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Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]

Электронная книга - «Das Erbe der Phaetonen [Сестра Земли. Наследство фаэтонцев - de]». Краткое содержание книги:

Menschlicher Forschergeist sind keine Grenzen gesetzt. Kurz vor dem Jahre 2000 sind Mond und Mars bereits bezwungen.
Die Venus dagegen, der Schwesterplanet der Erde, hütet hinter einer dichten Wolkenhülle auch vor den stärksten irdischen Teleskopen ihre Geheimnisse.
Deshalb startet die SSSR-KS 3“, ein sowjetisches Raumschiff, mit zwölf Wissenschaftlern an Bord in Richtung Venus. Die Landung gelingt, doch heftige Gewitter und sintflutartige Regen erschweren die Erkundung des Planeten.
Alle bewegt die Frage: Gibt es hier vernunftbegabte Wesen? Sollen es die aufrecht gehenden schildkrötenartigen Geschöpfe sein, die dreien der Kosmonauten zum Verhängnis werden?
Phantasiereich und glaubhaft gestaltet der Autor die Begegnung des Erdenmenschen mit Bewohnern einer anderen Welt und mit der ans Wunderbare grenzende Technik eines fremden Raumschiffs, das vor Jahrtausenden auf der Venus niedergegangen ist.
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— Wie konnte er bloß das schwache Licht bemerken, als die Scheinwerfer noch eingeschaltet waren?

Die Bäume wurden noch deutlicher sichtbar. Im Innern der Stämme schien eine unerklärliche Flamme, deren Liehe‘die Rinde durchdrang, immer stärker entfacht zu werden und zu lodern. Stellenweise ging das rosige Licht in dunkleres Rot über.

Das flimmernde Leuchten wurde so stark, daß es den Augen weh tat.

Plötzlich sah es aus, als ob sich der ihnen am nächsten befindliche Baum mit einem zitternden Netz blendend weißer Fäden überzog. Wie Rinnsale weißglühenden Metalls flossen sie den Stamm entlang und verschwanden im Boden.

Darauf erlosch das Licht des Baumes schlagartig. Die soeben noch grellrote Säule entzog sich den Blicken und war vor dem leuchtenden Hintergrund der anderen Bäume nur noch als schwarze Silhouette zu erkennen. Nach einer Weile jedoch flammte das innere Leuchten abermals auf, zuerst rosig, dann immer mehr in Rot übergehend.

Der geheimnisvolle Vorgang wiederholte sich immer häufiger, bald mit dem einen, bald mit dem anderen Baum. Es schien, als versuche jemand, das in den Stämmen lodernde Feuer zu löschen, doch es loderte nach wenigen Augenblicken stets aufs neue mit gewachsener Kraft wieder empor.

„Gut, daß unser Wagen nicht aus Metall gebaut ist“, sagte Belopolski leise. „Und dabei ist das noch nicht das Gewitter, sondern erst sein Präludium.“ Balandin hatte gerade das gleiche gedacht. Es war klar, daß diese ganze Phantasmagorie durch die Elektrisierung der Luft hervorgerufen wurde. Die Rinde der Bäume leitete offenbar den Strom weiter. Diesem Umstand mußte man es wohl zuschreiben, daß die Stämme leuchteten. In der Baumrinde sammelte sich Elektrizität, und sie entlud sich in die Erde, sobald die Konzentration zu groß wurde.

Was für eine Rinde war das, die über solch ungewöhnliche Fähigkeiten verfügte?

„Wieder ein Rätsel mehr“, sagte der Professor.

Belopolski kam nicht dazu, Antwort zu geben.

Durch den Wald ergoß sich grelles Licht. Die Zweige und Blätter hoch über ihnen, die bislang nicht zu erkennen gewesen waren, leuchteten schneeweiß auf. Jeder einzelne Grashalm, jeder Zweig an den Sträuchern zeichnete sich ab. In diesem strahlenden Glanz ging das rote Licht der Stämme unter. Zur gleichen Zeit krachte ein fürchterlicher Donnerschlag, als wären samtliche Bäume des Waldes zugleich gefällt worden.

Halb betäubt, bedeckten die beiden Männer das Gesicht mit den Händen. Sie sahen aber noch, wie sich der ganze Glanz der Kuppel ihnen zu Häupten pfeilgeschwind in eine einzige Feuersaule verwandelte und auf das Dach des Geländewagens stürzte.

Sogar durch die geschlossenen Lider fühlten sie, wie es im Wagen unerträglich hell wurde. Sie hörten ein heftiges Knakken, das von einem zweiten, weitaus schrecklicheren Donnerschlag übertönt wurde.

Ehe der Professor das Bewußtsein verlor, bemerkte er noch starken Ozongeruch. Ein letzter Gedanke flackerte in seinem zerrütteten Hirn auf: die Antenne!

Belopolski erhob sich halb von seinem Sitz, beugte sich krampfhaft vor, gleichsam bemüht, das Gleichgewicht zu halten, und schlug dann lang auf den Boden der Kabine. Über ihn fiel wie leblos Balandin …

Das strahlende Gewölbe wurde noch gleißender, noch blendender. Aber die beiden Männer sahen und hörten nichts mehr.

Triumphierend krachten Donnerschläge, als feierten sie ihren Sieg über die irdischen Eindringlinge. Durch das Gewölbe der Baumkronen stießen grelle Blitze ins Dickicht und flossen, in zahllose Rinnsale verzweigt, die Baumstämme hinab. Rot leuchtend flammten die Baumriesen auf und erloschen wieder.

Fern erscholl, allmählich wachsend und anschwellend, dumpfes Grollen.

Über dem Ort, an dem mit verbrannter Antenne der Geländewagen stand, zog der wütende Venusregen auf.

Am Ufer des Sees

Dieses Gewitter war das kürzeste, aber schrecklichste, das die Sternfahrer auf dem unerforschten Planeten erlebten.

Es gab Augenblicke, in denen sie zweifelten, ob der Schiffskörper die ununterbrochen herniederprasselnden Blitze und die schreckliche Wucht der Regengüsse aushalten würde, von denen das ganze Schiff erbebte. Noch nie hatten die Elemente derart gewütet.

Bei jedem Donnerschlag — und sie folgten einander fast ohne Pause — schlitterte das gewaltige Raumschiff so heftig, daß alle fürchteten, es werde sich sogleich auf die Seite legen und wie ein Strohhalm, den der Wirbelsturm vor sich her treibt, das Ufer hinabgleiten.

Die Außenatmosphäre verwandelte sich in ein einziges elektrisches Meer. Alle Anlagen des zentralen Steuerpultes, die nach draußen Verbindung besaßen, versagten. Das Schiff „erblindete“, wurde „taub“. Zum Glück war es Toporkow gelungen, die Außenantenne beizeiten zu bergen. Das berechtigte zu der Hoffnung, daß die Funkanlagen wenigstens nicht zerstört werden würden.

An den erstbesten Gegenstand geklammert — Hauptsache, er war befestigt und hielt! — , warteten die Besatzungsmitglieder stumm auf das Ende des Chaos. In den zwölf Minuten, die das Gewitter währte, dachte keiner von ihnen an sich und was ihn erwartete, falls das Schiff umschlagen würde. Alle weilten in Gedanken an der Seite ihrer Genossen im Wald.

Das hundert Tonnen schwere Raumschiff trotzte mühsam der Gewalt des Unwetters. Was aber mochte aus dem kleinen, leichten Geländewagen und den beiden Insassen geworden sein? Bot ihnen der Wald, auf den sie sich verlassen hatten, als sie ihre gefährliche Fahrt begannen, genügend Schutz?

Quälend langsam verstrichen die Sekunden, die Minuten …

Das gewaltige Schiff schütterte und wankte. Das Gewitter schien kein Ende zu nehmen.

Wenn später jemand daran zurückdachte, daß ihnen kurze zwölf Minuten wie träge Stunden vorgekommen waren, wunderte er sich. Aber genauso war es gewesen.

Kaum war das Gewitter mit der für die Venus üblichen Plötzlichkeit abgezogen, erscholl in allen Räumen des Raumschiffes die bestimmte und äußerlich ruhige Stimme Melnikows. Er hatte sein Pult die ganze Zeit nicht verlassen, um nötigenfalls, wenn es am Boden zu gefährlich wurde, mit dem Schiff sofort starten zu können.

„Sofort die Geräte und Apparaturen der Funkkabine, des Observatoriums und der Räume im Achterschiff prüfen und mir ihren Zustand melden“, befahl er. „Die Genossen Knjasew und Wtorow machen den zweiten Geländewagen fahrfertig und halten sich bereit, um nötigenfalls dem anderen Wagen zu Hilfe zu kommen. Stepan Arkadjewitsch stellt ein Rettungskommando zusammen. Igor Dmitrijewitsch — so schnell wie möglich Funkverbindung mit Belopolski und Balandin herstellen. Ich bin am Steuerpult.“ Während Melnikow auf die Ausführung seiner Befehle wartete, kontrollierte er mit Hilfe der Geräte den allgemeinen Zustand des Schiffes. Er wußte schon, daß der zentrale Bildschirm nicht funktionierte. Aber wie sah es mit den anderen aus?

Systematisch drückte er nacheinander auf die Kontrollknöpfe und verfolgte gespannt die Antworten, die ihm die Lämpchen am Pult und die Aufzeichnungsstreifen der Registriergeräte gaben.

Der Schiffskörper sowie die Mechanismen der Stoßdämpfer und Tragflächen waren unversehrt geblieben. Die ausfahrbare Antenne hatte ebenfalls keinen Schaden genommen. Aber alle Horchgeräte, Außenbildschirme und Radarprojektoren wiesen Schäden auf.

Das war unerfreulich, doch keineswegs beängstigend. Saizew und Toporkow würden alles in ein, zwei Tagen wieder instand setzen.

Ungeduldig wartete Melnikow auf die Meldungen. Es war nicht seine Art, zur Eile zu drängen. Er wußte, daß seine Kameraden keine Zeit verlieren würden.

Er wirkte völlig ruhig. Nur Olga hätte wohl an seinem verdunkelten Blick und den betont gemächlichen Bewegungen seinen wahren Zustand erkannt. Sogar dem aufmerksam beobachtenden Paitschadse, der in die Zentrale kam, um zu melden, daß die astronomischen Geräte gebrauchsfähig geblieben seien, fiel nichts auf.

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