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Hauch der Verdammnis

Электронная книга - «Hauch der Verdammnis». Краткое содержание книги:

Der junge Michael Sundquist und seine Mutter Katharine, eine Anthropologin, übersiedeln für einige Monate nach Hawaii, wo Katharine durch Vermittlung ihres ehemaligen Studienkollegen Rob einen interessanten Auftrag erhalten hat: Auf der Insel wurde das Skelett eines Frühmenschen gefunden, was allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Besiedelung widerspricht. Katharines Auftraggeber ist ein japanischer Industrieller, der ein unerklärliches Interesse an diesen Forschungen hat. Während Katharine via Internet versucht, weitere Informationen zu diesem Rätsel zu bekommen und dabei auf ein unerklärliches Video stößt, das den ehemaligen Besitzer des Skeletts, eine Art Affenmenschen, ganz lebendig zeigt, macht Michael einen Tauchkurs und findet Freunde im Leichtathletikteam seiner neuen Schule. Eines Nachts leihen sich die Jungen heimlich Tauchgeräte aus und unternehmen einen Tauchgang, der fast dramatisch endet, weil ihnen die Luft ausgeht. Die Jungen können sich retten, doch kurz darauf stirbt einer von ihnen an Atemschwäche. Offenbar sind alle Teilnehmer, unter ihnen auch Michael, von einer rätselhaften Krankheit befallen, an der bereits mehrere junge Sportler starben: sie können nur noch in einer Atmosphäre überleben, die für normale Menschen tödlich wäre. Ist die Ursache die geheimnisvolle Kristalldruse, die Taucher aus dem Lavaboden am Meeresgrund geborgen haben? Oder sind Yoshikawas Experimente mit den >Affenmenschen< tragisch fehlgeschlagen?
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Das Videoband lag mittlerweile im Safe in diesem Büro, und nur er kannte die Kombination.

Bevor er das Büro verließ, legte er den Schädel zu dem Video.

Die Grafikdatei in seinem Computer war ebenso sicher. Sie wurde durch Codes geschützt, die nur er und die wenigen verläßlichen Untergebenen kannten, denen er vor einer Stunde Kopien der Datei übergeben hatte.

Die Summe, die er für den Schädel ausgegeben hatte, war gut angelegt. Schade nur, dass der Junge hatte sterben müssen.

Aber es gab keinen Fortschritt ohne Kosten, und was bedeuteten schon ein paar Leben, wenn man bedachte, welches Ziel er vor Augen hatte?

KAPITEL 12

Sergeant Cal Olani hatte gerade seinen Dienst begonnen, als er den Anruf bekam, aufgrund dessen er zu der Stelle an der Straße fuhr, wo Alice Santoya die Leiche ihres Sohnes gefunden hatte. Er hatte angenommen, dass der Junge überfahren worden war und der Täter anschließend Fahrerflucht begangen hatte. Bereits fünf Minuten, nachdem er am Tatort eingetroffen war, wusste er jedoch, dass es sich um kein derartiges Delikt handelte. Dass es keine Reifenspuren gab, musste nichts bedeuten, denn vielleicht hatte sie der Regen der letzten Nacht weggespült. Aber der Zustand der Leiche ließ nicht auf einen solchen Unfall schließen.

Außer einer Schnittwunde in der rechten Handfläche wies die Leiche keine äußeren Verletzungen auf. Wenn ihn ein Auto so heftig angefahren hätte, dass er an den Folgen gestorben wäre, hätte man etwas sehen müssen.

Olani hatte neben den Notärzten gearbeitet, die versucht hatten, den Jungen wiederzubeleben, auch wenn es von seiner Körpertemperatur her klar war, dass er bereits vor mehreren Stunden gestorben war. Er blieb am Tatort, bis der Fotograf gekommen und wieder gefahren war, und suchte die Stelle nach irgendwelchen Hinweisen ab.

Er hatte versucht, etwas aus Alice Santoya herauszukriegen, aber der Tod ihres einzigen Sohnes hatte der Frau einen solchen Schock versetzt, dass sie nur schluchzte und stammelte.

Nach einer Stunde hatte er seine Arbeit beendet, ohne irgendwelche Hinweise auf ein Verbrechen gefunden zu haben. Aber während er sich für den Rest des Tages um kleinere Gesetzesübertretungen kümmerte, musste er immer wieder an Kioki Santoya denken. In Paia hatte es einen Ehestreit gegeben, den er beendet hatte, indem er seinen Polizeiwagen vor dem Haus geparkt und ein paarmal gehupt hatte, um Lee und Rosie Chin wissen zu lassen, dass er sie beruhigen würde, wenn sie es nicht selbst taten.

Dann hatte es noch einen kleineren Auffahrunfall gegeben. Olani musste den Besitzer eines rostigen 1974er Chevy Impala davon überzeugen, dass er von der Versicherung des Touristen, der angeblich den Unfall verursacht hatte, wohl keinen Cent sehen würde. Das Problem des Chevy-Fahrers bestand darin, dass drei Zeugen gesehen hatten, dass der Tourist hinter dem Chevy an einer roten Ampel gehalten hatte, als der Chevy urplötzlich zurücksetzte. Hätte der Tourist den Fuß nicht auf dem Bremspedal gehabt, wäre er auch noch in den Wagen hinter ihm gekracht.

Nachdem er diese Sache geregelt hatte, war Olani noch eine Weile die Front Street in Lahaina auf- und abgefahren, um etwaige Störenfriede wissen zu lassen, dass er auf der Hut war.

Die ganze Zeit über war ihm Kioki Santoya nicht aus dem Kopf gegangen. Jetzt, da seine Schicht in einer Stunde endete und es bald wieder nach Hause zu Malia und den Zwillingen ging, erlaubte er sich, auf der Rückfahrt ins Büro des Sheriffs kurz im Maui Memorial vorbeizuschauen. Das Krankenhaus lag ganz in der Nähe der Polizeiwache, und er wusste, dass er über den Teenager, der letzte Nacht umgekommen war, nachdenken würde, bis er endlich wusste, was dessen Tod verursacht hatte.

Er stellte seinen Wagen auf dem fast leeren Parkplatz neben dem Krankenhaus ab und trat durch den Eingang der Notaufnahme ein, der versteckt in einer Ecke des L-förmigen Gebäudes lag. Jo-Nell Sims, die diensthabende Schwester, blickte auf. »Zehn Minuten«, sagte sie, als sie ihn erkannte. »Dann habe ich Dienstschluß.« Sie sah ihn mit einer Mischung aus Erschöpfung und Verärgerung an und deutete mit dem Finger auf ihn. »Sag mir bitte nicht, dass du mir jetzt noch jemanden bringst, Cal. Sag es bitte nicht.«

»Ganz ruhig, Jo«, entgegnete Olani. »Draußen ist alles ruhig. Ich bin nur vorbeigekommen, weil ich wissen will, was mit dem Jungen war, den sie heute morgen gebracht haben. Kioki Santoya.«

Der Glanz in Jo-Nells Augen erlosch. »Ist das nicht schrecklich? Mir tut seine Mutter so leid.«

»Sind sie schon mit der Autopsie fertig?« fragte Olani.

Mit einem traurigen Kopfschütteln sah Jo-Nell den Dienstplan durch. »Laura Hatcher hat es gemacht.« Sie telefonierte kurz und deutete dann zu den Türen, die zu den Untersuchungszimmern führten. »Sie kommt gleich. Erste Tür links.«

Fünf Minuten später erschien Laura Hatcher. Sie war nicht viel größer als einen Meter fünfzig, wog bestimmt nicht mehr als sechsundvierzig Kilo und sah wie eine Zwölfjährige aus. Aber Olani hatte oft genug mit ihr zu tun gehabt, um zu wissen, dass sich hinter dieser zierlichen, ja fast kindlichen Fassade eine abgebrühte, ausgezeichnete Pathologin verbarg.

»Und, was ist mit Kioki Santoya?« fragte Olani sofort. »Irgendeine Ahnung, woran er gestorben ist?«

Laura Hatcher schlug ein Clipboard mit Metalldeckel auf und ging ein paar Seiten durch, bis sie gefunden hatte, was sie suchte. »Nun, ich kann Ihnen sagen, woran er nicht gestorben ist. Äußerliche schwere Verletzungen gab es kaum - nur eine Abschürfung an der linken und eine allerdings ziemlich tiefe Schnittwunde an der rechten Hand.«

»Die habe ich gesehen. Sah aus wie die Art Wunde, die man sich eher durch ein Stück zerbrochenes Glas als durch einen Messerstich zuzieht.«

Laura Hatcher nickte. »Das sehe ich auch so. Und sie war auch nicht so tief, dass er daran verblutet wäre.«

»Was ist mit Alkohol?« fragte der Polizist. »Manche von diesen Kids trinken Mengen ...«

»Daran habe ich auch gleich gedacht. Nichts.«

»Und wie lautet Ihre These? Dass er einfach so gestorben ist? Jungen in seinem Alter kriegen doch keinen Herzanfall, oder?«

»Nun, das kommt auch vor, aber in seinem Fall deutet nichts darauf hin. Das einzige, was nicht ganz normal aussah, war seine Lunge, aber solange ich die Resultate aus dem Labor nicht habe, kann ich auch nicht sagen, ob sein Tod etwas mit seiner Lunge zu tun hatte.« Sie breitete die Arme aus. »Ich wünschte, ich könnte Genaueres sagen, aber bis jetzt weiß ich selbst nicht viel. Ich habe auch an einen Virus gedacht - eines der neuen Biester, die vor kurzem aufgetaucht sind -, aber auch für diese Annahme spricht nichts. Er scheint bis zu seinem Tod völlig gesund gewesen zu sein. Seine Mutter bestätigt das.«

»Also auch in diese Richtung nichts?« Olani seufzte.

Hatcher nickte. »Tut mir leid, mehr weiß ich bis jetzt auch nicht.« Sie warf einen Blick auf ihre Notizen. »Übrigens, sagen Ihnen die Namen Rick Pieper, Josh Malani und Jeff Kina irgendwas?«

»Mit Kina hat es ein- oder zweimal Ärger gegeben. Er ist groß und kräftig und provoziert gerne mal haoles. Und Josh Malani mimt den harten Mann, aber das ist nur Show. Warum?«

»Alice Santoya hat gesagt, dass ihr Sohn gestern abend mit diesen drei Jungs unterwegs war. Er hat auf ihren Anrufbeantworter gesprochen, er ginge mit ihnen ins Kino. Je nach dem, was für Ergebnisse aus dem Labor kommen, wird vielleicht jemand mit ihnen reden wollen.«

Cal Olani schrieb die Namen in sein Notizbuch. Vielleicht würde er einfach mal bei der Schule vorbeischauen und sich mit den drei Jungen unterhalten.

Zehn Minuten, nachdem Olani sein Gespräch mit Laura Hatcher beendet hatte, betrat ein Mann das kleine Zimmer, das dem Krankenhaus als Leichenhalle diente. Nachdem er sich davon überzeugt hatte, dass ihn niemand gesehen hatte, verschloß er die Tür und zog das Schubfach mit den sterblichen Überresten Kioki Santoyas heraus. Das war das Schlimmste an seinem Job als Krankenpfleger - mit Toten zu tun zu haben. Der Rest des Jobs hatte Elvis Dinkins nie etwas ausgemacht - ob es nun um das Wechseln der Laken oder das Leeren der Bettpfanne ging.

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