Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott
- Автор: Раджниш Бхагван Шри
- Язык: немецкий
- Жанр: Эзотерика
Электронная книга - «Der Gott, den es nicht gibt - Westliche Religion und die Lüge von Gott». Краткое содержание книги:
GOD IS DEAD – Now Zen is the only living truth Osho International Foundation, Switzerland, www.osho.com.
Er weigerte sich, China zu betreten, und blieb außerhalb der Grenzen in einem kleinen Tempel. Und als er starb, sagte Kaiser Wu zu seinen Leuten und zu seinem obersten Minister: »Schreibt auf mein Grab, dass ich wahrhaft ein Narr war. Ich konnte den großen Buddha nicht verstehen, der in der Gestalt Bodhidharmas gekommen war. Er hatte Recht, ich habe ein falsches Leben voller Gier und Angst geführt.«
Buddhas Worte verbreiteten sich über ganz Asien, von Sri Lanka bis Korea. Es gab keinen Zusammenstoß, keinen Kampf.
Allerhöchstens gab es spannende Diskussionen, sehr freundlich, sehr zivilisiert, sehr kultiviert.
Das Schwert kann nicht beweisen, dass man im Recht ist, so wenig wie die Kreuzigung beweisen kann, dass Jesus im Unrecht war. Ich frage mich immer ... die Juden hatten solch große Rabbis und Gelehrte. Warum waren sie nicht in der Lage, Jesus zu überzeugen, einen jungen Mann, nur dreiunddreißig Jahre alt? Das Problem bestand darin, dass sie nur Gelehrte waren; es war kein Einziger unter ihnen, der wirklich die Wahrheit kannte. Und dieser Mann behauptete etwas, wogegen sie nicht argumentieren konnten, weil es keine Möglichkeit gibt, dagegen zu argumentieren.
Jesus sagte: »Ich bin der Prophet, auf den ihr gewartet habt.«
Und sie hatten tatsächlich gewartet; sie warten immer noch, und sie werden ewig warten. Es ist wie das Warten auf Godot.
Als mir dieses Buch zum ersten Mal in die Hände fiel – »Warten auf Godot« – , dachte ich: »Godot muss wohl eine Verballhornung des Wortes ‚>God< sein.« Mein ältester deutscher Sannyasin, Haridas, war gerade da, also fragte ich ihn: »Ist Godot das deutsche Wort für >God<?«
Er erwiderte: »Nein, das deutsche Wort ist Gott!«
Darauf meinte ich: »Großartig! Dann braucht man nicht mehr zu warten. Das ist vollkommen in Ordnung. Wenn man es hat (when you have got it), wozu dann noch warten? «
Diese Vorstellung gefällt mir. God ist so weit weg. Gott ist sehr ansprechend.
Du fragst, ob der Monotheismus ein notwendiger Schritt war –
nein, absolut nicht. Er war ein vollkommen unnötiger Schritt, und nicht nur unnötig, sondern gefährlich. Er hat nur zu Gewalt und Totschlag geführt; lebendige Menschen wurden im Namen eines monotheistischen Gottes verbrannt. Ein einziger Gott wird euch niemals erlauben, an einen anderen Gott zu glauben.
Der Polytheismus ist ebenfalls nur eine Erfindung der Priester, doch er ist weitaus liberaler. Der Monotheismus ist eine diktatorische Erfindung. Er gibt euch Gebote, als wärt ihr eine Armee und würdet Vorschriften brauchen.
Buddha macht keine Vorschriften, ebensowenig Mahavira. Sie überzeugen, sie schreiben nichts vor. Sie demütigen euch nicht. Sie respektieren euch, sie wissen, dass euer verborgenes Potential identisch ist mit ihrem eigenen.
Von Gautama Buddha gibt es folgende Erzählung über sein früheres Leben. Er hatte einmal von einem Mann gehört, der erleuchtet sein sollte. Er war nicht besonders daran interessiert, doch aus reiner Neugierde. Der Mann war in die Stadt gekommen, wo er lebte. Er war noch sehr jung und überhaupt nicht an Erleuchtung oder Spiritualität interessiert, doch er ging hin, um den Mann zu treffen, einfach nur aus Neugierde, um herauszufinden, worum es bei der Erleuchtung geht.
Er hatte nicht vorgehabt, sich vor ihm zu verneigen, doch als er diesen Mann sah – er war so strahlend, er besaß solche Anmut, solch eine enorme Präsenz –, da musste er sich einfach vor ihm verneigen und seine Füße berühren. Und als er seine Füße berührte und ihm bewusst wurde, was er da tat, fragte er sich: »Was mache ich hier eigentlich? Ich war doch nur als Zuschauer gekommen.«
Wenn man einem Menschen gegenübersteht, der wirklich weiß, dann steigt spontan Dankbarkeit in einem auf, ganz ohne Anstrengung. Es war überhaupt keine Anstrengung. Als er gekommen war, hatte er überhaupt nicht daran gedacht, die Füße dieses Mannes zu berühren; er war nur als Zuschauer gekommen.
Doch es genügte, diesen Mann zu sehen. Er vergaß alle Vorsätze.
Die Präsenz dieses Mannes war so überwältigend. Solche Schönheit! Seine Augen waren so tief wie ein See, so rein, so klar.
Er verliebte sich augenblicklich in diesen Mann, als er seine Füße berührte. Er dachte, während er das tat: »Was mache ich hier eigentlich? Es ist ganz von allein passiert.«
Doch ein noch größeres Wunder wartete auf ihn. Als er sich wieder aufrichtete, verneigte sich der Erleuchtete vor ihm und berührte die Füße des jungen Mannes. Dieser sagte: »Was machst du da? Du bist ein Erwachter. Es ist vollkommen in Ordnung, dass ich deine Füße berührt habe, auch wenn ich nicht mit diesem Vorhaben gekommen war – es geschah ganz spontan, weil du mein Herz berührt hast –, doch warum berührst du meine Füße? Ich bin niemand, ich weiß nicht das Geringste über Erleuchtung.«
Der Mann antwortete ihm: »Noch weißt du nicht. Es gab eine Zeit, da war ich genauso wie du. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wer ich bin. Jetzt weiß ich es, jetzt bin ich erblüht. Und ich weiß, dass auch du zum Erblühen kommen wirst. Vergiss das nicht! Ich habe deine Füße berührt, damit du nicht vergisst, wenn du erst einmal zum Buddha geworden bist, dass jeder ein Buddha ist. Der eine ist erblüht, der andere wartet noch auf die richtige Zeit.
Für jeden kommt der Frühling zu seiner eigenen Zeit.« Buddha erinnerte seine Schüler immer und immer wieder daran: »Glaubt auch nicht einen einzigen Augenblick lang, dass ihr geringer seid als ich. Wir sind alle gleich. Der einzige Unterschied – und es ist nur ein kleiner Unterschied, der nicht viel bedeutet – besteht darin, dass ihr noch schlaft, während ich erwacht bin. Doch auch ich habe einmal geschlafen, und eines Tages werdet auch ihr erwacht sein –
was also ist der Unterschied?«
Der Unterschied besteht nur im Zeitpunkt. Ich erwache am Morgen, und du erwachst am Abend – das sind nur zwölf Stunden Unterschied. Das bedeutet keine Überlegenheit oder Unterlegenheit. Jeder muss in seiner eigenen Geschwindigkeit gehen. Manche Menschen rennen, manche sind wirklich schnelle Läufer. Andere Menschen gehen lieber langsam, manche halten häufig an und legen viele Pausen ein, um eine Tasse Tee zu trinken oder einen Mittagsschlaf zu halten. Doch alle sind auf dem Weg.
Der eine liegt ein bisschen zurück, der andere geht etwas weiter vorn, doch das bedeutet noch keine Unterlegenheit oder Überlegenheit.
Im Buddhismus gibt es keine Priester, und im Jainismus gibt es keine Priester, weil sie keinen Gott haben. Wenn man keinen Gott hat, braucht man keine Priester. Priester sind die Repräsentanten eines fiktiven Gottes; sie sind die Vermittler zwischen euch und Gott. Und Priestern gefällt der Monotheismus natürlich besser als der Polytheismus.
Die hinduistischen Priester haben sich sehr bemüht, auch aus dem Hinduismus eine monotheistische Religion zu machen, doch es ist ihnen nicht gelungen. Es gibt acht Shankaracharyas. Der ursprüngliche Shankaracharya, Adi Shankaracharya, ernannte vier weitere Shankaracharyas. Er war der erste, der gewisse Anstrengungen unternahm, den Hinduismus stärker zu organisieren.
Vor ihm gab es überhaupt keine Führung; es gab nur vollkommene Freiheit. Er ernannte also vier Shankaracharyas, einen für jede Himmelsrichtung, so dass jeder in einer Richtung herrschen konnte.
Doch nach seinem Tod tauchten vier weitere Shankaracharyas auf –
denn es gibt acht Richtungen, nicht nur vier. Vier weitere Leute tauchten also ganz von selbst auf, und nun sind es acht Shankaracharyas.
Einmal sagte ich zu einem von ihnen: »Ihr solltet eigentlich zwei mehr sein. «
Er wollte wissen, warum.
Ich antwortete: »Nun, es gibt zehn Richtungen. Acht habt ihr schon, nun braucht ihr noch einen für oben und einen für unten.«