Kalle Blomquist [с иллюстрациями]
- Автор: Линдгрен Астрид
- Год: 1982
- Язык: немецкий
- ISBN: 3 789 12931 3
- Жанр: Детское действие
Электронная книга - «Kalle Blomquist [с иллюстрациями]». Краткое содержание книги:
Aufgepaßt: Dieses Buch enthält die gesammelten Erfahrungen des großen Meisterdetektivs Kalle Blomquist. Vollzählig. Das ist von unschätzbarem Wert für Euch. Denn ob Ihr nun auf der Suche nach einem verborgenen Schatz seid oder einen exakten Plan ausarbeiten müßt, wie man einen langgesuchten Juwelendieb endlich zur Strecke bringen kann, oder blitzschnell entscheiden müßt, wenn der eigene Blutsbruder plötzlich gekidnappt wird, egal also in welch verzwickte Situation Ihr kommt, Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv, wird Euch den richtigen Tip geben.
Und wer weiß, vielleicht spricht man dann eines Tages von Euch als dem großen Meisterdetektiv …
VERLAG FRIEDRICH OETINGER
HAMBURG
Deutsch von Cäcilie Heinig und Karl Kurt Peters
Bilder von Volker Heydorn
»Ich werde schreiben, wenn ich es nur nicht vergesse« – das war das letzte, was Onkel Einar gesagt hatte, und das klang unheilverkündend.
»Ich habe drei Brötchen«, sagte Eva-Lotte und steckte die Hand in ihre Kleidertasche. Das war immerhin ein kleiner Trost.
»Dann werden wir bis zum Nachmittag nicht den Hungertod erleiden«, sagte Anders. »Wir haben auch noch eine halbe Kelle Wasser übrig.«
Drei Brötchen und eine halbe Kelle Wasser! Und dann?
»Wir müssen um Hilfe schreien«, sagte Kalle. »Vielleicht kommt ein Tourist, um sich die Ruine anzusehen.«
»Ich erinnere mich, daß im vorigen Sommer zwei Touristen hier waren«, sagte Anders. »Warum sollte da nicht heute einer kommen?«
Sie stellten sich an die kleine Luke, durch die ein Sonnenstrahl hereinfiel.
»Eins, zwei drei – jetzt!« kommandierte Anders.
»Hilfe – – H-i-l-f-e!«
Die Stille hinterher war fühlbarer als vorher.
»Nach Gripsholm und Alvastra und wer weiß wohin, da können sie fahren«, sagte Anders bitter. »Aber um die Ruine hier kümmert sich kein Mensch.«
Nein, kein Tourist hörte ihren Notruf und auch sonst niemand. Die Minuten gingen und wurden zu Stunden.
»Wenn ich wenigstens zu Hause gesagt hätte, daß ich zur Ruine gehe«, sagte Eva-Lotte. »Dann wären sie wohl schließlich hergekommen, um uns zu suchen.«
Sie verbarg ihr Gesicht in den Händen. Kalle schluckte ein paarmal und stand vom Fußboden auf. Es war nicht auszuhalten, still dazusitzen und Eva-Lotte anzusehen. Die Tür – gab es keine Möglichkeit, sie kaputtzuschlagen? Man brauchte sie nur anzusehen, um festzustellen, wie zwecklos ein Versuch sein würde.
Kalle beugte sich hinunter, um etwas aufzuheben, was neben der Treppe lag. Es war Onkel Einars Taschenlampe. Die hatte er vergessen – was für ein Glück! Bald würde es Nacht werden, dunkle, kalte Nacht – es war ein Trost, zu wissen, daß man die Dunkelheit für ein paar Augenblicke vertreiben konnte, wenn man wollte. Eine Batterie reichte ja nicht ewig, aber man konnte wenigstens leuchten, um zu sehen, wie spät es schon war.
Nicht, daß es irgendeine Bedeutung hatte, ob es drei oder vier oder fünf war – bald würde nichts mehr etwas bedeuten. Kalle fühlte eine dumpfe Verzweiflung in sich aufsteigen. Er wanderte umher, »ein Raub düsterer Gedanken«, wie es immer in Büchern steht. Alles war besser, als dazusitzen und zu warten. Alles war besser. Es wäre sogar besser, zu versuchen, die dunklen Irrgänge zu erforschen, die in die inneren Regionen des Kellers führten.
»Anders, du hast einmal gesagt, du wolltest den ganzen Keller durchforschen und kartographieren und wir könnten ihn zu unserem Hauptquartier machen. Warum nicht jetzt die Gelegenheit wahrnehmen?«
»Habe ich wirklich so was Dummes gesagt? Ich muß wohl an dem Tag einen Sonnenstich gehabt haben. Wenn ich hier bloß rauskommen könnte, dann weiß ich einen, der niemals mehr seinen Fuß in die Nähe dieser alten Bruchruine setzt!«
»Ich möchte aber doch wissen, wo diese Gänge hier hinführen«, sagte Kalle. »Vielleicht ist es nicht ausgeschlossen, daß es noch einen anderen Ausgang gibt, den niemand kennt!«
»Ja, und es ist nicht ausgeschlossen, daß eine Versammlung von Archäologen heute nachmittag kommt und uns ausgräbt!
Das ist genauso wahrscheinlich.«
Eva-Lotte sprang auf. »Ja, aber wenn wir hier stillsitzen, dann werden wir bald verrückt«, sagte sie. »Ich finde, wir sollten tun, was Kalle sagt. Die Taschenlampe haben wir ja, mit der wir uns vorwärts leuchten können.«
»Meinetwegen gern«, sagte Anders. »Aber wollen wir nicht erst essen? Drei Brötchen sind in jedem Fall nur drei Brötchen, ganz gleich, wie wir es machen.«
Eva-Lotte gab jedem ein Brötchen, und alle drei aßen schweigend. Es war ein eigentümliches und unheimliches Gefühl, zu denken, daß es vielleicht das letzte Mal in ihrem Leben war, daß sie etwas aßen. Sie spülten die Brötchen mit dem Wasser hinunter, das noch in der Kelle war. Dann faßten sie einander an den Händen und traten den Weg ins Dunkel an. Kalle ging voran und leuchtete mit der Taschenlampe.
Genau im selben Augenblick bremste ein Auto vor der Polizeiwache der kleinen Stadt. Zwei Männer sprangen heraus, zwei Polizisten. Sie gingen eilig hinein, wo sie von Schutzmann Björk empfangen wurden. Er sah etwas erstaunt aus über den unerwarteten Besuch. Die zwei Männer stellten sich vor: »Kriminal-kommissar Stenberg, Kriminalpolizist Santesson von der Stockholmer Kriminalpolizei.«
Dann sagte der Kriminalkommissar schnelclass="underline" »Kennen Sie hier in der Stadt einen Privatdetektiv mit Namen Blomquist?«
»Privatdetektiv Blomquist?« Schutzmann Björk schüttelt den Kopf. »Habe ich nie gehört!«
»Das ist merkwürdig«, fuhr der Kriminalkommissar fort. »Er wohnt Hauptstraße 14. Sehen Sie selbst!«
Der Kriminalkommissar zog einen Brief hervor, den er Björk reichte. Wenn Kalle dabeigewesen wäre, hätte er den Brief wiedererkannt. »An die Kriminalpolizei Stockholm« stand zuoberst. Und die Unterschrift war ganz richtig »Karl Blomquist, Privatdetektiv«.
Schutzmann Björk fing an zu lachen. »Das kann niemand anderes sein als mein Freund Kalle Blomquist. Privatdetektiv, ja, ich danke! Er ist ungefähr zwölf oder dreizehn Jahre alt, der Privatdetektiv!«
»Aber Menschenskind, wie können Sie es erklären, daß er uns einen Fingerabdruck schicken konnte, der genau mit dem übereinstimmt, den wir nach dem Einbruch in der Banérstraße Anfang Juni festgestellt haben? Der große Juwelendiebstahl, Sie wissen doch! Und wem gehört dieser Fingerabdruck? Das ist das, was die Stockholmer Kriminalpolizei vor allen Dingen gerade jetzt wissen möchte. Das ist nämlich der einzige Anhaltspunkt, den wir haben.
Wir sind uns vollkommen darüber klar, daß es mehrere Personen gewesen sein müssen, die den schweren Geldschrank fortrücken konnten, aber nur einer hat Fingerabdrücke hinterlassen. Die anderen haben offenbar Handschuhe angehabt.«
Schutzmann Björk fing an nachzudenken. Er erinnerte sich an Kalles vorsichtige Fragen, als sie sich kürzlich auf dem Marktplatz getroffen hatten. »Was macht man, wenn man weiß, daß ein Mensch ein Verbrecher ist, es aber nicht beweisen kann?« Wie es nun auch zugegangen sein mochte, offenbar war Kalle Blomquist den Tätern des großen Juwelendiebstahls auf die Spur gekommen.
»Ich weiß keinen anderen Rat, als daß wir sofort hinfahren und Kalle selbst fragen«, sagte Schutzmann Björk.
»Ja, und das schneller als schnell«, sagte der Kriminalkommissar.
»Hauptstraße 14«, sagte der Kriminalpolizist und setzte sich ans Steuer. Das Polizeiauto sauste davon.
Die Roten Rosen langweilten sich erbärmlich. Was war das aber auch für eine Art von den Weißen, sich zu ergeben und Frieden zu schließen, gerade als der Kampf so vielversprechend begonnen hatte? Was in aller Welt hatten sie eigentlich vor, daß sie freiwillig auf so ein Vergnügen verzichteten?
»Ich glaube, wir gehen zu ihnen hin und versuchen, sie ein bißchen zu beleidigen«, sagte Sixtus. »Dann nehmen sie vielleicht Vernunft an.«
Benka und Jonte fanden den Vorschlag gut.
Aber das Hauptquartier der Weißen lag verlassen da.
»Wo mögen sie bloß sein?« fragte Jonte.
»Wir warten auf sie«, sagte Sixtus. »Einmal werden sie ja wiederkommen.«
Worauf sich die Roten auf dem Bäckereiboden bequem ein-richteten. Da waren eine ganze Menge alter Wochenzeitschriften, mit denen sich die Weißen unterhielten, wenn schlechtes Wetter war. Auch allerlei Spiele waren da und der ausgezeichnete Tisch, auf dem man Ping-Pong spielen konnte. An Zer-streuungen fehlte es also nicht.