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Untot

Электронная книга - «Untot». Краткое содержание книги:

Aus dem Amerikanischen übertragen von Angelika Weidmann
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Terror packte Dave in jeder Zelle seines Leibes, während er sich auf den Angriff des Monsters vorbereitete. Er wußte, daß er es irgendwie überwältigen mußte, ohne daß der Kampf irgend jemandes Aufmerksamkeit erregte, ohne daß die anderen Leichenfresser auf dem Rasen oder die Menschen im Haus der Kingsleys etwas davon merkten. Es blieben Dave nur noch Sekunden, um sich zu wappnen. Die tote Kreatur kam langsam, aber stetig auf ihn zu. Ihre Lungen röchelten und stöhnten gespenstisch zur Untermalung ihrer schwerfälligen Bewegungen. Dave hielt stand und zwang sich, zu warten, bis das Geschöpf ihn fast erreicht hatte und schon die knochige Hand nach seiner Kehle ausstreckte. Dann schwang Dave die Axt mit aller ihm zur Verfügung stehenden Kraft und spaltete ihm den toten Schädel. Mit aufspritzender Gehirnmasse und einem letzten Stöhnen sackte das tote Ding zu Boden und rührte sich nicht mehr. Der Hieb mit der Axt war kräftig und wirkungsvoll gewesen und hatte die Gehirnzentren des teuflischen Humanoiden zerstört. Dave brauchte nur einen Blick darauf zu werfen, um zu erkennen, daß dieser hier nicht wieder aufstehen würde. Dann überprüfte er fieberhaft die Umgebung. Die Gruppe von Humanoiden auf dem Rasen stand noch immer an der gleichen Stelle und war nicht auf ihn aufmerksam geworden. Es benötigte offensichtlich ziemlich viel Krach, um ihre toten Ohren zu alarmieren. Trotz seiner Furcht fühlte Dave eine winzige Welle von Erleichterung. Er duckte sich hinter den Busch und spähte zu dem Haus hinüber. Dann sah er seine blutverschmierte Axt, bückte sich und wischte sie im Gras sauber.

In diesem Augenblick splitterte die Scheibe eines der Erdgeschoßfenster mit lautem Krach, ein Gewehrlauf ragte heraus und der Mann hinter dem Fenster fing an zu schießen. Flack hatte die Geräusche von Daves Kampf mit dem angreifenden Leichenfresser gehört, das Stöhnen und das Krachen von Metall auf Knochen. Flack feuerte fünf oder sechs Schuß auf die Gruppe von wandelnden Toten auf dem Rasen, aber er erzielte nicht viele gute Treffer. Die Entfernung war zu groß. Flack erwischte einen an der Brust und traf ihn schwer genug, um einen Menschen umzulegen, aber der Getroffene wälzte sich nur herum, rappelte sich auf die Füße und stand wieder auf. Flack gab es auf. Dave beobachtete aus seinem Versteck hinter dem Busch, wie der Gewehrlauf aus dem Fenster verschwand. Er war einigermaßen sicher, daß Flack ihn nicht entdeckt hatte und daß er nur von dem Geräusch ans Fenster gelockt worden war und die Gruppe auf dem Rasen gesehen hatte.

Im Schutz der Ahornbäume arbeitete Dave sich näher an das Haus heran. Nachdem er ungefähr zwanzig Meter zurückgelegt hatte, ließ ein Geräusch ihn zusammenschrecken. Er blieb wie angewurzelt stehen und schaute hinter einem Baumstamm hervor.

Die Eingangstür wurde entriegelt, die Tür ging auf, und die Familie Kingsley, gefesselt und mit verstopften Mündern, kam, von Flacks Gewehr getrieben, humpelnd heraus. Grinsend trat Flack hinter ihnen her über die Schwelle. Er hatte die Seile, mit denen sie an die Möbelstücke gebunden worden waren, benutzt, um sie so aneinander zu fesseln, daß sie nur laufen konnten, wenn sie gleichzeitig die Füße hoben und aufsetzten. Flack lachte, als der Junge umfiel und seine Eltern mitriß. Er stieß sie mit dem Gewehrlauf an, während sie sich mühsam wieder aufrappelten. Er trieb sie die Eingangsstufen hinunter in die Mitte des Rasens. In einiger Entfernung stand eine Gruppe von wandelnden Leichen und wartete. »Na los«, spöttelte Flack. »Nun lauft mal schön. Wir machen einen hübschen, kleinen Spaziergang.« Sein Grinsen wurde noch breiter, nachdem er sich umgeschaut und vergewissert hatte, daß sich keiner an ihn heranschlich. Dave mußte die grausige Szene mitansehen, ohne irgend etwas tun zu können, um sie zu verhindern. Er war zu weit weg, um sich auf Flack zu werfen. Wenn er es versuchte, würde Flack ihn einfach abknallen, oder die fleischgierigen Leichenfresser würden sich auf ihn stürzen. Er wußte, daß Flack vorhatte, die Familie Kingsley zu ermorden, indem er sie einfach den Leichenfressern überließ; oder, so hoffte er, Flack wollte vielleicht mit dieser entsetzlichen Drohung nur Informationen aus ihnen herauspressen. Aber in beiden Fällen konnte Dave nichts dagegen unternehmen. Er war selbst viel zu verwundbar und würde als Zombiefutter enden, wenn er zu überstürzt handelte. Wenn er für die Kingsleys auch nichts mehr tun konnte, konnte er vielleicht den Miller-Töchtern noch zu Hilfe kommen.

Während Flack damit beschäftigt war, die Kingsleys weiter über die Wiese zu treiben, schlich Dave sich näher an das Haus heran. Wenn Flack zurückkam, wollte er dort bereitstehen. Dave duckte sich hinter eine Hecke neben dem Eingang und vergewisserte sich, daß Flack nicht herüberschaute. Bei dem Klang von Flacks krankhaftem Gelächter blickte Dave aus dem Schutz eines Gebüschs auf. Flack hatte die Kingsleys mitten auf den Rasen getrieben, knapp zehn Meter von der Gruppe von Leichenfressern entfernt. Dann hatte er dem Vater einen Stoß versetzt, und als dieser zu Boden stürzte und seine Frau und seinen Sohn mitriß, war er in Gelächter ausgebrochen. Gefesselt und mit verstopften Mündern konnte die Familie nicht schreien, sondern nur hilflos strampeln und sich winden, als die Leichen-fresser näher kamen. Flack wich noch immer lachend zurück und schaute zu.

In wenigen Minuten waren die Kingsleys tot. Die Leichenfresser hatten sich auf sie gestürzt und ihnen die verwundbaren Teile ihrer Leiber weggerissen - das zarte Fleisch an Hals, Brüsten, Bäuchen. Die Tatsache, daß sie keinen Todesschrei ausstoßen konnten, machte die Szene noch grauenvoller, dachte Dave, der sich neben dem Eingang versteckt hatte und alles mit ansah. Flack erreichte die Stufen, während er beobachtete, wie sich die lebendigen Toten um das Fleisch und die zarten inneren Organe stritten. Flack konnte Dave nicht kommen sehen. Er hatte keine Zeit mehr zum Denken, als sein Schädel mit einem einzigen Hieb von Daves Axt gespalten wurde. Dave sprang zurück, vollgespritzt mit Flacks Blut, als der Mann ein Stöhnen von sich gab und die Stufen hinunterstürzte. Sein Gewehr krachte alarmierend laut aufs Pflaster. Dave warf sich über Flack und schlug ihm die Axt sicherheitshalber in die Brust. Knochen splitterten, und Blut spritzte aus den getroffenen Lungen. Dieser zweite Hieb war überflüssig gewesen, denn der Mann war nach dem Axthieb, der ihm den Schädel gespalten hatte, auf der Stelle tot gewesen, doch Dave brauchte etwas, um einen Teil seiner wilden Wut abzureagieren und die aufgestauten Rachegelüste auf diese gewaltsame Weise ein bißchen zu stillen.

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