Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Ужасы » 18 Geisterstories
18 Geisterstories - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

18 Geisterstories

Электронная книга - «18 Geisterstories». Краткое содержание книги:

Schaurige Geschichten von klassischen und modernen Gespenstern.
Ausgewählt und herausgegeben von Manfred Kluge.
Inhalt:
Laertes
Karl Hans Strobl
Vier Geister in ›Hamlet‹
Fritz Leiber
Das arme alte Gespenst
Heinrich Seidel
Die Klausenburg
Ludwig Tieck
Der Geisterberg
Gustav Adolf Becquer
Gäste zur Nacht
Alexander Puschkin
Der schwarze Schleier
Charles Dickens
Das weiße Tier
Ein Nachtstück
Georg von der Gabelentz
Das geheimnisvolle Telegramm
Anonymus
Der geraubte Arm
Vilhelm Bergsöe
Die Nacht von Pentonville
Jean Ray
Das Gespenst
Knut Hamsun
Der Geist
Frederic Boutet
Die Kleinodien des Tormento
Paul Busson
Altersstarrsinn
Robert Bloch
Der Spuk von Rammin
Hanns Heinz Ewers
Reitet, Colonel!
Mary-Carter Roberts
Die Stimme aus dem Jenseits
Werner Gronwald
1 ... 35 36 37 38 39 40 41 42 43 ... 83
Перейти на страницу:

Ein Frost erweckte mich. Es war klarer Morgen, und ich lag auf einem Stein in der Ruine, der vom Regen und Morgentau naß war. Ich hätte jetzt alles für Traum erklärt, wenn ich nicht jene lang vermißten Dokumente, die mir das Erbe zusicherten, in Händen gehalten hätte sowie jenen Brief, den mir die verzerrte Gestalt auf den Befehl meines Ahnherrn übergeben hatte. Er war von Sidonie und entdeckte mir ein inniges Verhältnis mit Anselm und wie man künftig meine Schwachheit und meinen Einfluß auf den jungen Fürsten hatte mißbrauchen wollen. Indem ich noch las, sann und staunte, arbeitete sich der junge Forstmann Werner durch die Klippen und Gesträuche, um jenen Brief zu suchen, den ihm am Abend, wie er erzählte, ein Gespenst entrissen hatte.

Ich schickte diesen Boten mit jenem Schreiben und einem Briefe von meiner Hand an Sidonie zurück. Ich ging zu Hannchen, von dort in die Residenz und alles fügte sich zu meinem Glück.

Jetzt werde ich jene alte verwüstete Klausenburg wieder aufbauen, die Wege dort herstellen und mit der Frau, meinem alten Schwiegervater, meinen zukünftigen Kindern und so lieben Freunden, wie Sie beide es mir sind, recht oft und lange dort hausen und im Genuß der Liebe und Freundschaft so glücklich sein, wie es uns sterblichen Menschen nur irgend vergönnt ist.

So schloß Theodor seinen Bericht, und alles erfüllte sich späterhin so, wie er es gewünscht und gesagt hatte.

Der Geisterberg von Gustav Adolf Becquer

In einem Park vor den Toren Sevillas steht das weiße Marmordenkmal Gustav Adolf Becquers (1836-1870), des großen Anregers und Neubelebers der spanischen Lyrik. Becquer blieb unbekannt, solange er lebte, geliebt erst, nachdem er tot war. Bedeutend sind auch die späteren reifen Erzählungen, die meist auf alten Volkssagen, Aberglauben und persönlichen Erlebnissen aufbauen. So trägt die Hauptfigur im ›Geisterberg‹ deutlich die Züge des Dichters. Becquer trug eine fantastische Welt in sich, einen Garten voll blühender Sehnsucht und einen Friedhof begrabener Hoffnungen – mit seinen eigenen Worten: »In den dunklen Winkeln meines Hirns schlummern, nackt und eng beieinander, die absonderlichen Kinder meiner Fantasie und harren still der Stunde, wo die Kunst sie in Worte kleidet, auf daß sie sich mit Anstand auf der Bühne der Welt zeigen können.«

——————————

In der Nacht auf Allerseelen weckte mich – ich weiß nicht, wie spät es schon war – das Geläute der Kirchenglocken. Bei ihrem langgezogenen Schall mußte ich unwillkürlich an eine Geschichte denken, die ich kürzlich in Soria hörte.

Ich versuchte wieder einzuschlafen – unmöglich! Wenn die Fantasie einmal aufgestachelt ist, benimmt sie sich wie ein störrisches Pferd, bei dem alles Zügeln nichts hilft. Und so beschloß ich denn aufzustehen und die Zeit mit Schreiben zu verbringen, was ich auch wirklich tat. –

Zugetragen hat sich die Geschichte ebenda, wo sie mir erzählt worden ist. Als ich sie niederschrieb, wandte ich jedesmal, wenn es an die Fensterscheiben polterte, erschreckt den Kopf – es war aber wohl nur der kalte Nachtwind, der gegen die Balkontüren stand …

Und mag es auch gewesen sein, was es will, – jetzt ist Herzenkönigin Trumpf!

»Koppelt die Hunde! Stoßt ins Horn, gebt den Weidgenossen das Zeichen, daß sie sich sammeln sollen! Nacht ist schon nahe … Wir dürfen nicht vergessen, daß wir heut Allerheiligen haben und uns auf dem Geisterberg befinden … Wir kehren jetzt in die Stadt zurück!«

»So zeitig schon!«

»Wär’s an einem anderen Tage, dächte ich nicht eher daran, als bis wir dem ganzen Wolfsrudel, das der Schnee des Moncayo aus den Höhlen getrieben hat, den Garaus gemacht hätten. Heute aber ist das unmöglich. Bald wird von dem Kloster der Tempelherren das Avemaria herüberklingen, und dann werden die Geister der Verstorbenen kommen und in der Bergkapelle das Glöcklein läuten.«

»In der verfallenen Kapelle? Ach, Unsinn! Du willst mir wohl bange machen?«

»Nein, schöne Base! Du weißt nur nicht, was sich hierlands alles zuträgt, es ist ja noch nicht ein Jahr her, daß du hier weilst. Wir können unsere Stuten ja zügeln und Schritt reiten; auf dem Heimweg erzähle ich dir dann die Geschichte vom Geisterberg.«

In frohen, lebhaften Gruppen kamen die Knappen herbei. Die Grafen von Borges und von Alcudiel schwangen sich auf ihre prächtigen Rosse; ihre Kinder Beatrix und Alfons ritten der Jagdgesellschaft vorauf, und all die andern folgten in gewissem Abstand.

Unterwegs erzählte ihr Alfons die versprochene Geschichte:

»Der Geisterberg, wie er heute heißt, gehörte einst den Tempelherren, deren Kloster du dort am Ufer des Flusses siehst. Die Templer waren Ritter und Mönche zugleich. Nachdem Soria den Mauren wieder entrissen worden war, ließ der König sie aus fernem Lande kommen, damit sie die Stadt auf der Brückenseite verteidigten. Damit aber fügte er den kastilischen Edlen eine schwere Kränkung zu, sie hätten die Stadt auch allein verteidigen können, da sie sie auch erobert hatten!

Zwischen den Rittern des neuen, mächtigen Ordens und den Adeligen der Stadt gärte es einige Jahre lang, – schließlich aber brach der wilde Haß wie ein Unwetter los.

Die Templer hatten den Berg eingehegt und behielten sich dort die ergiebige Jagd vor, um ihre Bedürfnisse decken und ihrem Hang nach Wohlleben frönen zu können. Der Adel aber beschloß, dort eine große Treibjagd zu veranstalten – trotz des strengen Verbotes der ›gespornten Pfaffen‹, wie sie ihre Feinde nannten.

Die Herausforderung sprach sich herum. Nichts war imstande, die einen von ihrer Jagdlust abzuhalten, noch die anderen von ihrem Vorsatz, diese zu stören. Das geplante Unternehmen wurde wirklich ausgeführt … Die Raubtiere jedoch, auf die es abgesehen war, haben nicht viel davon zu spüren bekommen. Wohl aber all die vielen Mütter, die um ihrer Söhne willen Trauerkleider anlegten, – ja, denen wird noch alles gegenwärtig sein! Das war keine Jagd: ein furchtbares Gemetzel war es! Mit Leichen besät war der Berg, und die Wölfe, die man hatte ausrotten wollen, hielten ein blutiges Festmahl.

Zuletzt sprach der König ein Machtwort: der Berg, als unselige Veranlassung so vielen Unheils, wurde für herrenlos erklärt und die Kapelle der Templer, die auf jenem Berge lag und in deren Vorhof man Freund und Feind bunt durcheinander begraben hatte, begann zu verfallen.

Seit jener Zeit soll man in jeder Nacht auf Allerseelen hören können, wie das Glöcklein der Kapelle ganz von selbst anfängt zu läuten … und die Geister der Toten, in ihre zerfetzten Schweißtücher gehüllt, sollen zwischen Busch und Dorn umherrennen – eine fantastische Jagd … Die Hirsche schreien vor Schrecken, die Wölfe heulen, die Schlangen zischen grauenhaft – und am andern Tage hat man schon oft im Schnee Abdrücke gesehen – Fußspuren der Knochenmänner! Daher heißt er in Soria der Geisterberg – und deswegen hab’ ich zum Heimweg geraten, bevor die Nacht anbricht.«

1 ... 35 36 37 38 39 40 41 42 43 ... 83
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)