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Kalle Blomquist [с иллюстрациями]

Электронная книга - «Kalle Blomquist [с иллюстрациями]». Краткое содержание книги:

Liebe junge Detektive!
Aufgepaßt: Dieses Buch enthält die gesammelten Erfahrungen des großen Meisterdetektivs Kalle Blomquist. Vollzählig. Das ist von unschätzbarem Wert für Euch. Denn ob Ihr nun auf der Suche nach einem verborgenen Schatz seid oder einen exakten Plan ausarbeiten müßt, wie man einen langgesuchten Juwelendieb endlich zur Strecke bringen kann, oder blitzschnell entscheiden müßt, wenn der eigene Blutsbruder plötzlich gekidnappt wird, egal also in welch verzwickte Situation Ihr kommt, Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv, wird Euch den richtigen Tip geben.
Und wer weiß, vielleicht spricht man dann eines Tages von Euch als dem großen Meisterdetektiv …

VERLAG FRIEDRICH OETINGER
HAMBURG

Deutsch von Cäcilie Heinig und Karl Kurt Peters
Bilder von Volker Heydorn
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»Nee, ich glaube nicht, daß sie noch da sind«, sagte Anders.

»Ich glaube, die kriegten’s mit der Angst zu tun, als sie sahen, daß die Juwelen fort waren. Wenn Onkel Einar sie nicht auf eine falsche Spur geführt hat!«

Es war mühsam, den steilen Abhang hinaufzuklettern. Aber es war notwendig, wenn man nicht die Treppe benutzen wollte.

Man mußte klettern und kriechen und sich am Gebüsch festhal-ten und sich gegen Steine stemmen. Und warm war es, schrecklich warm! Eva-Lotte begann hungrig zu werden. Sie hatte keine Zeit gehabt, etwas zu essen, bevor sie von zu Hause fortging, sie hatte nur ein paar Brötchen in ihre Kleidertasche gesteckt.

Da lag die Ruine. Es war einer der Vorteile, wenn man nicht die Treppe benutzte, daß man oben hinter der Ruine ankam und sich vorwärts schleichen und vorsichtig um die Ecke sehen konnte, falls sich etwas Gefährliches zeigte. Aber alles war ruhig. Die Hummeln summten wie immer, die Heckenrosen duf-teten wie immer, die Tür zum Keller war verschlossen wie immer.

»Was ich gesagt habe! Sie sind weg! Daß wir sie nicht gestern abend verhaftet haben, wird mich bis an mein Lebensende ärgern«, sagte Anders.

»Wir müssen in den Keller runtergehen und sehen, ob wir Spuren von ihnen finden«, sagte Kalle und holte den Dietrich hervor.

»Du gehst mit dem Dietrich um wie der schlimmste Einbrecher«, sagte Anders voller Bewunderung, als die Tür aufging.

Alle drei drängten sich auf einmal die Treppe hinunter. Im selben Augenblick hörte man einen gellenden Schrei, der die ganze Ruine erfüllte. Wer schrie, das war Eva-Lotte. Und weshalb schrie sie? Da lag jemand auf dem Fußboden. Onkel Einar lag dort. Seine Hände waren nach hinten gebunden und fest zu-sammengeschnürt. Seine Beine waren mit starken Stricken gefesselt. Und in den Mund war ein Taschentuch hineingepreßt.

Der erste Impuls der Kinder war, die Flucht zu ergreifen.

Onkel Einar war ja jetzt ihr Feind, das war ihnen klar. Aber ihr Feind war in seinem jetzigen Zustand vollständig wehrlos. Er starrte sie mit blutunterlaufenen Augen an. Kalle ging hin und befreite ihn von dem Taschentuch.

Onkel Einar stöhnte. »Oh, diese Lumpen, was die mit mir gemacht haben! Himmel, meine Arme! Nehmt mir die Stricke ab!«

Eva-Lotte wollte zu ihm hin. Aber Kalle hielt sie auf. »Einen Augenblick«, sagte er. Er sah äußerst verlegen aus. »Entschuldige, Onkel Einar, aber wir müssen wohl erst die Polizei holen.«

Er fand, daß es etwas ganz Unerhörtes war, daß er es wagte, so etwas zu einem Erwachsenen zu sagen.

Onkel Einar fluchte einen langen Fluch. Dann stöhnte er wieder. »Ach so, das seid ihr, denen ich das kleine Vergnügen hier zu verdanken habe! Das hätte ich mir denken können. Meisterdetektiv Blomquist!« Es war unangenehm, sein Stöhnen mit anzuhören. »Zum Teufel, steht nicht da und glotzt!« schrie er.

»Holt doch die Polizei, ihr Schnüffler! Aber ihr könnt mir wenigstens etwas Wasser geben!«

Anders lief, so schnell ihn seine Beine trugen, hinauf zu dem alten Brunnen auf dem Burghof. Da gab es klares, frisches Wasser und eine große eiserne Kelle, aus der man trinken konnte.

Onkel Einar trank, als ob er niemals vorher in seinem Leben Wasser gesehen hätte, als Anders die Kelle an seinen Mund führte. Aber dann fing er wieder an zu jammern.

»Oh, meine Arme!«

Das war mehr, als Kalle aushalten konnte. »Wenn du bestimmt versprichst, daß du nicht versuchst, dich zu drücken, dann können wir vielleicht den Strick von deinen Armen losmachen.«

»Ich verspreche, was ihr wollt«, sagte Onkel Einar.

»Und im übrigen hat es keinen Zweck, es zu versuchen, denn wenn einer von uns nach der Polizei geht, dann sind wir immer noch zwei, die Wache halten. Und deine Beine sind ja gebunden.«

»Dein Beobachtungsvermögen verdient alles Lob«, sagte Onkel Einar.

Es gelang Anders, wenn auch mit etwas Mühe, den Strick aufzubinden, mit dem Onkel Einars Arme festgeschnürt waren.

Als der Strick gelockert war, schienen die Schmerzen noch stärker zu sein als vorher, denn Onkel Einar saß eine ganze Weile da und wiegte seinen Oberkörper hin und her, indem er laut jammerte.

»Wie lange hast du hier so gelegen?« fragte Eva-Lotte, und ihre Stimme zitterte.

»Seit gestern abend, meine schöne junge Dame«, sagte Onkel Einar. »Und das dank eurer Einmischung.«

»Ja, das ist unangenehm«, sagte Kalle. »Entschuldige, bitte, aber jetzt müssen wir die Polizei holen!«

»Könnten wir nicht über die Sache reden?« fragte Onkel Einar. »Wie zum Teufel habt ihr es übrigens fertiggebracht, die Sache hier herauszuschnüffeln? Ganz gleich, wie, aber es ist klar, daß ihr es seid, die die Juwelen genommen haben, und es ist vor allen Dingen das wichtigste, daß sie wieder zum Vorschein kommen. Herr Meisterdetektiv, könnten Sie nicht einen armen Sünder um unserer alten Freundschaft willen loslassen?«

Die Kinder standen stumm da.

Onkel Einar wandte sich an Eva-Lotte. »Du willst doch nicht, daß einer aus der Familie im Gefängnis landet?«

»Wenn man etwas verbrochen hat, dann muß man auch seine Strafe haben«, sagte Eva-Lotte.

»Das einzige, was wir machen können, ist, die Polizei zu holen. Willst du gehen, Anders?«

»Ja«, sagte Anders.

»Verdammte Gören!« schrie Onkel Einar. »Hätte ich euch bloß die Hälse umgedreht, solange noch Zeit war!«

Anders nahm die Treppe in ein paar Sprüngen. Und jetzt schnell durch die Tür! Aber da stand jemand im Wege. Zwei waren es, die da standen und den Türeingang versperrten. Der eine, der mit dem blassen Gesicht, hielt einen Revolver in der Hand.

DREIZEHNTES KAPITEL

»Ich glaube, wir kommen mitten in eine Familienfestlichkeit rein!« Der Blasse lachte. »Der Kinderfreund Einar im Kreise seiner Lieben! Das ist so reizend, daß man es fotografieren und in die Zeitung setzen sollte. Mißversteh mich nicht, lieber Einar, ich meine nicht unter Polizeinachrichten. Es gibt ja andere Veröffentlichungen!«

Er machte eine Pause und betrachtete seinen Revolver.

»Wie schade, daß wir gestört haben«, fuhr er fort. »Wenn wir noch etwas gewartet hätten, so wärst du bald durch deine kleinen Freunde befreit worden, und dann wäre es dir vielleicht etwas leichter als gestern abend gefallen, den Kram zu finden.«

»Artur, hör mich an!« sagte Onkel Einar. »Ich schwöre, daß …«

»Das hast du gestern abend genügend getan«, unterbrach ihn der Blasse. »Wenn du Lust bekommst, zu sagen, wo du das Zeug versteckt hast, dann kannst du den Mund aufmachen. Bis dahin – halt’s Maul. Und bis dahin wirst du wie eine Weinfla-sche liegend aufbewahrt. Ich hoffe, deine kleinen Freunde haben nichts dagegen, daß ich dir die Arme wieder festbinde? Und du bist wohl nicht allzu hungrig und durstig, alter Junge? Denn ich kann dir leider nichts anderes geben als dieses Taschentuch, an dem du bis auf weiteres kauen kannst. Bis du Vernunft angenommen hast!«

»Artur«, rief Onkel Einar ganz verzweifelt, »du mußt mich anhören! Weißt du, wer es an sich genommen hat? Ja, diese Brut hier hat es!« Er zeigte auf die Kinder. »Und sie waren gerade dabei, die Polizei zu holen, als ihr reinkamt. Himmel, ich hab’ niemals gedacht, daß ich mich mal freuen würde, dich und Tjomme zu sehen! Aber gerade jetzt kommt ihr wie gerufen.«

Es blieb eine Weile still. Das blasse Gesicht mit den unsteten Augen wandte sich den Kindern zu. Kalle bekam das Gefühl einer bevorstehenden unerhörten Gefahr. Das war etwas anderes und viel Unheimlicheres als das damals, da er vor Onkel Einars Revolver stand.

Der Unangenehme, der, der Tjomme genannt wurde, brach das Schweigen. »Vielleicht sagt er ausnahmsweise doch mal die Wahrheit, Artur!«

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