Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.
- Автор: Andre Martina
- Язык: немецкий
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.». Краткое содержание книги:
»Hören Sie mit Ihren verdammten Forderungen auf!«, fauchte Bashtiri und gönnte sich einen weiteren Schluck Wodka. »Denken Sie, es macht mir Spaß, hier herumzusitzen und abzuwarten, was geschieht. In der Dunkelheit können wir nichts tun, was hilfreich wäre -das müsste Ihnen beiden doch klar sein. Haben Sie sich einmal umgeschaut? Der See ist umgeben von tückischen Sümpfen. Vom Ufer aus dauert es eine Weile, bis man festen Boden unter den Füßen hat. Normalerweise benötigt man einen Trapper, der einem sagt, wo es lang geht. Kolja kann das nicht leisten. Aber falls es Sie beide beruhigt: Ich habe GazCom mobilisiert. Ich habe das gesamte Einzugsgebiet vom Konzern gepachtet und somit untersteht es automatisch dessen Sicherheitsabteilung. Sie werden uns spätestens morgen Vormittag Andrej Lebenov schicken. Er war Oberst der russischen Armee und ist nun der Sektionsleiter der konzerneigenen Sicherheitsarmee. Er und seine Männer wurden extra von einem benachbarten Erdgasfeld abgezogen. Ich kenne ihn gut. Seine Leute sind unerschrockene Typen, die meisten von ihnen haben als Soldaten in Tschetschenien gekämpft und sind mit einem sicheren Gespür für Gefahr ausgestattet. Sie werden uns helfen, Ihre Kollegin zu finden.«
»Und was geschieht mit den merkwürdigen Leichenfunden? Wir müssen sie einer wissenschaftlichen Untersuchung zuführen.« Mit einem Seitenblick sah Professor Olguth zu einer fest verschlossenen Plastikplane hin, unter der zwei seltsame Gestalten verborgen lagen, die einem Alien-Fund in Roswell Area 51 in nichts nachstanden.
»Auch das werden wir GazCom überlassen«, entschied Bashtiri.
»Wie Sie selbst wissen, verfügt man bei GazCom über ein ganzes Heer von Biologen, Chemikern und selbst Anthropologen, für den Fall, dass man bei Bohrungen auf irgendwelche Überreste von früherem Leben stößt, das irgendeine wissenschaftliche Bedeutung haben könnte.«
»Hat man da auch Ahnung von Außerirdischen?«, spöttelte Thei-sen. Er hatte ja schon einiges über den russischen Gasmonopolisten gehört, aber dass die Jungs sich für sibirische Moorleichen interessierten, erschien ihm kaum vorstellbar. »Wer weiß«, fuhr er mit einem zweideutigen Grinsen fort, »vielleicht ist die Raumschifftheorie gar nicht so falsch, und wir haben, ohne es zu wissen, ET aus dem Wasser gefischt. Ich meine, wer sollte sonst diese seltsame Aluminiumstange in den Untergrund des Sees gesteckt haben.«
Theisen erntete einen verständnislosen Blick von seinem Chef, doch er ignorierte ihn einfach und wandte sich erneut an Bashtiri. »Immerhin waren es Ihre Landsleute«, erklärte er, »die diese Theorie vor gut fünfzig Jahren in Umlauf gebracht haben. Keine Stümper, sondern ernst zu nehmende Wissenschaftler.«
Bashtiri hatte kaum zugehört, doch dann war sein Blick plötzlich überraschend klar.
»Sie werden ohnehin eine Aussage machen müssen, Doktor«, sagte er zu Theisen, und sein durchdringender Blick erinnerte den Deutschen an die zahlreichen Geheimdienstverhöre, die er bisher nur im Kino erlebt hatte.
»Eine Aussage?« Theisen gab sich unbeeindruckt.
»Sie werden uns morgen genau berichten, was Sie im Fels entdeckt haben. Allem Anschein nach war das der Grund, warum es überhaupt zu dem Unfall gekommen ist.«
Theisen schluckte und schwieg. Bashtiri hatte mit voller Absicht seinen wunden Punkt getroffen.
Rodius gab einen erschöpften Laut von sich. Seine Augen jedoch glitzerten angriffslustig. »Falls nicht morgen früh weiter nach meiner verschollenen Mitarbeiterin gesucht wird, werde ich mich persönlich an Ihren Präsidenten wenden und ihm sagen, was das hier für ein Saustall ist! Habe ich mich klar genug ausgedrückt, Herr Bashtiri!«
War sie tot? Viktoria erinnerte sich schwach an eine abgrundtiefe Dunkelheit, die sie kalt und erbarmungslos verschlungen hatte. An mehr konnte sie sich nicht erinnern. Nein, da war noch etwas gewesen, aber es schien zu fantastisch, um daran glauben zu können. Wie durch einen Schleier fiel ihr Blick auf das markante Gesicht ihres Gegenübers. Im Schein des flackernden Feuers kam der Mann ihr bekannt vor, jedoch keineswegs vertraut. Ein breitschultriger Kerl, zum Sterben schön, mit unergründlichen grauen Augen, die so schräg standen wie bei einer siamesischen Katze. Der sinnliche Mund war geprägt von schmerzlicher, unerfüllter Liebe. Vielleicht war er ein Engel, sinnierte sie träumerisch. Im Körper eines Wrestlingkämpfers. Doch wo verbarg er seine Flügel? Falls er tatsächlich welche besaß, mussten sie schwarz sein - so schwarz wie sein Haar, das ihm lang und seidig bis über den muskulösen Nacken flutete.
Der Blick des Engels war zärtlich, und er lächelte, bevor er zu sprechen begann. Sie verstand kein einziges Wort, während sein Mund sich lautlos bewegte. Sie musste bekifft sein. Ja, so bekifft wie seit zwölf Jahren nicht mehr, als sie auf einer Abi-Fete in Berlin-Kreuzberg den ersten und letzten Joint ihres Lebens geraucht hatte. Schon am nächsten Morgen hatte sie geschworen, nie wieder im Leben ein solches Zeug anzurühren. Und jetzt war es doch passiert. Aber wie? Egal. Eine wunderbare Gleichgültigkeit erfasste ihre Seele, und wenn das der Tod war, so fand sie ihn vollkommen in Ordnung.
Wie im Rausch schwebte sie dahin. Lachend streckte sie die Arme nach diesem halb nackten Kerl aus. Er war nicht der Typ Mann, den sie gewöhnlich bevorzugte. Weder feingliederig noch intellektuell, und doch übte er einen geradezu magischen Reiz auf sie aus. Sacht kniff sie ihm in die Brustwarzen, um zu sehen, ob er tatsächlich echt sein konnte. Er grinste belustigt und kam ihr mit unverständlichen Worten entgegen, so nah, dass seine Lippen die ihren berührten.
Sie zog seinen Kopf zu sich herab und küsste ihn gierig. Mit offenem Mund, sodass ihre Zungen sich kreisend berührten. Danach rekelte sie sich wohlig auf einem Meer aus Tierfellen und gab ihm mit einem eindeutigen Fingerzeig zu verstehen, dass er unter ihre Bettdecke schlüpfen sollte.
Schon spürte sie, wie sich sein sehniger, bloßer Leib unter dem wär-menden Pelz an sie drängte. Ihre Finger tasteten sich bis hin zu seinem harten Geschlecht, das sie so vorsichtig berührte, als ob es zerbrechlich wäre. Stöhnend ergriff er mit seiner Linken eine ihrer Brüste und liebkoste sie gefühlvoll mit seiner großen Hand. Seine Lippen brannten auf ihrem Hals, und erst als ihr ein lang gezogener Seufzer entfuhr, wanderte sein Mund zu ihren aufrecht stehenden Brustwarzen. Abwechselnd saugte er an den rosigen Spitzen, so stark, dass es schmerzte, und doch konnte sie nicht genug davon bekommen. Bereitwillig öffnete sie ihre Schenkel und dirigierte ihn direkt ins Zentrum ihrer Lust. Vielleicht war er gar kein Engel, sondern ein Teufel. Die Art, wie er in sie stieß und von ihrem Innern Besitz ergriff, ließ sie wohlig erschaudern. Halb auf ihr liegend, nur gestützt auf seine kräftigen Hände, fixierte er ihre schmalen Handgelenke, wie bei einer Gefangenen. Für einen Moment wollte sie Protest einlegen, sich wehren, doch an Widerstand war nicht zu denken. Seine Hüften hielten sie fest auf das Bett gepresst, und sein fordernder Mund verschloss ihre Lippen und erstickte jeglichen Laut mit seiner samtenen Zunge.