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Hauch der Verdammnis

Электронная книга - «Hauch der Verdammnis». Краткое содержание книги:

Der junge Michael Sundquist und seine Mutter Katharine, eine Anthropologin, übersiedeln für einige Monate nach Hawaii, wo Katharine durch Vermittlung ihres ehemaligen Studienkollegen Rob einen interessanten Auftrag erhalten hat: Auf der Insel wurde das Skelett eines Frühmenschen gefunden, was allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Besiedelung widerspricht. Katharines Auftraggeber ist ein japanischer Industrieller, der ein unerklärliches Interesse an diesen Forschungen hat. Während Katharine via Internet versucht, weitere Informationen zu diesem Rätsel zu bekommen und dabei auf ein unerklärliches Video stößt, das den ehemaligen Besitzer des Skeletts, eine Art Affenmenschen, ganz lebendig zeigt, macht Michael einen Tauchkurs und findet Freunde im Leichtathletikteam seiner neuen Schule. Eines Nachts leihen sich die Jungen heimlich Tauchgeräte aus und unternehmen einen Tauchgang, der fast dramatisch endet, weil ihnen die Luft ausgeht. Die Jungen können sich retten, doch kurz darauf stirbt einer von ihnen an Atemschwäche. Offenbar sind alle Teilnehmer, unter ihnen auch Michael, von einer rätselhaften Krankheit befallen, an der bereits mehrere junge Sportler starben: sie können nur noch in einer Atmosphäre überleben, die für normale Menschen tödlich wäre. Ist die Ursache die geheimnisvolle Kristalldruse, die Taucher aus dem Lavaboden am Meeresgrund geborgen haben? Oder sind Yoshikawas Experimente mit den >Affenmenschen< tragisch fehlgeschlagen?
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Rob kaute nachdenklich auf der Unterlippe. »Wenn es ein Haustier war ...«

»Ich bitte dich!« Katharines Ungeduld mit sich selbst schloß langsam auch Rob ein. »Ich habe selbst das in Erwägung gezogen, aber das ist Unsinn.«

»Was ist es dann?« Rob zog es vor, ihre schlechte Laune zu ignorieren. »Komm schon, du hast doch bestimmt irgendeine Idee.«

Katharine atmete kräftig aus. »Also gut«, sagte sie. »Da wir unter uns sind, will ich es dir verraten. Aber du musst mir versprechen, nicht zu lachen.« Rob zog die Brauen hoch, versprach aber nichts, und Katharine gab sich damit zufrieden. »Es sieht nach etwas aus, das unmöglich ist. Du wirst sowenig daran glauben können wie ich.«

»Teste mich«, sagte Rob.

»Es ist ein Urmensch«, sagte Katharine.

Rob schüttelte den Kopf. »Du hast recht. Das ist unmöglich. Abgesehen von der Tatsache, dass es hier so etwas wie den Urmenschen nie gegeben hat - diese Inseln existierten noch nicht einmal, als der Urmensch auf dem Planeten herumlief. Selbst wenn es Maui gegeben haben sollte - was ich stark bezweifle -, dann gewiß nicht diesen Teil davon. Dies ist eine vulkanische Insel, Kath, sie besteht aus mehreren Lavaschichten. Ich wette, dass die Schicht, auf der wir stehen, nicht älter als zweitausend Jahre ist, eher viel jünger.«

»Ich habe ja gesagt, dass ich selbst nicht dran glaube«, sagte Katharine. »Und ich kann noch ein halbes Dutzend anderer Gründe hinzufügen, warum es unmöglich ist, angefangen damit, dass jede Spezies des Urmenschen, die ich bislang gesehen habe - und ich meine wirklich jede -, ein Fossil war. Und diese Knochen, das ist dir sicher aufgefallen, sind keine Fossilien. Sie sehen aus, als wären sie nicht älter als hundert Jahre, wenn überhaupt.«

»Was liegt dann hier vor uns?« fragte Rob erneut.

»Ich wünschte, ich wüßte es«, seufzte Katharine. »Ich brauchte einen Computer, um im Internet ein paar Punkte zu überprüfen.«

»Nun, zumindest das ist kein Problem«, sagte Rob. »Komm mit.«

Das komische Gefühl setzte ein, als Michael den Umkleideraum verließ und aufs Feld lief, wo der Sportunterricht beginnen sollte. Es war seine vierte Stunde. Zuerst nahm er es gar nicht richtig wahr, aber als er zum anderen Ende des Footballfeldes lief, wo sich seine Klasse für die Aufwärmübungen versammelte, spürte er es deutlich. Es war wie letzte Nacht, als er aus seinem Alptraum erwacht war und sich gefühlt hatte, als wäre da etwas in seiner Lunge, das ihn nicht richtig atmen ließ, das seine Lunge hinderte, sich mit Luft zu füllen.

Asthma.

Aber kaum hatte er daran gedacht, als er den Gedanken auch schon wieder verwarf.

Es fühlte sich nicht an wie Asthma, und außerdem hatte er diese Krankheit überwunden - er hatte seit Monaten keinen Anfall mehr gehabt.

Ignorieren, sagte er sich, dann geht es schon weg.

Er kam gerade noch rechtzeitig zu den herumstehenden Jungen. Der Lehrer rief seinen Namen, Michael antwortete »hier« und ließ sich auf den Boden fallen, um die zehn Liegestützen zu absolvieren, mit denen die Leichtathletikstunde stets begann. Die Jungen waren auffällig schweigsam, und jeder wusste, warum.

Kioki Santoya.

Den ganzen Morgen über hatten fremde Leute ihn gefragt, ob ihm gestern etwas an Kioki aufgefallen sei. Was konnte er antworten? Er hatte Kioki ja kaum gekannt - er hatte sogar jetzt Schwierigkeiten, sich an seinen Nachnamen zu erinnern. Während er seine Liegestützen machte, spürte er, wie die anderen Jungen ihn beobachteten und sich vielleicht fragten, ob er etwas verschwieg. Das komische Gefühl in seiner Brust verschwand nicht, aber er schaffte die Übung und fühlte sich danach nicht viel schlechter. Zusammen mit den anderen stand er auf und machte Hampelmänner. Nach fünfundzwanzig fing Michael an zu schwitzen und spürte, wie sich seine Muskeln erwärmten.

»Okay!« rief der Lehrer. »Auf der Stelle laufen!«

Michael ließ die Arme auf die Seite fallen und hob die Knie mit jedem Schritt sehr hoch. Seine Beine bewegten sich wie Kolben. Es war eine seiner Lieblingsübungen, denn in den langen Monaten, in denen sich seine Lunge aufgebaut hatte, waren auch seine Beine kräftiger geworden. Ihre Stärke war für ihn fast eine Art Barometer geworden, ein Beweis dafür, dass sein ganzer Körper mit jeder Woche kräftiger wurde und sich für immer von der schrecklichen Krankheit befreite.

Doch heute begannen seine Beinmuskeln schon nach wenigen Metern zu brennen. Aber das war unmöglich - er hatte sich doch gerade erst aufgewärmt! So würde er kaum eine einzige Runde schaffen.

»Okay, es geht los!« rief der Lehrer. »Eine Runde, und die ersten beiden können die Softballteams aufstellen.«

Die Klasse lief auf die Viertelmeilenbahn, die um das Footballfeld führte. Zwei Jungen - Zack Cater aus Michaels Englischklasse und jemand, dessen Namen Sky oder so lautete und der in seiner Straße wohnte - übernahmen die Führung. Michael wusste sofort, dass er gegen sie keine Chance hatte. Auf den ersten hundert Metern würde er zwar schnell genug sein, um sie zu überholen, aber nach den zweiten hundert würde er bereits zurückliegen. Er hätte seine Energie im Sprint verbraucht und würde mit den letzten der Klasse ins Ziel kommen.

Ziemlich peinlich für jemanden, der gerade gestern ins Laufteam aufgenommen worden war.

Und dazu würde sicherlich noch die Erniedrigung kommen, dass Zack und Sky ihn erst als allerletzten für die Baseballteams auswählen würden.

Es war besser, sich das Tempo einzuteilen und irgendwo im Mittelfeld ins Ziel kommen.

Er sah über die Schulter. Hinter ihm liefen nur noch zwei Jungen. Michael erhöhte sein Tempo etwas, überholte leicht drei Läufer und schloß zu zwei weiteren auf. Als er auch diese beiden hinter sich gelassen hatte, ließ er sich in einen gleichmäßigen Schritt fallen, der ihn leicht um die Kurve und durch die Gegengerade tragen sollte.

Doch das seltsame Gefühl in seiner Brust wurde schlimmer, und seine Beinmuskeln brannten so heftig, dass er fürchten musste, gleich einen Krampf zu bekommen.

Gestern war er doch eine ganze Runde gelaufen und hatte dann noch Jeff Kina im Sprint geschlagen. Was, zum Teufel, war nur los?

Erneut, wie schon so oft an diesem Morgen, wanderten seine Gedanken zur Tauchpartie zurück.

Aber er dachte nicht nur an das Tauchen. Er dachte auch an den langen Weg durch die Lava, wo er bei jedem Schritt fast gestolpert wäre.

Und an den Streit mit seiner Mutter und die Stunden, die er schlaflos verbracht hatte. Was erwartete er denn? Sein Körper bestrafte ihn lediglich für letzte Nacht.

Ihm kam ein seltsamer Gedanke: Hatte Kioki Santoya vielleicht das gleiche gehabt wie er? Wenn sie nicht tauchen gegangen wären, wenn sie wie geplant einen Film angesehen hätten und früh nach Hause gekommen wären, wäre Kioki dann noch am Leben?

Aber dann verwarf er diese Idee. Es hätte keinen Unterschied gemacht, wenn sie gestern abend etwas anderes unternommen hätten. Was mit Kioki passiert war ... war eben passiert.

Was ihn selbst betraf - er war den weiten Weg zum Strand gegangen, er hatte getaucht und zuwenig geschlafen. Na schön, dafür musste er heute büßen. Aber als letzter wollte er trotzdem nicht ins Ziel kommen.

Er nahm sich vor, die Schmerzen in Brust und Beinen zu ignorieren, und hielt während der Kurve sein Tempo. Als er in die Gegengerade einbog, tauchte einer der Jungen, die er überholt hatte, rechts neben ihm auf.

»Ich dachte, du wärst eine ganz große Nummer«, sagte der Junge. Lachend zog er an Michael vorbei und wirbelte dabei absichtlich eine gräuliche Staubwolke auf.

Michael wandte den Kopf ab, doch trotzdem atmete er eine Handvoll Staub ein und wappnete sich bereits gegen den sicherlich folgenden Husten. Aber dann war er durch die Wolke hindurchgelaufen und merkte, dass er schneller wurde.

Er hatte recht gehabt! Er hatte sich nur durchbeißen müssen. Seine Beine fühlten sich etwas besser an, und das Atmen fiel ihm wieder leichter. Sofort hatte er den Jungen wieder eingeholt und verfolgte ihn. Auch wenn ihm der Staub, den der andere aufwirbelte, in die Augen stach, spürte Michael, wie sein Kräfte zurückkehrten. Als sie in die letzte Kurve bogen, zog er an dem Jungen vorbei.

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