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Электронная книга - «Die Gebrüder Kip». Краткое содержание книги:

Hinter diesem harmlosen Titel verbirgt sich ein aufregender Kriminalfall, bei dem die Brüder Kip zu Unrecht beschuldigt werden. Aber wie wollen sie ihre Unschuld an dem Mord am Kapitän ihres Schiffes beweisen? Alles spricht gegen sie, bis der Reeder Hawkins seine detektivischen Nachforschungen aufnimmt und verblüffende Details entdecken kann, die schließlich zur Ermittlung der Täter führen.
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- Hinunter in die Kajüte! befahl der Bootsmann. Besorge deine Arbeit!«

Vin Mod sah dem abgehenden Schiffsjungen nach und machte Flig Balt ein Zeichen, das dieser jedenfalls verstand. Darauf ging das Gespräch weiter.

Jim hatte sich ohne Widerrede nach dem Hinterdeck begeben und betrat, da ihm die Reinhaltung und Ordnung der Kabinen oblag, die der Gebrüder Kip.

Der erste Gegenstand, der ihm hier ins Auge fiel, war ein malaiischer Dolch, den er auf einer der Lagerstätten fand und bisher noch niemals gesehen hatte.

Es war das die Waffe, die Vin Mod vom Wrack der »Wilhelmina« gestohlen hatte und von der die Brüder nicht ahnten, daß sie sich in dessen Besitz befand.

War der Kriß nun mit Absicht hierher gelegt worden, daß der Schiffsjunge ihn gar nicht übersehen konnte?

Jim nahm den Dolch auf, untersuchte seine gezähnte Klinge und den mit Kupfernägeln verzierten Griff, dann legte er ihn auf das Tischchen der Kabine. Er dachte bei der ganzen Sache nur, daß einer der Brüder diesen Kriß neben anderen Gegenständen vom Wrack mitgenommen haben werde, und ohne auf seinen Fund besonderes Gewicht zu legen, verrichtete er ruhig seine Arbeit.

Flig Balt, Vin Mod und die anderen setzten inzwischen ihr Gespräch fort, doch so, daß weder Wickley noch Hobbes - die der Bootsmann in die Takelage hinaufgeschickt hatte - etwas davon hören konnten. Burnes hatte, wie wir wissen, Gibson nach der Villa Wilhelmstaf begleitet.

Len Cannon beharrte bei seinem Entschlusse, Vin Mod sachte ihn davon abzubringen. Wenigstens während des Aufenthaltes der Brigg würde es ihm und seinen Kameraden ja an nichts fehlen. dann wäre es doch immer noch Zeit, davonzulaufen. Vielleicht bot sich auch eine Gelegenheit bei der Überfahrt des »James-Cook« nach Kerawara, wo die weitere Fracht eingenommen werden sollte. Es war ja möglich, daß weder Hawkins noch Nat Gibson die kurze Reise mitmachten. bezüglich der Gebrüder Kip wäre das auch unsicher. nun. und dann.

Kurz, Len Cannon, Kyle, Sexton und Bryce stimmten endlich zu, bis zu dem Tage, wo die Brigg nach Hobart-Town absegeln sollte, noch auszuharren.

Flig Balt und Vin Mod standen nach diesem Erfolge ihres Zuredens allein beieinander.

»Das hat Mühe genug gekostet, sagte der eine.

- Ja. aber weiter sind wir damit immer noch nicht, meinte der andere.

- Nur Geduld, schloß Vin Mod das Zwiegespräch mit dem Tone eines Mannes, dessen Entschluß unverrückbar feststeht, nur Geduld, und wenn der Kapitän Balt sich später einen Bootsmann erwählt, hoffe ich bestimmt, daß er dabei seinen Freund Vin Mod nicht vergessen wird!«

Zwölftes Kapitel.

Drei Wochen im Bismarck-Archipel

Die nächstfolgenden Tage wurden zur Entladung der Brigg benutzt. Len Cannon und seine Kameraden beteiligten sich ohne Widerspruch an der Arbeit, und Gibson ahnte natürlich nichts von ihren Plänen.

Einige Eingeborne - etwa ein halbes Dutzend - kräftige und gar nicht ungeschickte Männer, kamen der Besatzung noch zu Hilfe, und so ging das Löschen der Brigg unter den günstigsten Umständen vor sich.

Jim hatte von dem malaiischen Dolche gegen die Gebrüder Kip nichts erwähnt. Sie wußten also nicht, daß dieser in ihrer Kabine läge.

Vin Mod hatte sich nämlich beeilt, ihn vor ihrer Rückkehr an Bord wieder an sich zu nehmen, und jetzt lag der Kriß versteckt in seinem Reisesacke, wo ihn niemand entdecken konnte. Es genügte dem Matrosen jedenfalls, daß der Schiffsjunge den Dolch gesehen hätte. Was er damit bezweckte, das hätte nicht einmal Flig Balt sagen können.

Während der Kapitän die Entladung überwachte, verwendeten Hawkins, Nat Gibson, Karl und Pieter Kip ihre Muße, in Begleitung des Ziegerschen Ehepaares die interessante Umgebung von Port-Praslin zu durchstreifen. Sie besuchten unter anderem die bedeutendsten, an dieser Seite der Küste errichteten Faktoreien. Die einen waren in Besitz deutscher Kolonisten, die anderen, die schon vor dem Teilungsvertrage gegründet waren, befanden sich noch in der

Hand englischer Handelshäuser. Alle machten recht gute Geschäfte. Die Einfuhr und die Ausfuhr im früheren Tombara - jetzt Herbertshöhe genannt - und im früheren Birara - dem heutigen Matupi - nahm zum Vorteil des deutschen Melanesien ununterbrochen zu.

Überall fanden die Gäste des Herrn Zieger einen vortrefflichen Empfang. Der ehrenwerte Kaufmann nahm in der Handelsgesellschaft, in deren Hand auch die Verwaltung liegt, einen hervorragenden Rang ein. Er war durch seine Stellung mit einer gewissen richterlichen Gewalt bekleidet, der sich die Eingebornen willig fügten. Übrigens verging auch kein Jahr. ohne daß ein Kriegsschiff eine der Inseln des BismarckArchipels anlief und den deutschen Farben die vorschriftsmäßige Ehrenbezeugung erwies, wenn Herr Zieger an der Fahnenstange in Port-Praslin die deutsche Flagge hissen ließ.

Die kaiserliche Regierung hatte den Eingebornen ihre Unabhängigkeit fast uneingeschränkt gelassen. Die Stämme haben nur sozusagen keine Häuptlinge mehr. Wird auch einzelnen Greisen noch einige Autorität zugesprochen, so leben doch alle Zugehörigen eines Stammes auf der Stufe völliger Gleichheit. Sklaven gibt es nicht mehr, auch nicht in den Dorfschaften des Innern, und alle Arbeiter sind freie Männer. Als solche werden sie gegen eine verabredete Entschädigung, die in Gebrauchsgegenständen oder Nahrungsmitteln besteht, von den Fabriken oder beim Anbau des Landes beschäftigt. Übrigens wurden die Sklaven hier auch schon vor der Aufhebung der Sklaverei von ihren Herren freundlich behandelt

Dieser Anlauf zur Zivilisation ist sicherlich dem Eifer und der Opferwilligkeit der Missionare zu verdanken, die sich an verschiedenen Stellen des Archipels niedergelassen haben. Sie durchstreifen die Inseln immer mit dem Evangelium in der

Hand. In Port-Praslin besteht auch eine protestantische Kapelle, an der zwei Geistliche tätig sind und die den religiösen Bedürfnissen bis jetzt genügt.

Bei einem Ausfluge nach dem Innern der Insel und bis auf drei Seemeilen vom Hafen, besuchten Hawkins und Nat Gibson und die Gebrüder Kip in Gesellschaft des Herrn Zieger auch ein tombarisches Dorf.

Dieses bestand nur aus einem Haufen hölzerner Hütten, die, obgleich der Erdboden hier nicht sumpfig war, alle frei auf Baumstämmen oder Pfählen standen.

Die Eingebornen daselbst gehörten zweifellos zur papuanischen Rasse und unterschieden sich überhaupt nicht sehr von denen Neuguineas. Das Dorf bewohnten, jede Familie für sich, etwa hundertsechzig Männer, Frauen, Kinder und Greise. Natürlich kannten alle den Herrn Zieger und unterwarfen sich seiner Amtsgewalt, obgleich er diese unter den Stämmen im Innern nur selten geltend zu machen Veranlassung hatte.

Seine Begleiter und er wurden von zwei Persönlichkeiten empfangen, die eine Ehre darin zu suchen schienen, recht gemessen und gleichgültig aufzutreten. Die Frauen und die Kinder hielten sich in den Hütten zurück, und es war ziemlich schwierig, sich ihnen zu nähern. Tatsächlich ist man über die Familienverhältnisse und über die soziale Stellung der verschiedenen melanesischen Völkerschaften auch heute noch nicht vollständig aufgeklärt.

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