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Kalle Blomquist [с иллюстрациями]

Электронная книга - «Kalle Blomquist [с иллюстрациями]». Краткое содержание книги:

Liebe junge Detektive!
Aufgepaßt: Dieses Buch enthält die gesammelten Erfahrungen des großen Meisterdetektivs Kalle Blomquist. Vollzählig. Das ist von unschätzbarem Wert für Euch. Denn ob Ihr nun auf der Suche nach einem verborgenen Schatz seid oder einen exakten Plan ausarbeiten müßt, wie man einen langgesuchten Juwelendieb endlich zur Strecke bringen kann, oder blitzschnell entscheiden müßt, wenn der eigene Blutsbruder plötzlich gekidnappt wird, egal also in welch verzwickte Situation Ihr kommt, Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv, wird Euch den richtigen Tip geben.
Und wer weiß, vielleicht spricht man dann eines Tages von Euch als dem großen Meisterdetektiv …

VERLAG FRIEDRICH OETINGER
HAMBURG

Deutsch von Cäcilie Heinig und Karl Kurt Peters
Bilder von Volker Heydorn
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»Verdammt feines Hauptquartier«, sagte Benka.

»Ja«, sagte Sixtus, »ich wünschte, ich hätte in meiner Garage Platz für einen Ping-Pong-Tisch.«

Sie spielten Ping-Pong, und zwischen den einzelnen Runden rutschten sie am Seil runter und kletterten wieder rauf und lasen die Bilderserien in den Zeitschriften, und es machte ihnen gar nichts aus, daß die Weißen durch Abwesenheit glänzten.

Sixtus stand an der offenen Luke und hatte das Seil in der Hand. »Sieh mal an, da kommt ja der Kerl, der mit Eva-Lotte verwandt ist – wie heißt er doch gleich? Onkel Einar! Gott, hat der es eilig!« dachte Sixtus.

Jetzt sah Onkel Einar hinauf und erblickte Sixtus. »Suchst du Eva-Lotte?« fragte er einen Augenblick später.

»Ja«, sagte Sixtus. »Wissen Sie, wo sie ist?«

»Nein«, sagte Onkel Einar, »das weiß ich nicht.«

»Ach so«, sagte Sixtus und rutschte am Seil runter.

Onkel Einar sah zufrieden aus. Sixtus fing wieder an raufzuklettern.

»Willst du wieder da rauf?« fragte Onkel Einar.

»Ja«, sagte Sixtus und kletterte mit schnellen Griffen weiter.

Er hatte eine 1-2 im Turnen, und das sah man.

»Was willst du da oben?« fragte Onkel Einar.

»Auf Eva-Lotte warten«, sagte Sixtus.

Onkel Einar ging eine Weile auf und ab. »Wenn ich es mir richtig überlege«, rief er zu Sixtus hinauf, »so fällt mir ein, daß Eva-Lotte und die Jungen heute einen Ausflug machen wollten.

Sie werden wohl nicht vor dem Abend zurückkommen.«

»Soso«, sagte Sixtus und rutschte am Seil herunter.

Onkel Einar sah zufrieden aus. Sixtus ergriff das Seil und fing wieder an raufzuklettern.

»Hast du nicht gehört, was ich gesagt habe?« fragte Onkel Einar ungeduldig. »Eva-Lotte kommt den ganzen Tag nicht nach Hause.«

»Soso«, sagte Sixtus. »Das ist schade«. Er kletterte weiter.

»Was willst du denn da oben machen?« rief Onkel Einar.

»Bilderserien ansehen«, sagte Sixtus.

Onkel Einar sah nicht mehr eine Spur zufrieden aus. Er ging ungeduldig auf und ab.

»Du da oben«, rief er nach einer Weile. »Willst du eine Krone verdienen?«

Sixtus steckte den Kopf aus der Luke. »Ja, natürlich. Wie denn?«

»Lauf ins Zigarrengeschäft und kauf mir eine Schachtel Lucky Strike!«

»Gern«, sagte Sixtus und rutschte am Seil herunter. Onkel Einar gab ihm einen Fünfkronenschein.

Sixtus nahm die Beine in die Hand und verschwand. Und jetzt sah Onkel Einar zufriedener aus als je zuvor.

Da steckte Benka seinen Kopf durch die Luke, der prächtige kleine Benka mit dem blonden Lockenkopf und der lustigen Stupsnase. Niemand hätte Anlaß gehabt, beim Anblick eines so netten Kerlchens zu fluchen. Aber Onkel Einar fluchte – einen langen Fluch!

Nach einer Weile kam Sixtus zurück. In der einen Hand hatte er eine große Tüte. Er gab Onkel Einar die Zigaretten und rief zu den Roten hinauf: »Seht bloß, ich habe bei Eva-Lottes Vater Schnecken für die ganze Krone gekauft, und er ist ja nie geizig. Jetzt haben wir so viel zu essen, daß es den ganzen Tag reicht, da brauchen wir nicht nach Hause zu gehen.«

Da fluchte Onkel Einar einen noch längeren Fluch still vor sich hin und ging mit langen Schritten davon.

Und die Roten sahen Bilderserien an und spielten Ping-Pong und aßen Schnecken und rutschten das Seil runter und kletterten wieder rauf, und es machte ihnen gar nichts aus, daß die Weißen durch Abwesenheit glänzten.

»Glaubt ihr, daß der Kerl da ganz richtig im Kopf ist?« fragte Sixtus, als Onkel Einar zum viertenmal vor der Bäckerei auftauchte. »Was läuft er hier rum wie ein ängstliches Huhn? Kann er sich nicht eine nützlichere Beschäftigung suchen?«

Die Stunden vergingen. Und die Roten spielten Ping-Pong und besahen Bilder und rutschten das Seil runter und kletterten wieder rauf und aßen noch mehr Schnecken und machten sich nicht eine Spur daraus, daß die Weißen durch Abwesenheit glänzten.

Dunkel, Dunkel überall! Hier und da findet ein Lichtstreifen den Weg durch eine Luke. Noch leuchtet die Taschenlampe, und das ist auch nötig! Es ist schwer, vorwärts zu kommen. Mitunter liegen große Steine da und versperren den Weg. Es ist feucht und glatt und kalt. Nicht auszudenken, daß man die Nacht hier verbringen soll! Viele Nächte!

Anders und Kalle und Eva-Lotte haben sich gegenseitig an den Händen gefaßt. Kalle leuchtet an den Steinwänden entlang, wo die Feuchtigkeit hervorsickert.

»Die Ärmsten, die früher mal hier eingesperrt waren!« sagt Eva-Lotte. »Viele Jahre vielleicht!«

»Aber die bekamen wenigstens was zu essen«,knurrt Anders.

Ein kleines Brötchen hält nicht lange vor, und er ist schon wieder sehr hungrig. Um diese Zeit essen sie zu Hause Mittagbrot!

»Heute sollte es bei uns Fleischklopse geben«, seufzt Eva-Lotte.

Kalle sagt nichts. Er ist wütend auf sich selbst, daß er sich jemals auf diese Detektivarbeit eingelassen hat. Sie hätten jetzt zu Hause auf dem Bäckereiboden sitzen können, sie hätten mit den Roten Krieg führen können, sie hätten radfahren und baden und Fleischklopse zu Mittag essen können und alles mögliche andere. Anstatt hier in Dunkel und Elend herumzulaufen.

Und man kann nicht einmal wagen, daran zu denken, wie das enden soll!

»Das beste ist, wir gehen wieder zum Ausgangspunkt zurück«, sagt Eva-Lotte. »Jetzt haben wir sicher alles gesehen, was zu sehen ist, und es ist überall das gleiche, den ganzen Weg lang. Dunkel und unheimlich überall.«

»Wir wollen bloß noch diesen Gang hier zu Ende gehen«, schlägt Anders vor. »Dann können wir wieder umkehren.«

Eva-Lotte hatte unrecht. Es ist nicht überall das gleiche. Dieser Gang hier endet mit einer Treppe. Und eine Treppe bedeutet eine Verbindung zwischen zwei Stockwerken. Es ist eine kleine, schmale Wendeltreppe, deren Steinstufen durch viele Füße abgenutzt sind.

Anders und Kalle und Eva-Lotte stehen ganz still. Sie können ihren Augen nicht trauen. Kalle leuchtet mit der Taschenlampe.

Dann rennt er die Treppe hinauf. Aber die Treppe ist oben zu-genagelt. Es soll niemand in den Keller hinunterkommen. Und offenbar auch nicht hinauf. Kalle wünscht, daß er mit dem Kopf durch das Holz könnte, so daß die Splitter herumflögen.

»Wir müssen raus! Wir müssen raus, sage ich!« Anders ist vollkommen wild. »Ich halte es nicht eine Minute länger aus!«

Er hebt einen großen Stein auf. Kalle hilft ihm.

»Eins, zwei, drei – jetzt!« kommandiert Anders. Das Holz kracht. Noch einmal! »Du wirst sehen, es geht, Kalle!« Anders keucht förmlich vor Aufregung.

Ein Glück, daß das Holz nicht so dick ist. Ein letztes Mal mit voller Kraft! Peng – die Holzsplitter fliegen nach allen Seiten.

Es macht keine Mühe, das Zeug wegzuräumen. Anders reckt den Kopf hoch und stößt ein Freudengeheul aus. Die Treppe führt zum Erdgeschoß der Ruine.

»Kalle und Eva-Lotte, kommt!« ruft er.

Aber Kalle und Eva-Lotte sind bereits gekommen. Sie stehen da und starren zum Licht, zur Sonne hinauf, als ob es ein großes Wunder wäre.

Eva-Lotte rennt zur Fensteröffnung. Da unten liegt die stille Stadt. Sie kann den Fluß sehen und den Wasserturm und die Kirche. Und dort, weit weg, sieht sie das rote Dach der Bäckerei. Da lehnt sie sich gegen die steinerne Wand und bricht in lautes Weinen aus.

»Mädels sind schon komisch«, denken Anders und Kalle.

Vorhin, im Keller unten, da hat sie nicht geweint, aber jetzt, da alle Gefahr vorüber ist, da läuft ihr das Wasser raus wie ein Springbrunnen.

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