Das Kloster der toten Seelen
- Автор: Тримейн Питер
- Серия: Schwester Fidelma ermittelt #11
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Жанр: Исторические детективы
Электронная книга - «Das Kloster der toten Seelen». Краткое содержание книги:
Aus einer kleinen religiösen Gemeinschaft sind sämtliche Mönche verschwunden, im Refektorium steht noch ihr beinahe unberührtes Mahl. Es ist, als hätte sich die Erde geöffnet und die Klosterbrüder verschlungen. Da entdeckt man sieben der Mönche ermordet auf den Klippen am Meer und unweit davon ein angelsächsisches Schiff. Trotzdem liegen die Dinge weniger klar, als sie scheinen. Und es wird entschieden gefährlich für Schwester Fidelma und Bruder Eadulf, ehe sie wissen, welche handfesten irdischen Absichten und Interessen hinter dem mystisch anmutenden Vorfall und einigen weiteren Morden in der Gegend stecken.
Aus dem Englischen von Susanne Olivia Zylla
Die Originalausgabe unter dem Titel »Smoke in the Wind« erschien 2001 bei Headline Book Publishing, London.
»Also hätte sie dir nie im Leben gesagt, daß sie einen Liebhaber hatte.«
»Sie wußte, wie wichtig es war für . für uns beide, daß sie die Ehe einging, die mit Madog, dem Goldschmied von Carn Slani, arrangiert worden war.«
»Eine Ehe nach Absprache?«
»Ja.«
»Hat Mair eingewilligt?«
»Sie wußte, daß wir das Geld brauchen, das eine Verbindung mit Madog einbringen würde.«
»Doch sie hätte sich vielleicht einen anderen Mann ausgesucht, wenn sie die Wahl gehabt hätte?«
»Sie war eigensinnig.«
»Gwnda hat uns gesagt, daß sie eine pflichtbewußte Tochter war.«
Iorwerth machte eine verächtliche Geste. »Gwnda weiß auch nicht mehr, als andere ihm erzählen.«
»Also kannte er Mairs Eigensinn nicht?«
»Die meisten Leute kannten ihren Eigensinn. Und Gwndas Tochter Elen war eng mit Mair befreundet, sie waren wie Schwestern. Da konnte er kaum übersehen, daß Mair ihren eigenen Kopf hatte.«
»Man sagte uns, du hättest Mair und Idwal verboten, sich zu treffen. Also warst du dir wohl ziemlich sicher, daß Mair sich über deine Anweisungen hinwegsetzen würde?«
Iorwerth schnaubte gereizt. »Ja, vielleicht. Aber Idwal hatte Angst vor mir. Er war ziemlich schüchtern.«
»Wirklich?« fragte Fidelma überrascht. »Schüchtern, doch du behauptest, er hat deine Tochter ermordet.«
»Er war schüchtern gegenüber Männern. Ein Feigling entpuppt sich oft als ein mutiger Mörder.«
»Erzähl mir, wie der Vormittag des Tages verlief, an dem Mair sterben mußte - sagen wir von dem Zeitpunkt an, als du aufgestanden bist.«
Iorwerth wirkte verwirrt. »Ich verstehe nicht ...«
»Sei so gut«, bat ihn Fidelma.
»Nun, bei Morgengrauen stand ich auf und schürte das Feuer in der Schmiede. Kurz darauf kam Mair, um sich zu verabschieden.«
»Sich zu verabschieden?« fragte Eadulf.
»Sie wollte zu ihrer Cousine nach Cilau.«
»Cilau? Hat nicht Elen dort auch eine Cousine?«
Iorwerth nickte.
»Soviel ich weiß - ja. Ich glaube schon. Sie ging fort, und ich war mit meiner Arbeit beschäftigt, da sah ich, wie Idwal ziemlich außer Atem angerannt kam. Das erschien mir merkwürdig. Ihn so rennen zu sehen, meine ich.«
»Du sagtest, er kam in den Ort?«
»Er rannte gerade über die Brücke vor ...«
»Moment mal. Welchen Weg hatte Mair genommen?«
»Den über die Brücke.«
»Also muß Idwal ihr begegnet sein?«
»Ihr wißt ja, der Weg führt durch den Wald, in dem sie gefunden wurde, und zwar nach Westen und nach Süden.«
»Doch es war früh am Morgen und nicht lange, nachdem sie sich von dir verabschiedet hatte?«
Iorwerth nickte.
»Und Idwal kam in den Ort gerannt?«
»Ich glaube, er lief direkt zu Gwnda.«
»Weißt du, weshalb er zu Gwnda wollte?«
»Gwnda sagte später, daß Idwal der erste war, der ihn über das Verschwinden der Klostergemeinschaft von Llanpadern unterrichtet hat.«
»Was geschah dann?«
»Eine halbe Stunde später sah ich, wie Idwal wieder über die Brücke zurückging und im Wald verschwand. Ich habe einfach weitergearbeitet.«
»Aus deiner Sicht war es also ein ganz gewöhnlicher Vormittag, außer daß Idwal auftauchte?«
»So ist es. Nach einer Stunde etwa erschien mein Freund Iestyn recht aufgeregt in der Schmiede. Er erzählte mir, daß er Mair und Idwal im Wald gesehen hatte und daß sie sich heftig gestritten hätten. Er war zu mir geeilt, um mir davon zu berichten.«
Fidelma rückte auf ihrem Stuhl vor. »Warum hat Iestyn denn nicht selbst in den Streit eingegriffen?«
Iorwerth winkte ab. »Iestyn kannte meine Tochter. Hätte er das versucht, hätte er sich sicher ihren Zorn zugezogen.«
»Also lief er lieber zu dir? Und dich hat diese Nachricht wütend gemacht?«
»Aber sicher doch. Ich war ganz außer mir, daß Idwal sich über mein Verbot hinweggesetzt hatte, und wollte ihm eine Lehre erteilen. In der Schmiede hatten sich inzwischen ein paar Freunde eingefunden, mit denen ich mich auf den Weg zu der Stelle machte, wo Iestyn Idwal und meine Tochter gesehen hatte.
Wir liefen rasch . Bis wir die Leiche meiner Tochter fanden. Ein kurzes Stück von uns entfernt entdeckten wir Gwnda, der Idwal überwältigt hatte. Er duldete es nicht, daß wir dem Jungen etwas zufügten, sondern schickte jemanden los, einen barnwr zu holen, der sein Urteil sprechen sollte. Zornentbrannt brachen die Leute dann in Gwndas Scheune ein und schnappten sich den Jungen. Gwnda stellten wir unter Hausarrest, denn ihm schien unsere Art, Gerechtigkeit zu üben, nicht zu behagen. Wir wollten den Mörder gerade hängen, da .«
»Da trafen wir mit Bruder Meurig ein und haben euch vor der schlimmen Tat bewahrt«, beendete Eadulf den Satz.
»Als Gwnda klar war, daß ihr Idwal umbringen würdet, hat er da versucht, euch davon abzuhalten?«
»Natürlich nicht ...« Iorwerth zögerte. »Ich meine, wir waren zu viele für ihn. Ist dir nicht aufgefallen, daß wir vor seiner Behausung Wachen aufgestellt hatten?«
»In einem Punkt bin ich mir nicht sicher«, sagte Fidelmanachdenklich und überging seine Bemerkung.
»Und der wäre?« fragte Iorwerth.
»Wo hielt sich Gwnda auf, als ihr auf der Suche nach Mair und Idwal in den Wald kamt? War er schon dort?«
Der Schmied zuckte mit den Schultern. »Es war gut, daß er da war, um Idwal gleich festzunehmen.«
Plötzlich wurde die Tür krachend aufgestoßen. Der Fürst von Pen Caer stand im Türrahmen. Hinter ihm zwei Männer mit gezogenen Schwertern. Er blickte Fidelma zornig an.
»Also stimmt es, daß du hier in Iorwerths Schmiede bist.«
»Wie du sehen kannst!« Fidelma lächelte ihn mit einem Anflug von Ironie an.
»Habe ich dir nicht gesagt, daß du nicht befugt bist, irgendwelche Ermittlungen anzustellen, Gwyddel? Ich bin Fürst von Pen Caer, und ich bin hier das Gesetz. Du und dein angelsächsischer Freund - ihr werdet den Preis dafür zahlen, daß ihr mich hinters Licht geführt habt.«
Kapitel 14
Langsam erhob sich Fidelma und baute sich vor Gwnda auf. Sie fürchtete sich nicht vor seinem drohenden Gebaren.
»Daß wir dich hinters Licht geführt haben, Fürst von Pen Caer?« fragte sie mit gespielter Unschuld. »Deine letzten Worte waren, daß du keine Einwände hättest, wenn ich mit meinen Ermittlungen zum Fall von Llanpadern weitermache. Hast du das vergessen?«
Gwnda runzelte verblüfft die Stirn.
»Ich kann mir nicht vorstellen, daß du dich den Wünschen von König Gwlyddien widersetzen willst«, fügte Fidelma hinzu.
»Was für Spiele treibst du mit mir, Gwyddel?« fragte Gwnda, doch seine Stimme klang nicht mehr so sicher.
»Ich untersuche den Fall von Llanpadern«, sagte sie. »Idwal war in Llanpadern und überbrachte euch als erster die Nachricht vom Verschwinden der Klostergemeinschaft. Darüber wollte ich gerade mehr in Erfahrung bringen.«
»Du hast dich aber eher für Idwal und meine Tochter interessiert«, wandte der Schmied ein.
»Ich hätte nicht gedacht, daß eine Nonne lügt. Vielleicht macht man das so bei den Gwyddel?« stellte Gwnda mit Triumph in der Stimme fest.
»Ganz im Gegenteil, Gwnda«, entgegnete Fidelma, wobei ihre Augen eisig glänzten. »Ich kann nichts dafür, daß Mairs Unglück mit Idwals Rückkehr aus Llanpadern zeitlich zusammenfiel. Bist du der weise König Salomo, daß du meinst, zwischen den beiden Fällen eine Grenze ziehen zu können?«
Gwnda schloß den Mund. In seinem Gesicht zuckte ein Muskel. Ihm wurde bewußt, was sie damit sagen wollte. Schließlich meinte er: »Du bist sehr gerissen, dalaigh aus Eireann.«