Frikassee im Weltraum [= Kreuzzug nach fremden Sternen = Sir Rogers himmlischer Kreuzzug / The High Crusade - de]
- Автор: Андерсон Пол Уильям
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Год: Bastei-L
- ISBN: 3-404-13S93-8
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Frikassee im Weltraum [= Kreuzzug nach fremden Sternen = Sir Rogers himmlischer Kreuzzug / The High Crusade - de]». Краткое содержание книги:
»Nun«, sagt er etwas unsicher, »ich muß aufbrechen.«
»Ja.« Ihr Rücken ist schlank und gerade. »Ich glaube.« Er räuspert sich. »Ich glaube. Ihr habt alles Notwendige gelernt.« Als sie darauf nicht antwortet: »Denkt daran, es ist von höchster Wichtigkeit, jene Studenten der Wersgorsprache bei ihren Lektionen zu halten. Andernfalls sind wir wie Taubstumme unter unseren Feinden. Aber vertraut nie unseren Gefangenen. Sie müssen stets von zwei bewaffneten Männern bewacht werden.«
»Jawohl.« Sie nickt. Sie trägt keine formelle Frisur, und das Kerzenlicht schimmert in den weichen Wellen ihres kastanienbraunen Haares. »Ich werde auch daran denken, daß die Schweine das neue Korn nicht brauchen, das wir den anderen Tieren geben.«
»Höchst wichtig! Und achtet darauf, diese Festung gut zu versorgen. Jene von unseren Leuten, die Eingeborenennahrung zu sich genommen haben, sind gesund und munter. Ihr könnt also von Wersgor-Kornspeichern abfordern.«
Das Schweigen verdichtet sich um sie. »Nun«, sagt er, »ich muß aufbrechen.«
»Gott sei mit Euch, mein Herr und Meister.«
Er steht einen Augenblick reglos da, studiert den winzigsten Tonfall ihrer Stimme. »Catherine.«
»Ja, mein Herr?«
»Ich habe Euch unrecht getan«, preßt er heraus. »Und Euch vernachlässigt, was schlimmer ist.«
Ihre Hände greifen nach ihm, als hätten sie eigenes Leben. Seine harten Hände schließen sich um sie. »Jeder Mann kann einmal irren«, haucht sie. Er wagt es, in die blauen Augen zu sehen.
»Wollt Ihr mir ein Zeichen geben?« fragt er.
»Für Eure sichere Rückkehr.«
Seine Hände greifen nach ihrer Hüfte, er zieht sie an sich und ruft freudig aus: »Und meinen Sieg! Gebt mir Euer Zeichen, und ich werde Euch dieses Reich zu Füßen legen!«
Sie reißt sich los. Erschrecken zuckt um ihre Lippen. »Wann werdet Ihr anfangen, nach unserer Erde zu suchen?«
»Welche Ehre liegt darin, nach Hause zu kriechen, wenn die Sterne selbst unsere Feinde bleiben?« Der Stolz klingt in seinen Worten mit.
»Gott helfe mir«, flüstert sie, und sie flieht ihn. Er steht lange da, bis das Geräusch ihrer Füße in den kalten Korridoren verklungen ist. Dann dreht er sich um und geht zu seinen Männern hinaus.
Wir hätten uns in eines der großen Schiffe drängen können, hielten es aber für das beste, uns auf zwanzig zu verteilen. Ein junger Bursche, der etwas von Heraldik verstand, hatte sie mit Wersgorfarbe neu gestrichen. Jetzt strahlten sie in Scharlachrot, Gold und Purpur, und am Flaggschiff prangten das Wappen der de Tourneville und die englischen Leoparden.
Tharixan fiel hinter uns zurück. Wir traten in jenen fremdartigen Zustand ein, bei dem man in mehr Dimensionen als die geordneten drei des Euklid eintaucht und sie wieder verläßt, was die Wersgorix den ›Super-Licht-Antrieb‹ nennen. Wieder flammten ringsum die Sterne, und wir vergnügten uns damit, den neuen Konstellationen Namen zu geben — der Ritter, der Pflug, die Armbrust und mehr, darunter auch einige, die sich nicht dafür eignen, in diese Schrift aufgenommen zu werden.
Die Reise war nicht lang: nur ein paar Erdtage, soweit wir das von den Uhren ablesen konnten. Wir ruhten aus und waren scharf wie Hunde, als wir schließlich in das Planetensystem von Bodavant eindrangen.
Unterdessen hatten wir begriffen, daß es viele Farben und viele Größen von Sonnen gibt, alle vermischt. Die Wersgorix bevorzugten wie die Menschen kleine gelbe. Bodavant war röter und kühler. Nur einer seiner Planeten war bewohnbar (der übliche Fall); und wenn dieser Boda auch von Menschen oder Wersgorix hätte besiedelt werden können, so würden diese ihn doch als düster und kühl empfunden haben. So hätten sich unsere Feinde nicht die Mühe gemacht, die eingeborenen Jairs zu besiegen, sondern sie nur daran gehindert, noch mehr Kolonien zu erwerben, als sie bereits bei ihrer Entdeckung besaßen, und ihnen darüber hinaus höchst ungünstige Handelsverträge aufgezwungen.
Der Planet hing wie ein riesiger Schild, gefleckt und rostig, vor den Sternen, als die eingeborenen Kriegsschiffe uns anriefen. Wir brachten unsere Flottille gehorsam zum Stillstand. Vielmehr hörten wir auf zu beschleunigen und stürzten einfach auf einer hyperbolischen Unterlichtbahn durch den Weltraum, der die Jairfahrzeuge sich anpaßten. Aber diese Probleme der himmlischen Navigation bereiten meinem armen Kopf Schmerzen; ich bin es zufrieden, sie den Astrologen und Engeln zu überlassen.
Sir Roger lud den Jair-Admiral an Bord unseres Flaggschiffes ein. Wir benutzten natürlich die Wersgorsprache, und ich übersetzte. Aber ich werde nur den wesentlichen Inhalt der Gespräche wiedergeben, nicht das langweilige Zeremoniell, das in Wirklichkeit stattfand.
Man hatte einen Empfang vorbereitet, in der unverkennbaren Absicht, die Besucher zu beeindrucken. Der Korridor vom Portal bis zum Refektorium war von Kriegern gesäumt. Die Langbogen-Schützen hatten ihre grünen Westen und Strümpfe geflickt, ihre Kappen mit Federn geschmückt und hielten ihre schrecklichen Waffen in der Hand. Die gewöhnlichen Soldaten hatten das wenige Eisen, das sie besaßen, und ihre flachen Helme poliert und bildeten einen Pikenbogen. Dahinter, wo der Gang sich ausweitete und breit genug war, um dies zuzulassen, prunkten zwanzig Kavalleriemänner in voller Rüstung, mit Banner und Wimpel, Federn und Lanze auf unseren größten Kriegsrössern. An der letzten Türe stand Sir Rogers Jagdmeister, den Falken auf der Hand und ein Rudel Bullenbeißer zu seinen Füßen. Trompeten tönten, Trommeln rollten, Pferde bäumten sich auf, Hunde bellten, und wie aus einem Munde hallte der Ruf »Gott und St. Georg für England! Hurra!« durch das Schiff.
Die Jairs wirkten ziemlich betroffen, setzten aber den Marsch zum Refektorium fort. Er war mit den prächtigsten Geweben behängt, die wir erbeutet hatten. Am Ende des langen Tisches saß Sir Roger in brokatbestickten Kleidern, umgeben von Hellebardenträgem und Armbrustschützen, auf einem Thron, den unsere Zimmerleute schnell zusammengenagelt hatten. Als die Jairs eintraten, hob er einen goldenen Wersgorpokal und trank auf ihre Gesundheit. Er hatte eigentlich Wein benutzen wollen, aber Pater Simon hatte entschieden, daß der für die heilige Kommunion reserviert werden mußte, und darauf hingewiesen, daß die fremden Teufel den Unterschied nicht erkennen würden.
»Wäes häeil!« deklamierte Sir Roger, ein englischer Satz, den er selbst dann liebte, wenn er das ihm vertrautere Französisch sprach.
Die Jairs zögerten, bis Pagen ihnen mit dem Zeremoniell des königlichen Hofs ihre Plätze gezeigt hatten. Anschließend betete ich einen Rosenkranz und erbat den Segen für die Konferenz. Dies geschah, wie ich gestehe, nicht nur aus religiösen Gründen. Wir hatten bereits erfahren, daß die Jairs gewisse verbale Formeln dazu benutzten, verborgene Kräfte des Körpers und des Geistes heraufzubeschwören. Wenn sie genügend umnachtet waren, mein sonores Latein für eine wesentlich eindrucksvollere Version derselben Sache zu halten, war die Sünde ja nicht die unsere, oder?
»Willkommen, mein Lord«, sagte Sir Roger. Auch er wirkte sehr ausgeruht. Er hatte sogar das leichte Funkeln irgendeiner Teufelei an sich. Nur jene, die ihn gut kannten, hätten erahnen können, welche Leere sich dahinter verbarg. »Ich bitte um Vergebung für mein unzeremonielles Eindringen in Euer Reich, aber die Nachricht, die ich Euch bringe, duldet kaum Aufschub.«
Der Jair-Admiral beugte sich gespannt nach vorne. Er war ein wenig größer als ein Mann, wenn auch schlanker und eleganter, und seinen Körper bedeckte weicher, grauer Pelz, den rings um den Kopf ein weißer Kranz zierte. Das Gesicht wirkte wie das einer Katze, mit riesigen, purpurfarbenen Augen und einem Schnurrbart, sah sonst aber ganz menschlich aus. Das soll heißen, es wirkte so menschlich wie die Gesichter in einem Triptychon, wenn sie ein nicht besonders geschickter Künstler gemalt hat. Er trug enganliegende Kleider aus braunem Stoff, mit Rangabzeichen. Aber sie wirkten recht dürftig, er und seine acht Begleiter, im Vergleich zu dem Glanz, den wir zusammengekratzt hatten. Sein Name, wie wir später erfuhren, war Beljad sor Van.