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Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges

Электронная книга - «Jaina Prachtmeer: Gezeiten des Krieges». Краткое содержание книги:

Die Asche des Weltenbebens ruht über den so unterschiedlichen Königreichen Azeroths. Während sich die geschundene Welt langsam von den Folgen der gewaltigen Katastrophe erholt, setzt die berühmte Zauberhexerin Lady Jaina Prachtmeer alles daran, die Beziehung zwischen Allianz und Horde wieder zu verbessern. Denn unlängst haben wachsende Spannungen die beiden Fraktionen an den Rand eines neuen Krieges geführt, der den letzten Rest an Stabilität zu zerstören droht in der … WORLD OF WARCRAFT®
Düstere Nachrichten erreichen Jainas geliebtes Städtchen Theramore. Eines der mächtigsten Artefakte des Blauen Drachenschwarms – die Fokussierende Iris – wurde gestohlen. Um die mysteriösen Umstände der Tat zu klären, entschließt sich Jaina zu einem ungewöhnlichen Bündnis mit dem ehemaligen Blauen Drachenaspekt Kalecgos. Gemeinsam wollen die beiden ruhmreichen Helden dem dreisten Diebstahl auf den Grund gehen. Doch es droht bereits weiteres Unheil am Horizont.
Garrosh Höllschrei versammelt die Armeen der Horde zu einer Invasion Theramores. Ungeachtet steigender Unzufriedenheit in den eigenen Reihen, strebt der skrupellose Kriegshäuptling eine neue Ära der Herrschaft der Horde an. Seine unstillbare Gier nach Macht, lässt ihn dabei zu den brutalsten Mitteln greifen, um jene mundtot zu machen, die es wagen könnten, seine Position als Anführer in Frage zu stellen.
Allianztruppen sammeln sich in Theramore um den Angriff der Horde abzuwehren. Doch sie rechnen nicht mit dem tatsächlichen Ausmaß der verschlagenen und heimtückischen Strategie des Kriegshäuptlings. Garroshs Angriff wird Jaina unwiderruflich verändern und die Friedenshüterin in eine chaotische, alles verschlingende Macht verwandeln – auch bekannt als: Gezeiten des Krieges.
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Kurz verlieh ein Schimmer der Hoffnung den Bürgern neue Zuversicht, als die Segel der Siebenten Flotte am Horizont auftauchten. Die Schiffe, alles in allem zwanzig an der Zahl, hatten nicht nur Sturmwinds beste Seemänner an Bord, sondern auch einige Generäle von großem Ruhm und hohem Ansehen. Die Stimmung wurde beinahe schon festlich, als das Flaggschiff, die Geist von Tiffin, an der Spitze der gesamten Armada im Hafen von Theramore vor Anker ging. Obwohl die Zeit drängte, ließen es sich die Mannschaftsmitglieder des Flaggschiffes nicht nehmen, eine zwar abgekürzte, aber doch präzise Zeremonie durchzuführen, während sie von Bord gingen, begleitet vom martialischen Rat-tat-tat einer Trommel. Anschließend nahmen sie in einer Reihe Aufstellung, die Gesichter Jaina, der Leidenden, Tervosh, Kinndy, Vereesa und den Magiern der Kirin Tor zugewandt. Hinter dieser kleinen Gruppe hatten sich die Einwohner von Theramore zusammengedrängt. Ihre müden, argwöhnischen Gesichter wirkten so entspannt wie schon lange nicht mehr, als sie den Männern und Frauen zujubelten, die gekommen waren, um bei ihrer Verteidigung mitzuwirken.

Varian hatte gesagt, dass er so viele Leute schicken würde, wie er entbehren konnte, aber er hatte keine Namen genannt, da er selbst nicht genau gewusst hatte, wen er rechtzeitig erreichen würde. Nun blickte Jaina, die Augen mit der Hand gegen die Sonne abgeschirmt, zu den Männern und Frauen hinüber, die hoch aufgerichtet und kerzengerade die Planke hinab an Land marschierten.

„Marcus Jonathan, General von Sturmwind, Oberkommandierender der Verteidigungstruppen von Sturmwind“, stellte einer der Menschen sich vor. Er war ein großer, imposanter Mann in schwerer Kettenrüstung, der aber mit beeindruckender Leichtfüßigkeit vom Schiff stieg. Sein Bart war lang und voll, sein rotbraunes Kopfhaar hingegen recht kurz geschoren. Jonathan wirkte gleichzeitig entspannt und bereit, sich in Sekundenschnelle in den Kampf zu stürzen. Jaina war nicht gerade eine kleine Frau, doch als er vor sie trat und die Hand zur Begrüßung ausstreckte, kam sie sich geradezu winzig vor.

„Ich war der Erste, an den sich Varian gewandt hat, und auch der Erste, der sich bereit gemeldet hat“, erklärte er. „Ihr habt so viel für die Allianz geleistet, Lady Prachtmeer, dass es eine Ehre ist, Euch unterstützen zu dürfen.“

„Danke General“, sagte sie. „Ihr bringt uns neue Hoffnung.“

Die beiden nächsten Gestalten, die vor sie traten, waren Zwerge. Jaina hatte sie noch nie zuvor gesehen, wusste aber, wer sie waren. Und sie kannte auch den tragischen Grund, warum ausgerechnet diese beiden hier waren und nicht zwei andere.

„Thaddus Starkschlag vom Wildhammerklan“, brummte der Erste schroff. Und anstatt ihr die Hand zu schütteln, salutierte er zum Gruß nur mit seinem Hammer.

„Horran Rotmähne vom Basislager der Siebten Legion“, verkündete anschließend der Zweite.

„Ihr seid hier höchst willkommen“, erwiderte Jaina. „Außerdem möchte ich Euch mein Mitgefühl aussprechen. Der Tod von General Donnerknall und General Marstein ist höchst bedauerlich.“

Thaddus Starkschlag nickte brüsk. „Aye, der Tod unserer Vorgesetzten war nicht die Art, wie wir uns ein eigenes Kommando verdienen wollten, so viel ist mal sicher.“

„Aber wir werden sie rächen“, fügte Rotmähne an. „Es freut uns, hier helfen zu können, Lady. Solange wir die Krieger der Allianz niederstrecken dürfen, ist uns gleich, wo wir kämpfen.“

Obwohl die Allianz ihr Lager praktisch direkt vor ihrer Türschwelle aufgeschlagen hatte, bedauerte sie es, dass ein Kampf unausweichlich schien, und der Blutdurst dieser beiden Zwerge versetzte ihr einen Stich. Dennoch brachte sie ein knappes Nicken zustande, bevor sie sich zu dem nächsten Heerführer herumdrehte.

Seine Hufe klapperten leise auf dem Holz der Planke, als Draenei-General Tiras’alan zu ihr herabstieg. Es war eine Überraschung, ihn hier zu sehen, aber eine äußerst angenehme, vor allem nach der offenen, wenngleich natürlich verständlichen Feindseligkeit, die die beiden Zwerge der Horde gegenüber empfanden. Tiras’alan war in jenem historischen Augenblick zugegen gewesen, als Lady Liadrin von den Blutrittern mit dem Naaru A’dal gesprochen hatte. Erst war er wütend gewesen, dass sie es wagte, ihn aufzusuchen, nach allem, was ihr Volk getan hatte. Doch sie hatte Kael’thas abgeschworen und der Offensive der Zerschmetterten Sonne ihre Treue zugesichert. A’dal hatte Nachsicht und Mitgefühl mit ihr gezeigt. Tiras’alan war es gewesen, der ihr an jenem Tag den Wappenrock der Zerschmetterten Sonne überreicht hatte.

Jaina begrüßte den Draenei herzlich, der zu gleichen Teilen Stärke und Sanftheit ausstrahlte, ebenso wie seine Rüstung goldenes Licht auszustrahlen schien, als er sich vor ihr verbeugte.

„Ich bin gekommen, um zu schützen und zu verteidigen“, sagte er. „Die Kunde Eurer großen Taten und Bemühungen um den Frieden haben selbst Shattrath erreicht, Lady.“ Seine Stimme war melodiös und tief. „Theramore muss dem Angriff trotzen. Die Horde darf nicht triumphieren.“

Von einem „Tod der Horde“ war hier keine Rede, dennoch wirkte sein Versprechen, ihr beizustehen, ebenso entschlossen wie das der Zwerge.

„Eure Weisheit ist uns hier mehr als willkommen“, erklärte Jaina. „Vom Licht eines Paladins zehren zu können, wird sich in der kommenden Schlacht gewiss als Vorteil erweisen.“

Als Nächster stieg eine lilahäutige, blauhaarige Nachtelfin von Bord des Schiffes herunter, wobei sie gegen das Sonnenlicht blinzelte. Jainas Augen wurden groß, und sie lächelte, als sie diese ganz besondere Verbündete – Shandris Mondfeder, General der Schildwachenarmee – wie einen alten Freund willkommen hieß.

„Kampfschwester“, sagte Shandris, ebenfalls mit einem sanften Lächeln. „Der Erzdruide und die Hohepriesterin schicken mich mit Freuden an Eure Seite, und ich und meine Wachen empfinden dieselbe Freude, dass wir Euch beistehen dürfen.“

„Die Freude ist ganz meinerseits“, versicherte ihr Jaina. Falls Shandris von einigen ihrer Leute begleitet wurde, überlegte die Lady Prachtmeer, durfte sie wohl hoffen, dass auch die anderen Generäle die besten ihrer Soldaten, die andernorts gerade nicht zwingend gebraucht wurden, mit nach Theramore gebracht hatten. Garrosh würde alle Rassen der Horde gegen die Stadt führen, und nun sah es so aus, als sollte ihnen ein gebührender Empfang bereitet werden.

Der Letzte, der das Schiff verließ, war zwar kein General, Jaina aber dennoch wohlbekannt. Erst vor Kurzem hatte sie erfahren, dass er die Vernichtung der Feste Nordwacht überlebt hatte; er war schwer verletzt zusammengebrochen, die Horde musste ihn für tot gehalten haben und ließ ihn liegen. Die Freude, ihn zu sehen, wurde fast augenblicklich durch den Schock und die Trauer gedämpft, die sein Aussehen in ihr hervorriefen. Die Schlacht um die Nordwacht hatte ihre Spuren an ihm hinterlassen: Er hatte ein Auge verloren, und eine gezackte Narbe verunstaltete, was einmal ein gut aussehendes Gesicht gewesen war. Als er auf sie zukam, fiel ihr außerdem auf, dass er das eine Bein etwas nachzog. Er bemerkte, wohin ihr Blick huschte, und als ein mitfühlender Ausdruck auf ihr Gesicht trat, lächelte er, soweit dies mit seinem entstellten Gesicht eben möglich war.

„Admiral Aubrey“, rief Jaina voller Wärme aus, dann eilte sie ihm entgegen, die Arme zum Gruß ausgestreckt.

„Lady Prachtmeer“, sagte er. „Ich bin noch am Leben, und meinen Verstand hat die Horde mir auch nicht geraubt. Das ist alles, worauf es ankommt. Ich will mein Bestes tun, Euch zu dienen.“

„Euer Bestes ist mehr, als die meisten anderen bieten können. Es freut mich ja so, Euch zu sehen. Die Allianz darf sich glücklich schätzen, auf Euren Verstand bauen zu dürfen. Und jemanden zu haben, der aus erster Hand über die Strategie der Horde berichten kann, das sollte ebenfalls hilfreich sein.“ Sie drückte seine Hände und fragte: „Habt Ihr noch andere Männer dabei …?“ Doch als sich seine Miene verhärtete, brach sie mitten im Satz ab.

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