Die Pflicht zu schweigen
- Автор: Шелдон Сидни
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Die Pflicht zu schweigen». Краткое содержание книги:
Über den Autor
Sidney Sheldon, geboren 1917, war ein absolutes Phänomen in der internationalen Buchwelt. Erst mit fünfzig schrieb er seinen ersten Roman Das nackte Gesicht. Seither sind von zahlreiche Bücher erschienen, jedes ein Weltbestseller, jedes in viele Sprachen übersetzt und alle verfilmt. Sidney Sheldon lebte abwechselnd in Los Angeles, Palm Springs und London. 2007 verstarb der Autor.
Ungekürzte Ausgabe Titel der Originalausgabe: Nothing Lasts Forever Originalverlag: William Morrow and Company, Inc., New York
Er lud sie ein ins Iron Horse, wo sie köstlich dinierten und Kat den Abend trotz allem genoß. Mallory war liebenswürdig und amüsant, und er hatte eine unglaublich erotische Ausstrahlung. Und er schien aufrichtig daran interessiert, alles über sie zu erfahren. Sie wußte natürlich, daß er ihr schmeichelte; andererseits hatte sie aber den Eindruck, daß er die Komplimente, die er ihr machte, ernst meinte.
Wenn ich nicht genau wüßte...
Mallory hatte das Essen kaum angerührt. Ihm ging immer nur ein Gedanke durch den Kopf: In zwei Stunden werde ich zehntausend Dollar gewinnen... In einer Stunde werde ich zehntausend Dollar gewinnen... In dreißig Minuten...
Sie hatten ihren Kaffee ausgetrunken.
»Bist du bereit?« fragte Mallory.
Kat legte ihm die Hand auf den Arm. »Wenn du wüßtest, wie bereit. Komm, gehen wir.«
Sie fuhren mit dem Taxi zu Mallorys Wohnung. »Ich bin absolut verrückt nach dir«, murmelte Mallory. »Eine Frau wie dich hab' ich noch nie erlebt.«
Da klang ihr plötzlich wieder Grundys Stimme im Ohr: Der ist sich seiner Sache inzwischen so sicher, daß er angeboten hat, weitere Wetten anzunehmen.
Sie kamen an, Mallory zahlte für das Taxi und ließ Kat in den Fahrstuhl vorangehen, der, wie es Mallory schien, eine Ewigkeit brauchte. Mallory öffnete die Tür. »Da wären wir«, sagte Mallory voller Ungeduld.
Kat trat ein. Es war eine ganz gewöhnliche Junggesellenwohnung, der man sofort ansah, daß ihr die Hand einer Frau fehlte.
»Wie schön«, hauchte Kat und strahlte Mallory an. »Das bist du!«
Er grinste. »Komm, ich zeige dir unser Zimmer. Ich leg' nur noch rasch ein wenig Musik auf.«
Während er zum CD-Regal ging, schaute Kat kurz auf die Armbanduhr.
Barbara Streisands Stimme erfüllte den Raum.
Mallory nahm Kat bei der Hand. »Komm, Liebling.«
»Einen Augenblick!« bat Kat weich.
Er sah sie überrascht an. »Wozu?«
»Ich möchte diesen Augenblick mit dir genießen, weißt du, bevor wir.«
»Warum genießen wir ihn denn nicht im Schlafzimmer?«
»Ich hätte gern etwas zu trinken.«
»Einen Drink?« Er hatte Mühe, seine Ungeduld zu verbergen. »Gut. Was hättest du gern?«
»Einen Wodka und Tonic bitte.«
»Das werden wir gerade noch hinkriegen.« Er lächelte, ging hinüber zur kleinen Bar und mixte eilig zwei Drinks.
Kat warf noch einmal rasch einen Blick auf die Armbanduhr.
Mallory kam mit den Gläsern zurück; eins reichte er Kat. »Auf dich, Baby.« Er hob sein Glas. »Auf die Zweisamkeit.«
»Auf die Zweisamkeit«, wiederholte Kat und nahm einen Schluck. »O mein Gott!«
Er reagierte nervös. »Was ist los?«
»Das ist ja Wodka!«
»Du hast mich ja auch um Wodka gebeten.«
»Hab' ich das? Verzeih. Aber ich hasse Wodka!« Sie streichelte seine Wange. »Könnte ich bitte einen Scotch mit Soda haben?«
»Natürlich.« Er schluckte seinen Ärger hinunter und kehrte zur Bar zurück, um einen neuen Drink zu mixen.
Kat blickte wieder auf die Armbanduhr.
Ken Mallory kam zurück. »Hier, bitte sehr.«
»Dank dir, Liebling.«
Sie trank zwei Schlucke. Mallory nahm ihr das Glas aus der Hand und setzte es auf dem Tisch ab. Er legte beide Arme um Kat und zog sie an sich. Sie konnte seine Erregung spüren.
»Und jetzt«, sagte Ken suggestiv, »wollen wir zusammen Geschichte machen.«
»O ja!« sagte Kat. »Ja!«
Sie ließ sich von ihm ins Schlafzimmer führen.
Ich hab's geschafft! jubilierte Mallory. Ich hab's geschafft! Die Mauern Jerichos fallen! »Zieh dich aus, Baby.«
»Du zuerst, Liebling. Ich möchte sehen, wie du dich ausziehst. Es erregt mich.« »Ach ja? Also gut.«
Während Kat still zuschaute, zog Mallory seine Sachen aus, ganz langsam, zuerst das Jackett, dann Hemd und Krawatte, danach Schuhe und Strümpfe, anschließend die Hose. Er hatte die feste, schlanke Figur eines Sportlers. »Erregt es dich, Baby?« »O ja. Und jetzt zieh die Unterhose aus.« Mallory ließ die Unterhose langsam zu Boden fallen. Er hatte eine volle Erektion. »Wunderbar!« rief Kat. »Jetzt bist du an der Reihe.« »In Ordnung.«
In genau diesem Moment legte Kats Piepser los.
Mallory zuckte zusammen. »Was zum Teufel.«
»Ich werde gerufen«, sagte Kat. »Darf ich dein Telefon benützen?«
»Jetzt?«
»Ja. Es muß ein Notfall sein.«
»Jetzt? Kann das nicht warten?«
»Aber Liebling, du kennst doch die Regeln.«
»Aber.«
Mallory sah sie zum Telefon gehen und wählen. »Hier Dr. Hunter.« Sie horchte. »Wirklich? Selbstverständlich. Ich bin gleich da.« Mallory starrte sie entgeistert an. »Was geht da vor?« »Ich muß sofort ins Krankenhaus, mein Engel.«
»Jetzt?«
»Ja. Ein Patient von mir liegt im Sterben.« »Kann das nicht warten, bis.«
»Tut mir leid. Wir holen's an einem anderen Abend nach.«
Ken Mallory stand splitterfasernackt da und schaute Kat nach, als sie aus der Wohnung ging, und als die Tür hinter ihr ins Schloß fiel, nahm er ihren Drink und schleuderte ihn gegen die Wand. Die Hexe... diese Hexe... die Hexe...
Als Kat in ihre Wohnung zurückkehrte, warteten Paige und Honey bereits aufgeregt auf sie.
»Wie war's?« fragte Paige. »Kam mein Ruf rechtzeitig?«
Kat lachte. »Genau im richtigen Moment.«
Sie begann, ihnen von ihrem Abend zu erzählen. Als sie an dem Punkt angelangt war, als Mallory nackt im Schlafzimmer stand, mit seiner schönen Erektion, lachten sie, bis ihnen die Tränen in die Augen schossen.
Beinahe hätte Kat ihnen erzählt, wie sehr sie das Zusammensein mit Ken Mallory genoß, aber sie kam sich blöd vor. Schließlich traf er sich nur mit ihr, um seine Wette zu gewinnen.
Paige schien irgendwie zu spüren, was in Kat vorging. »Nimm dich vor ihm in acht, Kat.«
Kat lächelte. »Keine Sorge. Aber ich muß zugeben, wenn ich nichts von dieser Wette wüßte... Er ist eine Schlange, aber eine charmante.«