Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition) - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)

Электронная книга - «Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:

Der Ruf der Trommel: Roman (German Edition)
1 ... 297 298 299 300 301 302 303 304 305 ... 356
Перейти на страницу:

Claire hatte an seiner Seite gestanden, blass und angespannt im Gedränge der schreienden, schwankenden Körper. Als die Indianer mit dem Priester fast fertig waren, hatten sie ihn von dem Pfahl losgebunden und ihn stattdessen an einen langen Balken gebunden, der über seinen Kopf gehalten wurde und von dem sie ihn in die Flammen herablassen wollten.

Fraser sah ihn an und wischte sich mit dem Handrücken über die Lippen.

»Es war nicht das erste Mal, dass ich gesehen habe, wie einem Mann das Herz bei lebendigem Leib aus der Brust gerissen wird«, sagte er. »Aber ich habe noch nie gesehen, wie es vor seinen Augen gegessen wird.« Er klang fast verlegen, als entschuldigte er sich für seine Zimperlichkeit. Erschrocken hatte er Claire angeblickt. Erst da hatte er das Indianermädchen erblickt, das mit einer Babytrage im Arm an Claires anderer Seite stand.

Mit großer Ruhe hatte das Mädchen Claire das Baby überreicht, sich dann abgewandt und war durch die Menge geschlüpft.

»Sie hat nicht nach links oder rechts gesehen, sondern ist geradewegs in das Feuer gegangen.«

»Was?« Der Schreck schnürte Roger die Kehle zu, und sein Ausruf kam als ersticktes Krächzen heraus.

Die Flammen hatten das Mädchen in Sekunden umarmt. Da er einen Kopf größer war als die Leute um ihn herum, hatte Jamie alles deutlich gesehen.

»Ihre Kleider haben Feuer gefangen und dann ihre Haare. Als sie bei ihm ankam, hat sie gebrannt wie eine Fackel.« Dennoch hatte er die dunkle Silhouette ihrer Arme gesehen, die sie erhoben hatte, um den entseelten Körper des Priesters zu umarmen. Innerhalb von Sekunden war es nicht mehr möglich, Mann oder Frau zu unterscheiden; es gab nur noch eine Gestalt, schwarz inmitten der hochschießenden Flammen.

»Und in diesem Moment brach die Hölle los.« Frasers breite Schultern sackten ein wenig zusammen, und er berührte den Riss an seiner Schläfe. »Alles, was ich weiß, ist, eine Frau fing an zu heulen, und dann gab es ein höllisches Gekreische, und ganz plötzlich waren alle entweder auf der Flucht oder prügelten aufeinander los.«

Er selbst hatte beides versucht, indem er Claire und ihre Bürde abschirmte, während er sich aus dem wilden Gedränge herausboxte. Da es unmöglich war zu entkommen, hatte er Claire gegen die Wand eines Langhauses gedrückt, einen Holzstock zur Verteidigung ergriffen und nach Ian gerufen, während er seine improvisierte Keule gegen jeden schwang, der so gedankenlos war, in seine Nähe zu kommen.

»Dann ist einer von den kleinen Teufeln aus dem Rauch hervorgehüpft und hat mit seiner Keule auf mich eingeschlagen.« Er zuckte mit einer Schulter. »Ich habe mich umgedreht, um ihn abzuschütteln, und dann hatte ich drei von ihnen am Hals.« Irgendetwas hatte ihn an der Schläfe erwischt, und er hatte nichts mehr mitbekommen, bis er neben Roger in dem Langhaus aufwachte.

»Seitdem habe ich Claire nicht mehr gesehen. Und Ian auch nicht.«

Das Feuer war bis auf die Holzkohle heruntergebrannt, und es wurde kalt in dem Langhaus. Jamie öffnete seine Brosche, zog sich das Plaid um die Schultern, so gut er es mit einer Hand konnte, und lehnte sich vorsichtig an die Wand zurück.

Es war möglich, dass sein rechter Arm gebrochen war; er hatte einen Keulenhieb knapp unter der Schulter abbekommen, und die getroffene Stelle ging ohne Vorwarnung von Taubheit in beißenden Schmerz über. Das spielte aber keine große Rolle, verglichen mit seiner Sorge um Claire und Ian.

Es war sehr spät. Wenn Claire bei dem Handgemenge nicht verletzt worden war, dann war sie wohl einigermaßen in Sicherheit, redete er sich ein. Die alte Frau würde nicht dulden, dass sie zu Schaden kam. Doch was Ian anging – einen Augenblick lang verspürte er trotz seiner Furcht Stolz auf den Jungen. Ian war ein prächtiger Kämpfer, und er machte seinem Onkel, der es ihm beigebracht hatte, alle Ehre.

Doch falls Ian überwältigt worden war … es waren so viele Wilde gewesen, und es war bei dem Kampf so heiß hergegangen …

Er schob sich unruhig hin und her und versuchte, nicht darüber nachzudenken, wie er seiner Schwester mit schlechten Nachrichten über ihren jüngsten Sohn gegenübertreten sollte. Himmel, es wäre ihm lieber, wenn man ihm selbst das Herz aus der Brust riss und vor seinen Augen aufaß; es würde sich in etwa genauso anfühlen.

Auf der Suche nach Ablenkung – welcher Art auch immer – von seinen Ängsten rutschte er wieder hin und her und führte eine Inventur des schattigen Innenraums des Langhauses durch. Mehr oder weniger kahl wie der Küchenschrank eines Inselbewohners von Skye. Ein Wasserkrug, ein zerbrochenes Bettgestell und ein paar zerzauste Felle, die zerwühlt auf dem Erdboden lagen.

MacKenzie saß vornübergebeugt am Feuer, ohne sich um die zunehmende Kälte zu kümmern. Er hatte die Arme um die Knie geschlungen und den Kopf in Gedanken gesenkt. Er war so hochgewachsen wie die MacKenzies aus Leoch – und warum auch nicht?, dachte er plötzlich. Der Mann stammte von Dougal ab, wenn auch ein paar Generationen dazwischenlagen.

Er fand diesen Gedanken verstörend und seltsam beruhigend zugleich. Er hatte schon öfter Männer getötet, wenn es sein musste, und im Allgemeinen ließen ihre Geister ihn nachts ohne großes Knochengeklapper schlafen. Doch Dougals Tod hatte er mehr als einmal durchlebt, um dann schweißnass aufzuwachen, den Klang jener letzten, stummen Worte von ihm in den Ohren; Worte, die aus Blut geformt waren.

Er hatte nicht die geringste Wahl gehabt; es galt zu töten oder getötet zu werden, und es war so oder so knapp genug gewesen. Und doch … Dougal MacKenzie war sein Ziehvater gewesen, und wenn er ehrlich war, hatte ein Teil von ihm den Mann geliebt.

Ja, es war ein Trost zu wissen, dass ein kleines Stück von Dougal geblieben war. Der andere Erbteil dieses MacKenzie war ein bisschen beunruhigender. Die Augen des Mannes waren das Erste gewesen, was er beim Aufwachen gesehen hatte, leuchtend grün und gebannt, und einen Augenblick lang hatte sich sein Inneres zusammengeballt, weil er an Geillis Duncan dachte.

Wollte er wirklich seine Tochter mit dem Sprössling einer Hexe verbunden sehen? Er betrachtete den Mann unauffällig. Vielleicht war es gar nicht so schlimm, wenn Briannas Kind nicht von diesem Mann abstammte.

»Brianna«, sagte MacKenzie und hob plötzlich den Kopf von seinen Knien. »Wo ist sie?«

Jamie fuhr zusammen, und eine glühende Messerklinge versengte ihm den Arm und ließ ihm den Schweiß ausbrechen.

»Wo?«, sagte er. »Auf River Run, bei ihrer Tante. Sie ist in Sicherheit.« Sein Herzschlag donnerte ihm in den Ohren. Himmel, konnte der Mann Gedanken lesen? Oder hatte er das Zweite Gesicht?

Die grünen Augen waren ruhig, dunkel im gedämpften Licht.

»Warum habt Ihr Claire mitgebracht und nicht Brianna? Warum ist sie nicht mit Euch gekommen?«

Jamie erwiderte den kühlen Blick des Mannes. Sie würden ja sehen, ob hier jemand Gedanken las oder nicht. Wenn nicht, dann war die Wahrheit das Allerletzte, was er MacKenzie jetzt zu erzählen gedachte; Zeit genug war dafür, wenn – falls – sie gefahrlos unterwegs waren.

»Ich hätte Claire auch dagelassen, wenn ich geglaubt hätte, dass das ging. Sie ist ein hartnäckiges, kleines Biest. Ich hätte sie nur am Mitkommen hindern können, wenn ich sie an Händen und Füßen gefesselt hätte.«

Etwas Dunkles flackerte in MacKenzies Augen auf – Zweifel, oder Schmerz?

»Ich hätte nicht gedacht, dass Brianna die Sorte Mädchen ist, die allzu viel auf die Worte ihres Vaters gibt«, sagte er. Seine Stimme hatte einen Unterton – ja, Schmerz, und eine Art Eifersucht.

Jamie entspannte sich etwas. Keine Gedankenleserei.

»Ach ja? Tja, vielleicht kennt Ihr sie ja doch nicht so gut«, sagte er. Freundlich genug, doch mit einem höhnischen Unterton, der eine gewisse Sorte Mann dazu bringen würde, ihm an die Kehle zu gehen.

MacKenzie war nicht von dieser Sorte. Er setzte sich gerade hin und holte tief Luft.

»Ich kenne sie gut«, sagte er. »Sie ist meine Frau.«

Jamie setzte sich ebenfalls gerade hin und biss die Zähne mit einem schmerzerfüllten Zischen zusammen.

1 ... 297 298 299 300 301 302 303 304 305 ... 356
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)