Bewußtsein verloren haben. Es war ein Glück, daß wir nur ein paar Straßen vom Krankenhaus entfernt waren. Man hat mich hier in die Notaufnahme eingeliefert.«
»Sie haben Glück gehabt. Sie hatten viel Blut verloren.«
»Man hat mir gesagt, daß ich zehn Minuten später nicht mehr zu retten gewesen wäre. Ich möchte Ihnen danken, Doktor.«
»Ich habe nur meine Pflicht getan.«
Der Patient musterte ihn gründlich. »Ich heiße Alex Harrison.«
Der Name bedeutete Mallory gar nichts. »Freut mich, Sie kennenzulernen, Mr. Harrison.« Er fühlte ihm den Puls. »Spüren Sie jetzt Schmerzen?«
»Wenig. Ich nehme allerdings an, daß ich mit Medikamenten vollgestopft worden bin.«
»Die Narkose wird nachlassen«, versicherte ihm Mallory. »Und die Schmerzen auch. Es wird Ihnen wieder gutgehen.«
»Wie lange werde ich im Krankenhaus bleiben müssen?«
»Wir werden Sie in ein paar Tagen entlassen können.«
Ein Verwaltungsangestellter kam mit Krankenhausformularen herein. »Mr. Harrison, nur für unsere Unterlagen - das Krankenhaus muß wissen, ob Sie versichert sind.«
»Sie meinen, Sie wollen wissen, ob ich meine Rechnung bezahlen kann.«
»Nun ja, so würde ich es nicht ausdrücken, Sir.«