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Ein todsicherer Job

Электронная книга - «Ein todsicherer Job». Краткое содержание книги:

Zum Brüllen komisch und absolut hinreißend – eine liebenswerte Komödie der besonderen Art.

Charlie Ashers Welt ist perfekt, bis seine Frau Rachel bei der Geburt ihres ersten Kindes stirbt. Über Nacht ist Charlie nicht nur Vater, sondern auch Witwer. Und darüber scheint er den Verstand zu verlieren – anders kann er sich das Wesen in Minzgrün nicht erklären, das ihm immer wieder erscheint. Dann fallen auch noch wildfremde Menschen tot vor ihm um, und es stellt sich heraus, dass Charlie von ganz oben eine neue Aufgabe zugewiesen bekommen hat: Seelen einzufangen und sicher ins Jenseits zu befördern. Ein todsicherer Job, aber trotzdem nichts für Charlie …
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»Passen Sie auf sich auf«, sagte Minty Fresh.

»Keine Ahnung, wie das geht«, erwiderte Charlie und machte zögerliche, kleine Schritte zur Tür. »Die Last der ganzen Menschheit liegt auf meinen Schultern.«

»Ja, vergessen Sie nicht, sich morgens ordentlich zu strecken.«

»Übrigens…«, sagte Charlie, was gar nicht zu seinem Jammern passte, »sind Sie jetzt schwul oder nicht?«

»Was ich bin«, antwortete Minty Fresh, »ist… allein. Vollkommen und absolut.«

»Okay«, sagte Charlie, »tut mir leid.«

»Schon okay. Mir tut es leid, dass ich Ihnen eine Kopfnuss verpasst habe.«

Charlie nickte, holte seinen Stockdegen hinter dem Tresen hervor, verließ Fresh Music und trat hinaus in einen grauen Tag.

Nun, er war nicht wirklich der Tod, aber er war auch nicht der Helfer vom Weihnachtsmann. Es machte im Grunde keinen Unterschied, dass ihm niemand glauben würde, wenn er es erzählte. »Totenbote« schien ihm doch etwas unheilvoll, aber ihm gefiel die Vorstellung, Geheimagent zu sein. Agent bei K.A.R.M.A. – Karma Abholung Rückführung Mord und Allerlei. Okay, am Akronym konnte er später noch feilen, aber nichtsdestotrotz war er Geheimagent.

Tatsächlich eignete sich Charlie, auch wenn er es nicht wusste, sehr gut zum Geheimagenten. Da sie außerhalb der Reichweite des Radars arbeiten, sind Betamännchen ausgezeichnete Spione. Kein James-Bondmäßiger Spion mit raketenbestücktem Aston Martin, der die schöne, russische Raketenwissenschaftlerin auf einem Hermelinfell vögelt, eher so ein schlecht frisierter, gut getarnter Bürokrat, der verklebte Dokumente aus Mülleimern fischt. Seine offensichtliche Harmlosigkeit ermöglicht ihm den Zugang zu Orten und Menschen, die einem Alphamännchen, dem das Testosteron aus den Ohren quillt, verschlossen bleiben. Das Betamännchen kann tatsächlich eine echte Gefahr darstellen, nicht wie Jet Li, dessen ganzer Körper eine todbringende Waffe ist, eher wie ein betrunkener Rasenmäherfahrer, der eine Luke-Skywalker-Attacke auf den Geräteschuppen reitet.

Als Charlie also die Cable-Car-Haltestelle auf der Market Street ansteuerte, probte er im Geiste seine neue Rolle als Geheimagent und fühlte sich ziemlich gut dabei, als er an einem Gully vorbeikam und eine weibliche Stimme hörte, die ihm harsch etwas zuraunte: »Wir holen uns die Kleine. Du wirst schon sehen, Frischfleisch. Bald holen wir sie uns.«

Als Charlie seinen Laden betrat, kam Lily ins Hinterzimmer gelaufen, um ihn in Empfang zu nehmen.

»Dieser Bulle war schon wieder da. Der Typ ist tot. Hast du ihn umgebracht?« Nachdem sie die Neuigkeiten heruntergerattert hatte, fügte sie hinzu: »Äh, Sir?« Dann salutierte sie, machte einen Knicks, faltete die Hände und verneigte sich wie eine Japanerin.

Das Ganze brachte Charlie völlig durcheinander, zumal er sich gerade panische Sorgen um seine Tochter machte und wie ein Irrer quer durch die Stadt gerast war. Bestimmt waren diese Gesten des Respekts nur Tarnung für eine Gefälligkeit oder eine Missetat, oder dieser Teenager machte sich – wie so oft -nur über ihn lustig. Also setzte er sich auf einen der Stühle am Schreibtisch und sagte: »Bulle? Typ? Versteh kein Wort. Ich habe niemanden umgebracht.«

Lily atmete tief durch. »Dieser Bulle, der dich neulich sprechen wollte, war schon wieder da. Der Typ, den du letztens in Pacific Heights besucht hast« – sie betrachtete etwas, das sie sich mit roter Tinte auf den Arm geschrieben hatte – »dieser Michael Mainheart, hat Selbstmord begangen. Und er hat dir eine Nachricht hinterlassen. Er schreibt, dass du seine Sachen und die von seiner Frau abholen und verkaufen sollst. Und dann stand da noch« – wieder las sie von ihrem vollgekritzelten Arm ab – »ist >Ich will sterben< irgendwie missverständlich?« Lily blickte auf.

»Das hat er gesagt, nachdem ich ihn wiederbelebt hatte«, sagte Charlie.

»Also: Hast du ihn umgebracht? Oder nenn es meinetwegen, wie du willst. Darfst du mir davon erzählen?« Wieder machte sie einen Hofknicks, was Charlie mehr als alles andere beunruhigte. Schon vor langer Zeit hatte er sich damit abgefunden, dass seine Beziehung zu Lily auf einem festen Fundament inniger Geringschätzung fußte, und das hier warf alles über den Haufen.

»Nein, ich habe ihn nicht umgebracht. Was ist das für eine Frage?«

»Und hast du den Mann mit dem Zigarettenetui umgebracht?«

»Nein! Den hab ich nicht mal gesehen.«

»Du weißt, dass ich deine getreue Dienerin bin«, sagte Lily und verneigte sich diesmal.

»Lily, was, zum Teufel, ist eigentlich los mit dir?«

»Nichts. Mit mir ist überhaupt nichts los, Mr. Asher – äh, Charles. Was ist dir lieber: Charles oder Charlie?«

»Fragst du das im Ernst? Was hat der Cop gesagt?«

»Er wollte dich sprechen. Anscheinend trug dieser Mainheart die Kleider seiner Frau, als man ihn fand. Er war kaum eine Stunde aus dem Krankenhaus, da hat er die Krankenschwester weggeschickt, sich als Frau verkleidet und Tabletten geschluckt.«

Charlie nickte und dachte daran, wie hartnäckig Mainheart darauf bestanden hatte, die Kleider seiner Frau loszuwerden. Er nutzte jede Möglichkeit, ihr nah zu sein, aber es funktionierte nicht. Und als er ihr in den Frauenkleidern auch nicht näher kommen konnte, hatte er das Einzige getan, was ihm noch einfiel, und war ihr in den Tod gefolgt. Charlie verstand ihn gut. Wäre da nicht Sophie gewesen, hätte er vielleicht auch versucht, Rachel zu folgen.

»Ganz schön abartig, oder?«, sagte Lily.

»Nein«, knurrte Charlie, »nein, ist es nicht, Lily. Überhaupt nicht. So solltest du nicht denken. Mr. Mainheart ist vor Kummer gestorben. Es mag nach etwas anderem aussehen, aber es war Kummer und nichts anderes.«

»Entschuldige«, sagte Lily, »du bist der Experte.«

Charlie starrte zu Boden, versuchte, sich einen Reim darauf zu machen, überlegte, ob sich das Paar – weil er Mr. Mainhearts Seelenschiffchen verloren hatte – vielleicht nie wiedersehen würde. Seinetwegen.

»Ach, ja«, fügte Lily hinzu, »Mrs. Ling hat angerufen und ist völlig ausgeflippt und hat irgendwas von einem schwarzen Vogel geschrien, der die Scheiben eingeschlagen…«

Charlie sprang vom Hocker und hetzte die Treppe hinauf, nahm immer zwei Stufen auf einmal.

»Sie ist in deiner Wohnung!«, rief Lily ihm noch nach.

Im Goldfischglas trieb ein orangefarbener Teppich aus Fernsehanwälten, als Charlie seine Wohnung betrat. Die Asiatischen Großmächte standen in der Küche. Mrs. Korjew drückte Sophie fest an ihre Brust, und das Kind war sozusagen am Rudern und versuchte, der tiefen, weichen Schlucht zwischen den beiden massiven Kosakenzipfeln zu entkommen. Charlie griff sich seine Tochter, als sie zum dritten Mal im Dekolletee versank, und schloss sie in die Arme.

»Was ist passiert?«, fragte er.

Was folgte, war ein Sperrfeuer aus Chinesisch und Russisch, gespickt mit dem einen oder anderen englischen Wort: Vogel, Fenster, kaputt, schwarz und machen in Hose.

»Halt!« Charlie hob seine freie Hand. »Mrs. Ling, was ist passiert?«

Mrs. Ling hatte sich davon erholt, dass der Vogel ans Fenster geflogen und sie wie wahnsinnig den Flur entlanggerannt war, doch nun legte sie eine eher untypische Schüchternheit an den Tag, da sie fürchtete, Charlie könne vielleicht den feuchten Fleck in ihrer Kitteltasche bemerken, in welcher der jüngst verblichene Perry Mason darauf wartete, einigem Wantan, Frühlingszwiebeln, einer Auswahl von fünf Gewürzen und ihrem Suppentopf vorgestellt zu werden. »Fisch ist Fisch«, sagte sie sich, als sie den Schlingel eilig in ihre Tasche stopfte. Schließlich waren da noch fünf weitere Anwälte im Glas. Wer würde den einen schon vermissen?

»Ach, nichts«, sagte Mrs. Ling. »Vogel fliegen in Scheibe und machen uns Schreck. Nicht schlimm.«

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