Die Suche nach dem Auge der Welt
- Автор: Джордан Роберт
- Серия: Das Rad der Zeit #1
- Год: 2004
- Язык: немецкий
- Переводчик: Andreas Decker
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:
Rand drehte sich um, damit er Lan beim Weggehen beobachten konnte, und sah, daß Egwene dort stand.
»Von deinem Entschluß abgewichen — worum geht es denn, Rand?«
Er schnappte sich sein Hemd und den Mantel, da er mit einem Mal die Kälte spürte. »Ich gehe fort, Egwene.« »Wohin?«
»Irgendwo hin. Ich weiß nicht.« Er mied ihren Blick, konnte aber auch nicht aufhören, sie anzusehen. Sie hatte sich rote Heckenrosen ins Haar gebunden, das ihre Schultern umschmeichelte. Sie hielt ihren Umhang mit der Hand zu. Er war dunkelblau und am Saum entlang mit einer feinen Linie weißer Blumen umhäkelt, wie es in Schienar Mode war. Die Blumen zeigten in einer geraden Linie auf ihr Gesicht. Sie waren auch nicht blasser als ihre Wangen. Ihre Augen waren groß und dunkel. »Fort.«
»Ich bin sicher, daß Moiraine Sedai etwas dagegen haben wird, wenn du so einfach weggehst. Nach dem... nach dem, was du getan hast, hast du eine Belohnung verdient.«
»Moiraine weiß nicht einmal, daß ich überhaupt ein lebendiger Mensch bin. Ich habe getan, was sie wollte, und damit Schluß. Sie spricht nicht einmal mit mir, wenn ich zu ihr gehe. Nicht, daß ich versucht hätte, in ihrer Nähe zu bleiben, aber sie hat mich gemieden. Es wird ihr gleich sein, wenn ich gehe, und es interessiert mich nicht, was sie davon hält.«
»Moiraine ist immer noch nicht ganz gesund, Rand.« Sie zögerte. »Ich muß nach Tar Valon gehen, meiner Ausbildung wegen. Nynaeve kommt auch mit. Und Mat muß immer noch von dem geheilt werden, was ihn an diesen Dolch fesselt, und Perrin möchte Tar Valon sehen, bevor er... irgendwo hingeht. Du könntest mit uns kommen.«
»Und darauf warten, daß eine andere Aes Sedai herausfindet, was ich bin, und mir Beschränkungen auferlegt?« Seine Stimme klang rauh und beinahe höhnisch; er konnte es nicht ändern. »Willst du das?«
»Nein.«
Er wußte, er würde nie in der Lage sein, ihr zu sagen, wie dankbar er dafür war, daß sie geantwortet hatte, ohne zu zögern.
»Rand, hast du keine Angst... « Sie waren allein, aber sie blickte sich trotzdem um und senkte die Stimme. »Moiraine Sedai sagt, du mußt die Wahre Quelle nicht unbedingt berühren. Wenn du Saidin nicht berührst, wenn du nicht versuchst, die Macht anzuwenden, dann bist du sicher.«
»Oh, ich werde sie ganz gewiß nie mehr berühren. Und wenn ich mir zuerst die Hand abhacken muß.« Und was ist, wenn ich nicht damit aufhören kann? Ich habe mich niemals bemüht, sie zu lenken, nicht mal am Auge. Was ist, wenn ich nicht aufhören kann?
»Wirst du heimgehen, Rand? Dein Vater wartet bestimmt sehnsüchtig darauf, dich wiederzusehen. Selbst Mats Vater dürfte nun wohl allmählich Sehnsucht nach seinem Sohn haben. Ich werde nächstes Jahr nach Emondsfeld zurückkommen. Jedenfalls für kurze Zeit.«
Er rieb mit der Handfläche über den Griff seines Schwerts und fühlte deutlich den Bronzereiher. Mein
Vater. Heimat. Licht, wie gern würde ich... »Nicht nach Hause.« Irgendwo hin, wo es keine Menschen gibt, denen ich weh tun kann, falls ich mich nicht beherrsche. Ich muß allein sein. Plötzlich war es winterkalt auf dem Balkon. »Ich gehe fort, aber nicht nach Hause.« Egwene, Egwene, warum mußtest du zu denen gehören, die... ? Er legte die Arme um sie und flüsterte in ihr Haar: »Niemals mehr nach Hause.«
In Agelmars privatem Garten unter einer Laube, die von weißen Blüten übersät war, drehte sich Moiraine auf ihrer Liege herum. Die Bruchstücke des Siegels lagen auf ihrem Schoß, und der kleine Edelstein, den sie manchmal im Haar trug, glitzerte und drehte sich an seiner Goldkette, die sie mit den Fingerspitzen hielt. Das schwache blaue Glühen verging in dem Stein, und ein Lächeln berührte ihre Lippen. Der Stein hatte an sich keine besonderen Kräfte, aber das erste, was sie in bezug auf die Anwendung der Einen Macht als Mädchen im Königspalast von Cairhien gelernt hatte, war, den Stein dazu zu benützen, Leute zu belauschen, die glaubten, zu weit entfernt zu sein, als daß man sie noch hören könne. »Die Prophezeiungen werden eintreffen«, flüsterte die Aes Sedai. »Der Drache ist wiedergeboren worden.«
Glossar
Übemerkung zur Datierung. Der Tomanische Kalender (von Toma dur Ahmid entworfen) wurde ungefähr zwei Jahrhunderte nach dem Tod des letzten männlichen Aes Sedai eingeführt. Er zählte die Jahre Nach der Zerstörung der Welt (NZ). Während der Trolloc-Kriege wurden viele Aufzeichnungen zerstört, so daß man sich nach dem Ende dieser Kriege nicht mehr sicher war, in welchem Jahr der alten Zeitrechnung der neue Kalender einsetzte. Tiam von Gazar schlug die Einführung eines neuen Kalenders vor, der die damals angenommene Befreiung von der Bedrohung durch die Trollocs feierte und jedes Jahr als ein Freies Jahr (FJ) zählte. Innerhalb der zwanzig auf das Kriegsende folgenden Jahre fand der Gazarenische Kalender weitgehende Anerkennung. Artur Falkenflügel bemühte sich, einen neuen Kalender durchzusetzen, der auf seiner Reichsgründung basierte (VG, Von der Gründung an), aber dieser Versuch ist heute nur noch den Historikern bekannt. Nach weitreichender Zerstörung, Tod und Aufruhr während des Hundertjährigen Kriegs wurde ein vierter Kalender von Uren din Jubai Fliegende Möwe entworfen, einem Gelehrten der Meerleute, und von dem Panarch Farede von Tarabon weiterverbreitet. Der Farede-Kalender, der von dem willkürlich angenommenen Ende des Hundertjährigen Kriegs an rechnet und die Jahre seither als Neue Ära (NÄ) führt, ist momentan in Gebrauch.
Adan, Heran (Ei-dan): Gouverneur von Baerlon.
Aera-Gewebe: siehe Muster eines Zeitalters.
Aes Sedai (Aies Sehdai): Träger der Einen Macht. Seit der Zeit des Wahnsinns sind alle Überlebenden Aes Sedai Frauen. Man mißtraut ihnen und fürchtet, ja, haßt sie. Viele geben ihnen die Schuld an der Zerstörung der Welt, und allgemein glaubt man, sie würden sich in die Angelegenheiten ganzer Staaten einmischen. Gleichzeitig aber findet man nur wenige Herrscher ohne Aes Sedai-Berater, selbst in Ländern, wo schon die Existenz einer solchen Verbindung geheimgehalten werden muß. Als Anrede wird benützt: Sheriam Sedai; als Ehrentiteclass="underline" Sheriam Aes Sedai (siehe auch: Ajah; Amyrlin-Sitz).
Agelmar; Lord Agelmar (Eigelmar) aus dem Hause Jagad: Herr von Fal Dara. Im Wappen führt er drei rennende Rotfüchse.
Aiel (Aiiehl): die Bewohner der Aiel-Wüste; gelten als wild und zäh. Man nennt sie auch Aielmänner. Vor dem Töten verschleiern sie die Gesichter. Das führte zu der Redensart: ›Er benimmt sich wie ein Aiel mit schwarzem Schleier‹, um einen gewalttätigen Menschen zu beschreiben. Sie nehmen kein Schwert in die Hand, sind aber tödliche Krieger, ob mit Waffen oder mit bloßen Händen. Während sie in die Schlacht ziehen, spielen ihre Spielleute Tanzmelodien auf. Die Aielmänner benützen für die Schlacht das Wort ›der Tanz‹.
Aiel-Wüste: das rauhe, zerrissene und fast wasserlose Gebiet östlich des Rückrats der Welt. Nur wenige Außenseiter wagen sich dorthin, weil es für jemanden der nicht dort geboren wurde, fast unmöglich ist Wasser zu finden, und weil die Aiel sich im ständigen Kriegszustand mit allen anderen Völkern befinden und Fremde ablehnen.
Ajah: Gesellschaftsgruppen unter den Aes Sedai. Jede Aes Sedai gehört einer solchen Gruppe an. Sie unterscheiden sich durch ihre Farben: Blaue Ajah, Rote Ajah, Weiße Ajah, Grüne Ajah, Braune Ajah, Gelbe Ajah und Graue Ajah. Jede Gruppe folgt ihrer eigenen Auslegung in bezug auf die Anwendung der Einen Macht und die Existenz der Aes Sedai. Zum Beispiel setzen die Roten Ajah ihre ganze Kraft dazu ein, Männer zu finden und zu beeinflussen, die versuchen, die Macht auszuüben. Eine Braune Ajah andererseits leugnet alle Verbindung zur Außenwelt und verschreibt sich ganz der Suche nach Wissen. Es gibt Gerüchte (vehement verneint und um keinen Preis vor einer Aes Sedai zu erwähnen) über eine Schwarze Ajah, die dem Dunklen König dient.