Watership Down. Unten am Fluß
- Автор: Адамс Ричард
- Год: 2001
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Watership Down. Unten am Fluß». Краткое содержание книги:
Auch der Zeichentrickfilm von Martin Rosen mit dem Titelsong von Art Garfunkel wurde ein weltweiter Erfolg.
Der Autor
Richard Adams, 1920 in Berkshire geboren, studierte in Oxford Literatur und Geschichte. Auf den häufigen Fahrten zwischen seiner Londoner Wohnung, seinem kleinen Landhaus in den Downs südwestlich von London und Stratford-on-Avon unterhielt er seine Töchter Juliet und Rosamond mit Geschichten über Kaninchen und begann schließlich, sie aufzuschreiben. Nach dem Welterfolg von Watership down - Unten am Fluß hat Richard Adams seine Tätigkeit beim englischen Amt für Umweltschutz aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er lebt mit seiner Familie auf der Insel Man.
Aus dem Englischen von Egon Strohm.
»Kommt!« sagte Bigwig. »Wir können nicht hierbleiben. Den Feldweg hinauf, alle, und schnell!« Blackberry, Speedwell und Hawkbit rannten sofort los und nahmen Boxwood und Clover mit in die Dunkelheit unter der Scheune. Dandelion blieb neben Haystack, bat sie inständig, sich zu bewegen, und erwartete jeden Augenblick, die Katzenpfote in seinem Rücken zu fühlen. Bigwig sprang zu ihm hinüber.
»Dandelion«, sagte er ihm ins Ohr, »verschwinde, wenn du nicht getötet werden willst!«
»Aber die -«, begann Dandelion.
»Tu, was ich dir sage!« befahl Bigwig. Der Lärm des Hundegebells war schrecklich, und er selbst war einer Panik nahe. Dandelion zögerte noch einen Augenblick. Dann verließ er Haystack und raste den Feldweg neben Bigwig hinauf.
Sie fanden die anderen um Hazel versammelt unter der Böschung. Boxwood und Clover zitterten und schienen erschöpft. Hazel redete beruhigend auf sie ein, brach aber dann ab, als Bigwig aus dem Dunkel auftauchte. Der Hund hörte auf zu bellen, und es herrschte Ruhe.
»Wir sind alle da«, sagte Bigwig. »Sollen wir gehen, Hazel?«
»Aber es waren vier Stallhasen«, sagte Hazel. »Wo sind die anderen beiden?«
»Im Farmhof«, sagte Blackberry. »Wir konnten nichts mit ihnen anfangen, und dann begann der Hund zu bellen.«
»Ja, ich hörte es, sie sind also frei?«
»Die werden bald noch viel freier sein«, sagte Bigwig zornig. »Die Katzen sind da.«
»Warum hast du sie dann zurückgelassen?«
»Weil sie sich nicht rühren wollten. Es war schon schlimm genug, ehe der Hund anfing.«
»Ist der Hund angebunden?« fragte Hazel.
»Ja, er ist angebunden. Aber erwartest du von einem Kaninchen, ein paar Meter von einem bösen Hund entfernt die Stellung zu behaupten?«
»Nein, natürlich nicht«, erwiderte Hazel. »Du hast Wunder bewirkt, Bigwig. Sie haben mir, gerade bevor du kamst, erzählt, daß du eine der Katzen derart verhauen hast, daß sie sich nicht traute, zurückzukommen, um noch mehr Dresche zu beziehen. Jetzt hör zu, glaubst du, daß du zusammen mit Blackberry, Speedwell und Hawkbit diese beiden Kaninchen zum Gehege bringen kannst? Ich fürchte, du wirst beinahe die ganze Nacht dazu brauchen. Sie können nicht sehr schnell gehen, und du wirst Geduld mit ihnen haben müssen. Dandelion, du kommst mit mir, ja?«
»Wohin, Hazel-rah?«
»Die anderen beiden holen«, sagte Hazel. »Du bist der Schnellste, es wird also nicht gefährlich für dich sein, nicht wahr? Und jetzt lungere nicht herum, Bigwig, sei ein guter Junge. Auf Wiedersehen, bis morgen.«
Ehe Bigwig etwas erwidern konnte, war Hazel unter den Ulmen verschwunden. Dandelion blieb, wo er war, sah Bigwig unsicher an.
»Wirst du tun, was er sagt?« fragte Bigwig.
»Und du?« erwiderte Dandelion.
Bigwig brauchte nur einen Augenblick, um sich darüber klarzuwerden, daß ein totales Chaos ausbrechen würde, wenn er erklärte, er würde nicht tun, was Hazel sagte. Er konnte nicht alle anderen zur Farm zurückbringen, und er konnte sie nicht allein lassen. Er murmelte etwas, Hazel sei doch verdammt zu klug, schubste Hawkbit von einer Gänsedistel weg, an der er knabberte, und führte seine fünf Kaninchen über die Böschung ins Feld. Dandelion, allein gelassen, ging Hazel in den Farmhof nach.
Als er an der Scheunenseite entlangging, konnte er Hazel im Freien nahe dem Weibchen Haystack hören. Keiner der beiden Stallhasen hatte sich von der Stelle gerührt, wo er und Bigwig sie verlassen hatten. Der Hund war in seine Hütte zurückgegangen; aber obgleich er nicht zu sehen war, spürte Dandelion, daß er wach und wachsam war. Er kam vorsichtig aus dem Schatten heraus und ging auf Hazel zu.
»Ich habe gerade mit Haystack hier geplaudert«, sagte Hazel. »Ich habe erklärt, daß wir eine kleine Strecke zu gehen haben. Glaubst du, du könntest zu Laurel hinüberhopsen und ihn dazu bringen, sich uns anzuschließen?«
Er sprach beinahe fröhlich und unbekümmert, aber Dandelion konnte seine aufgerissenen Augen und das leichte Zittern seiner Vorderpfoten sehen. Er selbst bemerkte jetzt etwas Sonderbares - eine Art Leuchten - in der Luft. Es schien ein merkwürdiges Vibrieren irgendwo in der Ferne zu sein. Er blickte sich nach den Katzen um und sah, wie befürchtet, daß beide ein bißchen abseits vor dem Farmhaus hockten. Ihr Zögern, näher zu kommen, konnte Bigwig zugeschrieben werden, aber sie gingen nicht weg. Dandelion blickte zu ihnen über den Hof und wurde plötzlich von Schrecken gepackt.
»Hazel!« flüsterte er. »Die Katzen! Lieber Frith, warum funkeln ihre Augen so grün? Schau!«
Hazel setzte sich schnell auf, und gleichzeitig sprang Dandelion entsetzt zurück, denn Hazels Augen funkelten in der Dunkelheit in einem glühenden, tiefen Rot. Im selben Augenblick wurde das brummende Vibrieren lauter und übertönte das Rauschen der nächtlichen Brise in den Ulmen. Dann saßen alle vier Kaninchen, durch das plötzliche, blendende Licht, das sich wie ein Wolkenbruch über sie ergoß, wie versteinert da. Ihr Instinkt war von diesem furchtbaren Glanz wie betäubt. Der Hund bellte und wurde wieder still. Dandelion versuchte, sich zu bewegen, konnte aber nicht. Die schreckliche Helle schien ihm ins Gehirn zu dringen.
Der Wagen, der den Feldweg und über die Bergkuppe unter den Ulmen heraufgekommen war, fuhr noch ein paar Meter weiter und hielt.
»Lucys Kaninchen sind raus, schau!«
»Ah, bring sie schnellstens wieder zurück. Laß die Scheinwerfer an!«
Das Geräusch von Männerstimmen von irgendwo hinter dem grellen Licht brachte Hazel wieder zur Besinnung. Er konnte zwar nicht sehen, aber seinem Gehör oder seiner Nase war, wie er merkte, nichts geschehen. Er schloß die Augen und wußte sofort, wo er war.
»Dandelion! Haystack! Schließt eure Augen und lauft«, sagte er. Einen Augenblick später roch er die Flechte und die kühle Feuchtigkeit eines der Reitelsteine. Er befand sich unter der Scheune. Dandelion war neben ihm und ein bißchen weiter weg Haystack. Draußen scharrten und knirschten die Männerstiefel über die Steine.
»So ist's recht. Geh rum und hinterher.«
»Er wird nicht weit kommen!«
»Fang ihn dann ein!«
Hazel ging zu Haystack hinüber. »Ich fürchte, wir werden Laurel zurücklassen müssen«, sagte er. »Folge mir nur.«
Sich unter dem erhöhten Boden der Scheune haltend, flitzten alle drei zu den Ulmen hinüber. Die Männerstimmen blieben zurück. Als sie ins Gras nahe dem Feldweg hinauskamen, fanden sie die Dunkelheit hinter den Scheinwerfern voll von Auspuffgasen - ein feindlicher, erstickender Geruch, der ihre Verwirrung noch vergrößerte. Haystack setzte sich wieder hin und konnte nicht bewogen werden weiterzugehen.
»Sollten wir sie nicht hierlassen, Hazel-rah?« fragte Dandelion. »Schließlich werden ihr die Männer nichts tun -sie haben Laurel gefangen und ihn in den Verschlag zurückgebracht.«
»Wenn es ein Rammler wäre, würde ich ja sagen«, meinte Hazel. »Aber wir brauchen dieses Weibchen. Deshalb sind wir ja hergekommen.«
In diesem Augenblick witterten sie den Geruch von weißen Stengeln und hörten die Männer in den Farmhof zurückkehren. Man vernahm ein metallisches Geräusch, als sie im Wagen herumstöberten. Der Klang schien Haystack aufzurütteln. Sie sah sich nach Dandelion um.
»Ich möchte nicht in den Verschlag zurück«, sagte sie.
»Bist du sicher?« fragte Dandelion.
»Ja. Ich gehe mit dir.«
Dandelion drehte sich sofort zur Hecke um. Erst als er sie durchquert und den Graben dahinter erreicht hatte, merkte er, daß er sich auf der gegenüberliegenden Seite des Feldweges befand statt auf derjenigen, auf der sie sich zuerst genähert hatten. Er war in einem fremden Graben. Allerdings schien das nicht beunruhigend zu sein - der Graben führte den Hang hinunter, und das war der Heimweg. Langsam ging er ihn entlang und wartete darauf, daß Hazel sich anschlösse.