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Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges

Электронная книга - «Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges». Краткое содержание книги:

Die Asche des Weltenbebens ruht über den so unterschiedlichen Königreichen Azeroths. Während sich die geschundene Welt langsam von den Folgen der gewaltigen Katastrophe erholt, setzt die berühmte Zauberhexerin Lady Jaina Prachtmeer alles daran, die Beziehung zwischen Allianz und Horde wieder zu verbessern. Denn unlängst haben wachsende Spannungen die beiden Fraktionen an den Rand eines neuen Krieges geführt, der den letzten Rest an Stabilität zu zerstören droht in der … WORLD OF WARCRAFT®
Düstere Nachrichten erreichen Jainas geliebtes Städtchen Theramore. Eines der mächtigsten Artefakte des Blauen Drachenschwarms – die Fokussierende Iris – wurde gestohlen. Um die mysteriösen Umstände der Tat zu klären, entschließt sich Jaina zu einem ungewöhnlichen Bündnis mit dem ehemaligen Blauen Drachenaspekt Kalecgos. Gemeinsam wollen die beiden ruhmreichen Helden dem dreisten Diebstahl auf den Grund gehen. Doch es droht bereits weiteres Unheil am Horizont.
Garrosh Höllschrei versammelt die Armeen der Horde zu einer Invasion Theramores. Ungeachtet steigender Unzufriedenheit in den eigenen Reihen, strebt der skrupellose Kriegshäuptling eine neue Ära der Herrschaft der Horde an. Seine unstillbare Gier nach Macht, lässt ihn dabei zu den brutalsten Mitteln greifen, um jene mundtot zu machen, die es wagen könnten, seine Position als Anführer in Frage zu stellen.
Allianztruppen sammeln sich in Theramore um den Angriff der Horde abzuwehren. Doch sie rechnen nicht mit dem tatsächlichen Ausmaß der verschlagenen und heimtückischen Strategie des Kriegshäuptlings. Garroshs Angriff wird Jaina unwiderruflich verändern und die Friedenshüterin in eine chaotische, alles verschlingende Macht verwandeln – auch bekannt als: Gezeiten des Krieges.
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„Macht Euch keine Sorgen wegen der Kirin Tor“, meinte Pakke, um sie aufzumuntern. „Sie würden Euch und Theramore nicht einfach so im Stich lassen. Sie werden das Richtige tun. Ihr werdet schon sehen!“

Sie drängten ihr noch eine Tasche mit mehreren eingepackten Kuchen auf und wünschten ihr zum Abschied herzlich alles Gute. Dabei waren sie so zuversichtlich und fröhlich, dass Jaina wieder Hoffnung schöpfte. Vielleicht – vielleicht würde sich diese Reise nach Dalaran ja doch noch auszahlen.

13

„Kleines Fräulein Schülerin“, sagte Kalec, während er die Figuren auf dem Spielbrett betrachtete, „ich glaube, Ihr habt dieses Spiel schon mehr als einmal gespielt.“

Kinndys große Augen wurden noch größer, als sie ihren Unschuldsblick aufsetzte. „Ich? Oh, wohl kaum! Tervosh hat es mir erst in der letzten Woche beigebracht.“ Der Drache hob den blauäugigen Blick von den Spielfiguren und zog eine indigofarbene Braue in die Höhe, woraufhin sich Kinndys Miene in ein Grinsen auflöste. „Na schön“, gestand sie, „es gibt vielleicht doch einen Grund, warum sonst keiner mit mir spielen will.“

„Dann bin ich also nur ein weiteres Opfer für Euch?“

„Mmm“, machte Kinndy, als wollte sie sich nicht festlegen. Kalec war schon im Begriff, seinen nächsten Zug zu machen, da hörte er das vertraute Geräusch eines Teleportationszaubers, und mit einem Mal war das Spiel vergessen. Er drehte sich herum und sah, wie Jaina in dem Salon materialisierte. Sie lächelte, ein Ausdruck, den er noch nicht sehr oft auf ihrem Gesicht gesehen hatte. Im Stillen dankte er der Person oder dem Umstand, der es auf ihre Lippen gezaubert hatte.

„Deine Eltern“, sagte Jaina, an Kinndy gewandt, „sind wirklich die freundlichsten Leute in ganz Azeroth. Und die großzügigsten.“ Sie griff in die Tasche und reichte dem Gnomenmädchen eine kleine Schachtel mit Backwaren. Kinndy öffnete das Päckchen, das eine beeindruckende Vielfalt an Köstlichkeiten enthielt: Törtchen, Pasteten, cremegefüllte Taschen, Teigbällchen und allerlei andere Leckerbissen, bei deren Anblick einem das Wasser im Munde zusammenlief.

„Und, wie lief es?“, fragte Kinndy, bevor sie einen Bissen von etwas Glasiertem und köstlich Duftendem nahm.

Jainas Gesicht wurde wieder ernst. Sie ließ sich auf ihren eigenen Stuhl fallen, um sich etwas Tee einzuschenken. „Nicht sehr gut“, berichtete sie. „Aber ich glaube, es ist mir gelungen, zumindest ein paar Leute zum Umdenken zu bewegen. Also blick nicht so niedergeschlagen drein“, fügte sie hinzu, als Kinndy auf ihrem Platz in sich zusammensank. „Sie haben mir ihre Entscheidung in der Sache noch nicht mitgeteilt. Was bedeutet, dass sie noch weiter darüber beratschlagen müssen. Vielleicht unterstützen sie uns zu guter Letzt ja doch. Aber wie auch immer, es war jedenfalls eine gute Idee, Kinndy.“

„Es wäre eine bessere Idee gewesen, wenn Ihr mit einer ganzen Gruppe von Kirin Tor zurückgekommen wärt“, brummte das Gnomenmädchen.

„Da kann ich dir nicht widersprechen“, erwiderte Jaina. „Aber ich werde nehmen, was ich nur bekommen kann. Und alles, was das zurzeit ist, sind Beerentörtchen.“

„Ich bin froh, dass Ihr noch nicht alles Gute aus Eurer Welt gewichen wähnt“, sagte Kalec, während auch er sich eine von Jaxis Köstlichkeiten nahm. „Aber ich bedaure, dass das Treffen nicht besser verlief.“

Jaina winkte mit einer zuckerverschmierten Hand ab. „Ich kann mir noch genug Sorgen machen, wenn sie mir ihre Entscheidung mitgeteilt haben“, sagte sie. „Aber ich hätte nichts dagegen, wenn Ihr ein paar gute Nachrichten über die Lage hier hättet.“

„Leider nein“, sagte Kalec voll tief empfundenem Bedauern. „Die Horde wartet weiter vor unserer Türschwelle, vorsichtig darauf bedacht, uns nicht zu nahe zu kommen. Und die Fokussierende Iris irrt unglücklicherweise ebenfalls weiter durch Kalimdor, mit einer Geschwindigkeit, die mich jetzt noch verblüfft.“

Kinndy beobachtete sie, während sie an ihrem Törtchen knabberte, die Augen nachdenklich zusammengekniffen. „Ich glaube, ich werde das oben in meinem Zimmer zu Ende essen“, erklärte sie. „Da ist noch ein Buch, das ich mir ansehen wollte. Vielleicht finde ich ja etwas Hilfreiches darin.“

Sie stellte Teetasse und Törtchen auf einem Tablett ab und verließ den Salon ohne ein weiteres Wort. Jaina zog eine goldene Augenbraue nach oben, während sich ihre Stirn verwirrt furchte.

„Was hatte das denn zu bedeuten?“, fragte sie.

„Ich habe keine Ahnung“, antwortete Kalec, auch wenn das nicht ganz der Wahrheit entsprach. Er hatte zwar eine Vermutung, warum das Gnomenmädchen sie beide allein lassen wollte … aber das war ein Gedanke, mit dem er sich nicht weiter beschäftigen konnte.

Sie wandte sich ihm zu und blickte ihn neugierig an. „Warum seid Ihr hier, Kalecgos vom blauen Drachenschwarm?“

Die Frage erfüllte ihn mit Unbehagen, wenn er auch nicht genau sagen konnte, warum. „Ich suche nach der …“

„Der Fokussierenden Iris, ja, das weiß ich. Das hat Euch ursprünglich hierhergeführt, aber … warum seid Ihr zurückgekehrt? Ihr hättet an jedem Ort auf diesem Kontinent warten können, bis die Iris stehen bleibt und sich stabilisiert. Und dennoch seid Ihr hiergeblieben.“

Kalec spürte, wie seine Wangen zu glühen begannen. Es war eine einfache Frage: Warum blieb er hier, anstatt die Stille der Wildnis zu suchen? Die Spur des magischen Objekts, die ihn hierhergeführt hatte, könnte er an jedem anderen Ort ebenso deutlich spüren. Dennoch war er zurückgekehrt, hatte von einem Gnom gelernt, wie man Schach spielte, mit einer Nachtelfin über militärische Strategien philosophiert, sich mit Tervosh über die Natur des Arkanen unterhalten, und Jainas Gesellschaft genossen …

Jaina.

Sie war der Grund, warum er geblieben war.

Erwartungsvoll blickte die Lady Prachtmeer ihn an, während sie mit einer schlanken Hand eine Strähne goldenen Haares hinter ihr Ohr strich, den Kopf zur Seite geneigt, einen fragenden Ausdruck auf dem Gesicht – und dann trat diese so unverwechselbare Falte auf ihre Stirn, die sonst so glatt und unberührt vom menschlichen Alterungsprozess schien.

Sie wollte eine Antwort, doch er konnte ihr keine geben. Zumindest keine, die der Wahrheit entsprach. Als er aber den Mund zu einer dahingesagten Antwort öffnete, erkannte er, dass er sie nicht anlügen wollte.

„Es gibt mehrere Gründe“, meinte er also nur und wandte den Blick ab.

Jaina beugte sich vor. „Oh!“

„Nun … unter Euresgleichen seid Ihr eine Meisterin der Magie, Jaina. Ich fühle mich in Eurer Gegenwart wohl. Vielleicht möchte ich bei den jüngeren Rassen bleiben, weil mein Volk Eures einst verfolgt hat, ohne irgendeine Legitimation außer einer nebulösen, wörtlich übermittelten Prophezeiung, wonach wir die Wächter der Magie sind. Der Nexuskrieg hat so schrecklich viele Leben gekostet, sowohl unter den Drachen als auch unter den jüngeren Rassen. Sie sind grundlos und brutal hingeschlachtet worden.“ Seine blauen Augen richteten sich auf ihr Gesicht, und diesmal war sie es, die den Blick abwenden musste. „Vermutlich denke ich, dass ich es Euch schuldig bin zu helfen. Außerdem …“ – er lächelte schmal, wohl wissend, dass dieser Teil der Wahrheit entsprach – „seid Ihr eine vorbildliche Gastgeberin.“

„Oh, das bezweifle ich“, sagte Jaina.

„Ich nicht.“ Seine Stimme war sanft, und er erkannte, dass sie zitterte. Am liebsten hätte er ihre Hand in die seine genommen, aber er wagte es nicht. Er wusste selbst nicht, woher sein Interesse an der Magierin Lady Jaina Prachtmeer rührte, und er wollte erst genau erforschen, was er wirklich fühlte, bevor er sich vorwagte und sie fragte, ob sie denn auch so empfand.

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