Untot
- Автор: Руссо Джон
- Язык: немецкий
- Жанр: Ужасы
Электронная книга - «Untot». Краткое содержание книги:
Ann und Sue Ellen ließen sich keuchend, einem Schock nahe, auf den Boden fallen. Sie schauten einander nicht an, weil jede die andere an die grauenvolle Erfahrung erinnerte, die sie gerade durchgestanden hatten. Jede fühlte sich allein, jenseits allen Verstehens verängstigt, und sie wären am liebsten davongerannt, um vor dem Anblick, der sich ihnen in der Lichtung bot, zu entfliehen, ein Anblick, der sie mit solcher Abscheu erfüllte, daß sie die Augen davor verschlossen. Aber sie konnten es hören, das Krachen von Holz auf Metall, das Splittern toter Schädel, das Keuchen und Rufen derer, welche die Bolzen und Hämmer handhabten. Es hatte keiner aus dem Bus überlebt. Reverend Michaels lief zwischen den Leichen, von denen die meisten entsetzlich zugerichtet waren, herum und blieb über einer jeden stehen, um eilig das Gebet zu sprechen, das dazu dienen sollte, der Seele den ewigen Frieden zu gewähren. Hin und wieder nahm er sich bei seiner fieberhaften Arbeit die Zeit, seine Gemeindemitglieder zu ermutigen und sie zu loben, daß sie die Kraft hatten, die Aufgabe des Herrn zu erfüllen.
»Schnell! Beeilung!« rief Michaels. »Wir müssen so viele wie möglich schaffen, bevor die Polizei ankommt!« Als die Leute die Polizeisirenen hörten, bekamen sie Angst. Sie wußten, daß sie sofort verschwinden mußten, auch wenn sie ihre Arbeit noch nicht zu Ende gebracht hatten. Von den vierunddreißig Leichen waren nur dreizehn mit den Bolzen durchbohrt worden. Reverend Michaels schüttelte den Kopf. Er hoffte, daß seine Gebete für die ungespießten Leichen ausreichen würden. Dann führte er die Mitglieder seiner Gemeinde aus der Lichtung des Waldes zurück in das Tal, aus dem sie gekommen waren. Leise und hastig folgten sie einem Weg, auf dem sie weder der Polizei noch irgendwelchen zufälligen Passanten begegnen würden, die mit der Art und Weise, wie die Toten behandelt worden waren, nicht einverstanden sein mochten. Der Reverend betete, als er sich den Weg durch den Wald bahnte, und erbat die Hilfe des Herrn für die einundzwanzig Leichen, die nicht gepfählt worden waren, flehte, daß Gott ihnen den ewigen Frieden gewähren möge. Er wußte, daß sie leichte Beute wären für Mächte unaussprechlichen Horrors.
Ungefähr zu dem Zeitpunkt, äs die letzten Leichen gepfählt werden konnten, bahnten sich Sheriff McClellan und der Adjutant Greene den Weg den Abhang hinunter zu dem verunglückten Bus. In der Ferne hörten sie das rhythmische Schlagen von Holz auf Metall und fragten sich, was das wohl zu bedeuten habe. Im Gehen suchten sie, halbwegs in der Erwartung, aus dem Bus geschleuderte Leichenteile zu finden, das Unterholz mit den Augen ab, doch sie sahen nichts dergleichen und fanden auch keinerlei Hinweise auf Überlebende.
Als sie den Bus erreichten, fanden sie ihn leer. Dünne Rauchfahnen schwebten über dem Wrack, doch es schien keine Explosionsgefahr zu bestehen. Das Innere des Busses bot einen entsetzlichen Anblick. Alles deutete auf ein grausiges Blutbad scheußlichster Ausmaße hin, doch kein Verwundeter oder Toter war zu sehen. Die Passagiere, tot oder lebendig, waren verschwunden. Greenes Blick fiel auf eine blutige Hand zwischen verbogenen Metallteilen und Glassplittern, und er mußte würgen. Er schluckte und wies McClellan darauf hin, McClellan sah sie und sagte nichts. Er hatte selbst etwas entdeckt, das aussah wie ein Stück von einem Finger, der unter einem nagelneuen, rauchblauen Damenkoffer herausragte, aber er hielt es nicht für nötig, Greene darauf aufmerksam zu machen. Wenn sie die Trümmer hätten durchsuchen wollen, wären sie zweifellos auf weitere Fetzen und Glieder menschlicher Leichen gestoßen, gleichzeitig mit abgebrochenen Zähnen und zersplitterten Brillen, doch im Augenblick interessierten sie sich weit mehr für das, was mit den Leuten, die das Unglück überlebt - oder nicht überlebt -hatten, geschehen war.
McClellan erkannte, daß das niedergetrampelte Gras, das von der Straße bis in die Lichtung reichte, von einer großen Gruppe von Leuten stammen mußte, welche die Unfallstelle aufgesucht hatten. Sie hatten die Leichen weggetragen, oder auch die Überlebenden, falls es welche gegeben hatte. Aber warum? Vielleicht hatten sie es für nötig gehalten, weil sie fürchteten, der Bus könne explodieren, ehe die Überlebenden gerettet und die Toten identifiziert worden wären, obwohl McClellan nicht den Eindruck hatte, daß irgendeine Explosionsgefahr bestand. Es konnte nur ein kleines Feuer gewesen sein, das den Rauch erzeugt hatte - vielleicht eine glimmende Zigarette, die zwischen das verstreut liegende Gepäck gefallen und dort ausgebrannt war, ohne ausgeflossenen Brennstoff entzündet zu haben.
»Irgendwer hat die Leute von hier fortgeschafft«, war sich McClellan sicher. »Suchen Sie den Wald nach niedergetretenem Gras ab. Wahrscheinlich können wir herausfinden, wohin sie gegangen sind.«
Greene starrte sprachlos vor sich hin. Sie hatten beide den Bus wieder verlassen, und Greene war froh, draußen zu sein. Er hatte gehofft, sie würden jetzt den Hügel hinauf zum Streifenwagen zurückgehen.
»Nun machen Sie schon!« schnauzte McClellan den Anfänger an. »Sie können nicht mittendrin einfach aufhören! Diese Leute haben nicht einfach Flügel ausgebreitet, um auf und davon in den Himmel zu fliegen wie Engel. Wenn sie alle tot sind, dann hat irgendwer sie weggebracht. Wir müssen herausfinden wohin - falls einer nicht tot ist und Hilfe braucht.«
»Plünderer?« äußerte Greene eine Vermutung, um zu beweisen, daß er nachdachte, auch wenn ihn McClellans kritischer Vorwurf in Verlegenheit gebracht hatte. »Möglich«, gab der Sheriff zu. »Aber falls es Leichenfledderer waren, warum haben sie dann das ganze Gepäck hiergelassen?«
Er ließ die Frage in der Luft hängen, während er mit den Augen die Umgebung nach Spuren absuchte, die in den Wald führten.
Greene trat neben McClellan, und beide zogen ihre Pistolen. Falls sie auf eine Gruppe von Plünderern treffen sollten, wollten sie bereit sein. Vorsichtig bewegten sie sich vorwärts. Sie wollten sich nicht überrumpeln lassen. Falls es Plünderer waren, könnten sie eine Wache im Hinterhalt aufgestellt haben.