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Электронная книга - «Cäsar Cascabel». Краткое содержание книги:

Dieser Roman ist den meisten Jules-VerneFreunden unbekannt, weil er in allen alten Gesamtausgaben fehlt. Der Artistenfamilie Cascabel wird nach einer Tournee durch die Vereinigten Satten das gesamte Vermögen gestohlen. Trotzdem wollen sie nach Frankreich zurückkehren und beschließen, den Weg über Alaska und das Packeis der Beringstraße zu nehmen. Unendlich viele Abenteuer müssen mit Indianern und Verbrechern bestanden werden, ehe es ein glückliches Ende gibt.
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Auch diesmal hatte er den gewohnten Erfolg. Aber kaum hatte er sich vor den Zuschauern bis auf die Erde verneigt, als ein Indianer seines Alters die erwähnte Gruppe verließ, seine Maske abnahm und vortrat.

Und dieser junge Eingeborene führte sämtliche Künste, die Xander soeben gemacht, mit einer Biegsamkeit des Rückgrats und einer Sicherheit der Bewegung aus, welche nichts zu wünschen übrig ließ. Wenn er weniger anmutig als der jüngere Cascabel war, so war er doch nicht weniger erstaunlich. Er erntete denn auch äußerst begeistertes Kopfschütteln seitens der Eingeborenen.

Man kann versichert sein, daß das Personal der Belle-Roulotte den guten Geschmack besaß, in den Beifall des Publikums einzustimmen. Aber da er nicht zurückbleiben wollte, gab Herr Cascabel Jean ein Zeichen, seine Taschenspielerkünste zu beginnen, in welchen er ihn für unerreichbar hielt.

Jean fühlte, daß er die Ehre der Familie aufrecht zu erhalten habe. Durch eine Handbewegung des Herrn Sergius und ein Lächeln Kayettens ermutigt, ergriff er nach der Reihe seine Flaschen, seine Teller, Kugeln, Messer Wurfscheiben und Stäbchen, und man kann sagen, daß er sich selber übertraf.

Herr Cascabel konnte nicht umhin, den Indianern einen befriedigten und gewissermaßen herausfordernden Blick zuzuwerfen. Es war, als wolle er der maskierten Gruppe sagen:

»Nun, Ihr andern, macht ihm das nach!«

Ohne Zweifel wurde er verstanden, denn auf einen Wink des Tyhi nahm ein zweiter Indianer die Maske ab und trat aus der Gruppe hervor.

Es war der Zauberer Fir-Fu; auch er hatte seinen Ruf zu Ehren der eingeborenen Rasse aufrecht zu erhalten.

Er ergriff die Utensilien, deren Jean sich bedient hatte und wiederholte der Reihe nach die Leistungen seines Rivalen, ließ Messer und Flaschen, Wurfscheiben und Ringe, Kugeln und Stäbchen durcheinander schwirren und das mit einer Eleganz der Haltung und Sicherheit des Griffes, welche derjenigen Jean Cascabels nichts nachgab. Clou, der daran gewöhnt war, nur seinen Gönner und dessen Familie zu bewundern, war ganz verdutzt und »sperrte Mund und Augen auf.«

Herr Cascabel applaudierte nur mehr aus Höflichkeit, mit den Fingerspitzen.

»Potztausend!« murmelte er, »sie sind anstellig, diese Rothäute!. Da sehe man!. Leute ohne Bildung! Nun wir werden ihnen etwas zeigen!«

Im Grunde brachte es ihn stark aus der Fassung, Konkurrenten zu finden, wo er blos auf Bewunderer gerechnet hatte. Und was für Konkurrenten. Einfache Eingeborene von Alaska, sozusagen Wilde! Sein Künstlerstolz litt seltsam darunter. Was Teufel! man ist Gaukler oder man ist es nicht!

»Vorwärts Kinder,« rief er mit Donnerstimme, »die lebendige Pyramide!«

Und alle stürzten wie zu einem Angriffe auf ihn zu. Er hatte sich fest aufgepflanzt, mit gespreizten Beinen, eingebogenen Lenden und aufgeworfener Brust. Jean schwang sich leicht auf seine rechte Schulter und reichte dem auf seine linke Schulter springenden Clou die Hand. Xander stellte sich auf den Kopf seines Vaters und über ihm krönte Napoleone den Bau, indem sie zierlich die Arme bog, um der Menge Kußhändchen zuzusenden.

Die französische Pyramide war kaum vollendet, als sich ihr gegenüber eine zweite, die eingeborene Pyramide erhob. Ohne die Masken abzulegen, türmte der nicht aus fünf, sondern aus sieben Teilen bestehende Bau sich empor und überragte die Familie Cascabel um ein Stockwerk. Pyramide wider Pyramide!

Und diesmal brachen die Indianer zu Ehren ihrer Stämme in Geschrei und Hurrarufe aus. Das alte Europa war durch das junge Amerika besiegt, und welches Amerika!. Das der Co-Youkons, der Tananas und der Tatancsoks!

Beschämt und verwirrt zuckte Herr Cascabel unwillkürlich zusammen und hätte beinahe seine ganze Familie zu Boden geworfen.

»Ah, so geht es einem!« sagte er, als er sich seiner lebenden Bürde entledigt hatte.

»Beruhigen Sie sich, mein Freund!« meinte Herr Sergius. »Es ist nicht der Mühe wert, sich darüber.«

»Nicht der Mühe wert!. Man sieht, daß Sie kein Künstler sind, Herr Sergius!«

Dann wandte er sich zu seiner Frau:

»Vorwärts, Cornelia; den Ringkampf mit flachen Händen!« rief er. »Wir wollen doch sehen, welcher von diesen Wilden es wagt, sich mit der »Siegerin von Chicago« zu messen!«

Aber Frau Cascabel rührte sich nicht.

»Nun, Cornelia?.«

»Nein, Cäsar.«

»Du willst nicht mit diesen Affen ringen und die Ehre der Familie retten?.«

»Ich werde sie schon retten,« begnügte Cornelia sich zu erwidern. Laß mich gewähren. Ich habe einen Einfall!«

Wenn diese erstaunliche Frau einen Einfall hatte, so war es am besten, sie denselben ohne Widerrede ausführen zu lassen. Sie fühlte sich durch den Erfolg der Indianer ebenso tief

gedemütigt, wie ihr Mann, und es stand zu vermuten, daß sie ihnen irgend einen Streich nach ihrer Weise spielen werde.

Cornelia hatte sich in die Belle-Roulotte begeben, während ihr Mann trotz seines Vertrauens zu ihrer Intelligenz und Erfindungsgabe etwas beunruhigt zurückblieb.

Binnen zwei Minuten erschien Frau Cascabel wieder und stellte sich vor der Gruppe der Indianer auf, die alsbald einen Kreis um sie bildeten.

Dann wandte sie sich an den obersten Beamten des Forts und bat ihn, den Eingeborenen das, was sie sagen werde, zu verdolmetschen.

Und nun wurde folgende Rede Wort für Wort in die eigentliche Sprache der alaskischen Provinz übertragen.

»Indianer und Indianerinnen! Ihr habt bei diesen Kraft- und Geschicklichkeitsproben Talente an den Tag gelegt, welche eine Belohnung verdienen, und diese Belohnung biete ich Euch.«

Allgemeines Stillschweigen und rege Aufmerksamkeit der Versammlung.

»Ihr seht meine Hände?« fuhr Cornelia fort. Sie sind mehr als einmal von den erhabensten Persönlichkeiten der alten Welt gedrückt worden! Ihr seht meine Wangen? Sie haben oft die Küsse der mächtigsten Herrscher Europas empfangen! Nun! diese Hände, diese Wangen biete ich Euch dar. Indianer Amerikas, kommt herbei sie zu fassen, sie zu küssen!«

Und meiner Treu! Die Eingeborenen dachten nicht daran, sich lange bitten zu lassen. Würden sie doch schwerlich wieder Gelegenheit haben, die Hände einer so prächtigen Frau zu küssen.

Einer von ihnen, ein schöner Tanana, trat vor und ergriff Cornelias dargebotene Rechte.

Aber welch ein Schrei entfuhr ihm infolge einer Erschütterung, die all seine Glieder durchzuckte!

»Ah, Cornelia!« rief Herr Cascabel. »Cornelia, ich verstehe und ich bewundere dich!«

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