Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott
- Автор: Раджниш Бхагван Шри
- Язык: немецкий
- Жанр: Эзотерика
Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
Er meinte: »Das ist eine großartige Idee. Nun können wir uns zwei mehr leisten.«
Doch es gibt kein zentrales Organ unter diesen Shankaracharyas
– und das ist auch nicht möglich, denn der eine verehrt Shiva, der andere Vishnu, wieder ein anderer Krishna und der nächste Brahma. Und es gibt Hunderte von kleineren Göttern, die von den Menschen verehrt werden. Die Menschen verehren sogar Bäume und Steine. Streicht nur einmal einen Stein rot an und wartet ab –
bald werden ein paar Hindus vorbeikommen und sich vor dem Stein verneigen.
Als die britische Regierung zum ersten Mal Straßen baute und Kilometersteine errichtete, malten sie diese rot an, weil Rot schon aus großer Entfernung sichtbar ist. Also malten sie die Steine rot an, und dann machten sie sich Sorgen. Hinduistische Dorfbewohner kamen, legten Blumen und Kokosnüsse rund um die Steine und beteten sie an.
Die Briten sagten zu ihnen: »Das sind doch nur Kilometersteine.« Doch die Dorfbewohner antworteten: »Das spielt keine Rolle. Jeder rote Stein repräsentiert Gott.«
Im Hinduismus werden Bäume verehrt, werden Steine verehrt.
Es herrscht vollkommene Freiheit, wenn es um Anbetung geht. Das ist weit besser als Monotheismus, doch ich befürworte auch das nicht. Es ist vielleicht besser, doch es ist immer noch Gift, wenn auch etwas verdünnt. Es bringt dich vielleicht langsamer um, aber es bringt dich ebenfalls um. Jede Religion verhindert die Evolution deines Bewusstseins. Monotheismus ist darin am gefährlichsten, doch jede Religion als solche ist gefährlich.
Nur wenn du jede Religion vermeiden kannst, kannst du religiös werden. Nur wenn du jede Religion vermeiden kannst, kannst du in direkten Kontakt mit dem Leben und dem Kosmos kommen.
Die dritte Frage:
Ist es so schwierig für die Menschen, Gott aufzugeben, weil er
ihre einzige Hoffnung ist und sie all ihre Erwartungen auf ihn
gesetzt haben? Es scheint sehr schwer zu sein, eine Erwartung
aufzugeben, selbst wenn man sie als solche erkennt und sich
ausrechnen kann, dass sie vermutlich nur zu einer Enttäuschung
führen wird.
Das ist richtig. Es ist sehr schwer, eure Erwartungen aufzugeben, eure Hoffnungen aufzugeben, weil ihr nichts Wirkliches im Leben habt. Ihr lebt einfach nur in der Hoffnung, dass es morgen besser wird. Ihr lebt in der Erwartung, dass ihr nach dem Tod auf ewig die Freuden des Paradieses genießen werdet.
Daher ist es so schwierig, die Vorstellung von einem Gott aufzugeben.
Doch es ist Gott, der euch von der Freude und Glückseligkeit und Ekstase in diesem Moment abhält. Ihr versäumt die Gegenwart in der Hoffnung auf die Zukunft, und die Zukunft ist niemals sicher. Morgen kommt niemals. Habt ihr jemals erlebt, dass morgen kommt? Gott ist wie morgen – immer in der Ferne. Es sieht nur so aus, als würde es kommen, und es kommt auch etwas, doch was kommt, ist heute. Morgen kommt niemals. All diese Hoffnungen werden niemals wahr. All diese Erwartungen werden schließlich zu Frustrationen. Wie kommt es, dass reiche Menschen oft mehr frustriert sind als arme? Geht nur einmal ins tiefste Innere Indiens, wo wirkliche Armut herrscht, und ihr werdet niemanden finden, der frustriert ist. Die Menschen dort hoffen auf Gott. Sie glauben daran, dass ihre Armut eine Prüfung ist und dass nur die Armen das Reich Gottes betreten werden. Das ist der Grund, warum das Christentum für die armen Völker der Welt so viel Anziehungskraft besitzt. Es gibt ihnen großen Trost. Es gibt ihnen eine Erwartung, die ihnen hilft, das gegenwärtige Elend, den Schmerz, die Armut und Sklaverei zu ertragen. Ihre Augen sind auf die Zukunft gerichtet, während die Gegenwart im Elend verstreicht. Weil ihre Augen nicht mehr auf die Gegenwart gerichtet sind, hilft ihnen der Trost, am Leben zu bleiben – aber gerade nur am Leben, nicht mehr, wie Gemüse. Er hilft ihnen nur zu vegetieren.
Ein Leben, das nicht tanzen kann, ist kein Leben. Es ist nur ein Überleben. Ein Leben, das das Lied der Liebe und Freude nicht singen kann, ist kein Leben. Eure Erwartungen und eure Hoffnungen machen es also schwierig, Gott aufzugeben, doch ihr müsst Mut fassen und verstehen, dass eure Hoffnungen und Erwartungen euer ganzes Leben zerstören. Gott ist nur eine Fiktion.
Er wird euch nichts geben. Gott ist nirgendwo. Du bist, Gott ist nicht. Das Leben ist, Gott ist nicht.
Schaut also in das Sein der Dinge, schaut in diesen Augenblick hier und jetzt, in euch selbst. Das ist die Tür zum Kosmos, die am nächsten ist; sie öffnet sich direkt in eurem Zentrum. All eure Erwartungen werden erbärmlich wirken, und all eure Hoffnungen werden hässlich wirken, wenn ihr euer gewaltiges Strahlen erkennt, eure _Göttlichkeit, wenn ihr eure Freiheit erkennt und wenn ihr erkennt, dass der ganze Kosmos mit euch verbunden ist, zutiefst verbunden, und dass ihr einfach ein großartiger Versuch des Kosmos seid, den höchsten Punkt des Bewusstseins zu erreichen.
Vincent van Gogh pflegte Bäume zu malen ... Niemandem gefielen seine Bilder, weil sie so absurd waren. Seine Bäume reichten bis zu den Sternen. Wenn er gefragt wurde: »Wo hast du jemals solche Bäume gesehen?«, sagte er: »Ich habe solche Bäume nirgendwo gesehen; ich habe nur ein Flüstern vernommen. Ich lag im Schatten eines Baumes und hörte das Flüstern. Die Erde sprach zu dem Baum: >Du bist mein Versuch, die Sterne zu erreichen.< Seither male ich meine Bäume so, dass sie bis zu den Sternen reichen.«
Er war ein wirkliches Genie. Bäume sind ganz sicher der Versuch der Erde, den Himmel zu erreichen. Und was ist das menschliche Bewusstsein? Der Versuch der gesamten Existenz, den höchsten Gipfel zu erreichen, ein Gautama Buddha zu werden.
Wenn ein Mensch zu einem Gautama Buddha wird, jubelt das ganze Universum. Er hat die Erwartung der Existenz erfüllt.
Ihr braucht nichts zu erwarten, ihr seid selbst eine Erwartung der Existenz. Ihr braucht sie nur zu erfüllen – und ihr könnt sie erfüllen, denn das Leben hat euch alle Möglichkeiten und das gesamte Potential dafür gegeben, sie zu erfüllen. Alles ist vorhanden. Ihr müsst nur alles an den richtigen Platz rücken, und plötzlich werdet ihr erkennen, dass das Leben von der Geburt bis zum Tod, vom Tod bis zur Geburt ein reiner Tanz der Ekstase ist. Geburt und Tod sind nur kleine, unbedeutende Episoden im ewigen Fluss des Lebens.
Doch solange ihr Gott nicht aufgebt, werdet ihr unglücklich bleiben. Und Unglück braucht eine gewisse Unterstützung durch Hoffnungen, Erwartungen, Morgen. Doch das ist kein Leben.
Glaubt ihr, dass man ein Leben im Morgen als Leben bezeichnen kann? Das Leben kennt nur einen einzigen Moment, und der ist jetzt. Das Leben kennt nur einen einzigen Ort, und der ist hier. Hier und jetzt: Diese beiden Wörter sind die wichtigsten Wörter in der menschlichen Sprache. Sie stehen für die Realität. Friedrich Nietzsche weist darauf hin, dass es die Hoffnung auf Glück ist, wodurch sich der Mensch manipulieren lässt, mehr als durch irgendwelche tatsächlichen Glückserfahrungen. Erinnert ihr euch an einen Augenblick wirklichen Glücks in eurer Vergangenheit? Geht nur einmal zurück bis in eure Kindheit. Als ihr Kinder wart, dachtet ihr, ihr würdet glücklich sein, wenn ihr erst älter seid. Jedes Kind möchte schnell älter werden.
Ich wohnte immer in einem Haus, das acht oder zehn Häuser vom Postamt entfernt war. Vor unserem Haus war ein öffentlicher Park, deshalb war es ein ruhiger und stiller Platz. Um drei Uhr morgens machte ich immer einen Spaziergang. Eines Tages sah ich in der Nähe des Postamts einen Jungen mit einem Schnurrbart. Ich traute meinen Augen kaum! Es war dunkel, aber der Vollmond schien, also konnte ich den Schnurrbart gut erkennen. Und er rauchte eine Zigarette.
Ich überlegte: »Vielleicht ist es ein Zwerg.« Als er mich sah, trat der Junge hinter einen großen Baum neben der Straße. Also ging ich ihm nach.