Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
«Nun!«erwiederte Frau Bonacieux, mit beinahe schmeichelndem Tone, und drückte dabei d'Artagnans Hand, welche die ihrige noch nicht losgelassen hatte,»nun! ich sage noch nicht so viel, wie Ihr: was für heute verloren ist, ist nicht für die Zukunft verloren. Wer weiß, ob ich nicht, wenn ich eines Tags entbunden bin. Eure Neugierde befriedige.«
«Und leistet Ihr meiner Liebe dasselbe Versprechen?«rief d'Artagnan in der höchsten Freude.
«Ah! von dieser Seite will ich mich zu nichts verpflichten, das hängt von den Gefühlen ab, die Ihr mir einzuflößen wissen werdet.«
«Also heute, Madame…«»Heute, mein Herr, stehe ich erst bei der Dankbarkeit!«
«Ah! Ihr seid zu reizend, «sprach d'Artagnan traurig,»und Ihr mißbraucht meine Liebe.«
«Nein, ich gebrauche Euern Edelmuth, das ist das Ganze. Aber glaubt mir, bei gewissen Menschen findet sich Alles wieder.«
«Oh! Ihr macht mich zum glücklichsten Sterblichen. Vergeßt diesen Abend nicht, gedenket dieses Versprechens.«
«Seid unbesorgt, zu geeigneter Zeit, an geeignetem Orte werde ich mich an Alles erinnern. Aber nun geht, geht in des Himmels Namen! Man erwartet mich auf den Schlag zwölf, und ich habe mich bereits verspätet.«
«Um fünf Minuten.«
«Ja, aber unter gewissen Umständen sind fünf Minuten fünf Jahrhunderte.«
«Wenn man liebt.«
«Ei! wer sagt Euch denn, daß ich es nicht mit einem Liebenden zu tun habe?«
«Ein Mann erwartet Euch, «rief d'Artagnan,»ein Mann?«
«Geht, soll der Streit schon wieder beginnen?«sprach Frau Bonacieux mit einem leichten Lächeln, das nicht ganz von Unruhe frei war.
«Nein, nein, ich gehe, ich gehe, ich entferne mich, ich glaube Euch, ich will das volle Verdienst meiner Ergebenheit haben, und wäre diese auch eine Albernheit. Gott befohlen, Madame! Gott befohlen!«
Und als fühlte er nicht die Kraft in sich, von der Hand, die er hielt, sich anders als durch ein gewaltsames Losreißen zu trennen, lief er rasch weg, während Frau Bonacieux, wie bei dem Fensterladen, dreimal langsam und in denselben Zwischenräumen klopfte; an der Ecke der Straße drehte er sich um; man hatte die Thüre geöffnet und wieder geschlossen. Die schöne Krämerin war verschwunden.
D'Artagnan setzte seinen Weg fort; er hatte sein Wort gegeben, Frau Bonacieux nicht zu beobachten, und hätte sein Leben von dem Orte, wohin sie ging, und von der Person, die sie begleiten sollte, abgehangen, d'Artagnan wäre nach Hause gegangen, weil er es zugejagt hatte. Nach fünf Minuten befand er sich in der Rue des Fossoyeurs.
«Armer Athos, «sprach er,»er wird nicht wissen, was dies heißen soll. Er ist ohne Zweifel, mich erwartend, eingeschlafen, oder nach Hause gegangen, und dort wird er erfahren haben, daß eine Frau in seine Wohnung gekommen ist. Eine Frau bei Athos. Uebrigens war auch eine bei Aramis, «fuhr d'Artagnan fort.»Das ist eine ganz seltsame Geschichte, und ich bin neugierig, wie das Alles enden wird.«
«Schlimm, gnädiger Herr, schlimm, «antwortete eine Stimme, an welcher der junge Mann Planchet erkannte, denn nach Art der Leute, welche ganz und gar von ihren Gedanken in Anspruch genommen sind, war er laut mit sich sprechend in den Gang gelangt, an dessen Hintergrund die Treppe lag, die nach seinem Zimmer führte.
«Wie so, schlimm? Was willst Du damit sagen, Dummkopf?«fragte d'Artagnan,»und was ist denn vorgefallen?«—»Alles mögliche Unglück.«—»Was denn?«—»Erstens hat man Athos verhaftet.«—»Verhaftet! Athos! verhaftet! Warum?«—»Man hat ihn in Eurer Wohnung gefunden und für Euch gehalten.«—»Und durch wen ist er verhaftet worden?«—»Durch die Wache, welche die schwarzen Menschen holen wollte, welche Ihr in die Flucht geschlagen habt.«—»Warum hat er nicht seinen Namen genannt? Warum hat er nicht gesagt, daß er gar nichts von dieser Angelegenheit wisse?«—»Er hat sich wohl gehütet, gnädiger Herr; er näherte sich mir im Gegentheil und sagte: ›Dein Herr bedarf seiner Freiheit in diesem Augenblick, ich nicht, da er Alles weiß und ich nichts. Man wird glauben, er sei verhaftet, und dadurch gewinnt er Zeit. In drei Tagen sage ich, wer ich bin, und dann muß man mich wohl gehen lassen.‹ —»Bravo, Athos! edles Herz, daran erkenne ich ihn, «murmelte d'Artagnan.»Und was thaten die Sbirren?«—»Vier haben ihn, ich weiß nicht wohin, nach der Bastille oder nach dem Fort-l'Evêque geführt, zwei sind mit den schwarzen Männern zurückgeblieben, welche alles durchsuchten und alle Papiere in Beschlag nahmen. Während dieser Expedition hielten die zwei letzten Wache vor der Thüre; sobald Alles zu Ende gebracht war, zogen sie ab und ließen das Haus leer und offen.«—»Und Porthos und Aramis?«—»Ich fand sie nicht, sie kamen nicht.«—»Aber sie können jeden Augenblick kommen, denn Du hast ihnen doch sagen lassen, daß ich sie erwarte?«—»Ja, gnädiger Herr.«—»Gut, geh nicht von der Stelle; wenn sie kommen, sage ihnen, was mir begegnet ist, sie mögen mich in der Herberge zum Fichtenapfel erwarten; hier ist Gefahr, das Haus kann bespäht werden. Ich laufe zu Herrn von Treville, um ihm alles mitzuteilen, und kehre dann zu ihnen zurück.«—»Ganz wohl, gnädiger Herr, «sprach Planchet. — »Aber Du bleibst. Du hast keine Furcht?«sagte d'Artagnan, noch einmal zurückkehrend, um seinem Diener Muth einzuschärfen. — »Seid ruhig, «erwiederte Planchet,»Ihr kennt mich noch nicht; ich bin muthig, wenn ich einmal anfange; ich brauche nur anzufangen; überdieß bin ich ein Picarde.«—»Abgemacht also, «sagte d'Artagnan:»Du läßt Dich eher tödten, als daß Du von deinem Posten weichst.«—»Ja, Herr, es gibt nichts, was ich nicht thun würde, um Euch meine Anhänglichkeit zu beweisen.«—»Gut, «sprach d'Artagnan zu sich selbst;»die Methode, welche ich bei diesem Burschen in Anwendung gebracht habe, scheint offenbar gut zu sein; ich werde bei Gelegenheit weiteren Gebrauch davon machen.«
Und mit der ganzen Geschwindigkeit seiner, durch die verschiedenen Märsche dieses Tages bereits etwas ermüdeten Beine lief d'Artagnan nach der Rue du Colombier.
Herr von Treville war nicht zu Hause; seine Compagnie hatte die Wache im Louvre; er war bei seiner Compagnie.
Man mußte nothwendig zu Herrn von Treville gelangen; es war sehr wichtig, ihn von allen Vorgängen in Kenntniß zu setzen. D'Artagnan beschloß, den Versuch zu machen, ob er in den Louvre könnte. Seine Uniform als Gardist von der Compagnie des Herrn des Essarts sollte ihm als Paß dienen.
Er ging also durch die Rue des Petits-Augustins hinab und an dem Quai hinauf, um den Pont Neuf zu erreichen. Einen Augenblick kam ihm der Gedanke, in der Fähre über den Fluß zu setzen; als er aber am Rande des Wassers stand, steckte er mechanisch die Hand in die Tasche und bemerkte, daß er kein Geld bei sich hatte, um den Fährmann zu bezahlen.
In dem Augenblick, wo er auf die Höhe der Rue Guenegaud gelangte, sah er aus der Rue Dauphine eine aus zwei Personen bestehende Gruppe hervorkommen, deren Erscheinung ihn sehr in Erstaunen setzte.
Die zwei Personen, welche die Gruppe bildeten, waren ein Mann und eine Frau.
Die Frau hatte die Gestalt der Frau Bonacieux, und der Mann war Aramis zum Täuschen ähnlich.
Die Frau trug überdies den schwarzen Mantel, dessen Umrisse d'Artagnan noch auf dem Laden der Rue Vaugirard und auf der Thüre der Rue de la Harpe vor sich sah.
Noch mehr, der Mann trug die Musketier-Uniform.
Die Mantelkappe der Frau war vorgeschlagen; der Mann hielt ein Sacktuch vor sein Gesicht; beide hatten, wie diese Vorsicht bewies, ein Interesse dabei, nicht erkannt zu werden.
Sie schlugen den Weg nach der Brücke ein; es war auch d'Artagnans Weg, da sich dieser nach dem Louvre begab. D'Artagnan folgte ihnen. Kaum hatte er aber zwanzig Schritte gemacht, als er überzeugt war, daß diese Frau nur Frau Bonacieux, dieser Mann nur Aramis sein könne.
Sogleich regte sich der ganze Argwohn der Eifersucht in seinem bewegten Herzen.