Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Die Leiden eines Chinesen in China
Die Leiden eines Chinesen in China - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Leiden eines Chinesen in China

Электронная книга - «Die Leiden eines Chinesen in China». Краткое содержание книги:

Die Leiden eines Chinesen in China
1 ... 25 26 27 28 29 30 31 32 33 ... 51
Перейти на страницу:

Früher zählten alle diese Theile zusammen wohl zwei Millionen Einwohner. Die durch grenzenloses Elend hervorgerufene Auswanderung hat jene Zahl bis auf die Hälfte herabgemindert. Die Bewohner bestehen aus Tataren und Chinesen, zu denen noch gegen zehntausend Mohammedaner nebst einer Anzahl Mongolen und Tibetaner als flottirende Bevölkerung zu rechnen sind.

Der Grundplan dieser beiden Städte bildet etwa eine Truhe, von der die chinesische Stadt den Kasten, die tatarische den Deckel darstellt.

Die Tatarenstadt umgiebt eine sechs Meilen lange, vierzig bis fünfzig Fuß hohe und breite, äußerlich mit Backsteinen bekleidete Umwallung, auf der in Entfernungen von je zweihundert Metern noch hervorspringende Thürme angebracht sind, während sie an den Ecken in ausgedehntere Bastionen ausläuft, welche stets von stärkeren Truppen-Abtheilungen besetzt sind.

Man sieht hieraus, daß der Kaiser, der Sohn des Himmels, sorgsam beschützt und bewacht ist.

Im Centrum der Tatarenstadt enthält die sogenannte Gelbe Stadt innerhalb ihres, etwa sechshundertsechzig Hektaren betragenden Gebietes, zu welchem acht Thore den Zugang vermitteln, einen dreihundert Fuß hohen Kohlenberg, den hervorragendsten Punkt der Hauptstadt, einen herrlichen Kanal, das »Meer der Mitte«, über den eine prachtvolle Marmorbrücke führt, zwei Bonzen-Convente, eine Pagode der Prüfungen, die Pei-tha-sse, d.i. eine auf einer Halbinsel erbaute Bonzerie, die auf dem Gewässer des Kanals zu schwimmen scheint, den Peh-Tang oder die Niederlassung der katholischen Missionäre, die kaiserliche Pagode mit ihrem prächtigen, reich mit hellen Glöckchen behangenen Dache aus lasurblauen Ziegeln, den großen, den Ahnen der Herrscherfamilie gewidmeten Tempel, ferner den Tempel der Geister, den des Genius des Windes wie des Genius der Blitze, den Tempel des Erfinders der Seide, den umfangreichen Tempel des Herrn des Himmels, die fünf Pavillons der Drachen, das Kloster der »Ewigen Ruhe« u.s.w. u.s.w.

Im Mittelpunkte dieser viereckigen sogenannten Gelben liegt nun die Verbotene Stadt in der Ausdehnung von achtzig Hektaren und umgeben von einem kanalisirten Graben mit sieben Marmorbrücken. Da die herrschende Dynastie zu den Mantschu gehört, kann es nicht auffallen, daß die erste der genannten Complexe, die Tatarenstadt, nur von einer Bevölkerung der nämlichen Race bewohnt wird. Die Chinesen sind daraus verwiesen und nehmen in dem nebenliegenden Straßencomplexe den Kasten der Truhe ein.

In das Innere der erwähnten Verbotenen Stadt, welche wieder von einer Mauer aus rothen Backsteinen mit einer Art Dach aus goldgelb gefirnißten Ziegeln eingeschlossen wird, gelangt man durch das Thor des Südens oder die Pforte der »Großen Reinheit«, die nur für den Kaiser und die Kaiserin vollständig geöffnet wird. Hier erheben sich der Ahnentempel der Tataren-Dynastie mit seinem Doppeldache aus vielfarbigen Ziegeln; die den Geistern der Erde und des Himmels geweihten Tempel Che und Tsi; der Palast der »Höchsten Eintracht«, der zu großen Feierlichkeiten und officiellen Festbanketten bestimmt ist; der Palast der »Kleineren Eintracht«, wo sich die Ahnenbilder des Sohnes des Himmels befinden; der Palast der »Schützenden Eintracht«, in dessen Mittelsaal der kaiserliche Thron aufgestellt ist; der Pavillon »Nei-Ko’s, wo die Sitzungen des Staatsrathes abgehalten werden, denen Prinz Kong1, der Minister der auswärtigen Angelegenheiten und Vaters Bruder des letzten Souveräns, präsidirt; der Pavillon der »Literarischen Blumen«, in dem der Kaiser jährlich einmal die heiligen Bücher erklärt; der Pavillon von Tchuane-Sine-Tiene, in welchem zu Confucius’ Ehren großartige Opfer dargebracht werden; das Bureau der Geschichtsschreiber; der Vu-Igne-Tiene, wo man die zur Herstellung der Bücher gebrauchten Kupferplatten und Holzstöcke aufbewahrt; die Ateliers zur Anfertigung der Kleidungsstücke für den kaiserlichen Hof; der Palast der »Himmlischen Reinheit«, bestimmt zur Verhandlung von Familien-Angelegenheiten; der Palast des »Höheren irdischen Elements«, in dem jeder neuen Kaiserin gehuldigt wird; der Tempel der verstorbenen Eltern; die vier, ursprünglich für die Witwe und Kinder des im Jahre 1861 verstorbenen Hien-Fong errichteten Paläste; der Tchu-Sieu-Kong, der Wohnsitz der kaiserlichen Gattinnen; der Palast der »Besonderen Schönheit«, mit den Sälen zu dem officiellen Empfange der Hofdamen; der Palast der »Allgemeinen Ruhe«, die sonderbare Bezeichnung einer Officierskinder-Schule; der Palast der »Reinigung und Verjüngung«; der Palast der »Reinheit des Nephrits«; die Wohnstätten der Prinzen von Geblüt; der Tempel des »Schutzgottes der Hauptstadt«; ein Tempel in tibetanischem Style; das Magazin der Krone; der Hof-Intendantur; der Lao-Kuang-Ko, die Wohnung der Eunuchen, von denen es in der Rothen Stadt nicht weniger als Fünftausend giebt; und endlich noch andere ausgezeichnete Bauwerke, mit denen die Zahl der Paläste innerhalb des eingeschlossenen Kaisersitzes auf achtundachtzig ansteigt, ohne hierbei den Tsen-Kuang-Ko, den am See der Gelben Stadt gelegenen Pavillon des »Purpurnen Lichtes« mitzuzählen, in welchem am 19. Juni 1873 die fünf Gesandten Deutschlands, Englands, Hollands, Rußlands und der Vereinigten Staaten vom Kaiser empfangen wurden.

Welches Forum des Alterthums hatte jemals eine solche Anhäufung an äußerer Gestalt so verschiedener und ihrem Inhalte nach so kostbarer Bauwerke aufzuweisen? Welche europäische Hauptstadt vermöchte mit obiger langen Nomenclatur zu concurriren?

Zu jenem Verzeichnisse tritt noch der zwei Meilen von Peking gelegene Uane-Cheu-Chane oder »Sommerpalast« hinzu. Nach seiner Zerstörung im Jahre 1860 finden sich jetzt freilich kaum noch Spuren seiner Gärten der »Vollkommenen Klarheit« und »Ruhigen Klarheit«, von dem Hügel der »Nephriten-Quelle« und dem Berge der »Zehntausend langen Leben«.

Rings um die Gelbe Stadt liegt die Tatarenstadt. Hier befinden sich die englische, französische und russische Gesandtschaft, das Hospital der Londoner Missions-Gesellschaft, die katholischen Missionshäuser des Ostens und des Nordens, die alten Elephantenställe, welche jetzt nur ein einäugiges hundertjähriges Exemplar dieser Thiere bergen. Hier erheben sich der berühmte Glockenthurm mit seinem rothen Dache, das durch grüne Ziegel in gleichmäßige Felder getheilt ist; der Tempel Confucius’; das Kloster der tausend Lamas; der Tempel Faquas; die alte Sternwarte mit ihrem gewaltigen, viereckigen Thurme; der Yamen der Jesuiten; der Yamen der Gelehrten, in dem die Staatsprüfungen abgehalten werden, und die Triumphbogen des Ostens und des Westens. Hier fließen das »Meer des Nordens« und das mit Seerosen und blauen Nymphäen bedeckte »Meer der Rosen«, welche, von dem Sommerpalaste herkommend, den Kanal der Gelben Stadt speisen. Hier glänzen ferner mehrere Paläste kaiserlicher Prinzen und der Minister der Finanzen, des Cultus, des Krieges, der öffentlichen Arbeiten und des Auswärtigen; der Rechnungshof, das Collegium für Astronomie und die Akademie der Medicin. Alles liegt wirr durcheinander, in engen, während der Sommers stauberfüllten, während des Winters tiefkothigen Gassen, zu beiden Seiten mit elenden niedrigen Häusern, unter die sich da und dort die von prächtigen Bäumen beschattete Wohnung eines hohen Würdenträgers verirrt zu haben scheint. Dazwischen tummeln sich herrenlose Hunde, schreiten mongolische Kameele mit ihrer Steinkohlenlast dahin, schwanken Palankine mit vier oder acht Trägern, je nach dem Stande der betreffenden Person, und rollen Wagen mit Mauleseln, polternde Karren, oder schwärmen arme Leute, nach Choutzé »eine Bettlerarmee von 60.000 Köpfen« umher; auch kommt es, sagt P. Aréne, »in den von stinkendem schwarzen Schmutz erfüllten Gassen mit Wasserlachen, in die man leicht bis aus Knie versinken kann, nicht selten vor, daß ein blinder Bettler unbeachtet ertrinkt«.

Nach vielen Seiten hin gleicht der chinesische Stadttheil Pekings, der selbst Vaï-Tcheng genannt wird, dem tatarischen Theile; nur in einzelnen Stücken unterscheidet er sich von jenem.

Die Mitte desselben nehmen zwei berühmte Bauwerke: der Tempel des Himmels und der des Ackerbaues ein; an verschiedenen Stellen vertheilt liegen die Tempel der Göttin Koanine, des Schutzgeistes der Erde, der Reinigung, des schwarzen Drachen und der Geister des Himmels und der Erde, ferner die Goldfischteiche, das Kloster von Fayuan-sse, Märkte, Theater u.s.w.

1 ... 25 26 27 28 29 30 31 32 33 ... 51
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)