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Электронная книга - «Der Hypnotiseur». Краткое содержание книги:

Der Hypnotiseur
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Sie hat ihn nicht zurückkommen gehört.

Der Text beschreibt, wie Wailord seine Beute jagt, indem er einen riesigen Sprung macht, mitten im Schwarm landet und mit dem Maul voller Fische einfach weiterschwimmt. Es ist ein entsetzlicher Anblick, liest Simone, wenn Wailord seine Beute mit einem einzigen Bissen verschluckt.

Sie beschränkt ihre Suche auf Seiten in schwedischer Sprache, klickt ein Forum an und findet einen Dialog:

»Hallo, wie bekommt man einen Wailord?«

»Der leichteste Weg, einen Wailord zu bekommen, besteht darin, auf dem offenen Meer einen Wailmer zu fangen.«

»OK, aber wo genau ist dieses Meer?«

»Fast überall, du musst nur Super Rod benutzen.«

»Findest du was?«, fragt Kennet.

»Das kann dauern.«

»Geh alle Mails durch, sieh dir den Papierkorb an, versuch, diesen Wailord aufzutreiben.«

Sie blickt auf und sieht, dass Kennet seine Lederjacke angezogen hat.

»Was hast du vor?«

»Ich fahre«, sagt er kurz.

»Wohin? Nach Hause?«

»Ich muss mit Nicke und Aida sprechen.«

»Soll ich mitkommen?«, fragt sie.

Kennet schüttelt den Kopf.

»Es ist besser, wenn du den Computer übernimmst.«

Als sie ihn in den Flur begleitet, versucht Kennet zu lächeln. Er sieht sehr müde aus. Sie umarmt ihn, schließt die Tür ab und hört ihn auf den Aufzugknopf drücken. Die Maschinerie setzt sich in Bewegung. Plötzlich fällt ihr ein, dass sie einmal einen ganzen Tag im Flur gestanden, die Tür angestarrt und darauf gewartet hat, dass ihr Vater nach Hause kommen würde. Sie war ungefähr neun gewesen und hatte begriffen, dass ihre Mutter sie verlassen wollte. Sie hatte nicht gewagt, sich darauf zu verlassen, dass ihr Vater bei ihr bleiben würde.

Als Simone in die Küche kommt, sieht sie, dass Kennet einen Hefekranz auf der Tüte aufgeschnitten hat, in der er gelegen hat. Die Kaffeemaschine ist eingeschaltet, und in der Kanne ist ein dunkler Bodensatz.

Der Geruch des angebrannten Kaffees vermischt sich mit dem panischen Gefühl, dass sie sich vermutlich jenseits der letzten Überreste der glücklichen Phase in ihrem Leben befindet. Es kommt ihr vor, als wäre ihr Leben in zwei Akte eingeteilt. Der erste, glückliche Akt, ist soeben zu Ende gegangen, und sie erträgt es nicht, daran zu denken, was vor ihr liegt.

Simone geht zu ihrer Handtasche und zieht das Handy heraus. Wie nicht anders zu erwarten, hat Ylva mehrmals versucht, sie anzurufen. Shulman steht ebenfalls auf der Liste. Simone geht zu seiner Nummer, drückt auf »Rufaufbau«, überlegt es sich jedoch wieder anders, noch ehe es klingeln kann. Sie legt das Handy weg und kehrt zum Computer zurück.

Vor dem Fenster ist es dezemberlich dunkel. Es scheint windig zu sein. Die hängenden Straßenlaternen schaukeln hin und her, und nasse Schneeflocken fallen durch das Licht.

Simone findet eine gelöschte Mail von Aida mit dem Text: Du tust mir so leid, weil du in einem Haus voller Lügen leben musst. Die Nachricht hat einen großen Anhang. Simone spürt den schneller werdenden Puls in den Schläfen, als sie die Maus zu ihm bewegt. Sie will gerade ein Bildprogramm auswählen, um die Datei im Anhang zu öffnen, als es vorsichtig an der Wohnungstür klopft. Es ist fast nur ein Kratzen. Sie hält die Luft an, hört es nochmals klopfen und steht auf. Als sie durch den langen Korridor geht, der zum Eingangsflur und zur Wohnungstür führt, hat sie Pudding in den Beinen.

29.

Sonntagnachmittag, der dreizehnte Dezember,

Luciafest

Kennet sitzt vor Aidas Hauseingang in Sundbyberg im Auto und grübelt über die seltsamen Drohungen in Benjamins Computer nach: »Nicke sagt, dass Wailord wütend ist und sein Maul gegen dich aufgerissen hat. Lass Nicke nicht zum Meer gehen.« Er überlegt, wie oft er in seinem Leben Angst gesehen und gehört hat. Das Gefühl ist ihm durchaus vertraut, denn kein Mensch geht ohne Angst durchs Leben.

Das Mietshaus, in dem Aida wohnt, ist relativ klein, es hat nur drei Stockwerke und sieht überraschend idyllisch, altmodisch und zuverlässig aus. Er betrachtet das Foto, das Simone ihm gegeben hat. Ein gepierctes Mädchen, die Augen sind schwarz geschminkt. Er fragt sich, warum es ihm schwerfällt, sie sich in diesem Haus vorzustellen, am Küchentisch oder in einem Zimmer, in dem Pferdeposter von Bildern Marilyn Mansons ersetzt wurden.

Kennet will aus dem Wagen steigen, um sich zu dem Balkon zu schleichen, der seiner Vermutung nach zu Aidas Wohnung gehört, hält jedoch inne, als er eine übergewichtige Gestalt erblickt, die auf dem Fußweg hinter den Häusern auf und ab geht.

Plötzlich geht die Haustür auf. Aida kommt heraus. Sie scheint es eilig zu haben. Sie wirft einen Blick über ihre Schulter, zieht eine Zigarettenschachtel aus der Tasche, fischt mit den Lippen eine Zigarette aus der Schachtel, zündet sie sich an und raucht, ohne langsamer zu gehen. Kennet folgt ihr in Richtung U-Bahn-Station. Er überlegt, dass er mit ihr sprechen wird, sobald er weiß, wohin sie unterwegs ist. Ein Bus fährt donnernd vorbei, irgendwo bellt ein Hund. Kennet sieht auf einmal, dass die groß gewachsene Gestalt, die sich hinter dem Haus bewegt hat, auf Aida zurennt. Sie muss etwas gehört haben, denn sie dreht sich um. Er nähert sich ihr im Laufschritt. Sie scheint sich zu freuen und lächelt über das ganze Gesicht: Die bleich gepuderten Wangen und die schwarz geschminkten Augen sind auf einmal ganz kindlich. Die Gestalt hüpft vor ihr beidfüßig auf und ab. Sie streichelt seine Wange, und er umarmt sie daraufhin. Sie geben sich Küsschen auf die Nasenspitzen, und Aida winkt ihm zum Abschied zu. Kennet kommt näher und überlegt, dass dies ihr Bruder sein muss. Der Junge bleibt stehen und schaut Aida hinterher, winkt kurz und dreht sich um. Kennet sieht sein weiches und offenes Gesicht. Ein Auge schielt kräftig. Kennet bleibt unter einer Straßenlaterne stehen und wartet. Der Junge nähert sich ihm mit großen, plumpen Schritten.

»Hallo Nicke«, sagt Kennet.

Nicke hält inne und wirkt ängstlich. In beiden Mundwinkeln hängt weißer Speichel.

»Ich darf nicht«, sagt er langsam und abwartend.

»Ich heiße Kennet und bin Polizist. Genau genommen bin ich mittlerweile ein bisschen alt geworden und Rentner, aber das macht eigentlich keinen Unterschied, ich bin immer noch Polizist.«

Der Junge lächelt fragend.

»Hast du auch eine Pistole?«

Kennet schüttelt den Kopf.

»Nein«, lügt er. »Und ich habe auch keinen Streifenwagen.«

Der Junge wird ernst.

»Haben sie ihn dir abgenommen, als du alt geworden bist?«

Kennet nickt.

»Ja, genau.«

»Bist du hier, um die Diebe zu fangen?«, fragt Nicke.

»Welche Diebe?«

Nicke zieht an seinem Reißverschluss.

»Manchmal nehmen sie mir Sachen ab«, sagt er und tritt in die Erde.

»Wer tut das?«

Nicke sieht ihn ungeduldig an.

»Na, die Diebe.«

»Ja, natürlich.«

»Meine Mütze, meine Uhr und einen schönen Stein mit einem glitzernden Rand.«

»Hast du vor jemandem Angst?«

Nicke schüttelt den Kopf.

»Dann sind hier alle nett zu dir?«, fragt Kennet zögernd.

Der Junge schnaubt vor sich hin und schaut Aida hinterher.

»Meine Schwester sucht nach dem schlimmsten Monster.«

Kennet nickt zum Kiosk an der U-Bahn-Station hinüber.

»Möchtest du eine Limonade?«

Der Junge begleitet ihn und erzählt:

»Samstags arbeite ich in der Bücherei. Ich hänge für die Leute Kleider an die Garderobe, und sie bekommen dann Zettel mit einer Nummer, tausend verschiedene Nummern.«

»Das machst du bestimmt ganz toll«, sagt Kennet und bestellt zwei Flaschen Coca-Cola.

Nicke sieht ihn zufrieden an und bittet um einen zweiten Strohhalm. Dann trinkt er, rülpst, trinkt und rülpst wieder.

»Was hast du vorhin damit gemeint, was du über deine Schwester gesagt hast?«, fragt Kennet leichthin.

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