Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #1
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 01 - Diebe Im Olymp». Краткое содержание книги:
Endlich fragte ich: »Für dieses Ungeheuer können wir uns also bei Athene bedanken?«
Annabeth schaute mich wütend an. »Nein, bei deinem Dad. Schon vergessen? Medusa war mit Poseidon befreundet. Sie hatten sich im Tempel meiner Mutter verabredet. Deshalb hat Athene sie in ein Ungeheuer verwandelt. Medusa und ihre beiden Schwestern, die ihr geholfen hatten, in den Tempel zu gelangen, wurden zu den drei Gorgonen. Deshalb wollte Medusa mich zerfetzen, aber dich hätte sie gern als hübsche Statue behalten. Sie ist noch immer scharf auf deinen Dad. Vermutlich hast du sie an ihn erinnert.«
Mein Gesicht glühte. »Ach, jetzt bin ich also daran schuld, dass wir Medusa über den Weg gelaufen sind.«
Annabeth setzte sich gerade hin. Sie ahmte meine Stimme ziemlich schlecht nach, als sie sagte: »Es ist doch nur ein Foto, Annabeth. Was kann das schon schaden?«
»Vergiss es«, sagte ich. »Du bist unmöglich.«
»Du bist unausstehlich.«
»Du bist …«
»He!«, schaltete Grover sich ein. »Davon krieg ich Migräne und dabei können Satyrn gar keine Migräne kriegen. Was machen wir jetzt mit dem Kopf?«
Ich starrte das Ding an. Eine kleine Schlange lugte aus einem Loch in der Plastiktüte. Auf der Tüte stand aufgedruckt: Vielen Dank für Ihren Einkauf!
Ich war wütend, nicht nur auf Annabeth und ihre Mutter, sondern auf alle Götter, über diesen Auftrag und darüber, dass wir schon am ersten Tag durch eine Explosion von der Straße vertrieben und in zwei heftige Kämpfe verwickelt worden waren. Wenn das so weiterging, würden wir L. A. niemals lebendig erreichen, schon gar nicht bis zur Sommersonnenwende.
Was hatte die Medusa gesagt?
Lass dich von den Olympiern nicht zur Spielfigur machen, mein Lieber. Als Statue wärst du besser dran.
Ich sprang auf. »Bin gleich wieder da.«
»Percy«, rief Annabeth mir nach. »Was hast du vor?«
Ich suchte hinten im Lagerhaus, bis ich Medusas Büro gefunden hatte. Ihr Rechnungsbuch zeigte die letzten sechs Verkäufe, allesamt per Versand in die Unterwelt, als Dekorationen für Hades’ und Persephones Garten. Der Rechnung zufolge war die Unterwelt über die DOA-Studios, West Hollywood, Kalifornien, zu erreichen. Ich faltete die Rechnung zusammen und steckte sie in die Tasche.
In der Kasse fand ich zwanzig Dollar, einige goldene Drachmen und Verpackungsmaterial für den Hermes-ÜberNacht-Expressversand, an jedem Karton hing ein kleiner Lederbeutel für Münzen. Ich wühlte im Büro herum, bis ich eine Schachtel in der passenden Größe gefunden hatte.
Dann ging ich zurück zum Picknicktisch, packte den Medusenkopf ein und füllte den Lieferschein aus:
AN DIE GÖTTER
Berg Olymp
600. Stock
Empire State Building
New York, NY
Mit besten Grüßen
Percy Jackson
»Das wird ihnen nicht gefallen«, sagte Grover warnend. »Sie werden dich für unverschämt halten.«
Ich legte einige goldene Drachmen in den Lederbeutel. Als ich ihn schloss, glaubte ich eine Kasse klingeln zu hören. Das Paket rutschte vom Tisch und verschwand mit einem »Plopp«.
»Ich bin unverschämt«, sagte ich.
Ich schaute Annabeth an und wartete auf ihren Widerspruch.
Aber sie schwieg. Sie schien sich mit der Tatsache abgefunden zu haben, dass ich ein großes Talent hatte, den Göttern auf die Nerven zu gehen. »Los jetzt«, murmelte sie. »Wir brauchen einen neuen Plan.«
Ein Pudel gibt uns gute Ratschläge
In dieser Nacht ging es uns verdammt schlecht.
Wir übernachteten im Wald, an die hundert Meter von der Hauptstraße entfernt, auf einer sumpfigen Lichtung, wo Leute aus dem Ort offenbar Partys gefeiert hatten. Überall lagen platt gedrückte Getränkedosen und Hamburgertüten herum.
Wir hatten uns aus Tante Ems Laden Essen und Decken mitgenommen, wagten aber nicht, ein Feuer zu machen, um unsere nassen Kleider zu trocknen. Die Furien und die Medusa hatten für genug Aufregung an nur einem Tag gesorgt. Mehr Ärger wollten wir uns wirklich nicht einbrocken.
Wir beschlossen abwechselnd zu schlafen. Ich meldete mich für die erste Wache.
Annabeth rollte sich auf den Decken zusammen und schnarchte los, sowie ihr Kopf den Boden berührte. Grover flatterte mit seinen fliegenden Schuhen auf den untersten Ast eines Baumes, lehnte seinen Rücken an den Stamm und starrte in den Nachthimmel hoch.
»Jetzt schlaf schon«, sagte ich zu ihm. »Ich weck dich, wenn es Ärger gibt.«
Er nickte, schloss aber die Augen noch immer nicht. »Das macht mich traurig, Percy.«
»Was denn? Die Tatsache, dass du dich für diesen blödsinnigen Auftrag gemeldet hast?«
»Nein. Das hier macht mich traurig.« Er zeigte auf den vielen Müll auf dem Boden. »Und der Himmel. Du kannst ja nicht mal die Sterne sehen. Sie haben sogar den Himmel verschmutzt. Es ist schrecklich, heutzutage ein Satyr zu sein.«
»Klar. Hätt ich mir ja denken können, dass du ein Umweltschützer bist.«
Er starrte mich wütend an. »Nur ein Mensch schafft es, keiner zu sein. Deine Gattung müllt die Welt dermaßen schnell zu, dass … ach, egal. Es hat doch keinen Sinn, einem Menschen Vernunft predigen zu wollen. Aber wenn das so weitergeht, werde ich Pan niemals finden.«
»Pam? Wie das Herdreinigungsspray?«
»Pan!«, schrie er wütend. »P-A-N! Den großen Gott Pan! Was glaubst du denn, weshalb ich mir eine Suchlizenz wünsche?«
Ein seltsamer Wind ließ die Bäume rascheln und vertrieb für einen Moment den Gestank von Müll und Schlamm. Dieser Wind brachte den Duft von Beeren und Wiesenblumen und sauberem Regenwasser, Dingen, die es vielleicht früher einmal in diesem Wald gegeben hatte. Plötzlich hatte ich Heimweh nach etwas, das ich nie gekannt hatte.
»Erzähl mir von dieser Suche«, bat ich.
Grover musterte mich misstrauisch, er schien zu fürchten, ich wollte mich über ihn lustig machen.
»Der Gott der Wildnis ist vor zweitausend Jahren verschwunden«, erzählte er mir. »Ein Seemann hörte vor der Küste von Ephesos am Strand eine geheimnisvolle Stimme rufen: ›Sag ihnen, dass der große Gott Pan tot ist!‹ Als die Menschen das hörten, glaubten sie es. Seither haben sie Pans Königreich immer wieder ausgeplündert. Für uns Satyrn aber war Pan der Herr und Meister. Er hat uns und die unberührten Orte auf dieser Welt beschützt. Wir weigern uns zu glauben, dass er tot ist. In jeder Generation setzen die tapfersten Satyrn ihr Leben ein, um Pan zu finden. Sie suchen überall auf der Erde, erforschen die wildesten Gegenden, in der Hoffnung, sein Versteck zu finden und ihn aus seinem Schlaf zu wecken.«
»Und du willst dich auf diese Suche machen.«
»Das ist der Traum meines Lebens«, sagte er. »Mein Vater war Sucher. Und mein Onkel Ferdinand … die Statue, die du vorhin gesehen hast …«
»Ja, richtig, tut mir leid.«
Grover schüttelte den Kopf. »Onkel Ferdinand wusste, was er riskierte. Und mein Vater auch. Aber ich werde es schaffen. Ich werde der erste Sucher sein, der lebend zurückkehrt.«
»Moment mal – der erste?«
Grover zog seine Rohrflöte aus der Tasche. »Bisher ist kein Sucher je zurückgekehrt. Wenn sie erst einmal losgezogen sind, dann verschwinden sie. Und werden nie wieder lebend gesehen.«
»Kein einziges Mal in zweitausend Jahren?«
»Nein.«
»Und dein Vater? Du hast keine Ahnung, was ihm zugestoßen ist?«
»Nein.«
»Aber du willst trotzdem losziehen«, sagte ich verblüfft. »Glaubst du wirklich, dass ausgerechnet du Pan finden wirst?«
»Das muss ich glauben, Percy. Das glaubt jeder Sucher. Nur dieser Glaube rettet uns vor der Verzweiflung, wenn wir sehen, was die Menschen der Welt angetan haben. Ich muss glauben, dass Pan noch geweckt werden kann.«