Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Научная фантастика » Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]
Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник] - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]

Электронная книга - «Einsteins Erben (Phantastische Bibliothek) [сборник]». Краткое содержание книги:

Lange bevor Cyberspace und virtuelle Welten zu einem festen Bestandteil der allgemeinen Diskussion wurden, hat sich Herbert W. Franke (geb. 1927), theoretischer Physiker, Kybernetikfachmann, Pionier der Computerkunst und Science-fiction-Autor, in seinen wissenschaftlichen und belletristischen Arbeiten mit diesen Themen auseinandergesetzt. Mit Einsteins Erben liegen drei der erfolgreichsten Bücher von H. W. Franke wieder vor: In seinem Roman Zone Null entwirft er in Form eines spannenden Expeditionsberichts das Bild einer computerisierten Zivilisation, deren Angehörige, aller materiellen Sorgen enthoben, sich ganz dem widmen können, was sie interessiert: der Forschung, der Kunst, dem Spiel. Aber ist solch ein technisches Paradies ein erstrebenswertes menschliches Ziel? In Ypsilon minus zeigt Franke eine totalitäre Technokratie, in der elektronische Überwachungsanlagen die absolute Kontrolle aller Menschen ermöglichen. Beides, totale Freiheit und totale Kontrolle, sind Extremfälle der technischen Entwicklung. Sind warnende Beispiele für falsche zivilisatorische Entwicklungen. Probleme und ihre Lösung bilden auch den Kern des Erzählbandes Einsteins Erben: Informationsexplosion, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, die Anwendung von Kybernetik und Biotechnik sind die Themen dieser Erzählungen, die »an wissenschaftlicher Phantastik und spannendem Aufbau nicht zu wünschen übriglassen« (Neue Zürcher Zeitung).
1 ... 21 22 23 24 25 26 27 28 29 ... 129
Перейти на страницу:

Sie hatten ihr Quartier schon mehrmals wechseln müssen. Die Sanierungstrupps nahmen sich Straßenzug um Straßenzug vor, und vor ihnen kam eine Kette von Polizei und Militär. Denn das, was der Katastrophe vorangegangen war, war keineswegs vergessen worden. Das Transistorgerät, mit dem sie den einzigen Sender abhören konnten, in dessen Reichweite sie waren, gab ganze Listen von Namen durch: von Leuten, die gesucht wurden. Auch ihre Namen waren darunter.

»Irgend jemand hat uns verraten«, sagte Hardy. Er warf die Decken ab und lief ruhelos im Raum hin und her. »Anders kann ich es mir nicht erklären. Wieso hätte man sonst unsere Namen?« Er warf einen bösen Blick auf Ben.

»Versuche dich zu beherrschen«, fuhr ihn Jonathan an.

»Was hat es für einen Sinn, über die vergangenen Ereignisse nachzugrübeln. Wir sitzen alle zusammen in der Patsche.«

Hardy machte eine abwehrende Geste, als wollte er Jonathans Worte beiseite wischen. Er pflanzte sich vor Ben auf und sagte: »So gib es doch zu: Du hast nicht dicht gehalten! Du hast Barbara gewarnt, und so konnten die Bonzen dem Anschlag entgehen.«

»Das ist doch Unsinn«, wehrte sich Ben. »Dann hätten sie die Zerstörung verhindern können. Haben sie das getan?«

»Vielleicht wollten sie es gar nicht!« sagte Hardy. »Vielleicht kam ihnen das gerade recht!«

Edwige mischte sich ein: »Aber wir haben doch eine neue Regierung!«

Hardy sah aus, als ob er sie schlagen wollte. »Das ist es ja eben«, brüllte er. »Wir hatten uns das so schön ausgedacht: Wir wollten doch die neue Regierung bilden. Wir haben doch sogar schon die Posten vergeben! Und wie ist es gekommen? Wir wissen nicht, wer jetzt an der Spitze sitzt, aber so, wie sich die neue Regierung benimmt, ist sie weitaus schlimmer als die alte.«

»Du brauchst mich nicht so anzubrüllen«, sagte Edwige.

»Streitet euch nicht!« mahnte Jonathan. »Wir machen dadurch nichts besser. Jetzt kommt es vor allem darauf an, unser Leben zu retten. Wer weiß – vielleicht ist unsere Zeit noch nicht vorbei!«

»Du bist ein unverbesserlicher Optimist«, sagte Edwige. »Glaubst du wirklich daran, daß wir einmal aus diesem Schmutz herauskommen? Was können wir schon tun? Es bleibt uns nichts anderes übrig als abzuwarten, bis sie uns endlich doch finden.«

»Ihr habt recht: Offenbar hat sich nichts geändert.« Jonathan stand auf und rieb sich die klammen Hände. »Die Töne, die die neue Regierung anschlägt, unterscheiden sich kaum von jenen, die wir von früher her kennen. Aber vielleicht liegt gerade darin unsere Chance. Wenn hier wirklich ein neuer Staat aufgebaut wird, dann wird man auch das alte Computersystem wieder neu installieren. Und darin sind wir immer noch Fachleute. Und Ben hat immer noch die Papiere – die Zusammenstellung jener Methoden, die dem System gefährlich werden. Ihr könnt sagen, was ihr wollt, aber ich bin sicher: Eines Tages werden wir sie wieder anwenden.« Er hatte sich hoch aufgerichtet und erinnerte Ben an einen Propheten, der durch Räume und Zeiten hindurch in die ferne Zukunft sieht. Aber es gab keinen Propheten, und es gab keine Sicherheit. Alles, was es gab, waren Chancen, und diese waren denkbar gering: Ja, er hatte die Aufzeichnungen noch, sie steckten in seiner Brusttasche – unwillkürlich legte er die Hand darauf und hörte das Rascheln des Papiers. Aber waren sie wirklich noch von Wert?

Sie hörten Schritte die Stiege herunterpoltern – es war François, der Wache gestanden hatte. »Ich glaube, jetzt nehmen sie unseren Straßenzug dran!«

Hardy, der erschöpft an die Wand gelehnt dagestanden war, fuhr herum. Er hatte Fieber – seine Augen schienen zu flackern. »Ich haue ab – hier sitzen wir wie in einer Mausefalle!«

»Bleib hier!« herrschte Jonathan ihn an, aber Hardy lief schon die Stufen hoch … sie hörten das Geräusch seiner Schritte auf dem mit Mauertrümmern und Ruß bedeckten Pflaster …

»Wenn wir hierbleiben, sind wir geliefert«, sagte Ben.

»Ich habe es satt, von einem Winkel in den anderen zu flüchten. Ich bin unbeschreiblich müde. Ich kann nicht mehr.« Edwige streckte sich auf ihrem Lager aus und schloß die Augen.

Jonathan streifte sie mit einem verächtlichen Blick. Dann sagte er: »Ihr seid euch im klaren darüber, was es heißt, wenn man uns findet?« Er blickte in die Runde, doch er erhielt keine Antwort. »Es ist nicht ausgeschlossen, daß sie darüber informiert sind, wem sie die Katastrophe zu verdanken haben«, fuhr Jonathan fort. Er drehte sich kurz zu Ben hinüber, der aber ebensowenig reagierte. »Es ist genausogut möglich, daß wir lediglich wie viele andere auf ihren schwarzen Listen stehen. Freilich – wenn wir ihnen in die Hände fallen, dann bleibt nichts mehr verborgen. Sie haben Methoden, um Leute zum Sprechen zu bringen. Sie brauchen nur einen zu erwischen …«

Er schob den Ärmel seines Mantels hoch und blickte auf die Uhr. Als er gerade ansetzte, weiterzusprechen, hörten sie eine kurze Garbe aus einer Maschinenpistole. Es war nicht allzu nah, aber auch nicht allzu fern. Sie alle dachten in diesem Moment das gleiche: Hardy.

»Wir müssen hier raus!« flüsterte François.

Betont ruhig setzte sich Jonathan auf einen Sack. »Wir müssen die Nacht abwarten. Dann wollen wir versuchen, uns durchzuschlagen. Aber diesmal sieht es bös aus, denn der Ring um diese Gegend wird immer enger. Es bleibt uns nichts anderes übrig – wir müssen versuchen, durch die Kette zu kommen – hinter die Front.«

François starrte ihn an: »Und du meinst, wir hätten Aussicht …?«

Jonathan machte eine unbestimmte Handbewegung. »Wir haben kaum eine Chance«, sagte er. »Es ist ein letzter, verzweifelter Versuch – nicht mehr. Und damit keiner einen andern verraten kann, schlage ich eine besondere Maßnahme vor.« Er stand auf, ging in die Ecke des Raums, in der er einige Kleinigkeiten, die ihm geblieben waren, niedergelegt hatte: eine Tasche, ein mit Zeitungspapier umhülltes Paket, eine kurze eiserne Stange, die man im Notfall als Waffe benutzen konnte. Er öffnete den Karton, holte ein längliches Etui und einen Plastikbehälter mit einigen Ampullen heraus. Das Etui enthielt eine Injektionsspritze und einige Nadeln. Eine davon nahm er zwischen die Finger und schraubte sie an. »Das ist ein Stoff, der die Erinnerung löscht«, sagte er. »Die für das Leben nötigen Fähigkeiten bleiben erhalten, dagegen werden wir alles vergessen, was wir in den letzten Monaten und Jahren getan haben – die Ereignisse und die darin verwickelten Personen.«

Er stockte einen Moment lang und lauschte … sie hörten ein leises Knattern und Prasseln. Die Säuberungskommandos kamen näher.

»Ich glaube, uns bleibt nicht mehr viel Zeit«, stellte Jonathan fest. »Macht eure Arme frei, jeder bekommt seine Dosis, und ich werde nicht sparen – es wird Jahre dauern, bis sich die Erinnerungen wieder einstellen, vielleicht auch Jahrzehnte.«

»Und wie lange …« fragte François zögernd, »Wie lange dauert es, bis das Zeug wirkt?«

»Vielleicht zwei bis drei Stunden«, antwortete Jonathan. »Jetzt beginnt es langsam dunkel zu werden, und wir werden uns trennen. Jeder wird allein versuchen, durch die Reihen zu kommen. Einige wird es erwischen, einige werden den Polizisten in die Hände fallen. Doch wenn die Verhöre beginnen, wird keiner mehr etwas aussagen können.«

Sie schwiegen. Vielleicht schenkten sie Jonathans Worten Glauben, vielleicht waren sie auch einfach zu müde, um etwas einzuwenden. Sie traten vor ihn hin, und er injizierte das Präparat. Auch Edwige blieb nicht verschont – François machte dem apathisch daliegenden Mädchen den Arm frei, und Jonathan kniete neben ihm nieder. Zuletzt gab er sich selbst ein Spritze. Dann stand er auf und sagte leise: »Macht’s gut!«

1 ... 21 22 23 24 25 26 27 28 29 ... 129
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)