Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]
- Автор: Франке Герберт Ф.
- Год: 1976
- Язык: немецкий
- Год: Suhrkamp Verlag
- ISBN: 3-518-39087-2
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]». Краткое содержание книги:
Über Rundfunk und Fernsehen wird laufend über das Unternehmen berichtet werden. Wir schalten um zur ersten Übertragung.
CS: Es ist ein stolzer Augenblick für die Menschheit: Bald wird es auf der Erde keinen Zwang mehr geben. Der Preis dafür ist hoch – die Gefahr, der sich unsere Truppen aussetzen. Doch die schwerste Hürde ist genommen, es gibt keine Gegenwehr. Dort, wo sonst jeder Versuch, die Grenze zu überschreiten, rücksichtslos niedergeschlagen wurde, schweigen heute die Waffen. An mehreren Stellen des Sperrgebiets gleichzeitig gelang die Landung. Der Augenblick rückt näher, da wir den restlichen Teil der Welt, der sich unseren Bemühungen zur Verständigung bisher entzogen hat, in Besitz nehmen werden. Wir schalten um in den Distrikt K 11/U 16. Dort wurde soeben eine Fernsehkamera aufgestellt, die den entscheidenden Akt übermitteln wird. Wir blenden uns in die direkte Verbindung zwischen der Befehlsstelle und dem Landekommando ein:
S: »… keine Verluste, eine Bilderbuchlandung.«
HQ: »Radioaktivität?«
S: »Geringfügig – wir messen laufend.«
HQ: »Krankheitskeime? Viren?«
S: »Schwer festzustellen. Bis jetzt nichts Auffälliges. Aber wir behalten die Schutzanzüge an.«
HQ: »In Ordnung. Eben hat sich das öffentliche Funksystem zugeschaltet. Vielleicht schildert ihr einmal, wie man sich fühlt, wenn man als erster einen neuen Teil der Welt betritt.«
S: »Wir sind stolz! Und ergriffen! Wir alle wissen, was das bedeutet. Die schwerste Arbeit steht freilich noch bevor – es wird lang dauern, bis dieses Land besiedelt ist. Aber wir freuen uns, daß wir einen Beitrag dazu geleistet haben.«
HQ: »Habt ihr keine Bedenken wegen der Verseuchung?«
S: »Alle sind ruhig. Die Radioaktivität ist nicht höher als normal. Die Schutzanzüge sind gut; sie lassen keine Keime durch. Vorderhand atmen wir noch mitgebrachten Sauerstoff doch wenn die ersten Analysen negativ sind – also nichts Gefährliches festgestellt ist –, schalten wir auf Filter um. Das Licht ist außerordentlich grell, aber das Glas unserer Helme absorbiert alle schädliche Strahlung. Sonst tut sich hier nichts Besonderes. Öd ist es hier und langweilig. Keine Mädchen« (lacht).
HQ: »Jetzt haben wir ein Videobild. Ich glaube, der feierliche Akt beginnt. Der Mann im Vordergrund ist Generalmajor Robin, der Chef der Landetruppen. Er wird einige Worte sprechen.«
Robin: »Hiermit sei dieses Land dem Besitz der Freien Welt überantwortet. Möge diese Stunde der Beginn einer friedlichen und fruchtbaren Entwicklung sein. Es lebe die Einigkeit, das Recht und die Freiheit!«
HQ: Drei Angehörige des Landungsteams ziehen die Fahne der Freien Welt am Flaggenmast hoch, von den Videokameras im Profil gegen den Himmel erfaßt. Dazu erklingt die Hymne, vorgetragen vom Chor der Marine – die Stimmen wirken ein wenig gequetscht, denn die Helme müssen geschlossen bleiben. Die Fahne entfaltet sich im Wind. Man hört einzelne Jubelrufe.
Hatten Sie Angst?
Nein.
Es wäre die normale Reaktion gewesen.
Uns war versichert worden …
Haben Sie darauf vertraut?
Ja.
Aber nicht völlig.
Nein, nicht völlig. So sicher war ich mir nicht. Ich wußte nicht, was geschehen könnte. Fernzündung des Treibstoffs? Störung der Steuerung? Lufttorpedos? Es wäre wahrscheinlich schnell gegangen. Wir hätten vielleicht gar nichts gemerkt. Angst hatte ich nicht.
Sie und Ihre Kollegen waren sorgfältig vorbereitet.
Ja.
Sie hatten sich seit langem mit dem Gedanken an eine Invasion beschäftigt. Hatten Sie nicht irgendeinen Verdacht, als sie in die Zone Null hineinkamen, und es gab keine Abwehr?
Nein.
Haben Sie sich mit den Angehörigen Ihres Teams darüber unterhalten?
Wir haben kaum gesprochen.
Was empfanden Sie nach der erfolgreichen Landung im Sperrgebiet?
Dasselbe wie alle andern.
Genauer!
Ich freute mich, daß alles glatt gegangen war.
War das alles?
Ich wußte, was die Landung bedeutete. Ich glaube, ich war tief bewegt.
Als Tibor seine Bemerkung über den Marinechor machte, hat jemand gelacht. Wissen Sie, wer es war?
Ich habe gelacht. Wir hatten uns früher einmal über den Chor amüsiert. Es hatte nichts mit den Feierlichkeiten zu tun.
Lieben Sie Musik?
Ja.
Was für Musik?
Nun, … nicht gerade Chorgesang.
Hatten Sie damals irgendwelche Zweifel am Gelingen der Besetzung?
Nein.
Wir haben eine Bemerkung von Ihnen registriert … es war, warten Sie …
Ich weiß, was Sie meinen … Ich wußte, daß noch wichtige Aufgaben bevorstanden. Unsere Situation – ich meine, die unseres Teams – war von jener aller übrigen verschieden. Wir waren länger auf den Einsatz vorbereitet worden. Alles ging vor sich, wie wir es unzählige Male geübt hatten, es war nichts Überraschendes mehr dabei. Und außerdem … die Aufgabe der anderen war beendet, unsere fing erst an.
Dan – Kybernetiker, Homöostase bei komplexen und sehr komplexen Systemen, Organisationskybernetik, Spieltheorie, allgemeine Formalismen für strategische Konzepte.
Pavel – Soziologe, Verhaltenslehre des Menschen, Informationswege in Soziostrukturen, politische Konzepte; Theoretiker der Umschulung.
Greg – Linguist, Übersetzungsautomaten, alte Sprachen, Geschichte; Spezialist für das Brechen von Codes.
Josef – Schwachstromtechniker, Funker, Erfahrung mit Hör- und Sehfunkübertragungen; Verwalter der Vorräte.
Tibor – Elektrotechniker, Feinmechaniker, Waffentechniker, Pilot.
Sonja – Sprecherin, Fernsehansagerin, Dolmetscherin; mit 18 Jahren Jahresbeste im Zehnkampf.
Sie lehnten in den harten Kissen des Ballonwagens. Sie trugen ihre Schutzanzüge und schwitzten unter der ungewohnt stechenden Sonne. Tibor hockte hinter dem Steuerrad und fluchte.
Vor ihnen fuhren sechs der Transporter und, allen weit voran, der Rover, der automatische Analysewagen. Seine besondere Aufgabe: Kontrolle der Radioaktivität. Erst zweimal hatte er Alarm gegeben, sie hatten strahlende Inseln umfahren, aber es war eher eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, sie hätten die Strahlung ohne weiteres, auch längere Zeit hindurch, vertragen. Übertriebene Sicherheit – so würden sie wohl weiterhin verfahren müssen, wenn sie Erfolg haben wollten. Aber Sicherheit schränkt den Freiheitsgrad ein, dachte Dan. Doch er sagte nichts.
Wieder war es Tibor, der aussprach, was alle dachten. »Warum lassen sie uns nicht die verdammten Masken abnehmen? Man kann sich ja nicht einmal den Schweiß abwischen. Die Sichtscheibe läuft an – wie soll ich da steuern?«
»Hättest Scheibenwischer einbauen müssen.«
Die Radioaktivität läßt sich kontrollieren. Das Problem waren die Krankheitserreger. Hatte hier jemand entkeimt? Niemand wußte es. Sporen und Viren altern nicht, bleiben virulent. Eine genaue Analyse dauert Tage … Mikroskop, Stereoscan, Immuntest. Doch selbst das sind nur Stichproben.